Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 04:56 Ukrainischer Energieversorger bittet USA um Hilfe +++

Das ukrainische Energieunternehmen Naftogaz bittet die US-Entwicklungsbehörde USAID um Unterstützung bei der Beschaffung zusätzlicher Erdgasmengen für den Winter. "Der Schlüssel um diese Heizperiode zu überstehen, ist die zusätzliche Gasmenge, die benötigt wird", schreibt der Konzernchef Olexij Tschernyschow auf seiner Facebook-Seite nach einem Treffen mit USAID. Auch über notwendige Hilfsgüter habe man gesprochen, an denen die USAID bereits arbeite. "Wir sprechen insbesondere über Methanol, Gaskompressoren, Dieselgeneratoren und Ausrüstung für die Gasproduktion."

+++ 03:20 Ukraine: Stromausfälle gefährden Sicherheit in Gefängnissen +++
Angesichts von Stromausfällen durch russische Raketenangriffe auf Kraftwerke und Stromleitungen warnt der ukrainische Justizminister, Denys Maljuska, vor einer Notsituation in ukrainischen Gefängnissen. "Eine unserer größten Sorgen ist die Situation in den Gefängnissen. Wir brauchen die Versorgung mit Strom und Wasser in den Gefängnissen", sagt Maljuska den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ein Belastungstest habe gezeigt, dass die Sicherheit und Versorgung in den Gefängnissen höchstens eine Woche ohne Strom aufrechterhalten werden könne. "Nach einer Woche sind Versorgung, Heizung und auch Sicherheit stark gefährdet, da im Gefängnis auch Strom für Überwachungskameras und andere Sicherheitsausstattung benötigt wird."

+++ 02:33 Ukraine: Russland muss für Kriegsschäden zahlen +++
Der ukrainische Justizminister Denys Maljuska bekräftigt die Forderung seines Landes, Russland für die Kriegsschäden zur Kasse zu bitten. Dabei setzt er auf Unterstützung der G7. "Russland muss das ukrainische Volk für den Schaden bezahlen, den es in diesem Krieg angerichtet hat", sagt Maljuska den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Russland muss Reparationen zahlen, wie wir es in vergangenen Kriegen in anderen Regionen gesehen haben." Man gehe von einem Schaden von 150 Milliarden Dollar aus, "der den wirtschaftlichen Schaden nicht einschließt, und der die Kosten für die Verletzten und Kriegsopfer und ihre Familien nicht einschließt", so der ukrainische Justizminister.

+++ 01:19 Insider: USA helfen Ukraine bei Energieversorgung +++
Die USA wollen einem Insider zufolge die Ukraine angesichts der russischen Angriffe auf das ukrainische Energienetz bei der Wiederherstellung der Stromversorgung unterstützen. US-Außenminister Antony Blinken werde bei einem Treffen einer neuen Energiekoordinierungsgruppe, der die G7 und andere Nationen angehören, die Hilfen vorstellen, sagt ein US-Regierungsmitarbeiter unter der Bedingung der Anonymität der Nachrichtenagentur Reuters. Die Regierung in Washington habe mit US-Versorgungsunternehmen und Hardware-Anbietern sowie mit europäischen Ländern zusammengearbeitet, um entsprechende Ausrüstung zur Reparatur der beschädigten Hochspannungsstationen "in den nächsten Wochen so schnell wie möglich in die Ukraine zu bringen".

+++ 00:18 Selenskyj: Russland wird zur Verantwortung gezogen +++
Die Ukraine ist nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj bestrebt, Russland für den Angriffskrieg und die daraus entstandenen Folgen international zur Verantwortung zu ziehen. In seinen Gesprächen mit ausländischen Politikern und in diversen Kontakten der ukrainischen Behörden mit westlichen Institutionen werde stets darüber gesprochen, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. "Das Hauptthema all dieser Ereignisse ist die Verantwortung Russlands für Krieg und Terror."

+++ 23:10 Ukraine: 30 Orte in Region Cherson unter Beschuss +++
Russland hat nach Darstellung der Ukraine in der vergangenen Woche die südliche Region Cherson 258 Mal unter Beschuss genommen. Dabei seien 30 Siedlungen angegriffen worden, erklärt Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Seinen Angaben zufolge hat Russland zudem eine Pumpstation beschädigt, die die Stadt Mykolaiv nordwestlich von Cherson mit Wasser versorgt. Die Angaben lassen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen.

+++ 22:06 Wegen Entführung: Russische Soldaten, die den Kampf verweigerten, erstatten Anzeige +++
Russische Soldaten, die sich geweigert hatten, gegen die Ukraine zu kämpfen und daraufhin in einen Keller im besetzten Gebiet Luhansk gesperrt waren, erstatten beim russischen Ermittlungskomitee Anzeige wegen unrechtmäßiger Inhaftierung. Dies berichtet die Nowaja Gazeta Europa und beruft sich auf Pawel Tschikow von der Menschenrechtsorganisation Agora. Zwei Soldaten und Angehörige von Rekruten beantragen demnach die Einleitung eines Strafverfahrens wegen Machtmissbrauchs, Entführung und unrechtmäßiger Inhaftierung. Nach ihrer Ankunft im Kampfgebiet sahen sich die Soldaten "mit unzureichender medizinischer und materieller Unterstützung konfrontiert" und weigerten sich laut Tschikow, an den Kampfhandlungen teilzunehmen. Daraufhin wurden sie zusammen mit etwa 280 Soldaten in einem Keller in der Ortschaft Zaitsewe gesperrt - für zwei Wochen unter unmenschlichen Bedingungen und ohne angemessene Verpflegung. Außerdem seien sie bedroht worden.

