Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 00:25 EU-Kohleembargo gegen Russland in Kraft +++

Ab sofort dürfen die EU-Staaten keine Kohle mehr aus Russland importieren. Um Mitternacht endete die Übergangsperiode für das Kohleembargo gegen Russland, das die EU-Staaten als Teil des fünften Sanktionspakets im April beschlossen hatten. Ziel des Importstopps ist es, die russische Wirtschaft weiter zu schwächen. Nach Angaben der EU-Kommission im April könnte das Kohleembargo ein Minus von rund acht Milliarden Euro pro Jahr für Russland bedeuten. Der Verein der Kohlenimporteure (VdKi) rechnet trotz des Importverbots nicht mit Lieferengpässen in Europa, da Kohle auf dem Weltmarkt verfügbar sei. Hauptlieferländer seien jetzt die USA, Südafrika, Australien, Indonesien und Kolumbien.

+++ 23:42 Giftiges Ammoniak strömt aus brennender Brauerei in Donezk +++
Die Territorialverteidigung der ostukrainischen Separatistenhochburg Donezk warnt vor giftigem Ammoniak, das aus einer brennenden Brauerei ausgetreten sei. Der Brand sei durch den Beschuss ukrainischer Artillerie ausgelöst worden. Das Gas verteile sich im Umkreis von zwei Kilometern. Die Bevölkerung wird aufgefordert, in Gebäuden zu bleiben und Fenster geschlossen zu halten. Ammoniak - bekannt für seinen stechenden Geruch - dient beim Bierbrauen als Kühlmittel. Die Front zwischen ukrainischen Truppen und den Einheiten der von Moskau gesteuerten Separatisten verläuft seit 2014 nur wenige Kilometer nordöstlich der größten Stadt im Donbass. In diesen Tagen gibt es dort heftige Kämpfe.

+++ 22:57 Ukraine will Schweiz als diplomatische Vertretung in Moskau +++
Nachdem die Ukraine ihre diplomatischen Beziehungen zu Russland zu Kriegsbeginn abgebrochen hat, will sie sich von der Schweiz in Moskau vertreten lassen. Die Wahrnehmung der Interessen sei mit der Schweiz bereits bilateral vereinbart worden, heißt es aus dem Außenministerium in Kiew. Die Schweiz habe "große Erfahrung bei der Erfüllung solcher Funktionen", so Ministeriumssprecher Oleh Nikolenko. Die Schweiz vertritt in Moskau bereits die Interessen Georgiens. Russland lehnt diese Lösung für die Ukraine allerdings ab. Man werde keine Vermittlung eines Landes akzeptieren, das sich Sanktionen angeschlossen habe, so das Außenministerium. Die Neutralität der Schweiz sei durch deren Übernahme der EU-Sanktionen entwertet, heißt es in einer Stellungnahme, aus der die Zeitung "Kommersant" zitiert.

+++ 22:03 UN erwarten steigende Getreideausfuhren +++
Nach dem Getreide-Deal zwischen Moskau und Kiew erwarten die Vereinten Nationen steigende Ausfuhren aus der Ukraine über das Schwarze Meer. Eine Reihe von Schiffen würden momentan auf die Genehmigung zur Fahrt in Richtung der ukrainischen Häfen warten "und wir erwarten einen großen Aufwärtstrend bei den Anträgen für den Transit", sagt der UN-Koordinator für die Ausfuhren, Frederick Kenney, in New York. Heute habe es mit insgesamt fünf vertragsmäßig inspizierten Schiffen einen neuen Höchststand gegeben.

+++ 21:14 Scholz trotz Gaskrise optimistisch +++
Bundeskanzler Scholz zeigt sich trotz der Probleme bei der Energieversorgung zuversichtlich, dass Deutschland die Gaskrise bewältigen kann. "Wir haben früh entschieden. Wir bereiten uns darauf vor, dass es ganz arg kommen kann", sagt Scholz bei einem Wahlkreisgespräch in Michendorf. Mit Blick auf den Fall, dass Deutschland kein Gas mehr bekomme, sagt Scholz: "Deshalb haben wir sehr, sehr weitreichende Entscheidungen getroffen, die jetzt dazu beitragen, dass es zwar haarig und eng werden kann, aber wir 'ne Chance haben, durch diese schwierige Situation durchzukommen."

