Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 00:42 Verband Zukunft Gas zweifelt an Habecks Zeitplan für LNG-Terminals +++

Die von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck geplante Inbetriebnahme von mindestens zwei LNG-Terminals bis Jahresende könnte sich verzögern. "Bislang kennen wir nur von einem dieser schwimmenden LNG-Terminals mit Wilhelmshaven eine klare Umsetzungsperspektive. Die geplanten stationären Terminals haben weiterhin keine abschließenden Investitionsentscheidungen. Hier und bei einigen weiteren regulatorischen Fragen benötigt die Branche endlich Klarheit," sagt Timm Kehler, Vorstand des Verbandes Zukunft Gas, zu "Bild". Um im kommenden Jahr eine Kapazität von 13 Milliarden Kubikmetern Erdgas über die LNG-Terminals zu erreichen, müsse beim Auf- und Ausbau der Kapazitäten weiter Tempo gemacht werden, so Kehler.

+++ 23:30 G7-Gipfel bezeichnet Angriff auf Einkaufszentrum als "Kriegsverbrechen" +++
Der G7-Gipfel verurteilt den Angriff auf ein Einkaufszentrum in der Zentralukraine mit mindestens 13 Toten scharf. "Wahllose Angriffe auf unschuldige Zivilisten sind ein Kriegsverbrechen", erklären die derzeit auf Schloss Elmau in Bayern tagenden Staats- und Regierungschefs der sieben Länder gemeinsam. Russlands Präsident Wladimir Putin und weitere Verantwortlichen für diesen "abscheulichen" Angriff müssten "zur Rechenschaft gezogen werden".

+++ 23:09 Deutsches Finanzsystem bleibt trotz Ukraine-Kriegs stabil +++
Der Ausschuss für Finanzstabilität (AfS) hält die direkten Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf das deutsche Finanzsystem für begrenzt. Das geht laut Bundesfinanzministerium aus dem jüngsten Bericht des Gremiums für den Bundestag hervor. Die direkten Forderungen gegenüber Schuldnern in Russland, der Ukraine und Belarus seien in der Summe gering. Allerdings sei die Unsicherheit mit dem russischen Angriff auf die Ukraine Ende Februar sprunghaft gestiegen. In den westlichen Ländern sei die Anpassung der Bewertung von Risiken aber überwiegend geordnet abgelaufen. "Zu gravierenden Funktionsstörungen im deutschen Finanzsystem ist es bislang nicht gekommen."

+++ 22:18 Strack-Zimmermann pocht auf Marder-Panzer-Lieferungen +++
Die Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, dringt weiter darauf, der Ukraine deutsche Marder-Schützenpanzer zur Verfügung zu stellen. "Ich werde nicht müde, gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der FDP zu fordern, dass aus dem Bestand der Bundeswehr mindestens 50 Marder-Panzer geschickt werden", sagt sie dem TV-Sender "Welt".

+++ 21:47 Gouverneur: Acht Menschen bei Raketenangriff getötet, die für Wasser anstanden +++
In einer Schlange vor einem Tankwagen mit Trinkwasser in der ukrainischen Stadt Lyssytschansk sind bei einem russischen Raketenangriff nach Behördenangaben acht Menschen getötet worden. Weitere 21 wurden verletzt, wie der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, bei Telegram schreibt. "Die Russen haben mit Mehrfachraketenwerfern vom Typ Uragan auf eine Menschenmenge geschossen, als die Zivilisten gerade Wasser aus einer Zisterne holten", erklärt Hajdaj. Lyssytschansk ist die letzte große Stadt in der Region, die noch unter ukrainischer Kontrolle ist, nachdem das russische Militär das benachbarte Sjewjerodonezk eroberte.

+++ 21:35 Hersteller schenkt Ukraine Kampfdrohnen +++
Das türkische Unternehmen Baykar stellt der Ukraine drei Kampf- und Aufklärungsdrohnen vom Typ Bayraktar TB2 kostenlos zur Verfügung. Das Unternehmen twittert, über Crowdfunding hätten Top-Unternehmer und ganz normale Menschen für diesen Zweck Geld gesammelt. Baykar werde aber kein Geld annehmen und die Drohnen kostenlos an die Front in die Ukraine schicken. Bereits Anfang des Monats hatte Baykar nach einer anderen Spendensammelaktion in Litauen zugesagt, kostenlos eine Kampfdrohne für die Ukraine bereitzustellen.

+++ 21:13 Kiew: Raketenabwehrsysteme könnten Tragödien verhindern +++
Das ukrainische Verteidigungsministerium twittert, das Einkaufszentrum in Krementschuk sei von russischen X-22-Raketen getroffen worden. Moderne Raketenabwehrsysteme würden neue Tragödien verhindern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert immer wieder die Lieferung von Raketenabwehrsystemen.

+++ 20:58 Blinken verurteilt "Gräueltat" in Krementschuk +++
US-Außenminister Antony Blinken verurteilt den Angriff auf das Einkaufzentrum im ukrainischen Krementschuk scharf. Die Welt sei entsetzt über den russischen Raketenangriff auf die Mall - "die neueste einer Reihe von Gräueltaten". Die USA würden ihre Unterstützung für die Ukraine aufrechterhalten und Russland zur Rechenschaft ziehen. Laut dem Gouverneur der Region Poltawa, Dmytro Lunin, wurden bei dem Raketenangriff mindestens 13 Menschen getötet und rund 50 Menschen verletzt. Ein von ihm bei Telegram gepostetes Video zeigt Rettungskräfte zwischen den Trümmern eines zerstörten Gebäudes.

