Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 09:06 Ukraine schießt über Nacht 10 von 15 Kamikaze-Drohnen ab +++

Wie schon am Vortag hat Russland erneut mit iranischen Kamikaze-Drohnen vom Typ Shahed-136 die Ukraine angegriffen. In der Nacht zu Samstag habe Russland 15 dieser Drohnen in Richtung Cherson, Mykolajew und Odessa gestartet, teilte die ukrainische Luftwaffe auf Facebook mit. 10 dieser Drohnen seien abgeschossen worden. Zu Schäden durch die übrigen 5 Drohnen äußerte sich die Luftwaffe nicht. Russland importiet die Drohnen aus dem Iran, hatte aber zuletzt offenbar sein Arsenal aufgebraucht. Inzwischen scheint Russland über weitere Geräte zu verfügen.

+++ 08:43 Militärchef von Luhansk hofft auf ukrainische Vorstöße vor Silvester +++
Die weitgehend von Russland gehaltene Region Luhansk gerät nach Angaben des ukrainischen Militärverwalters der Region, Serhii Haidai, zunehmend unter Druck. Die ukrainischen Truppen seien nur noch einige Kilometer von der Stadt Kreminna entfernt. Die im April besetzte Stadt liegt ganz im Westen der Oblast Luhansk und wird von einer wichtigen Straße und Gleisen durchquert, die nach Norden und Süden führen, darunter ins nördlich gelegene Swatowe. Russland habe seine Verteidigungspositionen um Kreminna und Swatowe "gut vorbereitet", sagte Haidai in einem Interview. Die Rückeroberung von Luhansk werde nicht leicht. Allerdings könne der gefrorene Winterboden schnelle Bewegungen der ukrainischen Armee ermöglichen. "Ich hoffe, dass wir zum Neuen Jahr die Nachricht von weiteren befreiten Ortschaften in der Region hören werden", sagte Haidai. Er erwähnte zudem Partisanen-Einsätze in der Region, die zu weiteren Explosionen in den besetzten Gebieten führen könnten.

+++ 08:03 London: Ukraine hat 54 Prozent ihres von Russland besetzten Gebiets zurückerobert +++
Nach britischen Berechnungen konnte die Ukraine bislang 54 Prozent des seit dem 24. Februar durch Russland eroberten Gebiets zurückerobern. Bereits im Frühjahr hatte sich die russische Armee aus den Gebieten nördlich und nordöstlich der Hauptstadt Kiew zurückgezogen. Im Herbst gelang es den ukrainischen Streitkräften, erst im Raum Charkiw die russische Armee hinter die eigene Grenze zurückzuschlagen und schließlich auch auf breiter Fläche im Donbass vorzurücken. Im Oktober schließlich musste Russland in der Region Cherson die Gebiete westlich des Flusses Dnepr aufgeben. Einschließlich der 2014 annektierten Krim hält Russland aber weiter 18 Prozent des ukrainischen Territoriums unter Kontrolle, wie das britische Verteidigungsministerium mitteilt.

+++ 07:30 Ukraines Armee meldet heftige Gefechte, aber keine Frontverschiebungen +++
Die russische Armee hat nach einem Bericht des ukrainischen Generalstabs auch am Freitag entlang fast der gesamten Konfliktlinie auf ukrainisches Militär und zivile Ziele geschossen. Russland habe im Tagesverlauf fünf Raketen abgefeuert, 20 Luftangriffe geflogen und mehr als 60 Angriffe mit Mehrfachraketenwerfern verübt. Den ukrainischen Streitkräften sei es gelungen, mit Hilfe von Raketen und Artillerie vier Kontrollpunkte der russischen Armee zu zerstören. Zudem seien russische Soldaten, Waffen und Ausrüstung bei Angriffen in fünf Gebieten getroffen worden. Die russische Armee erleide zudem weiter Verluste durch so genanntes friendly fire, Beschuss durch die eigenen Leute. Das sei das Ergebnis mangelhafter Ausbildung und Kommunikation innerhalb der russischen Truppen. Änderungen im Frontverlauf hat es demnach nicht gegeben. Mit diesem Samstag beginne der 290. Tag des Krieges, gezählt ab dem Tag der großangelegten russischen Invasion, dem 24. Februar.

+++ 07:06 Ukraine meldet neue russische Raketenangriffe auf zivilie Infrastruktur +++
Russland hat am Freitagabend erneut zivile Ziele mit Raketen beschossen. Das meldet die Militärverwaltung der nordöstlich von Kiew gelegenen Region Sumy. Demnach schlugen die Geschosse bei Welyka Pyssariwka, nahe der russischen Grenze, ein. Es sei "erheblicher Schaden" entstanden. Personenschäden wurden nicht gemeldet.