+++ 20:21 Ukrainische Nationalgarde meldet Abschuss von russischem Kampfjet +++
Die ukrainische Nationalgarde zeigt auf Facebook ein Video, das den Abschuss einer russischen Su-25 zeigen soll. Nach Angaben der Nationalgarde flog der Kampfjet in Richtung Saporischschja. Russland soll laut ukrainischen Angaben seit Beginn der Invasion 232 Flugzeuge verloren haben.

+++ 19:44 Selenskyjs Stabschef: Ukraine braucht Kriegsende vor Winter +++
Die Kämpfe in der Ukraine müssen nach Einschätzung Kiews dringend noch vor Beginn der nächsten Heizperiode beendet werden. Ansonsten bestehe das Risiko, dass Russland die Infrastruktur für Wärme und Energie zerstöre, sagt der Stabschef von Präsident Selenskyj, Andrij Jermak, nach Angaben der Agentur Interfax. Die russische Armee greife jetzt schon Infrastruktureinrichtungen an. "Das ist einer der Gründe, warum wir maximale Maßnahmen ergreifen wollen, um den aktiven Teil des Kriegs bis Ende Herbst zu beenden", sagt Jermak. Die ukrainische Armee versuche alles, um die von Russland besetzten Gebiete zurückzuerobern. Je länger sich russisches Militär auf ukrainischem Gebiet verschanzen könne, desto schwieriger werde es.

+++ 19:15 Ukraine droht mit Zerstörung von AKW-Stromleitung +++
Die Ukraine droht für den Fall eines Anschlusses des Atomkraftwerks Saporischschja an die von Russland besetzte Krim mit einem Kappen der Stromleitungen. "Ich denke, unsere Streitkräfte werden dazu bereit sein, wenn es nötig ist", sagt der Chef des staatlichen Atomkraftwerksbetreibers Enerhoatom, Petro Kotin, der Agentur RBK-Ukrajina. Kotin zufolge will Russland seit langem das AKW mit der Krim verbinden. "Dafür muss das Kraftwerk komplett vom ukrainischen Energiesystem abgeschaltet und an die Leitung angeschlossen werden, welche die Krim mit dem Wasserkraftwerk Kachowka verbindet", erklärt der 61-Jährige.

+++ 18:43 Ukrainischer Kommandeur: Wollen Cherson bis Ende des Jahres befreien +++
Die Ukraine plant nach Angaben von Generalmajor Dmytro Marchenko die besetzte Region Cherson bis Ende des Jahres zurückzuerobern. Entscheidend sei die Lieferung weiterer Waffen aus dem Westen, sagt der Kommandeur im Interview mit der Nachrichtenagentur RBC. "Wenn wir die Menge an Waffen haben, die uns versprochen wurde, die wir brauchen, dann denke ich, dass wir im nächsten Frühjahr den Sieg feiern werden."

+++ 17:54 Estland wirft Moskau erneut Luftraumverletzung vor +++
NATO-Mitglied Estland meldet die Verletzung seines Luftraums durch einen russischen Helikopter. Der Hubschrauber des Typs Mi-8 sei am 9. August abends unerlaubt in den Luftraum eingedrungen, teilen die estnischen Streitkräfte mit. Das Außenministerium in Tallinn bestellt wegen des Vorfalls den russischen Botschafter ein und überreicht eine Note. Nach Armeeangaben war es die dritte Luftraumverletzung durch Russland in diesem Jahr - nach insgesamt fünf Vorfällen im vergangenen Jahr.

+++ 16:38 Ukraine: Brücke bei Dnipro-Staudamm nach Beschuss nicht mehr nutzbar +++
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben durch Raketenbeschuss eine Brücke beim Staudamm von Nowa Kachowka in der Region Cherson unbrauchbar gemacht. "Der Treffer war akkurat, aber wirksam", teilt das Armeekommando Süd mit. Seit einiger Zeit versucht die ukrainische Armee in der Region Cherson die drei einzigen Überquerungen über den Dnipro zu zerstören. Damit soll der Nachschub der russischen Armee auf dem rechten Ufer verhindert und eine Rückeroberung ermöglicht werden. Die Eisenbahnbrücke und die Straßenbrücke bei der Stadt Cherson haben die Ukrainer dabei bereits unbrauchbar gemacht.