+++ 20:21 Ukraine-Besuch lässt Moldaus Präsidentin sprachlos +++
Die Präsidentin der Republik Moldau, Maia Sandu, hat sich bei einem Besuch in der Ukraine erschüttert über die Folgen des russischen Angriffskriegs gezeigt. Sie besuchte nach eigenen Angaben die zerstörten Kiewer Vororte Butscha, Borodjanka und Irpin. "Ich war sprachlos von dem Ausmaß an Gewalt und Zerstörung, das wir gesehen haben", twittert Sandu. "Es ist eine unvorstellbare Tragödie." Dazu veröffentlichte sie Fotos, die sie vor zerstörten Wohnhäusern zeigen. Sandu traf zudem den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

+++ 20:02 EU-Kommissarin warnt vor Ausfällen bei russischem Gas +++
EU-Energiekommissarin Kadri Simson warnt vor schwerwiegenden Ausfällen bei den Gaslieferungen aus Russland. Sie fordert die Mitgliedsstaaten auf, ihre Notfall-Pläne zu überarbeiten. "Seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine wissen wir, dass schwerwiegende Unterbrechungen der Versorgung möglich sind, und jetzt scheinen sie wahrscheinlich", sagt Simson. Die Europäische Kommission will kommenden Monat einen EU-Plan vorschlagen, um für weitere Gas-Lieferausfälle vorbereitet zu sein.

+++ 19:43 Hacker attackieren Behörden und Firmen in Litauen +++
Auf staatliche und private Unternehmen in Litauen ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums ein Cyberangriff ausgeführt worden. Die russische Hackergruppe Killnet bestätigt der Nachrichtenagentur Reuters den Angriff. Die Aktion sei eine Vergeltungsmaßnahme für den Streit mit Litauen über das Transitverbot für bestimmte Waren in die Exklave Kaliningrad. Nach Angaben des Nationalen Cybersicherheitszentrums wurde versucht, mit "Distributed Denial of Service"-Attacken (DDoS) - also einer Flut von Anfragen - die Systeme lahmzulegen. Die größten Angriffe seien eingedämmt, weitere Attacken seien jedoch wahrscheinlich.

+++ 19:38 G7 sagen Ukraine Hilfen über 28 Milliarden Euro zu +++
Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte sagen der Ukraine für dieses Jahr Finanzhilfen von bis zu 29,5 Milliarden US-Dollar (rund 28 Milliarden Euro) zu. Man wolle das Land dabei unterstützen, seine Finanzierungslücke zu schließen und die Daseinsvorsorge für die Bevölkerung zu gewährleisten, heißt es in einem Papier der G7-Staaten. Unklar ist noch, ob es sich um Zuschüsse oder Kredite handelt. Die Mittel sollen helfen, die grundlegenden staatlichen Leistungen aufrechtzuerhalten und etwa Renten und die Gehälter von Staatsbediensteten zu zahlen.

+++ 19:20 Neun NATO-Länder erfüllen Zwei-Prozent-Ziel +++
Die NATO-Staaten investieren angesichts der Bedrohung durch Russland erheblich in ihr Militär. In diesem Jahr würden die Verteidigungsausgaben der europäischen NATO-Staaten sowie von Kanada das achte Jahr infolge steigen, sagt Generalsekretär Jens Stoltenberg. Von den 30 Mitgliedsstaaten erfüllten neun Alliierte das Zwei-Prozent-Ziel des Bündnisses. Deutschland wird nach NATO-Daten geschätzt eine Quote von 1,44 Prozent erreichen. Spitzenreiter bei den Militärausgaben im Vergleich zur Wirtschaftskraft wird Griechenland mit einem Wert von 3,76 Prozent. Danach kommen die USA mit 3,47 Prozent.

+++ 19:05 Putin sichert Brasilien Dünger-Lieferung zu +++
Kremlchef Wladimir Putin sagt Brasilien die weitere Lieferung von Düngemitteln zu. Russland werde seinen Verpflichtungen nachkommen, teilt der Kreml nach einem Telefonat Putins mit seinem brasilianischen Kollegen Jair Bolsonaro mit. Zudem bekräftigt Putin demnach, "die strategische Partnerschaft zwischen den beiden Ländern konsequent zu stärken". Als Beispiele für eine vertiefte Zusammenarbeit wurden Energie und Landwirtschaft genannt. Brasilien übernimmt zum 1. Juli den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat.

+++ 18:56 Mindestens zehn Tote bei Angriff auf Einkaufszentrum +++
Die Zahl der Todesopfer in der Stadt Krementschuk ist nach ukrainischen Angaben auf mindestens zehn gestiegen. Außerdem seien mehr als 40 Menschen verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region Poltawa, Dmytro Lunin, mit. Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj war ein Einkaufszentrum, in dem sich mehr als tausend Menschen befanden, von einer russischen Rakete getroffen worden. Krementschuk liegt etwa 250 Kilometer südöstlich von Kiew.

+++ 18:47 Gouverneur meldet Tote und Verletzte in Charkiw +++
Durch russische Angriffe auf Charkiw im Nordosten der Ukraine sind nach Angaben von Gouverneur Oleh Synehubow fünf Zivilisten getötet und 22 weitere verletzt. Unter den Verletzten seien fünf Kinder. Ärzte würden die Verwundeten versorgen, die Zahl der vom Angriff betroffenen Menschen werde ständig aktualisiert, teilt der Gouverneur per Telegram mit. Die Angaben können nicht überprüft werden. Russland bestreitet, zivile Ziele anzugreifen.

