Politik

Bildungsprobleme türmen sich auf 1,5 Millionen Junge ohne Beruf

Kein Schulabschluss - keine Lehre. Diese Logik macht in Deutschland immer mehr Probleme. Fast 1,5 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 29 Jahren sind inzwischen ohne Berufsausbildung. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind in einer Bildungsnation extrem gering.

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Je schlechter die Ausbildung, desto größer das Risiko, auf staatliche Transferleistungen angewiesen zu sein.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nahezu 1,5 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 29 Jahren haben in Deutschland keinen Berufsabschluss und befinden sich auch nicht mehr in Qualifizierungsmaßnahmen. 46 Prozent davon haben einen Migrationshintergrund. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Bundestagsfraktion hervor.

Unter den insgesamt 1,484 Millionen ungelernten jungen Menschen sind 729.000 Frauen (49,1 Prozent). Auch in der Berufsbildung entscheiden soziale Herkunft und beruflicher Status der Eltern weitgehend über Erfolg oder Nichterfolg. "Verfügen Vater und Mutter sowohl über einen Schul- als auch einen Berufsabschluss, bleiben Jugendliche seltener ungelernt", heißt es laut Bundestagspressedienst. Bei 60 Prozent der ungelernten jungen Menschen hat mindestens ein Elternteil auch keinen Schul- oder Berufsabschluss.

Die Bundesregierung verweist zugleich auf eine Untersuchung, nach der junge Menschen mit gering qualifizierten Eltern wiederum selbst überdurchschnittlich häufig an unterstützenden Maßnahmen beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung teilnehmen müssen.

Staat strebt Prävention an

Ziel der Qualifizierungsoffensive von Bund und Ländern sei es, die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss auf 4 Prozent und der jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss auf 8,5 Prozent zu senken. Derzeit verlassen pro Jahr knapp 60.000 Jugendliche (7 Prozent) die Schule ohne Hauptschulabschluss. Laut Bildungsbericht 2010 von Bund und Ländern gelten 17 Prozent der jungen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren als ungelernt.

Mit mehr vorbeugenden Maßnahmen will die Bundesregierung die Voraussetzung dafür schaffen, dass zukünftig deutlich weniger junge Menschen beim Übergang von der Schule in die Ausbildung scheitern und ohne Berufsabschluss bleiben. Dabei wird auch auf die vom Bundesbildungsministerium kürzlich gestarteten "Bildungsketten" verwiesen. Abschlussgefährdete Schüler werden im Rahmen dieses Programmes in ihren letzten Schuljahren pädagogisch begleitet. Zugleich werden erste Kontakte zur Berufspraxis vermittelt.

Quelle: n-tv.de, dpa

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