+++ 06:40 Erstes afrikanisches Land liefert Panzer an Ukraine +++
Die Verhandlungen zwischen Marokko und den USA sind schon seit Tagen bekannt, jetzt fällt die Entscheidung: Die Regierung in Rabat hat zugestimmt, als erste auf dem afrikanischen Kontinent Panzer an die Ukraine zu liefern. Das Land will demnach T-72 Panzer zur Verfügung stellen, von dem es über Dutzende verfügt. Offiziell verhielt sich Marokko in dem Konflikt bislang neutral. Bei UN-Abstimmungen zu dem Krieg enthielt sich Rabat. Der T-72 aus sowjetischer Produktion ist der meist eingesetzte Panzer in dem Krieg. Er gilt zwar technisch als veraltet, ist aber robust und den ukrainischen Kräften vertraut.

+++ 06:14 Norwegen gibt Ukraine 95 Millionen Euro für Wiederaufbau von Infrastruktur +++
Norwegens Regierung kündigt an, den Aufbau der von Russland zerstörten Infrastruktur mit 100 Millionen Kronen (rund 95 Millionen Euro) zu unterstützen. Das Geld werde über den bei der Weltbank angesiedelten Hilfs- und Wiederaufbaufonds für die Ukraine fließen, an den auch andere Staaten bereits Beträge überwiesen haben, um das angegriffene Land zu unterstützen. Nach Weltbank-Angaben kamen bis Ende November über den Fonds Zusagen in Höhe von 17,8 Milliarden Dollar (16,9 Milliarden Euro) zusammen.

+++ 04:48 Zwangsrekrutiert? "Memorial" berichtet von verschleppten Männern +++
Obwohl die Teilmobilisierung in Russland offiziell beendet ist, sollen am Freitag mehrere Männer in Moskau gewaltsam in ein Einberufungsbüro gebracht worden sein. Das schreibt die in Russland verbotene Menschenrechtsorganisation Memorial auf Telegram. "Mehr als zehn Männer" seien direkt auf der Straße oder am Arbeitsplatz aufgegriffen worden, einer sei aus einem Café entführt worden. Die Männer befänden sich wohl noch immer im Rekrutierungsbüro, inzwischen gebe es aber keinen Kontakt mehr zu ihnen.

+++ 03:19 Krauss-Maffei-Chef: "Bundeswehr ausgepresst wie eine Zitrone" +++
Frank Haun, Chef von Europas größtem Panzerbauer Krauss-Maffei Nexter, sieht die Bundeswehr nur bedingt abwehrbereit. Der Krieg in der Ukraine habe gezeigt, dass wir die Bundeswehr brauchen, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Aber sie sei "in den vergangenen Jahren ausgepresst worden wie eine Zitrone. Wir sollten nicht glauben, dass aus dem Überbleibsel wieder eine Zitrone wird, wenn wir lediglich Fruchtsaft im Wert von 100 Milliarden Euro da hineinpumpen". Es fehle der Bundeswehr derzeit an allem, "vor allem an Raketen- und Rohrartillerie", das sei die Erkenntnis, die man aus dem Krieg in der Ukraine ziehen müsse. Das von der Regierung beschlossene 100 Milliarden Euro Sondervermögen kann für Haun nur der Anfang der Nachrüstung der Bundeswehr sein.

+++ 01:57 Nahles lobt Integrationsbereitschaft ukrainischer Geflüchteter +++
Arbeitsagentur-Chefin Andrea Nahles bescheinigt Geflüchteten aus der Ukraine einen großen Willen zur Integration in Deutschland. 59.000 hätten inzwischen eine sozialversicherungspflichtige Arbeit, weitere 18.000 einen Minijob. 116.000 machten derzeit Integrationskurse. Ein Problem bei der Arbeitssuche sei aber die Sprache. "Zwar sprechen nach unseren Erhebungen etwa 15 Prozent von den ukrainischen Flüchtlingen etwas Deutsch, aber sie können oft kein Englisch", sagt die ehemalige Bundesarbeitsministerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Deshalb seien die Geflüchteten "mehrheitlich" in gering qualifizierten Tätigkeiten untergekommen.

+++ 00:44 Putin: Russland könnte Präventivschlag in seine Militärdoktrin aufnehmen +++
Der russische Präsident Wladimir Putin erwägt, die Möglichkeit von Präventivschlägen gegen andere Länder in die Militärdoktrin des Landes aufzunehmen. Ein solcher Angriff könnte möglich werden, um einen anderen Staat zu entwaffnen, sagt der Kreml-Chef in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. "Die USA haben das Konzept des Präventivschlags", so Putin auf die Frage eines Journalisten. Vielleicht müsse Moskau die US-Ideen "übernehmen, um die eigene Sicherheit zu garantieren". Zugleich fügt der Kreml-Chef hinzu: "Wir denken im Moment nur darüber nach."