+++ 18:32 Scholz sieht kein Zurück zu altem Verhältnis +++
Bundeskanzler Olaf Scholz sieht die Beziehungen des Westens zu Russland für längere Zeit zerrüttet. "Im Verhältnis zu Russland kann es kein Zurück geben in die Zeit vor dem russischen Überfall auf die Ukraine", sagt Scholz beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau. Die russische Regierung habe mit dem Angriff auf die Ukraine alle Vereinbarungen über die Art und Weise der internationalen Zusammenarbeit gebrochen. Die G7 seien sich einig, dass das die Beziehungen lange prägen werde. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 18:18 EU schickt Schutzausrüstung für möglichen Nuklearangriff +++
Die EU-Kommission will als Vorbereitung auf einen möglichen russischen Angriff mit Massenvernichtungswaffen Spezialausstattung in die Ukraine schicken. "Medizinische Ausrüstung sowie Ausrüstung, die auf chemische, biologische oder nukleare Notfälle zugeschnitten ist, befinden sich auf dem Weg in die Ukraine", erklärt der EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic. Darunter seien 300.000 Spezialschutzanzüge, 5600 Liter Dekontaminierungsmittel und 850 Geräte für Dekontaminierungsmaßnahmen. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt angekündigt, man wolle Boden-Raketen vom Typ Iskander nach Belarus verlegen, die auch mit atomwaffenfähigen Sprengköpfen bestückt werden können. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 18:00 Kiew dankt Deutschland für Panzerhaubitzen +++
Dem ukrainischen Verteidigungsministerium zufolge sind Artilleriegeschütze vom Typ Panzerhaubitze 2000 aus Deutschland und den Niederlanden in der Ukraine angekommen und einsatzbereit. Das Ministerium dankt beiden Ländern bei Twitter.

+++ 17:46 USA wollen Ukraine Luftabwehrsystem liefern +++
Die US-Regierung will der Ukraine ein modernes Waffensystem zur Luftverteidigung liefern. "Ich kann bestätigen, dass wir in der Tat dabei sind, ein Paket festzuzurren, das fortschrittliche Luftverteidigungsfähigkeiten beinhaltet", sagt der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, am Rande des G7-Gipfels. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj habe angesichts russischer Raketenangriffe auf Kiew und andere Städte um "zusätzliche Luftabwehrkapazitäten" gebeten. CNN berichtet, es handele sich um ein Boden-Luft-Raketenabwehrsystem der Rüstungskonzerne Kongsberg (Norwegen) und Raytheon (USA) mit der Bezeichnung Nasams. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 17:29 Ukraine: Mindestens zwei Tote und 20 Verletzte in Krementschuk +++
In der zentralukrainischen Stadt Krementschuk gibt es Tote und Verletzte, nachdem nach ukrainischen Angaben eine russische Rakete ein Einkaufszentrum getroffen hat. "Es wurde bereits bestätigt, dass zwei Menschen gestorben sind. Die Rettungsaktion geht weiter", schreibt Kyrylo Tymoschenko, der stellvertretende Stabschef des Präsidenten, auf Telegram. Es seien bislang etwa 20 Verletzte gemeldet worden, von denen sich neun in "ernstem Zustand" befänden. "Der Raketenbeschuss von Krementschuk traf einen belebten Ort, der nichts mit den Kämpfen zu tun hat", schreibt der Bürgermeister der Stadt, Vitali Maletsky, auf Facebook. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 17:14 G7 wollen Russland weiter isolieren +++
Angesichts der anhaltenden Angriffe Russlands auf die Ukraine erhöhen die G7-Staaten ihren Druck. Man wolle die russische Wirtschaft weltweit weiter isolieren, heißt es in der Erklärung der sieben wichtigsten westlichen Staaten. Die G7-Länder wollen etwa die Sanktionen gegen Russland verschärfen und die Einnahmen des Landes aus Rohstoffverkäufen reduzieren. Man stünde kurz vor einer Einigung, sich hinter einen Preisdeckel für russisches Öl zu stellen, sagt ein US-Offizieller. Die US-Regierung will zudem morgen ein Bündel nationaler neuer Sanktionen sowohl gegen den russischen Verteidigungssektor als auch Firmen weltweit beschließen, die bestehende westliche Sanktionen gegen Russland unterlaufen. Es sollen zudem Firmen gelistet werden, die künftig keine US-Technologie mehr kaufen dürfen, teilt das Weiße Haus mit.

+++ 16:42 Selenskyj: Russische Rakete trifft Einkaufszentrum +++
Eine russische Rakete hat ein Einkaufszentrum in der Stadt Krementschuk im Nordosten der Ukraine getroffen, sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Über Tausend Menschen seien in dem Gebäude gewesen. Angaben zu möglichen Toten und Verletzten gibt es noch nicht. "Es ist unmöglich, sich die Zahl der Opfer auch nur vorzustellen", sagt der Präsident. Das Einkaufszentrum stehe in Flammen.

Ein weiteres Video zeigt, wie eine Person aus einem brennenden und zerstörten Gebäude nach draußen auf einen Parkplatz läuft. Das ntv-Verifizierungsteam stuft das Video als authentisch ein.

+++ 16:40 Bericht: Bei Raketenangriff verletzte Mutter ist russisch +++
Bei den Raketenangriffen auf Kiew gestern wurden nach ukrainischen Angaben unter anderem ein siebenjähriges Mädchen und ihre Mutter schwer verletzt. Der Vater des Mädchens erklärt der "Kyiv Post" zufolge, die Mutter sei in Russland geboren, sie habe die doppelte Staatsbürgerschaft. Russland würde somit nicht nur Ukrainer, sondern auch russische Staatsbürger angreifen, sagt er demnach. Erstmals seit Wochen hatte Russland gestern wieder die ukrainische Hauptstadt beschossen. Ein Wohnkomplex wurde am frühen Morgen von mehreren Raketen getroffen - Moskau bestreitet jedoch, dafür verantwortlich zu sein und gibt dem ukrainischen Militär die Schuld.