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+++ 15:53 Video soll beweisen, dass Russland Straftäter rekrutiert +++
Der Verdacht besteht schon länger, nun soll ein dem US-Sender CNN zugespieltes Video ihn beweisen: Russland rekrutiert offenbar verurteilte Straftäter als Soldaten für den Krieg in der Ukraine. Ein Häftling berichtet außerdem, mit welchen Versprechen Moskau Mörder an die Front lockt.

+++ 15:15 Grünen-Chef Nouripour unterstützt Selenskyjs Festhalten an der Krim +++
Grünen-Parteichef Omid Nouripour bestärkt den ukrainischen Präsidenten Selenskyj in seinem Festhalten an der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim. "Es ist völlig richtig, dass ein Staatspräsident keinen Quadratzentimeter seines Landes der Aggression preisgibt", sagt Nouripour der "Rheinischen Post". "Die Annexion der Krim ist und bleibt völkerrechtswidrig." Selenskyj hatte seinen Landsleuten am Dienstag erneut eine Befreiung der Halbinsel versprochen. Die Krim sei ukrainisch und man werde sie niemals aufgeben.

+++ 14:31 General a.D. Vad: "Für Russen nicht gut, wenn Krim mit reingezogen wird" +++
Schwere Explosionen erschüttern die schon seit Jahren von Russland annektierte Halbinsel Krim im Schwarzen Meer - beide Seiten, Russland und die Ukraine, ringen um Deutungshoheit über den Vorfall. General a.D. Erich Vad sieht die Gefahr einer "eskalatorischen Wirkung" durch Kampfhandlungen auf der Krim.

+++ 13:52 Russland will Öltransit über Druschba-Pipeline wieder aufnehmen +++
Der russische Pipeline-Monopolist Transneft will die Öldurchleitung über den südlichen Zweig der Druschba-Trasse noch im Tagesverlauf wieder aufnehmen. Das berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA. Die Ukraine habe demnach bestätigt, dass sie die Zahlung für den russischen Öltransit durch ihr Gebiet nach Ungarn und in die Slowakei erhalten habe. Die Ukraine hatte die Öllieferungen über den südlichen Strang der Druschba-Pipeline am 4. August eingestellt, nachdem westliche Sanktionen sie daran gehindert hatten, Transitgebühren aus Moskau zu erhalten, wie Transneft mitgeteilt hatte. Zuletzt hatte eine slowakische Raffinerie gemeldet, es gebe einen Kompromiss in dem Konflikt.

+++ 13:24 FDP-Politiker Faber: Nur noch fünf von fünfzehn Panzerhaubitzen 2000 in Ukraine einsatzbereit +++
Nach seiner mehrtägigen Ukraine-Reise sagt der FDP-Verteidigungspolitiker Marcus Faber, dass nur ein Teil der aus Deutschland und den Niederlanden gelieferten Panzerhaubitzen 2000 intakt sei. "Ich habe aus dem Verteidigungsministerium erfahren, dass derzeit noch fünf von fünfzehn Panzerhaubitzen einsatzbereit sind", so Faber im Interview mit ntv. Seines Wissens seien keine Panzerhaubitzen durch russischen Beschuss zerstört worden. "Die werden ja massiv genutzt", sagt Faber. Dementsprechend würden Ersatzteile gebraucht. Deutschland habe diese mitgeliefert, dennoch sei die Reparatur schwierig.

