Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 03:48 Selenskyj wirft Russland Energieerpressung vor +++

Selenskyj wirft Russland nun auch Erpressung auf dem Energiesektor vor. In seiner abendlichen Videoansprache führte Selenskyj die geplante Unterbrechung der Gaslieferungen des russischen Exporteurs Gazprom durch Nord Stream 1 als Beispiel an. Russland wolle mit seinen Gaslieferungen Probleme in Europa schaffen. "Je schneller alle in Europa ihre Energiesysteme auf einen Betrieb ohne Energiequellen aus Russland vorbereiten, desto schneller werden sie in der Lage sein, jeden Winter zu überstehen." Russland terrorisiere die weltweiten Energiemärkte.

+++ 02:39 Selenskyj: Russland will AKW Saporischschja ans eigene Stromnetz anschließen +++
Der ukrainische Präsident Selenskyj sagt in seiner abendlichen Videoansprache, Moskau plane eine "groß angelegte Provokation" am Atomkraftwerk Saporischschja, um eine Abkoppelung des Kraftwerks vom ukrainischen Stromnetz zu rechtfertigen und es an das russische Stromnetz anzuschließen. Die Ukraine und Russland machen sich gegenseitig für den anhaltenden Beschuss des Atomkraftwerks verantwortlich.

+++ 01:06 Ukraine bietet sich als Ersatz für Nord Stream 1 an +++
Wegen des kommenden kurzen Lieferstopps für russisches Gas durch die Ostsee bietet die Ukraine ihre Pipelines als Ersatz an. "Die Kapazitäten des ukrainischen Gastransportsystems und der Route duch Polen sind mehr als ausreichend, um die Erfüllung der Lieferverpflichtungen von russischem Gas in europäische Länder sicherzustellen". Das teilte der Betreiber des ukrainischen Gasleitungsnetzes mit. Die Alternativroute biete sich "angesichts chronischer Unterbrechungen der Arbeit von Nord Stream 1" an. Gazprom hatte angekündigt, den Gasfluss durch Nord Stream 1 wegen Wartungsarbeiten vom 31. August bis 2. September zu stoppen.

+++ 00:18 Ukraine bekommt besseres Finanz-Rating +++
Die US-Agentur S&P stuft nach der Umschuldung das Rating für die Ukraine hoch. Die Bewertung für die langfristigen Fremdwährungsanleihen werde auf "CCC+" von zuvor "SD" (Selective Default/teilweiser Zahlungsausfall) angehoben, teilen die Bonitätswächter mit. Der Ausblick sei stabil. Das reale Bruttoinlandsprodukt des Landes werde in diesem Jahr um 40 Prozent einbrechen, da die Exporte, der Konsum und die Investitionen wegen des Krieges schrumpften. Ausländische Gläubiger hatten der Ukraine einen zweijährigen Aufschub für anstehende Anleihe-Zahlungen im Wert von fast 20 Milliarden Dollar eingeräumt. Eine Bewertung mit "CCC+" bedeutet eine ungenügende Bonität.

+++ 23:09 Selenskyj: Nord Stream 2 nur dafür da, Probleme zu schaffen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, seine Gaspipelines zur Erpressung zu nutzen. Als Beispiel verwies er am Freitagabend auf die Ankündigung des russischen Gaskonzerns Gazprom, die Belieferung Deutschlands über die Leitung Nord Stream 1 Ende August für drei Tage einzustellen. Ohne FDP-Vize Wolfgang Kubicki zu nennen, sprach Selenskyj zugleich von "absurden Äußerungen" in Deutschland, Nord Stream 2 in Betrieb zu nehmen. "Russland braucht diese Pipelines nur, um in Europa Probleme zu schaffen, nicht um mit Gas zu helfen", sagte er in Kiew.

+++ 22:16 Ehemalige Gazprom-Tochter braucht wohl mehr Geld vom Bund +++
Die ehemalige Gazprom-Tochter Gazprom Germania braucht in der Gaskrise nach einem "Spiegel"-Bericht möglicherweise mehr Geld der öffentlichen Hand. Das von der Bundesnetzagentur in Treuhänderschaft übernommene und in Securing Energy for Europe (SEFE) umbenannte Unternehmen werde möglicherweise nicht mit einem Darlehen der staatlichen Förderbank KfW über 9,8 Milliarden Euro auskommen, berichtet das Blatt. SEFE-Treuhänder Egbert Laege sagt dem "Spiegel", die Gas-Einkaufspreise seien "heute deutlich höher, als wir in unserer ursprünglichen Kalkulation angesetzt hatten". Die Versorgung zu sichern, werde daher "voraussichtlich mehr kosten als wir dachten", fügt er hinzu.

+++ 21:49 Russische Flugabwehr wieder über der Krim aktiv +++
Die russische Flugabwehr hat erneut über der annektierten Halbinsel Krim das Feuer eröffnet. Als Orte werden Sewastopol, der Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte, und der Badeort Jewpatorija genannt. "Wie viele andere Einwohner haben ich Explosionen über dem Zentrum gehört", schreibt der Verwaltungschef von Sewastopol, Michail Raswoschajew, auf Telegram. "Vermutlich Drohnen. Die Ziele wurden vernichtet." Nicht verifizierte Videos in sozialen Netzwerken zeigen Leuchtspuren von Flugabwehrfeuer. Auf ähnliche Weise waren am Abend zuvor angebliche Drohnen über der Stadt Kertsch und dem Militärflugplatz Belbek bei Sewastopol abgeschossen worden. Beobachter schließen nicht aus, dass die Ukrainer damit vor möglichen Angriffen die russische Luftabwehr testen will.