+++ 16:26 Putin will am G20-Gipfel im Herbst teilnehmen +++
Russlands Präsident Wladimir Putin will am G20-Gipfel im Herbst in Indonesien teilnehmen. "Ja, wir haben bestätigt, dass unsere Teilnahme vorgesehen ist", sagt Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Unklar ist, ob der Kremlchef persönlich anreisen will oder per Video zugeschaltet sein wird. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 16:16 Moskau bestreitet Raketenangriff auf Wohnhaus +++
Russland streitet die Verantwortung für den Raketenangriff auf ein Wohngebäude in Kiew ab. Nach Darstellung des Verteidigungsministeriums in Moskau hat ein ukrainisches Raketenabwehrsystem irrtümlich eine von der Ukraine abgefeuerte S-300-Rakete abgefangen. Diese sei dann "auf ein Wohngebäude gefallen". Russland hätte gezielt ein Waffendepot in Kiew mit vier Raketen angegriffen und auch getroffen. Die ukrainische Seite wiederum hatte russische Raketen verantwortlich gemacht und von mehreren verletzten Hausbewohnern sowie einem Toten gesprochen.

+++ 15:51 Laut Moskau über 40 Soldaten bei Mykolajiw getötet +++
Russische Truppen haben bei Angriffen auf die Region Mykolajiw im Südosten der Ukraine nach eigenen Angaben mehr als 40 ukrainische Soldaten getötet. In der Nähe des Dorfes Wyssunsk sei am Sonntag zudem Militärtechnik zerstört worden, teilt das russische Verteidigungsministerium mit. Zudem seien in mehreren Gebieten insgesamt 24 Kommandoposten zerstört worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

+++ 15:36 Selenskyj dringt auf Preisdeckelung für russisches Öl +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ruft die G7-Gruppe dazu auf, die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen und die Preise für russisches Öl zu deckeln. "Für uns ist eine einheitliche Position der G7-Länder zu den Sanktionen wichtig", schreibt er bei Telegram. Vor rund einer Woche war bekannt geworden, dass die USA mit befreundeten Staaten über eine Preisobergrenze für Erdöl verhandeln, um Russlands Einnahmen aus dem Ölexport zu beschränken. Die USA und Kanada hatten wegen des Angriffskriegs bereits sämtliche russische Ölimporte gestoppt.

+++ 15:16 Video soll Kampf um besetzte Schlangeninsel zeigen +++
Die Ukraine versucht, die von Russland besetzte Schlangeninsel im Schwarzen Meer zurückzuerobern. Nun gibt es offenbar neue Kämpfe. Das ukrainische Militär und das Verteidigungsministerium veröffentlichten ein Video, das ukrainische Angriffe auf die russischen Truppen auf der Insel zeigen soll. Die Besatzer hätten ein Flugabwehrraketensystem verloren, twittert das Ministerium. Russland hatte die Schlangeninsel Ende Februar besetzt.

+++ 15:05 G7 wollen beim Wiederaufbau helfen +++
Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte sichern Kiew ihre Unterstützung beim Wiederaufbau nach dem russischen Angriffskrieg zu. Sie seien "bereit, einen internationalen Wiederaufbauplan zu unterstützen", der von der Ukraine in enger Abstimmung mit bilateralen und multilateralen Partnern ausgearbeitet werde, erklären die G7-Staaten. Ziele seien ein nachhaltiger und grüner wirtschaftlicher Aufschwung, starke demokratische Institutionen, Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung.

+++ 14:38 Putin reist erstmals seit Kriegsbeginn ins Ausland +++
Der russische Präsident Wladimir Putin reist morgen nach Tadschikistan, wie der Kreml ankündigt. Es ist Putins erster Auslandsaufenthalt seit Kriegsbeginn in der Ukraine. Kremlsprecher Dmitri Peskow zufolge ist ein Arbeitsbesuch beim tadschikischen Präsidenten Emomali Rachmon geplant. Zu möglichen Inhalten der Gespräche macht er keine Angaben. Putin werde nach Turkmenistan weiterreisen, wo er übermorgen an einem Gipfeltreffen der Anrainer des Kaspischen Meeres teilnehmen wolle, erläutert Peskow. Die letzte bekanntgewordene Auslandreise führte Putin Anfang Februar nach China, wo er an der Eröffnung der Olympischen Winterspiele teilnahm.

+++ 14:15 Johnson vergleicht Hilfe für Ukraine mit Kampf gegen Hitler +++
Der britische Premierminister Boris Johnson vergleicht die Unterstützung für die Ukraine im Krieg gegen Russland mit dem Kampf gegen den Nazi-Diktator Adolf Hitler. Der Preis für die Freiheit sei es wert, gezahlt zu werden, sagt Johnson der BBC am Rande des G7-Gipfels. Die Demokratien hätten in der Mitte des 20. Jahrhunderts lange gebraucht, um eine Antwort zu Tyrannei und Aggression zu finden, und es sei sehr teuer gewesen. "Aber mit der Niederlage der Diktatoren, vor allem von Nazi-Deutschland, brachte dies viele Jahrzehnte der Stabilität, eine Weltordnung, die sich auf ein regelbasiertes internationales System stützte", betont Johnson. Großbritannien müsse bereit sein, der Ukraine ungeachtet der Kosten im Kampf gegen die Aggression von Kremlchef Wladimir Putin beizustehen. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 13:59 Kreml will sich bei Gold-Importverbot neue Abnehmer suchen +++
Der Kreml kritisiert das drohende Importverbot der G7-Staaten für russisches Gold als "unrechtmäßig" und will sich neue Märkte erschließen. "Der Edelmetallmarkt ist global, er ist ziemlich groß, voluminös und sehr vielfältig", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. "Wenn ein Markt (...) durch unzulässige Entscheidungen an Attraktivität verliert, dann findet eine Umorientierung dorthin statt, wo diese Güter stärker nachgefragt sind und wo es bequemere und rechtmäßigere wirtschaftliche Lösungen gibt." Nach Angaben von US-Präsident Joe Biden wollen die G7-Staaten bei ihrem Gipfel in Elmau in Bayern ein Importverbot für russisches Gold verkünden.