+++ 13:14 Sorge um AKW Saporischschja: G7-Staaten richten sich an Moskau +++
Die G7-Staaten fordern eine schnelle internationale Inspektion des russisch besetzten ukrainischen Atomkraftwerks in Saporischschja. Die Entsendung von Experten der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA müsse ermöglicht werden, erklären die Außenminister Deutschlands, der USA, Kanadas, Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und Japans. Dies sei wichtig, "um Bedenken in Bezug auf nukleare Sicherheit" zu klären. Zudem fordern die Minister Russland auf, das Kernkraftwerk Saporischschja sowie sämtliche kerntechnische Anlagen "innerhalb der international anerkannten Grenzen der Ukraine unverzüglich wieder der vollständigen Kontrolle ihres rechtmäßigen Eigentümers, der Ukraine, zu unterstellen".

+++ 12:44 Slowakei meldet Kompromiss bei Transit von russischem Öl über Ukraine +++
Der seit einigen Tagen unterbrochene Transit von russischem Öl über die Pipeline Druschba (Freundschaft) nach Ungarn, Tschechien und in die Slowakei könnte bald erneuert werden. Der Sprecher der slowakischen Raffinerie Slovnaft, Anton Molnar, teilt mit, sowohl die Ukraine als auch Russland hätten einem Kompromissvorschlag zugestimmt. Demnach würden die ungarische Raffineriefirma MOL und ihre Slowakei-Tochter Slovnaft vorerst die Transitgebühren an die Ukraine bezahlen. Slovnaft habe eine erste Zahlung bereits überwiesen, erklärt Molnar.

+++ 12:18 Russische Armee will deutschen "Gepard"-Panzer zerstört haben +++
Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen deutschen "Gepard"-Flugabwehrkanonenpanzer im Süden der Ukraine zerstört. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilt mit, das Waffensystem sei im Gebiet der Stadt Mikolajiw getroffen worden. Zudem seien in der Region drei ukrainische Kampfjets abgeschossen worden. In Cherson südöstlich von Mikolajiw seien sieben HIMARS-Raketen aus US-Beständen zerstört worden. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. Russland hatte bereits kürzlich mitgeteilt, westliche Militärtechnik zerstört zu haben - was Experten allerdings bezweifelten.

+++ 12:05 Kraftwerksbetreiber: "AKW Saporischschja funktioniert" +++
Das von russischen Truppen besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist trotz des Beschusses vor wenigen Tagen weiter in Betrieb. "Das AKW Saporischschja funktioniert mit dem Risiko von Verstößen gegen die Vorgaben der Strahlungs- und der Brandsicherheit", teilt der Kraftwerksbetreiber Energoatom bei Telegram mit. Zuvor hatte der Chef der Behörde die russischen Truppen beschuldigt, mit dem Beschuss das Kraftwerk vom ukrainischen Netz abkoppeln zu wollen. Aktuell sind nach der Notabschaltung eines Blocks zwei Reaktoren des Kraftwerks in Betrieb.

+++ 11:50 Ex-Ministerpräsidentin der Ukraine warnt vor "Katastrophe" durch Beschuss von AKW +++
Mit Blick auf den Beschuss des Atomkraftwerks in Saporischschja sagt die ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko im exklusiven Interview mit RTL und ntv: "Wenn sich jetzt nicht die gesamte zivilisierte Welt um den Schutz des größten Atomkraftwerks Europas kümmert, dann kann es zu einer Katastrophe kommen, die man nicht mehr aufhalten kann." Das Atomkraftwerk sei "das Zehnfache von Tschernobyl, und wenn wir das jetzt nicht aufhalten, kann das zur Bedrohung für jedes Land Europas werden."

+++ 11:37 Kiew: Mindestens zehn Flugzeuge bei Explosion auf Krim zerstört +++
Bei den Explosionen auf einem Luftwaffenstützpunkt auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind nach ukrainischen Angaben mindestens zehn Flugzeuge zerstört worden. "Nach der Explosion, die wir gesehen haben, ist klar, dass das Kontingent der Luftwaffe getroffen wurde", sagt der Sprecher des ukrainischen Luftwaffenstabs, Juri Ihnat, im Fernsehen. Laut Ihnat sind dort Kampfflugzeuge der Typen Suchoi Su-30M und Su-24 sowie Transportflugzeuge vom Typ Iljuschin Il-76 stationiert.

