Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 09:41 Ukrainischer Angriff auf Tschonhar-Brücke verschärft Treibstoffkrise auf der Krim +++
Der jüngste Angriff der ukrainischen Armee auf die Brücke von Tschonhar erschwert Russland den Transport von Treibstoff auf die annektierte Halbinsel Krim. Neben der getroffenen Straßenverbindung ist die Krim nur über zwei weitere Straßen erreichbar: die Strecke über Perekop im Norden sowie die neu gebaute Brücke von Kertsch im Osten. Für Treibstofftransporte per Bahn oder Lastwagen ist die Brücke von Kertsch allerdings zu unsicher. Mehrere Fähren, die von Russland zur Krim kursierten, hat die Ukraine ausgeschaltet. Moskau hat entlang des Asowschen Meeres eine neue Straße zur Versorgung der Krim gebaut. Doch auch dort spüren ukrainische Drohnen mittlerer Reichweite Militär- und Treibstoff-Lkws auf und zerstören sie. Auf der 2014 annektierten Halbinsel, die für Russland zugleich ein wichtiges Feriengebiet ist, musste Treibstoff bereits rationiert worden.
+++ 08:57 Ukraine zielt auf Straßenverbindung zur Krim +++
Die ukrainische Armee attackiert weiter eine wichtige Straßenverbindung auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim. Die Brücke von Tschonhar sei die zweite Nacht in Folge durch Drohnenangriffe beschädigt worden, teilt der Chef der russischen Besatzungsverwaltung im Gebiet Cherson, Wladimir Saldo, auf Telegram mit. Die Brücke sei für den Verkehr gesperrt. Saldo riet Autofahrern, auf die längere Straße über Perekop auszuweichen. Die Angriffe auf die Brücke zählen zu einer seit Mai laufenden Operation der Ukrainer, die für Russland militärisch bedeutende Krim abzuriegeln. Die russische Armee nutzt die Halbinsel für Luftangriffe auf ukrainisches Gebiet und zur Versorgung ihrer Einheiten in der Südukraine.
+++ 08:29 Berufungsprozess gegen Satiriker Tilly beginnt in Moskau +++
Am heutigen Dienstag beginnt der Berufungsprozess gegen den Düsseldorfer Karnevalswagenbauer Jacques Tilly in Moskau. Die Verhandlung vor dem Berufungsgericht des Moskauer Stadtgerichts ist für den Morgen angesetzt. Was genau Gegenstand des Prozesses ist, ist unklar. Tilly wisse nicht, ob die Staatsanwaltschaft oder die Verteidigung Revision beantragt habe. Im April hatte ein Gericht in Moskau den Wagenbauer in Abwesenheit zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Begründung: Er habe sich mit seinen Darstellungen im Düsseldorfer Rosenmontagszug der Verletzung religiöser Gefühle und der Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte schuldig gemacht. Tilly hatte Kremlchef Wladimir Putin und den von ihm befohlenen Krieg in der Ukraine immer wieder satirisch angeprangert. Auch der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill wurde verspottet.
+++ 07:55 Selenskyj: "Der politische Einfluss Russlands nimmt ab" +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht in dem Sieg der Proeuropäer bei der Parlamentswahl in Armenien ein deutliches Zeichen für einen schwindenden Einfluss Russlands: "Der politische Einfluss Russlands auf andere Länder nimmt ab", sagt Selenskyj im Gespräch mit dem britischen Medium "The Guardian". Der ukrainische Präsident beschreibt eine Unabhängigkeit von Aserbaidschan und Armenien von Moskau und sagt, Russland habe auch die Republik Moldau verloren. "Natürlich wollen sie die Ukraine nicht verlieren, denn eine unabhängige und freie Ukraine ist für Russland das größte und politisch gefährlichste Land", so Selenskyj.
+++ 07:20 Überwachungskamera filmt Einschlag von russischer Drohne in Saporischschja +++
Am Montagnachmittag schlägt eine russische Drohne an einer Haltestelle im ukrainischen Saporischschja ein. Zwei Menschen werden getötet, über 20 weitere verletzt. Den Moment des Angriffs hält eine Überwachungskamera fest.
+++ 06:49 Anzahl der Todesopfer nach russischem Angriff in Region Charkiw steigt +++
Nach russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf die ukrainische Region Charkiw steigt die Anzahl der Opfer. Nach Behördenangaben sind vier Menschen tot und mehr als 20 weitere verletzt. Alle vier kamen nach Angaben des regionalen Gouverneurs Oleh Synjehubow in der Stadt Tschuhujiw ums Leben. Sechs weitere seien dort verletzt worden, teilt die Bürgermeisterin der Stadt über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Bei einem nächtlichen Drohnenangriff auf die Regionalhauptstadt Charkiw hätten zudem 15 Menschen medizinische Hilfe benötigt.
