Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 11:12 Jäger: "Russland könnte Atomwaffen zur Warnung einsetzen" +++

Die zunehmend verzweifelt erscheinenden Entscheidungen in Russland lassen die Angst vor einem Einsatz atomarer Waffen steigen. Mit einem ausgewachsenen Atomkrieg rechnet Politikexperte Thomas Jäger nicht, aber ein symbolischer Schlag über dem schwarzen Meer sei beispielsweise denkbar.

+++ 10:38 Mann eröffnet Feuer in russischem Rekrutierungszentrum +++
In Russland hat ein Mann in einem Einberufungszentrum in Sibirien nach Angaben des örtlichen Gouverneurs das Feuer eröffnet und einen dort arbeitenden Militärangehörigen verletzt. "In Ust-Ilimsk hat ein junger Mann auf das Militärregistrierungs- und Einberufungsbüro geschossen", erklärt Igor Kobsew, der Gouverneur von Irkutsk, auf Telegram. Der verwundete Militärangehörige sei lebensgefährlich verletzt worden. "Der Schütze ist sofort verhaftet worden und wird definitiv bestraft werden", führt Kobsew fort. Nach Angaben des Ermittlungskomitees ist der Verdächtige ein 25-jähriger Bewohner der Stadt Ust-Ilimsk.

+++ 10:15 Munz: "Das wird eine ereignisreiche Woche in Russland" +++
Etwa 250.000 Menschen sollen Russland nach der Teilmobilmachung bereits verlassen haben. Jetzt will Putin offenbar die Grenzen für Reservisten schließen lassen. ntv-Reporter Rainer Munz berichtet über den wachsenden Widerstand in Russland und schätzt die Gefahr eines möglichen russischen Atomschlags ein.

+++ 09:39 Selenskyj: Weitere Massengräber in Isjum entdeckt +++
In der zurückeroberten Stadt Isjum sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zwei weitere Massengräber gefunden worden. Es gehe um "große Gräber mit Hunderten von Menschen", sagt Selenskyj in einem Interview mit CBS. Er fordert zudem eine Fortsetzung der Sanktionen gegen Russland. "Diese Sanktionen werden sowohl politische als auch finanzielle Auswirkungen haben."

+++ 09:04 ISW: Teilmobilmachung stellt Russland vor Probleme +++
Das US-Militärinstitut ISW glaubt nicht, dass Moskaus Teilmobilmachung einen schnellen Effekt auf dem Schlachtfeld haben wird. "Die russischen Streitkräfte haben seit mindestens 2008 keine Bedingungen für eine groß angelegte Mobilisierung geschaffen und nicht die Art von Reservekräften aufgebaut, die für eine sofortige Mobilisierung erforderlich sind", teilen die Analysten mit.

+++ 08:15 London: Russland fehlt es an militärischen Ausbildern +++
Das britische Verteidigungsministerium geht davon aus, dass Russland vor großen Herausforderungen steht, die durch die Teilmobilmachung eingezogenen Männer kriegsbereit zu machen. Der Mangel an militärischen Ausbildern und die Eile, mit der Moskau die Mobilisierung begonnen hat, legen nahe, dass viele der eingezogenen Männer mit minimaler Vorbereitung an die Front verlegt werden, teilt die Behörde auf Twitter mit. Hohe Verluste seien daher wahrscheinlich.

+++ 07:32 Ukraine: Russische Kamikaze-Drohnen attackieren Ziele bei Odessa +++
Nach Angaben des ukrainischen Militärs haben russische Truppen militärische Ziele in der Region Odessa mit Kamikaze-Drohnen angegriffen. Ein Großbrand sei ausgebrochen und Munition sei explodiert, teilt das Kommando Süd der ukrainischen Streitkräfte mit. Eine Drohne sei von der Luftabwehr abgefangen worden. Bislang gebe es keine Informationen über Opfer.