+++ 11:08 Vier weitere "Gepard"-Panzer aus Deutschland erreichen die Ukraine +++
Die ukrainischen Streitkräfte haben vier weitere Flugabwehrkanonenpanzer vom Typ "Gepard" aus Deutschland erhalten. Das teilt die Bundesregierung mit. Hinzu kamen demnach in den vergangenen Tagen 49.000 Schuss Munition. Insgesamt haben somit zwölf deutsche "Gepard"-Panzer die Ukraine erreicht. Auch seien mittlerweile drei Bergepanzer geliefert worden, heißt es in einer Übersicht (jüngste Änderungen sind gefettet).

+++ 10:56 Ukraine geht von 42.800 gefallenen russischen Soldaten aus +++
Den ukrainischen Streitkräften zufolge sind seit Kriegsbeginn etwa 42.800 russische Soldaten gefallen. Wie der britische "Guardian" berichtet, geht der Generalstab davon aus, dass Russland "die größten Verluste in Richtung Donezk" erlitten hat.

+++ 10:21 ntv-Reporter: Explosionen auf Krim haben Russland schwer getroffen +++
Noch ist es unklar, was die Explosionen auf der Krim ausgelöst hat. Was hingegen schon jetzt klar ist: Für Russland bedeuten sie einen Reputationsschaden. Warum das so ist, und wie der Kreml die Angelegenheit nach Außen darstellt, weiß ntv-Russlandkorrespondent Rainer Munz.

+++ 10:02 Polens Regierungschef prangert deutschen Einfluss in EU an +++
Die Schockwirkung der russischen Invasion in der Ukraine hat laut Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki die Defizite der EU zutage treten lassen. Daher gelte es nun nicht nur, den Imperialismus Russlands abzuwehren, erklärt er in einem Gastbeitrag für die "Welt": "Wir müssen auch die Bedrohung durch den Imperialismus innerhalb der EU besiegen. Wir brauchen eine tiefgreifende Reform, die das Gemeinwohl und die Gleichheit wieder an die Spitze der Grundsätze der Union stellt." Die politische Praxis habe gezeigt, dass die Positionen Deutschlands und Frankreichs mehr zählten als alle anderen. "Wir haben es also mit einer formalen Demokratie und einer faktischen Oligarchie zu tun, in der der Stärkste die Macht innehat." Sollte die EU künftig auf die Einstimmigkeitsregel verzichten, würde das Bündnis laut Morawiecki noch mehr von deutschen Entscheidungen abhängen. Dazu schreibt er: "Wenn ganz Europa der Meinung Deutschlands gefolgt wäre, wäre nicht nur Nord Stream 1, sondern auch Nord Stream 2 schon seit vielen Monaten in Betrieb."

+++ 09:25 Haus von russischer TV-Journalistin Owsjannikowa durchsucht +++
Die durch eine Protestaktion im russischen Fernsehen bekannt gewordene TV-Journalistin Marina Owsjannikowa gerät verstärkt ins Visier der russischen Behörden. Wie Owsjannikowas Anwalt bei Telegram mitteilt, wurde das Haus seiner Mandantin durchsucht, und es wurden strafrechtliche Ermittlungen gegen Owsjannikowa eingeleitet. Hintergrund seien russische Gesetze, die die Verbreitung von Falschmeldungen über die russische Armee unter Strafe stellen. Die Journalistin hatte sich im März während einer Live-Sendung des staatlichen TV-Senders Kanal Eins mit einem Plakat hinter die Moderatorin gestellt, auf dem sie zum Ende des Kriegs aufrief und vor Propaganda warnte. Seitdem ist die gebürtige Ukrainerin vorübergehend festgenommen und zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

+++ 08:38 London: Russland bildet neuen Großverband für Krieg in der Ukraine +++
Russland hat Großbritannien zufolge mit hoher Wahrscheinlichkeit einen neuen Großverband von Bodentruppen für den Krieg in der Ukraine gebildet. Das 3. Armeekorps sei in der Nähe der Stadt Mulino, östlich der Hauptstadt Moskau stationiert, berichtet das britische Verteidigungsministerium unter Berufung auf seine Geheimdienste. Demnach plant Russland offenbar, das Armeekorps vor allem aus Freiwilligen-Bataillonen zusammenzusetzen. Unwahrscheinlich sei hingegen, dass der Verband großen Einfluss auf das Kriegsgeschehen nehmen wird. Die für russische Armeekorps gewöhnliche Größe von 15.000 bis 20.000 Soldaten sei mangels Enthusiasmus in der Bevölkerung nur schwer zu erreichen, heißt es.

