Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 08:55 Ukraine: Russen attackieren Zentrum von Odessa +++

Die ukrainische Seite meldet russische Angriffe auf das Zentrum der Hafenstadt Odessa. Nach dem Bericht eines dortigen Kommandeurs soll Russland mit Selbstmorddrohnen auf das Stadtzentrum gezielt und dabei mehrfach ein Verwaltungsgebäude getroffen haben. Eine der Drohnen sei von der ukrainischen Flugabwehr abgeschossen worden.

+++ 08:32 Russen kreieren Schimpfwort für Mobilisierung +++
Für die Teilmobilisierung, die in Russland seit Anfang der Woche gilt, hat die Bevölkerung bereits ein neues Wort kreiert. "Mogilisazija" ist eine Mischung aus den Begriffen "Mobilisierung" und "Grab". In der kritischen Reaktion auf die Rekrutierung von 300.000 Zivilisten zeigt sich die Überzeugung vieler Russen, nur "Kanonenfutter" zu sein für die Ziele eines Kriegs, an denen selbst die Berufsarmee scheitert. Es werde wohl noch eine Weile dauern, aber dann könne die Proteststimmung im Land noch deutlich zunehmen, glaubt der Politologe Abbas Galljamow.

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Am Samstag meldeten NGOs mehr als 700 Festnahmen bei Antikriegs-Demonstrationen.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

+++ 07:57 Russland: Für annektierte Gebiete würde Atomdoktrin gelten +++
Nach einer möglichen Annexion der Regionen Cherson und Saporischschja in der Ukraine würde die russische Atomdoktrin auch für die annektierten Gebiete gelten. Das hat Außenminister Sergej Lawrow vor den UN in New York erklärt. Die Doktrin rechtfertigt einen atomaren Schlag als Reaktion auf einen Angriff, der die "weitere Existenz des Staates gefährdet". Dieser kann auch konventionell geführt sein. Ein Einsatz nuklearer Waffen ist außerdem möglich, wenn verlässliche Informationen vorliegen, dass ein feindlicher Angriff erfolgen soll.

+++ 07:25 Russland meldet ukrainische Angriffe in Donezk +++
Die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti meldet ukrainische Angriffe in weiteren von Russland besetzten Gebieten. Im Zentrum der Stadt Donezk hat demnach eine Granate ein Hochhaus in der Nähe des Regierungsgebäudes getroffen. Außerdem meldet man auf russischer Seite Einschläge von NATO-155-mm-Granaten und Beschuss von Getreidespeichern. Demgegenüber meldet die ukrainische Seite massive Angriffe auf die Stadt Saporischschja. Das Regionalzentrum sei erneut Ziel eines massiven Raketenbeschusses gewesen.

+++ 06:41 Ukraine beantragt UN-Sicherheitsratssitzung +++
Mit Blick auf die Schein-Referenden, die derzeit in den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine abgehalten werden, um eine vorgetäuschte Legitimation für eine Annexion zu erhalten, beantragt die Ukraine eine Sondersitzung des UN Sicherheitsrates. Russland müsse "verantwortlich gemacht werden für seine weiteren Versuche, die international anerkannten Grenzen der Ukraine zu verschieben", schreibt der Sprecher des Außenministeriums auf Twitter. Es sei ein Bruch mit dem Völkerrecht.

+++ 06:04 Selenskyj "schockiert", dass Israel keine Waffen liefert +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt sich "schockiert" über Israels Versäumnis, seinem Land Raketenabwehrsysteme zu liefern. "Ich weiß nicht, was mit Israel passiert ist. Ich bin ehrlich und offen gesagt - ich stehe unter Schock, weil ich nicht verstehe, warum sie uns keine Luftverteidigung geben konnten", sagte er französischen Medien. Selenskyj hatte die Waffen bereits kurz nach Kriegsbeginn im Februar angefordert. Seine Kommentare fielen schärfer aus als noch im März, als er Israel für seine Zurückhaltung bei der Lieferung von Waffen tadelte. Damals hatte sich Israel unverbindlich geäußert und mitgeteilt, es würde der Ukraine so gut wie möglich helfen. Israel hatte die russische Invasion verurteilt, scheut sich jedoch davor, Beziehungen zu Moskau zu belasten. Im benachbarten Syrien hält Russland eine Machtposition inne.

+++ 05:23 Termin für Annexion steht angeblich schon fest +++
Noch bis zum 27. September laufen in den teilweise besetzten Gebieten der Ukraine die Scheinreferenden über einen Beitritt zu Russland. Nach Informationen der russischen Agentur Tass will Russland danach schnell Fakten schaffen: Schon am 30. September könne die Annexion erfolgen, berichtet Tass unter Berufung auf eine Quelle in der Staatsduma. Für den gleichen Tag sei eine Ansprache von Kreml-Chef Wladimir Putin vor der Föderationsversammlung geplant, meldet "Kyiv Independent".

+++ 02:53 Rund 750 Festnahmen bei Protesten in Russland +++
Mehr als 700 Menschen werden in Russland bei Protesten gegen die angeordnete Teilmobilmachung festgenommen. Das Menschenrechtsportal ovd.info berichtet am Abend von landesweit 747 Festnahmen in insgesamt 32 Städten. Es handele sich nur um die namentlich bekannten Männer und Frauen, es könnten noch deutlich mehr Menschen in Gewahrsam sein, heißt es. Die russische Polizei geht gegen die verbotenen Anti-Kriegs-Proteste teils mit brutaler Gewalt vor, wie Videos in den sozialen Netzwerken zeigen. Augenzeugen berichten auch vom Einsatz von Elektroschockern.