+++ 13:43 Deutsche Panzerhaubitzen schon im Einsatz +++
Die an die Ukraine gelieferten Panzerhaubitzen sind offenbar schon im Einsatz an der Front im Osten der Ukraine. Dies berichtet unter anderem der Nachrichtenkanal Nexta. Die Ukraine hat bisher sieben Panzerhaubitzen 2000 aus Deutschland erhalten sowie fünf der Waffensysteme aus den Niederlanden. Aus Kiew war erklärt worden, dass man mit insgesamt 18 Haubitzen - also sechs weiteren Modellen - ein komplettes ukrainisches Artilleriebataillon ausrüsten könne.

+++ 13:25 G7 sichern Ukraine Unterstützung "so lange wie nötig" zu +++
Die sieben führenden westlichen Industrienationen sagen der Ukraine ihre Unterstützung zu, solange dies erforderlich sein wird. Es sei die Entscheidung der Regierung in Kiew, wie eine Friedenslösung gestaltet werden könne, heißt es in einer Erklärung der G7-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel in Schloss Elmau weiter.

+++ 13:10 Ukraine-Hilfe könnte "Gift" für US-Wahlkampf bedeuten +++
Die USA unterstützen die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland tatkräftig. Angesichts innenpolitischer Probleme könnte US-Präsident Biden die kostspielige Hilfe auf die Füße fallen. ntv-Korrespondent Christopher Wittich berichtet aus Washington.

+++ 13:07 NATO will drastische Eingreifkräfte massiv stärken +++
Die NATO will die Zahl ihrer schnellen Eingreifkräfte auf mehr als 300.000 erhöhen. Das kündigt Generalsekretär Jens Stoltenberg vor dem Gipfeltreffen der 30 Mitgliedstaaten in Madrid an. Bislang umfasst die NATO-Eingreiftruppe NRF rund 40.000 Soldaten. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 12:51 Separatisten: Noch 500 Zivilisten auf Gelände der Fabrik Azot +++
Auf dem Gelände der Chemiefabrik Azot in Sjewjerodonezk halten sich nach Darstellung prorussischer Separatisten noch rund 500 Zivilisten auf. Sie könnten das Werk noch nicht verlassen, weil einige Übergänge dort vermint seien, sagt der Vertreter der Luhansker Separatisten in Moskau, Rodion Miroschnik. Spezialisten entschärften diese Minen, "damit diese Menschen selbst entscheiden können, ob sie auf dem Gebiet von Sjewjerodonezk bleiben oder es verlassen wollen", so Miroschnik. Russland hatte stets behauptet, dass ukrainische Kämpfer die Zivilisten im Azot-Werk bis zur Eroberung der Stadt als Geiseln gehalten hätten. Die ukrainische Seite bestreitet das. Sie wirft den russischen Truppen vor, ukrainische Zivilisten zur Ausreise in besetzte Gebiete zu drängen, indem sie Fluchtrouten auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet sabotiere oder ganz verhindere.

+++ 12:37 Scholz verspricht, Druck auf Putin weiter zu erhöhen +++
Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte wollen den Druck auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin wegen des Kriegs in der Ukraine weiter erhöhen. "Als G7 stehen wir geschlossen an der Seite der Ukraine u. werden sie weiter unterstützen", teilt Kanzler Olaf Scholz während des G7-Gipfels via Twitter mit. "Dafür müssen wir harte, aber notwendige Entscheidungen treffen", betont der SPD-Politiker. "Wir werden den Druck auf Putin weiter erhöhen. Dieser Krieg muss enden." Scholz dankt ausdrücklich dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der zur Arbeitssitzung der Staats- und Regierungschefs am Vormittag zugeschaltet war.

+++ 12:19 Diplomaten: Selenskyj will Krieg vor Winterbeginn beenden +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will nach Angaben von zwei europäischen Diplomaten den Krieg in seinem Land vor Beginn des nächsten Winters beendet haben. Dies habe Selenskyj den G7-Staats- und Regierungschefs per Video-Schalte auf Schloss Elmau gesagt.

+++ 11:58 "Nicht unser Problem": Russland sieht keinen Zahlungsausfall +++
Die russische Regierung bestreitet, erstmals seit mehr als einem Jahrhundert mit dem Begleichen ihrer Auslandsschulden in Verzug geraten zu sein. In einem Telefonat mit Reportern sagt Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow, Russland habe die im Mai fälligen Anleihezahlungen geleistet. Die Tatsache, dass sie vom Clearinghaus Euroclear wegen der westlichen Sanktionen gegen Russland blockiert worden seien, sei "nicht unser Problem". Nach dem Ablauf der Zahlungs– und Schonfrist am Sonntagabend beklagten mehrere taiwanische Investoren, bislang keine der vereinbarten Zinszahlungen für ihre russischen Staatsanleihen erhalten zu haben, wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten.

+++ 11:44 EU-Energieminister einigen sich auf Mindestfüllstand der Gasspeicher +++
Die Energieminister der EU-Länder einigen sich auf eine Vorgabe zum Auffüllen der Gasspeicher in der EU zu 80 Prozent bis zum kommenden Winter. Damit solle sichergestellt werden, "dass die Gasspeicherkapazitäten in der EU trotz der Störungen auf dem Gasmarkt vor dem Winter aufgefüllt werden", teilen die Mitgliedstaaten in Luxemburg mit. Mitte Mai hatten sich Vertreter der Staaten und des Europaparlaments bereits informell darauf geeinigt. Laut der Vorgabe sollen die nationalen Gasspeicher in den EU-Ländern zum 1. November vorsorglich zu mindestens 80 Prozent gefüllt sein, in den Folgewintern sind es 90 Prozent. Die EU wolle dieses Jahr "gemeinsam einen Füllstand von 85 Prozent der gesamten unterirdischen Gasspeicherkapazität" in der Europäischen Union erreichen, erklären die Mitgliedstaaten.

