Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 09:31 Ukrainische Truppen bei schwerem Busunfall in Lettland verletzt +++

Bei einem schweren Verkehrsunfall in Lettland werden mehrere Angehörige der ukrainischen Streitkräfte verletzt. Nach offiziellen Angaben befanden sie sich in einem von der estnischen Armee gecharterten Bus, der am Samstagabend bei Ainazi im Norden des baltischen EU- und NATO-Landes nahe der Grenze zu Estland frontal mit einem Lastwagen zusammenstieß. Dabei starb der estnische Fahrer des Busses. Drei Personen wurden in ernstem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert, 23 Personen erlitten weniger schlimme Verletzungen, wie der lettische Rettungsdienst informierte. Nach Angaben der estnischen Armee befindet sich unter den Verletzten ein estnischer Soldat. Bei den übrigen verletzten Businsassen handle es sich um ukrainische Truppen, teilen die Streitkräfte in Tallinn mit. Nähere Angaben zu deren Aktivitäten in den baltischen Staaten werden keine gemacht.

+++ 09:06 USA erwägen Lieferung von Waffensystem mit 150 Kilometer Reichweite +++
Die USA erwägen Insidern zufolge, die Ukraine mit Waffen zu versorgen, die weit in russisches Gebiet reichen können. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Boeing habe sein System GLSDB (Ground-Launched Small Diameter Bomb) ins Spiel gebracht, bei dem kleine, billige Präzisionsbomben auf zahlreich vorhandene Raketen montiert werden können, heißt es in Industriekreisen. Es handele sich aber um einen von etwa sechs Plänen, wie die Ukraine mit weiteren Waffen versorgt werden könne. Das System von Boeing könnte ab dem Frühjahr 2023 geliefert werden. Es verbindet die Bombe GBU-39 mit M26-Raketen, beides in großer Anzahl in US-Lagern vorhanden. Die Reichweite dieses Systems beträgt 150 Kilometer und wurde von Boeing zusammen mit SAAB seit 2019 entwickelt. Weder Boeing noch das US-Verteidigungsministerium wollten sich zu den Informationen äußern. Je länger der russische Krieg gegen die Ukraine dauert, desto mehr Nachschub an Waffen braucht die Ukraine. Von den USA bekommt das Land bereits Raketen des Typs HIMARS.

+++ 08:45 Ukrainischer Botschafter bittet um Generatoren und Waffensysteme +++
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksij Makejew, bittet um weitere Unterstützung aus Deutschland. Sein Land benötige wegen der gezielten russischen Angriffe auf die Stromversorgung Generatoren und auch Transformatoren, sagt Makejew im ZDF-"Morgenmagazin". Daneben gehe es aber auch weiter darum, den Grund der Zerstörung zu bekämpfen. "Deswegen bräuchten wir Luftabwehrsysteme und Waffen", sagt Makejew. Wie der Botschafter sagte, wolle die Ukraine weiterhin auch schwere Kampfgeräte wie Panzer. "Wir sind jetzt mit der Bundesregierung in vertrauensvollem Dialog darüber", sagte Makejew. "Wir brauchen Waffen, um diesen Krieg zu gewinnen." Den Krieg zu gewinnen bedeute, das ganze Territorium der Ukraine wieder unter ukrainische Kontrolle zu bekommen - inklusive der 2014 annektierten Krim, stellt er klar.

+++ 08:25 Pro-russische Verwaltung: AKW bleibt unter russischer Kontrolle +++
Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja bleibt nach Angaben der von Russland eingesetzten Verwaltung in Enerhodar unter russischer Kontrolle. Die Besatzungsverwaltung in der südukrainischen Stadt, in der das AKW liegt, reagiert damit auf Äußerungen des Chefs des ukrainischen Energieversorgers Energoatom. Dieser hat am Sonntag gesagt, seit einigen Wochen erhalte man Informationen, wonach es Anzeichen dafür gebe, dass sich die russischen Truppen möglicherweise auf einen Rückzug vorbereiten. Er verwies auf russische Medienberichte, in denen eine mögliche Übergabe der Kontrolle über das AKW an die internationale Atomenergiebehörde IAEA als lohnenswert bezeichnet werde. "Diese Informationen sind nicht wahr", erklärt dazu die Besatzungsverwaltung auf Telegram. Die Medien verbreiteten die falsche Information, dass Russland angeblich plane, sich aus Enerhodar zurückzuziehen und das AKW zu verlassen. Russland hat das AKW Saporischschja im März unter seine Kontrolle gebracht. Betrieben wird es weiterhin von ukrainischem Personal.