+++ 06:12 Aus für FCAS-Kampfjet: Verteidigungspolitiker hoffen auf bessere Alternativen +++
Nach dem Scheitern des deutsch-französischen Kampfjet-Projekts FCAS fordern Verteidigungspolitiker von Union und SPD eine rasche Alternative. Die Bundesregierung sollte rasch ein neues deutsch-internationales Projekt gemeinsam mit Airbus vorantreiben, erklären sie in der "Augsburger Allgemeinen". "Die deutsche Industrie kann und muss nun ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen", sagt der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Erndl. Dafür müsse die Zusammenarbeit mit anderen Partnern zügig geprüft werden und es seien "regierungsseitig die entsprechenden Freigaben zu erteilen", fordert der CSU-Politiker. "Die Expertise zum militärischen Flugzeugbau ist in Deutschland vorhanden." Das Scheitern der Zusammenarbeit zwischen der deutschen Airbus-Sparte und dem französischen Dassault-Konzern sei auch eine Chance - und "eine wegweisende und richtige Entscheidung". Auch der SPD-Verteidigungspolitiker Christoph Schmid begrüßt die FCAS-Entscheidung als "eher einen Vorteil, weil jetzt Klarheit herrscht". Nun könnten schnell andere Projektpartner als Alternativen zu den Franzosen geprüft werden, sagt er der "Augsburger Allgemeinen".
+++ 05:41 Vertrauenswerte Putins auf Rekordtief: Russisches Meinungsforschungsinstitut stellt Umfrage ein +++
Das russische Meinungsforschungsinstitut WZIOM, ein staatlich kontrolliertes Meinungsforschungsinstitut, hat laut einem Bericht von "Kyiv Independent" und der "Moscow Times" die Veröffentlichung der Vertrauensbewertung für Präsident Wladimir Putin eingestellt, nachdem diese auf den niedrigsten Stand seit Kriegsbeginn gefallen war. Im Gegensatz zu regelmäßig veröffentlichten "geschlossenen" Umfragen, bei denen die Befragten direkt gefragt werden, ob sie Putin vertrauen, werden die Menschen bei der "offenen" Umfrage gebeten, Politiker zu nennen, denen sie vertrauen, ohne dass dazu aufgefordert wird. Nach dieser Methodik nannten im März weniger als ein Drittel der Befragten Putin, verglichen mit mehr als 70 Prozent, die ihm auf direkte Nachfrage ihr Vertrauen aussprachen. Seitdem wurden die Umfragedaten laut dem Bericht nicht mehr aktualisiert.
+++ 05:04 Russland: Sind mit Belarus notfalls zu Atomwaffeneinsatz bereit +++
Russland und Belarus sind zur Gewährleistung ihrer Sicherheit nach russischen Angaben jederzeit bereit, alle verfügbaren Mittel einschließlich Atomwaffen einzusetzen. Dies sagt der russische Vize-Außenminister Michail Galusin der Zeitung "Iswestija". Russland unterhalte eine militärische Präsenz in Belarus und beide Länder nähmen regelmäßig gemeinsame Bereitschaftsprüfungen vor, erklärt er weiter. Man bleibe in ständiger Bereitschaft, um die Sicherheit des aus beiden Ländern bestehenden Unionsstaates zu gewährleisten.
+++ 03:57 Ukraine: Drei Tote bei russischem Angriff auf Region Charkiw +++
Bei einem russischen Angriff auf die Stadt Tschuhujiw in der nordöstlichen ukrainischen Region Charkiw wurden nach Angaben des dortigen Gouverneurs drei Menschen getötet. Rettungskräfte seien im Einsatz, um ein Feuer zu löschen, teilt Oleh Synjehubow über den Kurznachrichtendienst Telegram mit.
+++ 02:53 Bundesregierung überprüft Versorgung der Armee in Krisenzeiten +++
Der Nationale Sicherheitsrat der Bundesregierung hat beschlossen, die Versorgung der Bevölkerung und der Streitkräfte mit lebenswichtigen Gütern und kritischer Infrastruktur zu überprüfen. In seiner Sitzung am Abend habe der Sicherheitsrat eine Überprüfung der sogenannten Sicherstellungs- und Vorsorgegesetze angeordnet, teilt ein Regierungssprecher mit. Sie sollen aktuellen sicherheits- und verteidigungspolitischen Herausforderungen angepasst werden.
+++ 01:43 Nikopol attackiert: ein Todesopfer und mehrere Verletzte +++
Erneut gibt es zivile Opfer in der Ukraine: Laut dem Gouverneur der Region Dnipropetrowsk wurde eine 49-jährige Frau bei einem russischen Angriff auf die Stadt Nikopol getötet, vier weitere Menschen wurden teilweise schwer verletzt. Ein Hochhaus, eine Bankfiliale und ein Geschäft seien beschädigt worden, schreibt der Gouverneur bei Telegram. Zudem seien zwei Tankstellen im Bezirk Pawlohrad angegriffen worden - ein 62-jähriger Mann wurde verletzt. Mehrere Autos brannten.