+++ 23:18 Belarus lässt ukrainische Getreidelieferungen passieren +++

Belarus will den Transport von ukrainischem Getreide über das eigene Staatsgebiet erlauben, das für den Export von litauischen Häfen aus bestimmt ist. Für die Übereinkunft gebe es keine Vorbedingungen, teilt ein UN-Sprecher mit. UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte sich zuvor mit dem stellvertretenden Außenminister von Belarus, Juri Ambrasewitsch, in New York getroffen. Ambrasewitsch wiederholte dabei die Bitte seiner Regierung, eigene Düngemittel ausführen zu dürfen, die derzeit Sanktionen unterliegen.

+++ 22:18 EU-Staaten frieren fast 19 Milliarden Euro russisches Vermögen ein +++
Die Mitgliedsstaaten der EU haben im Rahmen von Sanktionen Vermögenswerte russischer Oligarchen und Unternehmen im Wert von 18,9 Milliarden Euro eingefroren. Wie aus EU-Statistiken hervorgeht, die die Nachrichtenagentur AFP einsehen kann, liegt Belgien mit eingefrorenem Vermögen im Wert von 3,5 Milliarden Euro an der Spitze, dahinter folgen demnach Luxemburg mit 2,5 Milliarden Euro, Italien mit 2,3 Milliarden und Deutschland mit 2,2 Milliarden. Irland, Österreich, Frankreich und Spanien haben laut den bis zum 25. November gemeldeten Daten ebenfalls jeweils russisches Vermögen im Wert von mehr als eine Milliarde Euro eingefroren.

+++ 21:51 Russland steht vor Rekordüberschuss in Leistungsbilanz +++
Russland steuert wegen hoher Einnahmen aus dem Export von Öl, Gas und anderen Rohstoffen auf einen Rekordüberschuss in seiner Leistungsbilanz zu. Dieser hat sich von Januar bis November mehr als verdoppelt, wie die Zentralbank in Moskau mitteilt. Der Überschuss summiert sich auf 225,7 Milliarden Dollar, während er ein Jahr zuvor noch bei 108,6 Milliarden Dollar gelegen hatte. In der Leistungsbilanz werden sämtliche Transaktionen mit dem Ausland erfasst, von Waren bis hin zu Dienstleistungen. Russland profitiert von den weltweit hohen Rohstoffpreisen, durch die seine Exporteinnahmen ankurbelt werden. Zugleich sinken aber die Importe infolge der westlichen Sanktionen, die nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar verhängt wurden. Dem Institute of International Finance zufolge sind die Exporte für einen Großteil des Überschusses in der Leistungsbilanz verantwortlich. Die Einfuhren erholen sich nur allmählich. Russland versucht, sich neue Partner zu erschließen.

+++ 21:25 Selenskyj: Russen haben Bachmut zerstört +++
Die Lage in wichtigen Gebieten des Donbass in der Ostukraine bleibt nach Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sehr schwierig. Die ukrainischen Streitkräfte wehrten die russischen Angriffe ab, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die russische Armee habe hohe Verluste erlitten. Die russischen Soldaten hätten allerdings die Stadt Bachmut zerstört, eines der Epizentren der jüngsten Kämpfe, ergänzt Selenskyj.

+++ 20:52 Alle Wärme- und Wasserkraftwerke der Ukraine beschädigt +++
Wegen der russischen Angriffe auf das ukrainische Energienetz müssen die Menschen den ganzen Winter über mit Stromabschaltungen rechnen. Das sagt Regierungschef Denys Schmyhal bei einer Kabinettssitzung in Kiew. Zwar sei die Lage gegenwärtig "unter Kontrolle", doch gebe es durch die Schäden weiter Mängel bei der Stromversorgung. "Alle Wärme- und Wasserkraftwerke des Landes wurden beschädigt." Dazu seien etwa 40 Prozent der Hochspannungsnetzanlagen unterschiedlich stark beschädigt. "Daher sind in den meisten Regionen die Einschränkungen in der Stromversorgung immer noch erheblich", bilanziert er. "Seien wir ehrlich, dass wir diesen Winter ständig unter den Bedingungen eines begrenzten Stromverbrauchs leben werden", sagte er nach Angaben der Staatsagentur Unian. Dabei müssten Prioritäten gesetzt werden.

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+++ 20:32 Rheinmetall entwickelt neue Flugabwehrsysteme für die Ukraine +++
Der deutsche Rüstungsbauer Rheinmetall bastelt eine Neuentwicklung für das ukrainische Militär. Zwei Flugabwehrsysteme vom Typ Skynex wird der Konzern nach Angaben des "Handelsblatt" fertigen. Sie sollen Anfang des Jahres 2024 geliefert werden und insgesamt 182 Millionen Euro kosten. Skynex ähnelt dem deutschen Gepard-Panzer, der Attacken von Drohnen oder Marschflugkörpern abwehrt. Die Kosten soll die Bundesregierung tragen.


Die früheren Entwicklungen im Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, ino/rts/AFP/dpa/DJ

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