+++ 21:40 Bericht: Russen töten ukrainischen Kinderbuchautor +++
Russische Soldaten töten während der Besetzung von Isjum auch den Kinderbuchautor Wolodymyr Wakulenko. Dies berichtet der ukrainische Sender Suspilne, der sich dabei auf Fotos und DNA-Testergebnisse stützt. Nach Angaben seiner Eltern kamen am 24. März fünf Männer zu seinem Haus und entführten ihn. "Wolodja wurde zunächst gezwungen, sich auszuziehen und auf Tätowierungen zu untersuchen. Er hatte eine Tätowierung", sagte die Mutter des Schriftstellers, Elena Ignatenko, laut dem Bericht. Sie fand heraus, wo ihr Sohn versteckt war, und bat die Entführer, ihn gehen zu lassen. Sie versprachen, ihn nach Hause zu bringen, aber das geschah nie.

+++ 21:15 Kiew: Seit Februar 16.000 russische Raketenangriffe - davon 97 Prozent auf zivile Ziele +++
Russland hat ukrainischen Angaben zufolge in den vergangenen neun Monaten mehr als 16.000 Raketenangriffe auf die Ukraine verübt. Wie der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow auf Twitter bekanntgibt, entfallen davon 97 Prozent auf zivile Ziele. "Wir kämpfen gegen einen terroristischen Staat. Die Ukraine wird sich durchsetzen und die Kriegsverbrecher vor Gericht bringen", so Resnikov weiter.

+++ 20:52 EU einigt sich nicht auf Preisdeckel für russisches Öl +++
Vertreter der EU-Regierungen können sich Diplomaten zufolge nicht auf einen Preisdeckel für russisches Öl einigen, das über den Seeweg transportiert wird. Es gebe keine Verständigung, da Polen darauf bestanden habe, die Preisgrenze niedriger anzusetzen, sagen die Diplomaten. Einige Staaten wie Polen wollen einen deutlich niedrigeren Deckel als die 65 bis 70 Dollar je Barrel, die von den G7–Staaten vorgeschlagen worden sind. Dagegen wollen etwa Griechenland und Zypern einen höheren Preis oder Entschädigungen für zu erwartende Kosten.

+++ 20:28 Friedensnobelpreisträger aus Belarus droht jahrelange Haft +++
Dem in Belarus inhaftierten Friedensnobelpreisträger Ales Bjaljazki drohen nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation bis zu zwölf Jahre Gefängnis. Ihm und mehreren anderen Aktivisten werde vorgeworfen, Bargeld nach Belarus geschmuggelt zu haben, um Oppositionsgruppen zu finanzieren, erklärt die von Bjaljazki gegründete Organisation Wjasna. Ihnen drohen laut Wjasna "sieben bis zwölf Jahren Haft". Ein Termin für den Prozess stehe noch nicht fest. Der Fall wird als Vergeltungsaktion des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko gesehen, der seit 1994 in dem Land an der Macht und ein Verbündeter Russlands ist. Lukaschenko geht gegen jede Form von Kritik vor, besonders seit der großen Protestbewegung nach den Wahlen im Sommer 2020.

+++ 20:02 Hat Lukaschenko absichtlich russische Geheimpläne verraten? +++
Der russische Geheimdienst FSB stuft den belarussischen Diktator Alexander Lukaschenko offenbar nicht als vertrauenswürdig ein. Dies legt ein Brief nah, den ein FSB-Whistleblower verfasst haben soll und den Igor Sushko von der Denkfabrik "Wind of Change Research Group" veröffentlicht. Demnach sah Moskau Lukaschenko zunächst als "leichtes Ziel" an. "Auf allen Abteilungsebenen dachte man, es sei nicht schwer, ihn dazu zu bringen, nach unseren Regeln zu spielen", heißt es. Doch bereits nach dem 3. Kriegstag, nach dem ersten Scheitern der Russen, "begann Lukaschenko außer Kontrolle zu geraten, und es lag nicht in der Macht unseres Systems, ihn einfach zu entfernen". Nach Ansicht des Whistleblowers hat Lukaschenko Anfang März auch absichtlich öffentlich eine Karte der russischen Militäraktivitäten gezeigt, die Pläne zu einem Vorstoß nach Transnistrien und Moldawien enthüllte. Der FSB sei davon überzeugt, dass Lukaschenko "uns absichtlich eine Falle gestellt hat, indem er angeblich unwissentlich geheime Pläne durchsickern ließ". Seine Absicht sei offenbar gewesen, dass Moskau sich nach dieser "Unzuverlässigkeit" mit Informationen gegenüber Minsk zurückhielt - was Belarus half, nicht in den Krieg hineingezogen zu werden. Seitdem seien alle Versuche, Lukaschenko zu überlisten, gescheitert: "Drohungen und Tricks haben nicht funktioniert", auch Bestechung funktioniere nur zu 50 Prozent.