+++ 08:10 "Es ist albern" - Klitschko verurteilt Selenskyjs Kritik +++
In der Eiseskälte des von den russischen Besatzern befreiten Cherson laufen die Evakuierungen. Die Menschen hier fürchten, die Stadt könne ein "zweites Mariupol" werden. In der Hauptstadt Kiew gibt es indes Streit zwischen Präsident Selenskyj und Bürgermeister Klitschko.

+++ 07:39 Ukraine: Russen haben Großstadt Nowa Kachowka verlassen +++
Alle russischen Kräfte haben Nowa Kachowka, die zweitgrößte Stadt in der Region Cherson, verlassen. Das berichtet das ukrainische Militär unter Berufung auf den örtlichen Untergrundwiderstand. Bei den "Kollaborateuren", die die Stadt verlassen haben, handele es sich nicht nur um Personen, die Positionen in der Besatzungsverwaltung innehätten, sondern auch um solche, die an gemeinsamen Razzien mit den russischen Streitkräften gegen die örtliche Bevölkerung teilgenommen haben. Dabei hätten sie die Einwohner eingeschüchtert und gezwungen, den russischen Forderungen nachzukommen. Die Kollaborateure hätten die Stadt aus Angst verlassen, dass die Ukraine sie bald von der russischen Besatzung befreien könnte.

+++ 06:55 ISW: Russland befürchtet ukrainische Offensive an Kinburn Nehrung +++
Die russischen Stellungen auf der Kinburn Nehrung deuten darauf hin, dass Russland mit einer ukrainischen Gegenoffensive über den Fluss Dnipro rechnet. Das berichtet das Institute of the Study of War in seinem aktuellen Bericht. Russlands derzeitige Befestigungen auf der Nehrung scheinen nicht in der Lage zu sein, eine ukrainische Gegenoffensive zu verteidigen, so das ISW. Vielmehr rechnen die russischen Streitkräfte "sehr wahrscheinlich" damit, dass die Ukraine die Nehrung einnehmen wird. Das Vorrücken der ukrainischen Streitkräfte auf das Festland in der Oblast Cherson solle aber jedoch durch mehrschichtige Verteidigungslinien verhindert werden.

+++ 06:29 Mehr als 4,7 Millionen ukrainische Flüchtlinge mit temporärem Schutzstatus +++
Nach den neuesten Zahlen der Vereinten Nationen haben sich bis letzte Woche 4.751.065 Flüchtlinge aus der Ukraine für einen vorübergehenden Schutzstatus oder einen ähnlichen Status registrieren lassen. Polen, Deutschland und die Tschechische Republik liegen dabei an der Spitze. Insgesamt wurden in ganz Europa rund 7,8 Millionen ukrainische Flüchtlinge registriert.

+++ 05:06 Minister betont Bedeutung von NATO-Präsenz vor Norwegens Küste +++
Norwegens Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram hat die Wichtigkeit der Präsenz von Verbündeten in den Gewässern vor der Küste seines Landes hervorgehoben. "Unsere Infrastruktur ist jetzt für ganz Europa wichtig", sagt Gram der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Nach dem Ende der russischen Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 ist Norwegen wichtigster Gaslieferant Deutschlands und Westeuropas.

+++ 03:56 Ukraine klagt über Verzögerung bei Getreide-Export +++
Russland beschränkt ukrainischen Angaben zufolge weiterhin die Getreide-Ausfuhren durch die Verzögerung von Schiffskontrollen. "Es war üblich, 40 Inspektionen pro Tag durchzuführen, jetzt gibt es aufgrund der Position Russlands fünfmal weniger Kontrollen", schreibt der ukrainische Infrastrukturminister Olexander Kubrakow auf seiner offiziellen Facebook-Seite. Im Oktober verließen rund 4,2 Millionen Tonnen Getreide die ukrainischen Häfen, im November sollen laut Kubrakow nicht mal drei Tonnen exportiert werden. 77 Schiffe warteten in der Türkei auf die Inspektionen, obwohl die drei Schwarzmeerhäfen nur zur Hälfte ausgelastet seien. Russland hatte die für die weltweiten Nahrungsmittel-Exporte wichtige Verlängerung des Getreide-Abkommens mit der Ukraine Mitte November bestätigt.