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+++ 07:58 "Eine tragische Nacht": Elf Tote nach Raketenangriffen auf Südukraine +++
Durch nächtlichen Raketenbeschuss sind im ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk offiziellen Angaben zufolge mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. "Eine tragische Nacht... Im Kreis Nikopol hat die russische Armee 11 Menschen getötet und 13 verletzt", schreibt der Chef der Militärverwaltung des Gebiets Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko, bei Telegram. Die beiden getroffenen Ortschaften liegen dabei dem zuletzt mehrfach beschossenen Atomkraftwerk Saporischschja gegenüber - am anderen Ufer des hier zum Stausee geformten Flusses Dnipro. Am schwersten traf es demnach die Kleinstadt Marhanez. In der Stadt seien 20 mehrgeschossige Gebäude durch den Raketenbeschuss beschädigt worden, darunter der Kulturpalast, zwei Schulen und ein Wohnheim. Zehn Menschen seien in der Stadt getötet worden, elf weitere verletzt, sieben davon schwer, teilt Resnitschenko mit.

+++ 07:13 Nach Übergangsfrist: Kohle-Embargo gegen Russland beginnt +++
Die EU-Staaten dürfen von Donnerstag an keine Kohle mehr aus Russland importieren. Um Mitternacht endet die Übergangsperiode für das Kohle-Embargo gegen Russland, das die EU-Staaten als Teil des fünften Sanktionspakets im April beschlossen haben. Damit sich die Industrie auf das Einfuhrverbot einstellen konnte, haben sich die Länder damals auf eine Übergangsfrist von 120 Tagen geeinigt. Ziel des Importstopps ist es, die russische Wirtschaft vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine weiter zu schwächen. Nach Angaben der EU-Kommission im April könnte das Kohle-Embargo ein Minus von rund acht Milliarden Euro pro Jahr für Russland bedeuten.

+++ 06:32 Ukraine: Russen wollen AKW Saporischschja an Krim anschließen +++
Russland will das besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja nach ukrainischen Angaben an die annektierte Halbinsel Krim anschließen. Der Präsident des ukrainischen AKW-Betreibers Energoatom, Petro Kotin, sagt, die russischen Soldaten an dem AKW würden ein Vorhaben des russischen Atomkonzerns Rosatom umsetzen, das AKW "an das Stromnetz der Krim" anzuschließen. "Dafür müssen zunächst die Stromleitungen des Atomkraftwerks beschädigt werden, die mit dem ukrainischen Energiesystem verbunden sind", sagt Kotin im ukrainischen Fernsehen. "Zwischen dem 7. und 9. August haben die Russen schon drei Stromleitungen beschädigt. Derzeit läuft das Werk mit einer einzigen Produktionsleitung, was ein äußerst gefährlicher Arbeitsmodus ist." Sobald die letzte Leitung gekappt sei, hänge das AKW von Diesel-Generatoren ab, so Kotin. "Dann wird alles von deren Verlässlichkeit und den Treibstoffreserven abhängen."

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+++ 05:53 Energie-Sparprogramm in Spanien gestartet +++
In Spanien ist seit Mitternacht der Energie-Sparplan der Regierung in Kraft. Ab heute dürfen alle öffentlichen Einrichtungen sowie Kaufhäuser, Kinos, Büros, Geschäfte, Hotels, Bahnhöfe und Flughäfen des Landes ihre Räumlichkeiten auf nicht weniger als 27 Grad abkühlen. Läden mit Mitarbeitern, die körperlich besonders gefordert werden, wie etwa Bars und Restaurants, können die Klimaanlagen allerdings auf bis zu 25 Grad einstellen. Im kommenden Winter wird man die Innenräume unterdessen auf höchstens 19 Grad beheizen dürfen. Die "dringenden Maßnahmen" des königlichen Dekrets der linken Regierung sollen bis zum 1. November 2023 in Kraft bleiben.