+++ 19:35 Selenskyj erfreut über Minister aus Europa +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßt die Gruppenreise von sieben Außenministern der baltischen und nordischen Staaten nach Kiew als Zeichen der Solidarität. "Ihr Besuch ist ein wichtiges Signal der Unterstützung und Solidarität von befreundeten Partnerländern der Ukraine, gerade in Zeiten der ernsthaftesten Herausforderungen", erklärt Selenskyj über Telegram. Die Chefdiplomaten von Norwegen, Schweden, Finnland, Island, Estland, Lettland und Litauen waren gemeinsam in die ukrainische Hauptstadt gekommen.

+++ 19:15 Ukrainische Armee berichtet von Dutzenden russischen Angriffen im Donbass +++
Auch bei Kälte, Schneeregen und Regen dauern die schweren Kämpfe im Donbass im Osten der Ukraine an. Dabei wehren die ukrainischen Streitkräfte täglich Dutzende von Angriffsversuchen russischer Soldaten ab, sagt Serhij Tscherewatyj, Sprecher der Ostgruppe der ukrainischen Armee. Im Mittelpunkt der schwersten Kämpfe seien die Gebiete um Bachmut und Awdijiwka. Dabei setzten die russischen Streitkräfte neben Rohrartillerie auch Raketenwerfer, Minenwerfer und Panzer ein, mit Unterstützung ihrer Kampfflugzeuge.

+++ 18:55 Europäische Investitionsbank will Hunderte Millionen Euro investieren +++
Im Schnitt führe die russische Armee dort rund 200 Artillerieschläge täglich. «Aber trotz dieser Bemühungen schafft es der Feind schon seit Monaten nicht, unsere Verteidigung zu durchbrechen», sagte Tscherewatyj.


Die Europäische Investitionsbank (EIB) will enger mit der Stadt Kiew zusammenarbeiten und helfen, die dortige U-Bahn zu modernisieren. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde in Brüssel unterschrieben, wie die EIB mitteilt. Man gehe davon aus, dass es dringend notwendig sei, mehr als 450 Millionen Euro zu investieren, um die bisherige Abhängigkeit der ukrainischen Hauptstadt von russischen Lieferungen zu beenden. Derzeit seien 80 Prozent der U-Bahn-Wagen in Kiew russische Fabrikate. Mehr als die Hälfte müsse modernisiert, aufgerüstet oder ersetzt werden, hieß es. Die EIB erklärt, man bereite zudem eine Reihe weiterer Projekte vor.

+++ 18:29 Ukrainische Soldaten schildern pausenlose Angriffe +++
In Pawliwka, einem Ort im Oblast Donezk, steht kaum noch ein Stein auf dem anderen. Aus der Ferne beschießt die russische Armee die Region quasi ununterbrochen, Tag und Nacht liefert man sich Schusswechsel. "Es gibt keine ruhige Minute", so der ukrainische Soldat Slavko.

+++ 18:10 Sieben europäische Außenminister in Kiew +++
Sieben Außenminister der nordischen und baltischen Staaten sind gemeinsam in der Ukraine zu Besuch. "Wir, die Außenminister von Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen und Schweden, sind heute in Kiew in voller Solidarität mit der Ukraine. Trotz Russlands Bombenhagel und barbarischer Brutalität wird die Ukraine gewinnen", erklären mehrere Chefdiplomaten der sieben Staaten im Nordosten Europas wortgleich über Twitter. Dazu stellen sie ein Gruppenbild am Bahnsteig vor einem Zug. Nach Angaben von Estlands Außenminister Urmas Reinsalu soll mit dem Besuch ein Zeichen der Solidarität gesendet werden. "Wir werden die Ukraine weiterhin militärisch, wirtschaftlich und politisch unterstützen", sagt er.

+++ 17:51 NATO rechnet mit weiteren Angriffen auf ukrainische Energie-Infrastruktur +++
Russland wird nach Einschätzung von NATO-Chef Jens Stoltenberg die ukrainische Energie-Infrastruktur weiter angreifen. Damit versuche Russlands Präsident Wladimir Putin den Winter als Waffe gegen die Ukraine zu nutzen, sagt Stoltenberg vor einem zweitägigen Treffen der Außenminister des Militärbündnisses. Man müsse sich auf weitere Attacken der russischen Streitkräfte einstellen, ergänzt Stoltenberg.

+++ 17:35 Steinmeier wirft Kreml Angriff auf Zivilbevölkerung vor +++
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier begrüßt die geplante Einstufung der historischen Hungersnot "Holodomor" in der Ukraine als Völkermord durch den Deutschen Bundestag. Für die gemeinsame Resolution der Ampel-Fraktionen SPD, Grüne und FDP sowie der oppositionellen CDU/CSU sei er "sehr, sehr dankbar", sagt Steinmeier. Über die Resolution soll am Mittwoch der Bundestag abstimmen. Dem Holodomor fielen 1932 und 1933 bis zu vier Millionen Ukrainer zum Opfer. Der sowjetische Machthaber Josef Stalin ließ damals im Zuge der Zwangskollektivierung auf dem Land massenhaft Getreide, Vieh und Lebensmittel in der Ukraine konfiszieren. Der Bundespräsident verurteilt zudem den Krieg Russlands: "Wir haben nicht nur einen brutalen Angriffskrieg, der militärisch geführt wird gegen die ukrainische Armee. Sondern wir haben - und das wird sichtbarer, je näher wir dem Winter kommen - einen brutalen Angriff auf kritische Infrastruktur und damit natürlich auf die Zivilbevölkerung."