+++ 02:15 Britischer Premier will massive Militärhilfe fortführen +++
Der britische Premierminister Rishi Sunak will keine Abstriche an den von seinen Vorgängern der Ukraine gewährten Hilfen vornehmen. Das geht aus einer auszugsweise veröffentlichten Rede hervor, die der Regierungschef heute halten will. "Wir werden an der Seite der Ukraine stehen, solange das nötig ist. Und wir werden das Niveau unserer militärischen Hilfen im kommenden Jahr halten oder erhöhen. Und wir werden neue Hilfen für die Luftverteidigung geben", wird Sunak sagen. Großbritannien ist nach nationalen Angaben mit 2,3 Milliarden Pfund (2,7 Mrd Euro) nach den USA das Land mit den größten Rüstungshilfen für die Ukraine.

+++ 00:13 Klitschko wehrt sich gegen Selenskyjs Kritik +++
Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, wehrt sich gegen Vorwürfe von Präsident Wolodymyr Selenskyj, nicht genug zum Schutz der Bürger angesichts von Energieausfällen und winterlichen Temperaturen zu tun. Es gebe 430 sogenannte Wärme-Zentren für die Kiewer, weitere Hundert seien geplant, falls sich die Lage weiter zuspitzen sollte, erklärt Klitschko. "Ich will nicht in politische Streitereien verwickelt werden", schreibt er auf Telegram. "Das ist sinnlos. Ich habe Dinge in der Stadt zu erledigen." Selenskyj hatte vergangene Woche moniert, ihn erreichten viele Klagen über die in der Hauptstadt angesichts der Schäden an der Infrastruktur ergriffenen Maßnahmen.

+++ 23:17 Selenskyj stellt Ukrainer auf harten Winter ein +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellt seine Landsleute auf einen harten Winter mit heftigen russischen Angriffen ein. "Solange sie Raketen haben, werden sie nicht ruhen", sagt Selenskyj in seiner Videoansprache am Abend über die russischen Soldaten. Die ukrainische Armee bereite sich auf die Abwehr von weiterem Beschuss vor. "Russland versucht in diesem Winter, die Kälte gegen die Menschen einzusetzen", sagt Selenskyj zudem mit Blick auf die gezielten Angriffe Moskaus auf ukrainische Strom- und Wärmekraftwerke. Er ruft die Ukrainer auf, hilfsbedürftige Mitmenschen in der kalten Jahreszeit besonders zu unterstützen. Nun sei Zusammenhalt gefragt. "Zusammen werden wir alles überstehen", betont der Staatschef.

+++ 22:05 Erstmals seit Befreiung: Cherson wieder am Stromnetz +++
Die Ukraine hat weitere Fortschritte bei der Stromversorgung der kürzlich befreiten Gebietshauptstadt Cherson im Süden ihres Landes gemeldet. Mittlerweile seien rund 17 Prozent der Haushalte wieder ans Elektrizitätsnetz angeschlossen, teilt Gebietsgouverneur Jaroslaw Januschewytsch am Abend mit. Der Vizechef des Präsidialamtes, Kyrylo Tymoschenko, veröffentlicht auf Telegram ein im Dunkeln aufgenommenes Foto, auf dem einzelne erleuchtete Häuserfenster zu sehen sind. Nach mehreren Monaten unter russischer Besatzung hatte die ukrainische Armee die Stadt Cherson und weitere Orte des gleichnamigen Gebiets Mitte November zurückerobert. Seitdem ist die Stadt mit ihren einst 300.000 Einwohnern nicht nur heftigen russischen Angriffen ausgesetzt, sondern kämpft auch mit massiven Problemen bei der Strom-, Wärme- und Wasserversorgung.

+++ 21:15 "Vor Weihnachten": Kiew zeigt lächelnde HIMARS +++
Den Ukrainern ist trotz Kälte und Blackouts das Lachen nicht vergangen. Das Verteidigungsministerium in Kiew zeigt das Foto eines grinsenden Raketenwerfers. "In Erwartung von Weihnachten sammelt ein lächelnder HIMARS Besatzer unter dem Weihnachtsbaum", heißt es in dem Tweet des Ministeriums. In den sozialen Medien kursieren Filme, wie Zivilisten ohne Strom mit viel Phantasie kochen und heizen.

Die früheren Entwicklungen im Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, vpe/hul/rts/AFP/dpa

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