+++ 06:59 Ukraine meldet Zerstörung von Munitionslagern im Süden +++
Das ukrainische Militärkommando "Süd" meldet die Zerstörung von fünf russischen Munitionsdepots. Außerdem seien 43 russische Soldaten getötet sowie drei Panzer, ein selbstfahrendes Artilleriesystem und neun gepanzerte Fahrzeuge zerstört worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

+++ 06:26 Israel nimmt verwundete ukrainische Soldaten auf +++
Israel nimmt 20 verwundete ukrainische Militärangehörige zur medizinischen Behandlung auf. Das berichtet der israelische Botschafter in der Ukraine, Michael Brodsky, auf Twitter. "Die Behandlung umfasst Prothetik und Rehabilitation", schreibt er.

+++ 06:00 Duma könnte schon am Donnerstag über Annexionen beraten +++
Das russische Parlament könnte bereits am Donnerstag über Gesetzesentwürfe zur Eingliederung der Gebiete Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja diskutieren. Dies berichten russische Nachrichtenagenturen mit Bezug auf ungenannte Quellen. Der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti zufolge könnte Putin am Freitag vor dem Parlament sprechen.

+++ 04:30 Ukraine: Russland schickt Rekruten ohne Schulung an die Front +++
Nach Informationen des ukrainischen Generalstabs schickt Russland im Rahmen der Teilmobilisierung Wehrpflichtige direkt an die Front. Die Rekruten würden nach ihrer Einziehung keine weitere militärische Ausbildung durchlaufen, meldet "Kyiv Independent" unter Berufung auf den Generalstab. Aus diese Weise sollten schnell Einheiten aufgestockt werden, die starke Verluste erlitten hätten.

+++ 02:11 Bürgermeister von Melitopol rechnet mit russischer Rekrutierung in besetzten Gebieten +++
Der Bürgermeister der von Russland besetzten Stadt Melitopol im Südosten der Ukraine, Iwan Fedorow, befürchtet, dass auch Ukrainer in diesen Regionen für den russischen Kriegsdienst rekrutiert werden. "Sie werden die Männer dazu zwingen, in ihren Streitkräften zu kämpfen", sagt Fedorow den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ein vergleichbares Vorgehen der russischen Besatzungstruppen sei bereits in den Regionen Donezk und Luhansk zu beobachten. Die Männer dort hätten "keine Chance, nein zu sagen", so Fedorow. "Wir haben unseren Männern geraten, Melitopol Richtung Krim zu verlassen und von dort nach Georgien oder in die Europäische Union zu reisen", so der Bürgermeister. Aber jetzt seien die Stadt und die Dörfer in der Region durch die Russen abgeriegelt.

+++ 00:13 Slowakei gegen generelle Visavergabe an russische Kriegsdienstverweigerer +++
Das Ukraine-Nachbarland Slowakei lehnt die generelle Aufnahme russischer Kriegsdienstverweigerer ab. "Die Slowakei beurteilt jeden Einzelfall individuell", erklärt Außenamtssprecher Juraj Tomaga. Die Slowakei vergebe zwar grundsätzlich Visa aus humanitären Gründen, es gebe aber keine eindeutige Regel, nach der auch Kriegsdienstverweigerung als Grund dafür ausreiche. Damit nimmt die Slowakei eine ähnliche Position ein wie die baltischen Staaten, Tschechien und Polen.

+++ 22:57 Selenskyj: Russlands Mobilisierung bedroht ethnische Minderheiten +++
Die russische Teilmobilmachung trifft laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ethnische Minderheiten besonders hart. "Wir sehen, dass Menschen, besonders in Dagestan, angefangen haben, um ihr Leben zu kämpfen", sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Er bezieht sich auf heftige Proteste, die Stunden zuvor in der muslimisch geprägten russischen Teilrepublik Dagestan ausgebrochen waren. "Ich betone einmal mehr: Es gibt keinen Ausweg", sagt Selenskyj. "Flieht. Oder begebt euch bei der ersten Gelegenheit in ukrainische Gefangenschaft." Dagestan gehört zu den Regionen Russlands, aus denen Beobachtern zufolge besonders viele Männer eingezogen werden. Aktivisten beklagen, dass Angehörige ethnischer Minderheiten besonders stark von der Mobilmachung betroffen sind und sprechen deshalb teils sogar von "ethnischen Säuberungen".