+++ 17:10 Kurkow: "Gibt keine laute Stimme gegen Putins Politik" +++
Der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkow vermisst in Russland den Widerstand gegen Präsident Wladimir Putin und den Krieg in der Ukraine. "Es gibt keine laute Stimme gegen Putins Politik, gegen diese Aggression", weder von den Menschen in Russland, noch außerhalb von Emigranten, sagte der 61-Jährige in München, wo ihm am Abend der Geschwister-Scholl-Preis überreicht werden soll. "Das ist unglaublich. Wie kann eine große Gesellschaft mit einer so reichen Widerstandskultur jetzt einfach schweigen?" Kurkow glaubt, dass der Krieg keine gute Zeit sei, um Bücher zu lesen. Anders sei das jedoch mit der Poesie. "Die Leute brauchen jetzt Gedichte." Sie kämen zu Hunderten zu Lyrikabenden in Luftschutzbunkern oder U-Bahnstationen. "Das ist eine sehr emotionale Zeit."

+++ 16:44 Ukraine-Krieg lenkt Blick der NATO in den Weltraum +++
Durch die immer größer werdende Abhängigkeit von Satellitentechnik wird auch der Weltraum zum potenziellen Kriegsschauplatz. Im NATO Space Center überwachen Experten aus zwölf Ländern deshalb rund um die Uhr über 8000 Satelliten.

+++ 16:23 Russland und USA legen Abrüstungsgespräche auf Eis +++
Geplante Abrüstungsgespräche zwischen Moskau und Washington zu strategischen Atomwaffen sind kurzfristig verschoben worden. "Russland hat einseitig das Treffen verschoben und erklärt, neue Daten vorzuschlagen", teilt die US-Botschaft in Moskau der Tageszeitung "Kommersant" zufolge mit. Das Außenministerium in Moskau bestätigt die Verschiebung der geplanten Konsultationen. Der ursprünglich noch zwischen US-Präsident Ronald Reagan und dem sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow unterzeichnete START-Vertrag zur Reduktion strategischer Atomwaffen war zuletzt im Februar 2021 um fünf Jahre verlängert worden. Eigentlich sollten in Kairo vom 29. November bis 6. Dezember Gespräche über die Zukunft des Vertrags laufen. Geplant war, dass beide Seiten während der Konsultationen die jeweiligen Vorwürfe der Gegenseite anhören.

+++ 15:58 Russische Städte stellen Wegweiser zu Bombenschutzkellern auf +++
Eigentlich soll es ja nur eine "Spezialoperation" sein - doch mittlerweile kommt die Realität des Krieges mehr und mehr in Russland an. In mehreren russischen Städten werden nun Medienberichten zufolge Wegweiser zu Bombenschutzkellern aufgehängt. "In Rostow am Don wurde solch ein Wegweiser im Stadtzentrum aufgestellt", berichtet das Internetportal Mediazona . Vor allem Regionen nahe der ukrainischen Grenze sind von dieser behördlichen Maßnahme betroffen. Berichte gibt es auch aus den Städten Kursk, Belgorod und Brjansk. In Belgorod, das rund 40 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt ist, sollen demnach bis Ende November 700 solcher Wegweiser angebracht werden. Die Stadt mit rund 350.000 Einwohnern ist seit Kriegsbeginn bereits mehrfach beschossen worden.

+++ 15:36 Klitschko: Stromprobleme in Kiew bis zum Frühling +++
Auch fünf Tage nach den massiven russischen Raketenangriffen kämpft Kiew weiter mit unangekündigten Notabschaltungen bei der Stromversorgung. 55 Prozent der Haushalte seien davon betroffen, teilt die Militärverwaltung der Dreimillionenstadt über Telegram mit. Die Notabschaltungen sollten dabei nicht länger als fünf Stunden dauern. Vorher hatte der örtliche Versorger angekündigt, jedem Kunden zumindest vier Stunden Strom täglich zu ermöglichen. Die Reparaturen der Schäden dauern an. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärt, die Probleme mit der Stromversorgung würden noch bis zum Frühling anhalten.

+++ 15:13 Rüstungsproduktion bremst Absturz der russischen Wirtschaft +++
Die russische Industrie bremst ihre Talfahrt wegen der erhöhten Rüstungsproduktion im Zuge des Kriegs gegen die Ukraine. Ihre Erzeugung schrumpft im Oktober nur noch um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt mitteilt. Ökonomen hatten mit einem Rückgang von 3,8 Prozent gerechnet, nachdem es im September ein Minus von 3,1 Prozent gegeben hatte. "Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe wird jetzt hauptsächlich von der Rüstungsproduktion getragen", sagt Ökonom Jewgeni Suworow von CentroCredi Bank. Das sehen auch andere Experten so. "Die Auswirkungen der Mobilmachung und der Militärausgaben sind in der Industrieproduktion deutlich sichtbar: Sie verdecken den Rückgang in anderen zivilen Sektoren", sagt Analyst Dmitri Polewoj von Locko Invest.