+++ 04:44 Russland fordert IAEA zur Untersuchung von Saporischschja auf +++
Russland dringt darauf, dass sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit der Lage im ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja befasst. Die Regierung in Moskau habe darum gebeten, dass der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, den UN-Sicherheitsrat über "Angriffe der ukrainischen Streitkräfte auf das Kernkraftwerk Saporischschja und deren mögliche katastrophale Folgen" unterrichtet, heißt es aus Diplomatenkreisen. IAEA-Techniker sollen den Zustand des größten Atomkraftwerks Europas überprüfen. Die Ukraine hatte bereits am Montag die Inspektion der von russischen Soldaten besetzten Anlage gefordert. Beide Seiten werfen sich gegenseitig den Beschuss des AKW-Geländes vor.

+++ 03:55 USA stellen 89 Millionen Dollar für Minenräumung zur Verfügung +++
Die USA unterstützen mit 89 Millionen Dollar die Räumung von Anti-Personen-Minen in der Ukraine. Damit soll unter anderem die Arbeit von 100 Minenräumteams von Nichtregierungsorganisationen oder spezialisierten Privatunternehmen finanziert werden, erklärt ein Vertreter des US-Außenministeriums. Den russischen Streitkräften wirft er vor, nach ihrem Rückzug aus Teilen der Ukraine zahlreiche Minen und Sprengfallen hinterlassen zu haben, unter anderem in Waschmaschinen, Krankenhausbetten und Leichen. Das Vorgehen sei vergleichbar mit jenem der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak.

+++ 02:57 Lettland verlängert Ausnahmezustand an belarussischer Grenze +++
Die Regierung von Lettland beschließt, den Ausnahmezustand an der Grenze zu Belarus bis zum 10. November zu verlängern. Damit bleibt der lettische Grenzschutz ermächtigt, illegal aus Belarus eingereiste Migranten zurückzuschicken. Der Ausnahmezustand war im August 2021 beschlossen worden, weil Tausende Migranten über die EU-Außengrenzen nach Polen oder in die baltischen Staaten gelangen wollten. Die Europäische Union wirft den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Ein weiterer wichtiger Faktor für die erneute Verlängerung des Ausnahmezustands ist der Regierung zufolge Russlands Krieg in der Ukraine. Lettland grenzt an Russland und Belarus.

+++ 01:17 Kiew: Haben mit Explosionen auf der Krim nichts zu tun +++
Die Ukraine übernimmt nach den Worten des ukrainischen Präsidentenberaters Mychajlo Podoljak nicht die Verantwortung für die Explosionen auf einem russischen Luftwaffenstützpunkt auf der Krim am Dienstag. Auf die Frage des unabhängigen russischen Fernsehsenders "Doschd", ob Kiew die Verantwortung trage, antwortete er: "Natürlich nicht. Was haben wir damit zu tun?" Er deutete an, dass möglicherweise Partisanen beteiligt waren. Die Ursache der Explosionen auf der von Russland annektierten Halbinsel ist bislang unklar. Die "New York Times" hatte unter Berufung auf einen ranghohen ukrainischen Militär berichtet, der Flugplatz sei mit einer in der Ukraine entwickelten Waffe angegriffen worden.

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+++ 00:40 Für Innenministerin Faeser ist Putin ein Kriegsverbrecher +++
Bundesinnenministerin Nancy Faeser betrachtet den russischen Präsidenten Wladimir Putin wegen des Angriffs auf die Ukraine als Kriegsverbrecher. Das sagt die SPD-Politikerin bei einer Veranstaltung des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Das unterliegt natürlich erst mal der Beweissicherung und dem rechtsstaatlichen Verfahren", führt Faeser aus. Aber angesichts des Leides, das Putin in der Ukraine angerichtet habe, werde man ihn wohl als Kriegsverbrecher bezeichnen können. Faeser hatte Ende Juli zusammen mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil die ukrainische Hauptstadt Kiew und die vom Krieg zerstörte Stadt Irpin besucht.