+++ 01:15 Keine Waffenlieferung - Selenskyj "schockiert" über Israel +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußert in einem Interview mit französischen Reportern Unverständnis über Israels Weigerung, seinem Land Raketenabwehrsysteme zu liefern. "Ich weiß nicht, was mit Israel passiert ist. Ich bin ehrlich und offen gesagt - ich stehe unter Schock, weil ich nicht verstehe, warum sie uns keine Luftverteidigung geben konnten", sagte er. Zelenskij hatte die Waffen bereits kurz nach Kriegsbeginn im Februar angefordert. Zelenskijs Kommentare fallen schärfer aus als noch im März, als er Israel für seine Zurückhaltung bei der Lieferung von Waffen tadelte. Damals hatte sich Israel unverbindlich geäußert und mitgeteilt, es würde der Ukraine so gut wie möglich helfen. Israel hat die russische Invasion verurteilt, scheut sich jedoch davor, Beziehungen zu Moskau zu belasten. Im benachbarten Syrien hält Russland eine Machtposition inne. Israelische Streitkräfte greifen dort häufig pro-iranische Milizen an.

+++ 23:59 Russland hält Erweiterung des UN-Sicherheitsrates für denkbar +++
Russlands Außenminister Sergej Lawrow zeigt sich offen für Änderungen an der Zusammensetzung des UN-Sicherheitsrates. Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen müsse sich an die Realitäten in der Welt anpassen und zugunsten von Ländern aus Lateinamerika, Afrika und Asien erweitert werden, sagt Lawrow bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. Vor allem Brasilien und Indien seien aus Sicht Moskaus durch ihre weltweit wichtige Rolle würdige Kandidaten dafür, ständige Mitglieder zu werden, fügt er an. Gegenüber einer Veränderung von Entscheidungsprozessen in dem Gremium äußert er aber Vorbehalte: "Wir sind auch besorgt über die Bemühungen von Ländern, die die Vorrechte des Sicherheitsrates untergraben", so Lawrow. Das Thema der Ausweitung des UN-Sicherheitsrats hat spätestens seit der Rede von US-Präsident Joe Biden vor der Vollversammlung am Mittwoch an Fahrt aufgenommen. Was Lawrow sonst noch sagte, lesen Sie hier.

+++ 22:53 Selenskyj ruft Russen zur Fahnenflucht auf +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich in seiner abendlichen Videoansprache explizit an Russen, und fordert sie auf, sich der Teilmobilmachung zu entziehen. "Vor dieser verbrecherischen Mobilmachung wegzulaufen ist besser, als verstümmelt zu werden und sich dann vor Gericht verantworten zu müssen, weil man sich an einem Angriffskrieg beteiligt hat", sagt er auf Russisch. Zugleich bietet er an, dass sich russische Soldaten freiwillig in Kriegsgefangenschaft begeben könnten. Dort würden sie zivilisiert behandelt. Mit Blick auf die hohen Strafen für Fahnenflüchtige in Russland sagt Selenskyj, dass niemand erfahren werde, unter welchen Umständen die Soldaten aufgeben.

+++ 22:15 Lawrow wirft Westen "groteske" Angst vor Russland vor +++
Der russische Außenminister Sergej Lawrow behauptet, die westlichen Staaten hätten eine "groteske" Angst vor Russland. "Die offizielle Russophobie im Westen ist beispiellos, das Ausmaß ist grotesk", sagt er bei der UN-Generaldebatte in New York. Die Staaten schreckten dabei nicht davor zurück, "Russland zu zerstören". Zudem beschuldigt Lawrow die USA, durch Sanktionen die gesamte Welt zu ihrem Hinterhof machen zu wollen.

+++ 21:35 UN-Sicherheitsrat soll zu Scheinreferenden tagen +++
Der UN-Sicherheitsrat soll sich mit den Scheinreferenden in russisch besetzten Gebieten der Ostukraine beschäftigen. Das Treffen des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen wird Diplomatenangaben zufolge von den USA und Albanien beantragt und soll am Dienstagnachmittag Ortszeit (21 Uhr deutscher Zeit) in New York stattfinden. Die Ukraine hatte zuvor in einem Brief an den Rat eine entsprechende Sitzung gefordert. In der Ukraine wird seit Freitag in den vier russisch besetzten Gebieten Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja in Scheinreferenden über einen Beitritt zu Russland abgestimmt. UN-Generalsekretär António Guterres hatte eine mögliche Annexion der Gebiete zuletzt als Verletzung des Völkerrechts bezeichnet.

+++ 21:02 Russland bestätigt Autoschlange an Grenze zu Georgien +++
Die russischen Behörden bestätigen nach der Ankündigung einer Teilmobilmachung eine "erhebliche" Zunahme an aus Russland kommenden Autos an der Grenze zu Georgien. "Es gibt einen erheblichen Andrang privater Fahrzeuge", erklärt das Innenministerium der russischen Grenzregion Nordossetien. "Um die 2300" Fahrzeuge warteten darauf, einen Grenzübergang zu passieren, heißt es weiter. Die Äußerungen sind die erste offizielle Bestätigung einer russischen Behörde über einen Anstieg von Ausreisen. Der Kreml hatte am Donnerstag Berichte über eine Flucht wehrfähiger Russen als "falsch" abgetan.

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Autos stehen Schlange, um von Russland nach Georgien einzureisen. 

(Foto: IMAGO/SNA)


Frühere Entwicklungen rund um den Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, ino/rts/AFP/dpa

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