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+++ 14:51 Bundesregierung sieht "überall" Munitionsmangel bei der Bundeswehr +++
Steht die Bundeswehr blank da, wie es der Inspekteur des Heeres, Alfons Mais, zu Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine sagte? Die Bundesregierung stellt nun zumindest fest, dass es in allen Bereichen der Bundeswehr einen Munitionsmangel gebe. "Ich würde es pauschal sagen: überall", sagt Regierungssprecher Steffen Hebestreit. Zur Frage, "für wie viele Kampftage die Bundeswehr derzeit Munition hat", könne er auch aus Sicherheitsgründen aber keine Auskunft geben. Hebestreit weist zurück, dass angesichts der schwierigen Beschaffungslage an diesem Montag ein "Rüstungsgipfel" im Kanzleramt stattfinde. Es handele sich um einen "Routinetermin auf Beamtenebene" mit Vertretern der Rüstungsindustrie. Ein zentrales Thema seien die Pläne von Regierung und Bundestag, 20 Milliarden Euro für Munitionsbeschaffung aufzuwenden, auch aus dem Sondervermögen für die Bundeswehr.

+++ 14:26 Kreml: Kein Abzug aus AKW Saporischschja geplant +++
Der Kreml weist Gerüchte über einen angeblich bevorstehenden Abzug russischer Truppen aus dem besetzten ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja zurück. "Es sollte nicht nach irgendwelchen Zeichen gesucht werden, wo keine sind und keine sein können", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Auch die russische Besatzungsverwaltung des im September völkerrechtswidrig annektierten Gebiets Saporischschja spricht von Falschinformationen. Am Wochenende hatte der Chef des ukrainischen Atomkonzerns Enerhoatom, Petro Kotin, einen baldigen Abzug des russischen Militärs aus dem AKW in Aussicht gestellt.

+++ 13:57 Kamjanka - Ukrainer kehren in Dorf zurück, das es nicht mehr gibt +++
Monatelang liegt das ukrainische Dorf Kamjanka genau an der Front. Als russische Truppen in den Ort einfallen, werden viele Einwohner verschleppt. Durch ständigen Beschuss und wildernde Soldaten bleibt kein Haus unbeschadet. Nach ihrer Rückkehr fehlt den Menschen jegliche Lebensgrundlage.

+++ 13:37 Klitschko verspricht Kiewern Weihnachtsbäume - aber ohne Licht +++
Die Kiewer Stadtverwaltung verspricht ihren Bürgern die Aufstellung von Weihnachtsbäumen - ungeachtet der anhaltenden russischen Raketenangriffe und der andauernden Stromausfälle. "Wir dürfen (Kremlchef Wladimir) Putin nicht erlauben, unser Weihnachten zu stehlen", sagt Bürgermeister Vitali Klitschko in einem bei der ukrainischen Nachrichtenagentur RBC erschienenen Interview. Zwar werde auf Weihnachtsmärkte und Ähnliches in Kriegszeiten verzichtet, doch wenigstens festlich geschmückte Tannenbäume sollen die Kiewer bekommen. Bezahlt würden diese von Unternehmern, sagt Klitschko. Mit der Festbeleuchtung könnte es allerdings Probleme geben. Der ehemalige Box-Weltmeister räumt ein, dass es aufgrund der zahlreichen Schäden im Energiesektor bis zum Frühjahr noch zu Stromausfällen in Kiew kommen könne.

+++ 13:11 Kujat: Ukraine und USA geht die Munition aus +++
Der ehemalige Vorsitzende des NATO-Militärausschusses Harald Kujat kritisiert die "selbsternannten Experten", wenn sie den Sieg der Ukraine über Russland schon in greifbarer Nähe wähnten, als ahnungslos. Der Ukraine, aber auch den USA gehe die Munition aus, sagt er bei ntv. Putin dagegen habe bisher nur einen begrenzten Teil seiner Streitkräfte eingesetzt und werde den Winter nutzen, neue Munition zu produzieren, Truppen zu reorganisieren und die nächste Offensive vorbereiten.

+++ 12:42 Ukraine rechnet mit neuer russischer Raketenangriffswelle +++
Die Ukraine warnt davor, dass Russland eine neue Angriffswelle auf die Energie-Infrastruktur des Landes vorbereite. Nach Angaben einer Armeesprecherin wurde kürzlich ein russisches Kriegsschiff mit Raketen an Bord ins Schwarze Meer verlegt. "Dies deutet darauf hin, dass Vorbereitungen im Gange sind", erklärt die Sprecherin. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Beginn der Woche von einem solchen Angriff geprägt sein wird." Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Ukrainer bereits am Sonntagabend in seiner Fernsehansprache vorgewarnt, dass Russland neue Luftangriffe vorbereite. Moskaus Streitkräfte würden ihr Programm der systematischen Angriffe so lange weiter betreiben, wie sie über Raketen verfügten, sagte Selenskyj. Der Staatschef fügte hinzu, dass sich die Armee und der gesamte Staat auf die Angriffe vorbereite - auch mit den westlichen Partnern.

+++ 12:26 Klitschko zu Selenskyj-Streit: Innenpolitik, wenn Krieg vorbei ist +++
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko ruft im Konflikt mit Präsident Wolodymyr Selenskyj zur Einheit auf. "Wenn der Krieg vorbei ist, dann kann man Innenpolitik spielen", sagt der 51-Jährige in einem Interview mit der Nachrichtenagentur RBK-Ukraine. Die Einigkeit aller sei jedoch für den ukrainischen Sieg nötig.