+++ 11:23 Diplomat: Selenskyj möchte von G7 Luftabwehrraketen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bittet die G7-Staats- und Regierungschefs laut einem Diplomaten um umfassende Hilfe im Verteidigungskrieg gegen Russland. In einem per Video-Schalte geführten Gespräch habe Selenskyj die Gipfelteilnehmer auf Schloss Elmau gebeten, Luftabwehrsysteme zu liefern. Zudem sollten die sieben führenden westlichen Industriestaaten für weitere Sanktionen gegen Russland sorgen, der Ukraine beim Export von Getreide helfen und dem Land finanzielle Hilfe zum Wiederaufbau zur Verfügung stellen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist per Videokonferenz zur Arbeitssitzung der Gipfelteilnehmer dazugeschaltet.

Selenskyj ist per Videokonferenz zur Arbeitssitzung der Gipfelteilnehmer dazugeschaltet.

(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 10:58 Ukraine-Krieg stellt Lukaschenko vor ein Dilemma +++
Wieder schlagen russische Raketen in mehreren Städten der Ukraine ein. Dieses Mal kommen einige jedoch aus dem Staatsgebiet von Belarus. Ukraines Präsident Selenskyj richtet eine Warnung an den Nachbar. ntv-Korrespondent Rainer Munz berichtet über den schwierigen Spagat des autoritären Machthaber Lukaschenko.

+++ 10:42 Behörden drängen Bürger zur Flucht aus Lyssytschansk +++
Die ukrainischen Behörden fordern Zivilisten dringend zum Verlassen der umkämpften Stadt Lyssytschansk auf. "Die Situation in der Stadt ist sehr schwierig", schreibt der Gouverneur der ostukrainischen Region Luhansk, Serhij Hajdaj, bei Telegram. Lyssytschansk wird von russischen Truppen angegriffen, die zuvor die strategisch wichtige Nachbarstadt Sjewjerodonezk erobert hatten. Lyssytschansk ist damit die letzte größere ukrainische Bastion in der Region Luhansk.

+++ 10:34 Habeck zur Gas-Krise: "Kein Land kann auf sich selbst angewiesen sein" +++
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck setzt im Umgang mit der derzeitigen Gas-Krise auf Solidarität zwischen den EU-Ländern. "Kein Land kann auf sich selbst angewiesen sein", sagt Habeck vor einem Treffen der für Energie zuständigen EU-Minister in Luxemburg. "Eine Versorgungskrise in einem Land führt zu einer Wirtschaftskrise im anderen Land." Habeck sagt, er habe eine Absichtserklärung mit seinen osteuropäischen Kollegen unterzeichnet, um sich bei der Energiesicherheit gegenseitig zu unterstützen.

+++ 10:13 Russische Gaslieferungen an EU halb so hoch wie 2021 +++
Angesichts gesunkener Gaslieferungen aus Russland will EU-Energiekommissarin Kadri Simson beim heutigen Treffen mit den Ressortchefs der Mitgliedsländer über Optionen zum gemeinsamen Einsparen von Gas beraten. Sie werde den Ministern die konkreten Schritte vorstellen, die nach ihrer Meinung sowohl aufseiten der Mitgliedstaaten als auch aufseiten der Kommission unternommen werden sollten, um besser vorbereitet zu sein, sagt sie beim Treffen der EU-Energieminister in Luxemburg. Derzeit lägen die russischen Gaslieferungen halb so hoch wie im vorigen Jahr und sie könnten weiter sinken.

+++ 10:11 US-Regierung: G7 verhängen weitere Strafmaßnahmen gegen Moskau +++
Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wollen die USA und die anderen G7-Staaten nach Angaben der US-Regierung weitere Strafmaßnahmen gegen Moskau verhängen. Die Maßnahmen richteten sich unter anderem gegen militärische Produktions- und Lieferketten, teilt das Weiße Haus am Rande des G7-Gipfels in Bayern mit.

+++ 10:01 Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für ukrainischen Autor +++
Der ukrainische Schriftsteller, Übersetzer und Musiker Serhij Zhadan erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2022. Das gibt der Stiftungsrat in Frankfurt am Main bekannt. Zhadan kommt aus dem Osten der Ukraine und hat zahlreiche Romane und Gedichtbände verfasst. In seinem Roman "Internat" befasst er sich unter anderem mit den Schrecken in den prorussischen "Volksrepubliken".

+++ 09:37 London: Russland setzt verstärkt auf Reservisten +++
Die russische Armee wird in ihrem Krieg gegen die Ukraine nach Einschätzung Großbritanniens vornehmlich auf Reservisten setzen. Die Kampfreserve bestehe aus freiwilligen Teilzeitkräften, die eigentlich für Sicherheitsaufgaben im Rücken der Front vorgesehen seien, teilt das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mit. Mit Veteranen, die in den vergangenen fünf Jahren gedient haben, würden vermutlich Bataillone aufgefüllt. "Trotz eines andauernden Mangels an einsatzfähigen Reservisten für die Ukraine wird die russische Führung wahrscheinlich weiter zögern, eine allgemeine Mobilisierung anzuordnen", heißt es.

+++ 09:21 Kiew benennt Verluste: 35.000 Russen getötet +++
Die ukrainische Armee beziffert die russischen Verluste seit Beginn des Krieges. Demnach starben 35.000 Soldaten seit dem 24. Februar. Außerdem wurden dem Bericht zufolge 1552 Panzer und 217 Flugzeuge zerstört, ebenso wie 14 Schiffe und 2575 weitere Fahrzeuge und Kraftstofftanks.

+++ 09:03 Scholz will G20 trotz des Krieges "nicht torpedieren" +++
Trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine spricht sich Bundeskanzler Olaf Scholz für einen Erhalt der G20 aus, der auch Russlands Präsident Wladimir Putin angehört. "Eins ist klar: Die G20 müssen auch weiter eine Rolle spielen", sagt der SPD-Politiker im ZDF. Es gebe "die gemeinsame Überzeugung, dass wir die G20 nicht torpedieren wollen." Die G20 ist eine Staatengruppe führender Wirtschaftsmächte, der neben den G7-Staaten unter anderen auch autoritär geführte Länder wie Russland, China und Saudi-Arabien angehören.