+++ 21:21 Ukrainische Armee erhält bessere Satellitenbilder dank Spendenkampagne +++
Dank einer Spendenkampagne bekommt die ukrainische Armee schnellen Zugriff auf hochgenaue Satellitenbilder. Die Kombination der Aufklärungsbilder mit modernen Waffen eröffne den Streitkräften neue Möglichkeiten im Kampf gegen Russland, schreibt Verteidigungsminister Olexij Resnikow auf Facebook. Laut Vertrag mit dem finnischen Anbieter ICEYE darf die ukrainische Regierung rund um die Uhr einen Radarsatelliten nutzen, der auch bei Nacht oder Wolken Bilder liefert. Das Geld stammt aus einer Spendenkampagne in der Ukraine, die der Fernsehmoderator Serhij Prytula gestartet hatte. Bislang kamen nach Medienberichten etwa 600 Millionen Griwna, umgerechnet 16,2 Millionen Euro, zusammen. Mit dem Geld sollten eigentlich Bayraktar-Kampfdrohnen gekauft werden. Als deren Hersteller die Drohnen spendete, wurde stattdessen die Satelliten-Nutzung gekauft.

+++ 20:52 USA kündigen weitere Waffenlieferung an +++
Das US-Verteidigungsministerium kündigt weitere Waffen- und Munitionslieferungen an die Ukraine im Wert von rund 775 Millionen Dollar an. Washington wolle der Ukraine einen "kontinuierlichen Nachschub an Munition" ermöglichen, sagt ein hochrangiger Vertreter des Pentagon vor Reportern. Kiew habe die bisherigen 19 Waffenlieferungen aus Washington gut eingesetzt, ergänzt der Regierungsvertreter. Derzeit sei auf dem Schlachtfeld "keinerlei Fortschritt" für Russland zu erkennen. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 20:23 Russland, Belarus und Syrien senden Beobachter zu Prozess in Donezk +++
Russland, Weißrussland und Syrien wollen Beobachter zu dem Prozess gegen fünf Europäer schicken, der in der von Moskau kontrollierten Separatistenregion Donezk stattfinden soll. Das sagt der Führer der selbsternannten Volksrepublik Donezk, Denis Pushilin, dem Fernsehsender Rossiya-1. "Wir haben Anfragen an eine Reihe von Ländern geschickt. Russland, Belarus und Syrien haben ihre Pläne zur Entsendung von Beobachtern bestätigt", bemerkt er.

+++ 19:47 Ukraine macht weitere Getreidefrachter für Export bereit +++
In ukrainischen Häfen werden nach Angaben von Infrastrukturminister Olexander Kubrakow zehn weitere Frachtschiffe mit Getreide für den Export beladen. In den Häfen Odessa, Tschornomorsk und Piwdennyj seien seit dem unter Vermittlung der Türkei und der UN geschlossenen Getreideabkommen 25 Schiffe mit 630.000 Tonnen landwirtschaftlicher Produkte abgefertigt worden, teilt Kubrakow mit.

+++ 19:11 Xi plant Gipfeltreffen mit Putin +++
Chinas Präsident Xi Jinping plant nach einem Medienbericht kommenden Monat nach Zentralasien zu reisen, um dort den russischen Präsidenten Putin zu treffen. Anlass sei ein regionales Gipfeltreffen, berichtet das "Wall Street Journal". Das Blatt schreibt unter Berufung auf mit den Planungen befassten Personen, das mögliche Treffen sei nach dem Taiwan-Besuch der ranghohen US-Politikerin Nancy Pelosi ins Auge gefasst worden. Grund sei die Furcht vor ungewollten militärischen Zusammenstößen.

+++ 18:38 Insider: Krim-Explosionen haben Schwarzmeerflotte stark zugesetzt +++
Die Explosionen auf dem Krim-Stützpunkt Saki haben nach Einschätzung eines Insiders der russischen Schwarzmeerflotte stark zugesetzt. Mehr als die Hälfte der zur Flotte gehörenden Kampfjets seien nicht mehr einsatzbereit, sagt der westliche Behördenvertreter. Die Seestreitkräfte hätten Schwierigkeiten, mehr zu leisten als eine "Flottille zur Küstenverteidigung". Sie seien auch in ihrer Fähigkeit behindert, die ukrainische Hafenstadt Odessa mit amphibischen Angriffen zu bedrohen. Der Insider resümiert, insgesamt sei in dem Krieg praktisch ein Patt erreicht worden. "Die Bodentruppen beider Seiten haben nicht genug Kraft, um effektive Offensiven zu starten, die in irgendeiner Weise den Kriegsverlauf wesentlich verändern würden."

+++ 18:15 Gazprom: Nord Stream wird wegen "Wartung" unterbrochen +++
Der russische Energieriese Gazprom unterbricht seine Gaslieferungen nach Europa über die Pipeline Nord Stream 1 vom 31. August bis zum 2. September wegen einer "Wartung". Dies teilt das Unternehmen mit. Bereits zuvor hatte Russland seine Gaslieferungen stark gedrosselt. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 18:03 Russland und Kasachstan vereinbaren gemeinsame Militärübungen +++
Kremlchef Putin kündigt während seines Treffens mit dem kasachischen Präsidenten Tokajew gemeinsame Militärübungen an. Das berichtet die staatlich kontrollierte Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Ein konkreten Zeitrahmen für die Manöver nennt Putin nicht.

Frühere Entwicklungen rund um den Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, jpe/vpe/ghö/dpa/rts/AFP

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