+++ 11:41 Moskau: Kiew verhindert Vermittlung durch Vatikan +++
Russland begrüßt das Angebot des Vatikans als Vermittler zu fungieren. Die Haltung der Ukraine verhindere dies aber, teilt das russische Präsidialamt mit. Papst Franziskus hatte vor zehn Tagen in einem Interview mit der italienischen Zeitung "La Stampa" erneut den Vatikan als Vermittler angeboten sowie Russland und die Ukraine aufgefordert, den Konflikt zu beenden.

+++ 11:02 Klitschko: Evakuierung Kiews wäre Umsiedlung in die Vororte +++
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärt gegenüber der ukrainischen Nachrichtenagentur RBC, er schließe "das schlimmste Szenario" einer Evakuierung der Stadtbewohner aufgrund der regelmäßigen russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine nicht aus. Es wird sich jedoch um eine Teilevakuierung handeln, die Klitschko als "eine vorübergehende Umsiedlung bestimmter Kategorien von Menschen in die Vororte bezeichnete, wo es Dienstleistungen auf kommunaler Ebene geben kann". Klitschko sagt auch, dass die Menschen in Kiew darauf vorbereitet sein sollten, dass die Stromausfälle bis zum Frühjahr andauern könnten, da das System in der kalten Jahreszeit stärker belastet werde.

+++ 10:42 London: Russische Artillerie beschießt Cherson täglich +++
Nach dem Rückzug aus Cherson beschießen russische Truppen die südukrainische Großstadt nach britischen Angaben täglich mit Artillerie. Am Sonntag sei die Rekordzahl von 54 Angriffen gemeldet worden, teilt das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. Allein am vergangenen Donnerstag seien zehn Menschen getötet worden. "Die Stadt ist verwundbar, weil sie in Reichweite der meisten russischen Artilleriesystem liegt, die nun vom Ostufer des Flusses Dnipro aus von der Rückseite neu konsolidierter Verteidigungslinien feuern", heißt es in London. Die meisten Schäden richten Mehrfachraketenwerfer etwa vom Typ BM-21 Grad an.

+++ 10:21 Ukraine: Russische Angriffe in Donezk zurückgeschlagen +++
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben in den vergangenen 24 Stunden russische Angriffe in der im Osten gelegenen Region Donezk zurückgeschlagen. Dies betreffe unter anderem die Städte Bachmut und Awdiiwka, teilt der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte in seinem täglichen Lagebericht mit. Dem ukrainischen Militäranalysten Oleg Schdanow zufolge halten die schweren Kämpfe auch in der im Nordosten gelegenen Region Charkiw an. Umkämpft sind demnach Gebiete, die die ukrainischen Truppen im September und Oktober zurückerobert hatten.

+++ 09:57 Munz: "Zwist zwischen Selenskyj und Klitschko freut Moskau" +++
Die zwei führenden Köpfe der Ukraine tragen einmal mehr öffentlich Streit aus. Das nimmt man in Moskau mit Wohlwollen auf, wie ntv-Korrespondent Rainer Munz berichtet. Derweil berät Putin mit Tschetschenenführer Kadyrow über den Aufbau neuer Militäreinheiten.

+++ 09:31 Ukrainische Truppen bei schwerem Busunfall in Lettland verletzt +++
Bei einem schweren Verkehrsunfall in Lettland werden mehrere Angehörige der ukrainischen Streitkräfte verletzt. Nach offiziellen Angaben befanden sie sich in einem von der estnischen Armee gecharterten Bus, der am Samstagabend bei Ainazi im Norden des baltischen EU- und NATO-Landes nahe der Grenze zu Estland frontal mit einem Lastwagen zusammenstieß. Dabei starb der estnische Fahrer des Busses. Drei Personen wurden in ernstem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert, 23 Personen erlitten weniger schlimme Verletzungen, wie der lettische Rettungsdienst informierte. Nach Angaben der estnischen Armee befindet sich unter den Verletzten ein estnischer Soldat. Bei den übrigen verletzten Businsassen handle es sich um ukrainische Truppen, teilen die Streitkräfte in Tallinn mit. Nähere Angaben zu deren Aktivitäten in den baltischen Staaten werden keine gemacht.

+++ 09:06 USA erwägen Lieferung von Waffensystem mit 150 Kilometer Reichweite +++
Die USA erwägen Insidern zufolge, die Ukraine mit Waffen zu versorgen, die weit in russisches Gebiet reichen können. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Boeing habe sein System GLSDB (Ground-Launched Small Diameter Bomb) ins Spiel gebracht, bei dem kleine, billige Präzisionsbomben auf zahlreich vorhandene Raketen montiert werden können, heißt es in Industriekreisen. Es handele sich aber um einen von etwa sechs Plänen, wie die Ukraine mit weiteren Waffen versorgt werden könne. Das System von Boeing könnte ab dem Frühjahr 2023 geliefert werden. Es verbindet die Bombe GBU-39 mit M26-Raketen, beides in großer Anzahl in US-Lagern vorhanden. Die Reichweite dieses Systems beträgt 150 Kilometer und wurde von Boeing zusammen mit SAAB seit 2019 entwickelt. Weder Boeing noch das US-Verteidigungsministerium wollten sich zu den Informationen äußern. Je länger der russische Krieg gegen die Ukraine dauert, desto mehr Nachschub an Waffen braucht die Ukraine. Von den USA bekommt das Land bereits Raketen des Typs HIMARS.