+++ 08:39 Sicherheitsexperte rechnet mit "längerem Krieg" +++
Die Gruppe der G7 sendet aus Sicht des Leiters der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, vom Gipfel in Elmau ein geschlossenes Signal aus. Vor dem Krieg in der Ukraine habe es große Differenzen gegeben, das habe sich aber "massiv verändert", sagt Heusgen im Deutschlandfunk. "Da stehen die G7 geschlossen da", urteilte er. Der Sicherheitsexperte geht davon aus, dass der Ukraine-Krieg sich noch hinziehen wird. "Es wird einen längeren Krieg geben", sagt er weiter.

+++ 08:22 Scholz: Keine abschließende G7-Entscheidung zu Gold-Embargo +++
Die G7-Staaten werden sich nach Angaben von Bundeskanzler Olaf Scholz nicht abschließend auf ein Gold-Embargo gegen Russland verständigen können. Dies müsse erst noch in der EU debattiert werden, sagt er in der ARD. Die USA hatten bereits angekündigt, dass sie kein Gold mehr aus Russland importieren wollen.

+++ 08:04 Kiew: Ukrainisches Militär verhindert Kessel um Lyssytschansk +++
Das ukrainische Militär schlägt nach eigenen Angaben westlich von Lyssytschansk russische Angriffe zurück und verhindert damit eine Einkesselung der strategisch wichtigen Großstadt im Osten der Ukraine. "Nahe Werchnjokamjanka haben die Verteidigungskräfte dem Feind erhebliche Verluste zugefügt und ihn zum Rückzug gezwungen", teilt der ukrainische Generalstab mit. Werchnjokamjanka liegt nur wenige Kilometer westlich von Lyssytschansk an der letzten wichtigen Versorgungsstraße für die Stadt. Lyssytschansk selbst war nach ukrainischen Angaben erneut Ziel schwerer Luft- und Artillerieangriffe. Russische Einheiten stehen im Süden bereits am Stadtrand. Mehrere Vororte sind ebenfalls unter Feuer geraten. In der Stadt sollen noch mehrere Tausend ukrainische Soldaten stationiert sein.

+++ 07:43 War Schoigu gar nicht in der Ukraine? +++
Hat Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu gar nicht russische Truppen in der Ukraine besucht? Diese These vertritt ein ukrainischer Journalist, wie der Nachrichtenkanal Nexta berichtet. Demnach kam Schoigu stattdessen mit seinen Generälen im russischen Belgorod an, wo sie "anschauliche Berichte über die Durchführung von Kampfhandlungen" erhielten. Am Sonntag war berichtet worden, dass Schoigu Truppen in der Ukraine besucht habe. Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte ein Video veröffentlicht, das Schoigu zeigt, wie er aus einem Flugzeug steigt und Militärs besucht.

+++ 07:21 Dutzende Gemeinden in Saporischja ohne Strom und Gas +++
Nach russischen Angriffen sind in der Ukraine allein in der Region Saporischja Tausende Menschen ohne Strom und Gas. Wie die Militärverwaltung auf Telegram berichtet, sind 23.641 Menschen vom Elektrizitätsausfall und fast 81.000 von ausbleibenden Gaslieferungen betroffen. Die Stadtwerke bemühten sich, die Schäden zu reparieren. Erst kürzlich berichteten Medien darüber, dass die russischen Besatzer die größte Solaranlage der Ukraine in der Region Saporischja abgebaut und abtransportiert hätten.

+++ 06:59 Japan belegt Russland mit weiteren Sanktionen +++
Der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida kündigt weitere Sanktionen gegen Russland an, darunter ein Verbot der Einfuhr von russischem Gold. Dies berichtet das japanische Fernsehen NHK World. Laut Kishida steht die Welt an einem historischen Scheideweg und wird auf die Probe gestellt, ob sie eine auf Regeln basierende internationale Ordnung aufrechterhalten könne. Kishida und andere Staats- und Regierungschefs der G7 erörtern von Sonntag bis Dienstag auf ihrem Gipfeltreffen in Elmau diplomatische und sicherheitspolitische Fragen.

+++ 06:38 Bundeswehr-General sieht größte Gefahr an NATO-Nordostflanke +++
Der neue Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Bernd Schütt, sieht die größte Gefahr für eine militärische Eskalation mit Russland an der Nordostflanke der NATO. "Und deswegen ist der Punkt der glaubwürdigen Abschreckung in dieser Region für mich ein ganz zentraler Punkt. Hier spielt die Präsenz von Landstreitkräften eine zentrale Rolle", sagt der Generalleutnant. Verstärkte Übungen für die Landes- und Bündnisverteidigung werde es auch in seinem Kommando geben. "Diese Art von intensiver Kriegsführung haben wir hier so noch nicht trainiert. Da bedarf es einer Anpassung bestehender Strukturen und Verfahren", so Schütt weiter.

+++ 06:19 Kurz vor Zahlungsausfall? Russische Zinszahlungen in Taiwan offenbar ausgeblieben +++
Nach dem Ablauf der Zahlungs– und Schonfrist am Sonntagabend erhalten mehrere taiwanische Investoren zwei Insidern zufolge weiter keine Zinszahlungen für ihre russischen Staatsanleihen. Damit könnte Russland formell vor dem Zahlungsausfall stehen. Früheren Angaben von Juristen zufolge ist jedoch unklar, ob die Regierung in Moskau nicht doch bis zum Ende des nächsten Arbeitstages Zeit hat, seine Gläubiger zu bezahlen.