+++ 23:38 Selenskyj: "Werden Krim niemals aufgeben" +++
Nach den Explosionen auf einer russischen Militärbasis auf der Krim verspricht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen Landsleuten erneut eine Befreiung der von Russland annektierten Halbinsel im Schwarzen Meer. "Die Krim ist ukrainisch, und wir werden sie niemals aufgeben", sagt er in seiner abendlichen Videoansprache. Mit der Annexion 2014 habe Russland die Krim in einen der gefährlichsten Orte verwandelt. "Die Schwarzmeerregion kann nicht sicher sein, solange die Krim besetzt ist", so Selenskyj. "Dieser russische Krieg gegen die Ukraine, gegen das ganze freie Europa, hat mit der Krim begonnen und muss mit der Krim enden, mit ihrer Befreiung." Die Ursache der massiven Explosionen auf der Halbinsel ist unklar. Die Regierung in Kiew reklamiert den Angriff nicht für sich.

+++ 22:43 IAEA: Lage am Atomkraftwerk Saporischschja derzeit nicht bedrohlich +++
Nach dem Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja am Wochenende sieht die internationalen Atombehörde (IAEA) keine unmittelbare Bedrohung der nuklearen Sicherheit. Ukrainische Behörden hätten die IAEA informiert, dass es zwar Schäden gab, die Strahlungsmessungen aber weiterhin auf normalem Niveau lägen, teilt IAEA-Chef Rafael Mariano Grossi mit. Das in der Stadt Enerhodar gelegene AKW Saporischschja war am vergangenen Wochenende mehrfach beschossen und teils beschädigt worden. Die kritische Infrastruktur soll aber weiter intakt sein. Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Schuld.

+++ 21:55 Biden: NATO geeinter und stärker als je zuvor +++
US-Präsident Joe Biden betont mit Blick auf den geplanten NATO-Beitritt Finnlands und Schwedens die Stärke der Allianz. "Unser Bündnis ist enger denn je. Es ist geeinter denn je. Und wenn Finnland und Schweden die Zahl der Verbündeten auf 32 erhöhen, werden wir stärker sein als je zuvor", sagt Biden bei der Unterzeichnung der US-Ratifizierungsurkunden für den Beitritt. "In einer Zeit, in der Putins Russland den Frieden und die Sicherheit in Europa erschüttert hat, in der Autokraten die Grundlagen einer regelbasierten Ordnung in Frage stellen, sind die Stärke des transatlantischen Bündnisses und Amerikas Engagement für die NATO wichtiger denn je."

+++ 21:15 Ukrainischer Geheimdienst enttarnt mutmaßlichen Maulwurf +++
Der ukrainische Geheimdienst SBU hat eigenen Angaben zufolge einen Maulwurf in den eigenen Reihen enttarnt und festgenommen. Demnach wird ein Mitarbeiter einer Zweigstelle in der Region Charkiw beschuldigt, für Russland spioniert zu haben. Den Ermittlern zufolge gab der Mann sensible Informationen, darunter Pläne des ukrainischen Militärs und Geheimdienstdaten, an Russland weiter. Er sei dem SBU kurz nach Beginn der russischen Invasion beigetreten.

+++ 20:44 Kreml: Verstoß gegen Brandschutzvorschriften Grund für Explosionen auf der Krim +++
Das russische Verteidigungsministerium nennt Verstöße gegen Brandschutzvorschriften als Ursache für die Explosionen auf dem Militärflugplatz Saki auf der Halbinsel Krim. "Es gibt keine Anzeichen oder Beweise dafür, dass dies vorsätzlich geschah", sagt ein Mitarbeiter der Behörde der Nachrichtenagentur TASS. Nach Darstellung Moskaus detonierte auf dem Stützpunkt Fliegermunition. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Beobachter vermuten jedoch eine Sabotageaktion oder einen ukrainischen Raketenangriff.

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Frühere Entwicklungen des Ukraine-Krieges können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, jpe/ino/mbe/dpa/rts/AFP

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