+++ 08:45 Ukrainischer Botschafter bittet um Generatoren und Waffensysteme +++
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksij Makejew, bittet um weitere Unterstützung aus Deutschland. Sein Land benötige wegen der gezielten russischen Angriffe auf die Stromversorgung Generatoren und auch Transformatoren, sagt Makejew im ZDF-"Morgenmagazin". Daneben gehe es aber auch weiter darum, den Grund der Zerstörung zu bekämpfen. "Deswegen bräuchten wir Luftabwehrsysteme und Waffen", sagt Makejew. Wie der Botschafter sagte, wolle die Ukraine weiterhin auch schwere Kampfgeräte wie Panzer. "Wir sind jetzt mit der Bundesregierung in vertrauensvollem Dialog darüber", sagte Makejew. "Wir brauchen Waffen, um diesen Krieg zu gewinnen." Den Krieg zu gewinnen bedeute, das ganze Territorium der Ukraine wieder unter ukrainische Kontrolle zu bekommen - inklusive der 2014 annektierten Krim, stellt er klar.

+++ 08:25 Pro-russische Verwaltung: AKW bleibt unter russischer Kontrolle +++
Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja bleibt nach Angaben der von Russland eingesetzten Verwaltung in Enerhodar unter russischer Kontrolle. Die Besatzungsverwaltung in der südukrainischen Stadt, in der das AKW liegt, reagiert damit auf Äußerungen des Chefs des ukrainischen Energieversorgers Energoatom. Dieser hat am Sonntag gesagt, seit einigen Wochen erhalte man Informationen, wonach es Anzeichen dafür gebe, dass sich die russischen Truppen möglicherweise auf einen Rückzug vorbereiten. Er verwies auf russische Medienberichte, in denen eine mögliche Übergabe der Kontrolle über das AKW an die internationale Atomenergiebehörde IAEA als lohnenswert bezeichnet werde. "Diese Informationen sind nicht wahr", erklärt dazu die Besatzungsverwaltung auf Telegram. Die Medien verbreiteten die falsche Information, dass Russland angeblich plane, sich aus Enerhodar zurückzuziehen und das AKW zu verlassen. Russland hat das AKW Saporischschja im März unter seine Kontrolle gebracht. Betrieben wird es weiterhin von ukrainischem Personal.

+++ 08:10 "Es ist albern" - Klitschko verurteilt Selenskyjs Kritik +++
In der Eiseskälte des von den russischen Besatzern befreiten Cherson laufen die Evakuierungen. Die Menschen hier fürchten, die Stadt könne ein "zweites Mariupol" werden. In der Hauptstadt Kiew gibt es indes Streit zwischen Präsident Selenskyj und Bürgermeister Klitschko.

+++ 07:39 Ukraine: Russen haben Großstadt Nowa Kachowka verlassen +++
Alle russischen Kräfte haben Nowa Kachowka, die zweitgrößte Stadt in der Region Cherson, verlassen. Das berichtet das ukrainische Militär unter Berufung auf den örtlichen Untergrundwiderstand. Bei den "Kollaborateuren", die die Stadt verlassen haben, handele es sich nicht nur um Personen, die Positionen in der Besatzungsverwaltung innehätten, sondern auch um solche, die an gemeinsamen Razzien mit den russischen Streitkräften gegen die örtliche Bevölkerung teilgenommen haben. Dabei hätten sie die Einwohner eingeschüchtert und gezwungen, den russischen Forderungen nachzukommen. Die Kollaborateure hätten die Stadt aus Angst verlassen, dass die Ukraine sie bald von der russischen Besatzung befreien könnte.

+++ 06:55 ISW: Russland befürchtet ukrainische Offensive an Kinburn Nehrung +++
Die russischen Stellungen auf der Kinburn Nehrung deuten darauf hin, dass Russland mit einer ukrainischen Gegenoffensive über den Fluss Dnipro rechnet. Das berichtet das Institute of the Study of War in seinem aktuellen Bericht. Russlands derzeitige Befestigungen auf der Nehrung scheinen nicht in der Lage zu sein, eine ukrainische Gegenoffensive zu verteidigen, so das ISW. Vielmehr rechnen die russischen Streitkräfte "sehr wahrscheinlich" damit, dass die Ukraine die Nehrung einnehmen wird. Das Vorrücken der ukrainischen Streitkräfte auf das Festland in der Oblast Cherson solle aber jedoch durch mehrschichtige Verteidigungslinien verhindert werden.

+++ 06:29 Mehr als 4,7 Millionen ukrainische Flüchtlinge mit temporärem Schutzstatus +++
Nach den neuesten Zahlen der Vereinten Nationen haben sich bis letzte Woche 4.751.065 Flüchtlinge aus der Ukraine für einen vorübergehenden Schutzstatus oder einen ähnlichen Status registrieren lassen. Polen, Deutschland und die Tschechische Republik liegen dabei an der Spitze. Insgesamt wurden in ganz Europa rund 7,8 Millionen ukrainische Flüchtlinge registriert.

+++ 05:06 Minister betont Bedeutung von NATO-Präsenz vor Norwegens Küste +++
Norwegens Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram hat die Wichtigkeit der Präsenz von Verbündeten in den Gewässern vor der Küste seines Landes hervorgehoben. "Unsere Infrastruktur ist jetzt für ganz Europa wichtig", sagt Gram der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Nach dem Ende der russischen Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 ist Norwegen wichtigster Gaslieferant Deutschlands und Westeuropas.