+++ 22:16 Ministerium: Sieben Getreide-Schiffe stechen in See +++
Nach Angaben des ukrainischen Infrastrukturministeriums verlassen sieben weitere Getreide-Schiffe Häfen in der Oblast Odessa. Die Schiffe hätten mehr als 146.000 Tonnen Getreide geladen. Somit seien fast 220 Schiffe mit insgesamt 4,8 Millionen Tonnen Getreide von ukrainischen Häfen in See gestochen seit sich Kiew und Moskau im Juli auf das Getreideabkommen geeinigt hatten, heißt es weiter. Das Abkommen ermöglicht die Freigabe ukrainischer Getreideexporte über das Schwarze Meer, die vor allem von armen Ländern dringend gebraucht werden. Wegen des Krieges waren Häfen an der ukrainischen Schwarzmeerküste monatelang blockiert.

+++ 21:44 Brite berichtet über Folter in russischer Gefangenschaft +++
Ein durch einen Gefangenenaustausch im Ukraine-Krieg freigekommener Brite spricht in einem Interview von Folter in russischer Gefangenschaft. Er sei während Verhören wiederholt mit einem Schlagstock geprügelt und gezwungen worden, die russische Nationalhymne zu singen, sagt Aiden Aslin der britischen Zeitung "The Sun". Außerdem habe ihm ein Offizier mit einem Messer in den Rücken gestochen. Aslin ist einer von fünf Briten, die am Mittwoch aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Riad ausgeflogen wurden. Der 28-Jährige lebte zu Beginn des Krieges in der Ukraine und diente im dortigen Militär. Er wurde bei Kämpfen um Kiew gefangen genommen und im Juni von prorussischen Separatisten in Donezk als Söldner zum Tode verurteilt. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 21:18 Selenskyj schließt Verhandlungen nach Annexion aus +++
Eine Annexion ukrainischer Gebiete durch Russland macht Verhandlungen mit dem Kreml aus Sicht des ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj unmöglich. Die Regierung in Moskau könne den Abschluss der Abstimmungen und die Ergebnisse offiziell verkünden. "Dies würde eine Fortsetzung der diplomatischen Verhandlungen mit dem Präsidenten der Russischen Föderation auf jeden Fall unmöglich machen", sagt Selenskyj in einem Interview mit CBS News laut Transkript. Kremlchef Wladimir Putin wisse das sehr gut. Seit Freitag wird in den vier russisch besetzten Gebieten Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja in Scheinreferenden über einen Beitritt zu Russland abgestimmt. Erwartet wird, dass Putin die Gebiete schon am Freitag in die Russische Föderation aufnehmen könnte.

+++ 20:53 Serbien will Scheinreferenden nicht anerkennen +++
Trotz der guten Beziehungen Serbiens zu Moskau wird die Regierung in Belgrad die Ergebnisse der Scheinreferenden in den von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine nicht anerkennen. Eine Anerkennung dieser Scheinreferenden "würde völlig gegen unsere nationalen und staatlichen Interessen, die Wahrung der Souveränität und territorialen Integrität und die Unverletzlichkeit der Grenzen verstoßen", sagt Serbiens Außenminister Nikola Selakovic Medienberichten zufolge. Dabei bezieht sich Selakovic auf die aus Belgrader Sicht vorliegende Parallele zwischen Russlands Angriff auf die Ukraine und dem Kosovo-Problem. Die ehemalige serbische Provinz Kosovo hatte 2008 ihre Unabhängigkeit erklärt. Diese wird von Serbien nicht anerkannt, wohl aber von den meisten anderen Staaten.

Frühere Entwicklungen rund um den Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, jpe/ino/rts/AFP/dpa

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