+++ 00:48 Zahl wehrfähiger Ukrainer in Deutschland deutlich gestiegen +++
Seit Anfang des vergangenen Jahres ist die Zahl der wehrfähigen Ukrainer in Deutschland deutlich gestiegen. Das ergibt sich aus Daten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegen. Der Grund ist offenbar eine Lockerung des Ausreiseverbots von Ende August 2025, seitdem wehrfähige Männer im Alter zwischen 18 und 22 Jahren die Ukraine verlassen dürfen. Den Behördenangaben zufolge hielten sich am Stichtag 30. Mai 1.348.258 Menschen in Deutschland auf, die im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine nach Deutschland eingereist waren, darunter 355.745 Männer zwischen 18 und 63 Jahren. Zum Stichtag 8. März 2025 waren es nur 1.253.569 gewesen, darunter 297.660 Männer zwischen 18 und 63 Jahren.
+++ 23:44 Moskau gibt Kraftstoff-Probleme wegen Kiews Angriffen zu +++
Das russische Energieministerium hat Probleme bei der Kraftstoffversorgung infolge ukrainischer Angriffe eingeräumt. In letzter Zeit hätten Unternehmen des Kraftstoff- und Energiesektors mit einer Zunahme von feindlichen Angriffen aus der Luft zu kämpfen, "was zu vorübergehenden Schwierigkeiten mit der Kraftstoffversorgung in einer Reihe von südlichen Regionen führt", heißt es in einer Mitteilung der Behörde bei Telegram. Ein nun im Energieministerium gebildeter Stab mit Unternehmen aus eben diesem Sektor soll eine stabile und effiziente Versorgung des Landes sicherstellen, teilt die Behörde weiter mit. Von Moskau eingesetzte Behörden auf der annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim und dem ebenfalls annektierten Gebiet Luhansk in der Ostukraine hatten schon zuvor die Ausgabe von Benzin eingeschränkt.
+++ 22:54 EU überweist Ukraine Milliardenhilfe +++
Die EU zahlt der Ukraine weitere Finanzhilfen in Höhe von knapp 2,8 Milliarden Euro aus. "Das Tempo und das Engagement der Ukraine bei der Umsetzung bedeutender Reformen haben diese Zahlung gerechtfertigt", teilt EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos mit. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko erklärt, die Gelder sollten für die Finanzierung der wichtigsten Staatsausgaben verwendet werden - darunter für den sozialen und humanitären Bedarf. Bei der Auszahlung handelt es sich der EU zufolge um die mittlerweile siebte aus der sogenannten Ukraine-Fazilität. Über dieses Finanzierungsinstrument sollen bis Ende 2027 bis zu 50 Milliarden Euro an das von Russland angegriffene Land gehen können.
+++ 22:21 Selenskyj spricht in Moldau mit Witkoff und Kushner +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtet von einem "sehr positiven Gespräch" mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner während eines Zwischenstopps in Moldaus Hauptstadt Chişinău. Selenskyj schreibt: "Wir haben die Aussichten im Zusammenhang mit dem G7-Gipfel und anderen Veranstaltungen im Juni erörtert. Ich skizzierte die Daten, die wir darüber haben, worauf Moskau aus ist."
+++ 21:43 Heftige Explosion im Raum Belgorod gemeldet +++
Es gibt Berichte über eine heftige Explosion in einem Waldstück nahe der russischen Stadt Belgorod. Sie soll von mehreren Orten im Umkreis aus zu sehen gewesen sein. Der Bürgermeister von Belgorod bestätigt Schäden durch eine Detonation. An 20 Mehrfamilienhäusern und zwei Einfamilienhäusern seien Fensterscheiben beschädigt worden, schreibt er bei Telegram. Auch eine soziale Einrichtung habe Schaden genommen. Verletzt worden sei dort niemand. Zur Ursache sagt er bislang nichts. Die unabhängigen russischen Telegram-Kanäle Pepel und Meduza schreiben unter Berufung auf die regionale Einsatzleitung, dass in dem Dorf Belovskoye im Bezirk Belgorod fünf Menschen verletzt worden seien. Wie der auf Nachrichten zu Belgorod fokussierte Kanal Pepel schreibt, könnte in der Nähe des Dorfes ein Munitionsdepot explodiert sein. Straßen und Vorgärten des Dorfes seien mit Blindgängern übersät. Die Behörden hätten damit begonnen, Bewohner zu evakuieren.
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