+++ 03:56 Ukraine klagt über Verzögerung bei Getreide-Export +++
Russland beschränkt ukrainischen Angaben zufolge weiterhin die Getreide-Ausfuhren durch die Verzögerung von Schiffskontrollen. "Es war üblich, 40 Inspektionen pro Tag durchzuführen, jetzt gibt es aufgrund der Position Russlands fünfmal weniger Kontrollen", schreibt der ukrainische Infrastrukturminister Olexander Kubrakow auf seiner offiziellen Facebook-Seite. Im Oktober verließen rund 4,2 Millionen Tonnen Getreide die ukrainischen Häfen, im November sollen laut Kubrakow nicht mal drei Tonnen exportiert werden. 77 Schiffe warteten in der Türkei auf die Inspektionen, obwohl die drei Schwarzmeerhäfen nur zur Hälfte ausgelastet seien. Russland hatte die für die weltweiten Nahrungsmittel-Exporte wichtige Verlängerung des Getreide-Abkommens mit der Ukraine Mitte November bestätigt.

+++ 02:15 Britischer Premier will massive Militärhilfe fortführen +++
Der britische Premierminister Rishi Sunak will keine Abstriche an den von seinen Vorgängern der Ukraine gewährten Hilfen vornehmen. Das geht aus einer auszugsweise veröffentlichten Rede hervor, die der Regierungschef heute halten will. "Wir werden an der Seite der Ukraine stehen, solange das nötig ist. Und wir werden das Niveau unserer militärischen Hilfen im kommenden Jahr halten oder erhöhen. Und wir werden neue Hilfen für die Luftverteidigung geben", wird Sunak sagen. Großbritannien ist nach nationalen Angaben mit 2,3 Milliarden Pfund (2,7 Mrd Euro) nach den USA das Land mit den größten Rüstungshilfen für die Ukraine.

+++ 00:13 Klitschko wehrt sich gegen Selenskyjs Kritik +++
Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, wehrt sich gegen Vorwürfe von Präsident Wolodymyr Selenskyj, nicht genug zum Schutz der Bürger angesichts von Energieausfällen und winterlichen Temperaturen zu tun. Es gebe 430 sogenannte Wärme-Zentren für die Kiewer, weitere Hundert seien geplant, falls sich die Lage weiter zuspitzen sollte, erklärt Klitschko. "Ich will nicht in politische Streitereien verwickelt werden", schreibt er auf Telegram. "Das ist sinnlos. Ich habe Dinge in der Stadt zu erledigen." Selenskyj hatte vergangene Woche moniert, ihn erreichten viele Klagen über die in der Hauptstadt angesichts der Schäden an der Infrastruktur ergriffenen Maßnahmen.

+++ 23:17 Selenskyj stellt Ukrainer auf harten Winter ein +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellt seine Landsleute auf einen harten Winter mit heftigen russischen Angriffen ein. "Solange sie Raketen haben, werden sie nicht ruhen", sagt Selenskyj in seiner Videoansprache am Abend über die russischen Soldaten. Die ukrainische Armee bereite sich auf die Abwehr von weiterem Beschuss vor. "Russland versucht in diesem Winter, die Kälte gegen die Menschen einzusetzen", sagt Selenskyj zudem mit Blick auf die gezielten Angriffe Moskaus auf ukrainische Strom- und Wärmekraftwerke. Er ruft die Ukrainer auf, hilfsbedürftige Mitmenschen in der kalten Jahreszeit besonders zu unterstützen. Nun sei Zusammenhalt gefragt. "Zusammen werden wir alles überstehen", betont der Staatschef.

+++ 22:05 Erstmals seit Befreiung: Cherson wieder am Stromnetz +++
Die Ukraine hat weitere Fortschritte bei der Stromversorgung der kürzlich befreiten Gebietshauptstadt Cherson im Süden ihres Landes gemeldet. Mittlerweile seien rund 17 Prozent der Haushalte wieder ans Elektrizitätsnetz angeschlossen, teilt Gebietsgouverneur Jaroslaw Januschewytsch am Abend mit. Der Vizechef des Präsidialamtes, Kyrylo Tymoschenko, veröffentlicht auf Telegram ein im Dunkeln aufgenommenes Foto, auf dem einzelne erleuchtete Häuserfenster zu sehen sind. Nach mehreren Monaten unter russischer Besatzung hatte die ukrainische Armee die Stadt Cherson und weitere Orte des gleichnamigen Gebiets Mitte November zurückerobert. Seitdem ist die Stadt mit ihren einst 300.000 Einwohnern nicht nur heftigen russischen Angriffen ausgesetzt, sondern kämpft auch mit massiven Problemen bei der Strom-, Wärme- und Wasserversorgung.

+++ 21:15 "Vor Weihnachten": Kiew zeigt lächelnde HIMARS +++
Den Ukrainern ist trotz Kälte und Blackouts das Lachen nicht vergangen. Das Verteidigungsministerium in Kiew zeigt das Foto eines grinsenden Raketenwerfers. "In Erwartung von Weihnachten sammelt ein lächelnder HIMARS Besatzer unter dem Weihnachtsbaum", heißt es in dem Tweet des Ministeriums. In den sozialen Medien kursieren Filme, wie Zivilisten ohne Strom mit viel Phantasie kochen und heizen.

Die früheren Entwicklungen im Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, ghö/mba/mbo/rts/AFP/dpa

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