+++ 05:59 Insider: USA vor Kauf von neuem Raketensystem für die Ukraine +++
Die USA dürften einem Insider zufolge in dieser Woche den Kauf eines fortgeschrittenen Raketensystems für die Ukraine bekannt geben. Dabei handle es sich wohl um Abfangraketen mittlerer bis längere Reichweite, sagt eine mit dem Vorgang vertraute Person. Zudem dürfte weitere Militärhilfe für die Ukraine bekannt gegeben werden, darunter Munition für Artillerie.

+++ 05:20 Gebiet Odessa meldet Raketenangriffe +++
Bei einem Raketeneinschlag im Gebiet Odessa im Süden der Ukraine werden sechs Menschen verletzt. Die Rakete sei von einem russischen strategischen Bomber des Typs Tu-22 abgefeuert worden, teilt das ukrainische Wehrkommando Süd mit. Unter den Opfern ist den Behördenangaben nach auch ein Kind. "Wegen des Einschlags im Wohnviertel einer zivilen Siedlung sind mehrere Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude auf einer Fläche von etwa 500 Quadratmetern zerstört und in Brand gesetzt worden", heißt es. Die Feuerwehr ist noch bei der Brandbekämpfung.

+++ 04:20 Streit um NATO-Beitritt: Türkei kündigt Treffen mit Finnland und Schweden an +++
Im Streit über eine NATO-Mitgliedschaft von Finnland und Schweden wird sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seinem Sprecher zufolge am Dienstag mit den Regierungschefs beider Staaten treffen. Bereits am Montag solle es zudem in Brüssel Gespräche auf Ministerebene geben, sagt Ibrahim Kalin dem Sender Habertürk. Die Türkei hat sich gegen eine Mitgliedschaft beider Staaten gestellt.

+++ 03:05 Ukraine-Krieg könnte Drogen-Produktion anheizen +++
Der Ukraine-Krieg könnte nach Angaben der Vereinten Nationen zu einem Anstieg der Produktion von Drogen führen. Konfliktregionen würden wie ein "Magnet" für die Herstellung synthetischer Drogen wirken, schreibt das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung. "Dieser Effekt kann größer sein, wenn sich die Konfliktregion in der nähe großer Verbrauchermärkte befindet." In der Ukraine war in den vergangenen Jahren die Zahl der von den Behörden aufgelösten Drogenlabore zur Herstellung von Amphetaminen laut UNODC stark angestiegen, von 17 im Jahr 2019 auf 79 im Jahr 2020. Das war die höchste Zahl an aufgelösten Amphetamin-Laboren weltweit.

+++ 01:09 Von der Leyen: Putin kann den Krieg nicht mehr gewinnen +++
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist überzeugt, dass Russlands Präsident Wladimir Putin "diesen Krieg schon nicht mehr gewinnen" kann. In der ARD sagt sie zudem, Russland müsse eine "strategische Niederlage" erleiden.

+++ 00:53 Selenskyjs Appell an Belarus: Lasst Euch nicht in Krieg hineinziehen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ruft die Menschen im Nachbarland Belarus auf, sich nicht in den Krieg in der Ukraine hineinziehen zu lassen. "Der Kreml hat bereits alles für Sie entschieden", sagt er mit Blick auf Moskau. "Aber Ihr seid keine Sklaven und Kanonenfutter. Ihr dürft nicht sterben." Die Menschen sollten nicht andere für Belarus entscheiden lassen. Am Samstag hatte sich der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko abermals mit Russlands Präsident Wladimir Putin getroffen. Dabei kündigte der Kremlchef die Lieferung von Raketensystemen vom Typ Iskander-M nach Belarus an, die auch mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden können.

+++ 22:48 Von der Leyen will G20-Gipfel mit Putin +++
Es werde kein "Business as usual" mit Russlands Präsident Wladimir Putin geben, sollte er am G20-Gipfel im Herbst dieses Jahres teilnehmen, erklärt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dem ZDF am Rande des G7 Gipfels in Elmau. "Es ist wichtig, ihm ins Gesicht zu sagen, was wir von ihm halten, und was wir von dieser Art des Handelns halten." Doch G20 sei ein zu wichtiges Gremium, auch für die Entwicklungsländer, um es sich von Putin "kaputtmachen" zu lassen. "Ich glaube, es ist besser, ihm zu sagen, wenn er denn kommt, ihm ins Gesicht zu sagen, was wir davon halten. Und dann soll er mal Position auch beziehen."

+++ 21:57 Kanada schickt Kriegsschiffe an NATO-Ostflanke +++
Zwei Kriegsschiffe sind auf dem Weg in die Ostsee und den Nordatlantik. Die "HMCS Kingston" und die "HMCS Summerside" schließen sich nach Angaben der kanadischen Marine zwei Fregatten an, die sich bereits zur Stärkung der Ostflanke der NATO in der Region befinden. Der viermonatige Einsatz sei Teil der "Abschreckungsmaßnahmen in Mittel- und Osteuropa", die 2014 nach der russischen Annexion der Krim eingeleitet wurden. Die kanadischen Schiffe wurden den Angaben zufolge in "hohe Alarmbereitschaft" versetzt, um alle Einsätze zu der NATO "schnell und effektiv" unterstützen zu können. Sie sollen demnach bis Oktober unter anderem an Übungen zur Minenräumung teilnehmen.

+++ 21:15 Ukraine wirft Russland Blockade von Lyssytschansk vor +++
Nach der Einnahme der Stadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine durch russische Truppen gehen die Kämpfe um die Stadt Lyssytschansk weiter. Der Feind versuche verstärkt mit Unterstützung der Artillerie, die strategisch wichtige Stadt aus südlicher Richtung zu blockieren, teilt der ukrainische Generalstab mit. Dabei seien auch zivile und militärische Infrastruktur getroffen worden.

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Kriegs können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, als/hul/dpa/rts/AFP

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