Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 11:51 Geisterstädte in der Ostukraine nach Eroberung durch Russen +++

In der von Russland eroberten Stadt Lyssytschansk im Osten der Ukraine bleiben nach ukrainischen Angaben von einst mehr als 100.000 Einwohnern nur noch wenige Tausend übrig. Der Militärgouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, nennt im ukrainischen Fernsehen eine Größenordnung von etwa 10.000. In der Nachbarstadt Sjewjerodonezk, die sich ebenfalls unter russischer Kontrolle befindet, seien nur noch etwa 8000 Menschen verblieben. Auch dort lebten vor Beginn des Kriegs mehr als 100.000. Nach Hajdajs Angaben gibt es im Westen Lyssytschansks weitere Gefechte. In dem Ballungsraum sei inzwischen fast alles zerstört: Die Infrastruktur sei zu 90 Prozent beschädigt, 60 Prozent der Wohnhäuser seien zerstört.

+++ 11:25 "Westen könnte Ukraine zu Gebietsabtretungen drängen" +++
Die geschlossene Reaktion des Westens auf Russlands Überfall der Ukraine dürfte Putin überrascht haben. Viele Beobachter sprechen von einer Fehlkalkulation des russischen Präsidenten. Doch die Einheit bröckelt und der Druck auf die Ukraine wächst, erklärt Politikwissenschaftler Thomas Jäger.

+++ 11:08 Wereschtschuk: Russland übergibt Kiew mehr als 400 Leichen +++
Hunderte Leichen von getöteten Ukrainern wurden nach ukrainischen Angaben bislang von Russland an die Ukraine übergeben. Dies erklärte die stellvertretende Ministerpräsidentin, Iryna Wereschtschuk, wie die staatliche ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet. Es seien bereits mehr als 400 Leichen zurückgebracht worden, so Wereschtschuk. "Aber das ist definitiv nicht genug, denn wir wissen, dass es noch viel mehr Leichen gibt. Russland will seinen Bürgern keine Massentransporte von Leichen zeigen. Sie wissen, zu welcher Explosion das führen wird, also machen sie es fast heimlich." Wereschtschuk wies auch darauf hin, dass Russland die Identifizierung und Untersuchung der Verstorbenen nicht gemäß den europäischen Protokollen durchführe.

+++ 10:51 Tiktok sperrt offenbar umstrittenes Melnyk-Video +++
In der Debatte um Botschafter Andrij Melnyks Äußerungen über den ukrainischen Nationalistenführer Stepan Bandera sperrt Tiktok offensichtlich den entsprechenden Teil des Video-Interviews. Tilo Jung, der das Interview geführt hatte, schreibt bei Twitter: "Zensur von Journalismus: Melnyk Clip zu Bandera verstößt gegen 'Community Regeln'". Das Unternehmen stellt eine Erklärung im Laufe des Vormittags in Aussicht, wie der Mediendienst "Turi2" und der "Spiegel" berichten.

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+++ 10:38 Papst will nach Kiew - und zuerst nach Moskau +++
Papst Franziskus zieht eine Reise nach Moskau angesichts der russischen Invasion in der Ukraine in Betracht. Es habe Kontakte zwischen dem vatikanischen Staatssekretär Kardinal Pietro Parolin und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow über einen möglichen Besuch gegeben, sagt Franziskus der Nachrichtenagentur Reuters. Der Vatikan habe bereits vor einigen Monaten zum ersten Mal nach einer möglichen Reise nach Moskau gefragt. Damals sei die russische Antwort gewesen, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt sei. Aber Franziskus deutet nun an, dass sich in letzter Zeit etwas geändert haben könnte. "Ich würde gerne (in die Ukraine) reisen, und ich wollte zuerst nach Moskau." Nach seiner Rückkehr aus Kanada Ende Juli sei ein Besuch in der Ukraine denkbar.

+++ 10:17 Klingbeil bei ntv: "Man muss bei Putin mit dem Schlimmsten rechnen" +++
SPD-Parteichef Lars Klingbeil schaut besorgt auf die Gasknappheit in Deutschland. "Wir stehen vor dramatischen Monaten" sagt Klingbeil im "Frühstart" bei ntv. Zugleich appelliert er an die Bürger mitzuhelfen: "Wir müssen auch im privaten Bereich sparen." Klingbeil zufolge muss man erreichen, dass das Gas in der Industrie nicht rationalisiert wird. "Das hätte dramatische Folgen für den Arbeitsmarkt. Das müssen wir vermeiden, und dazu können alle beitragen." Mit Blick auf die anstehenden Wartungsarbeiten an der Gaspipeline Nordstream 1 sagt Klingbeil: "Es gibt eine Wahrscheinlichkeit, dass Putin nach den Wartungsarbeiten den Gashahn nicht mehr aufdreht." Dies hätte dramatische Folgen für Deutschland und Europa und daher müsste man sich mit diesem Szenario beschäftigen, so Klingbeil und betont: "Man muss bei Putin mit dem Schlimmsten rechnen."

+++ 10:02 Entwicklungsministerin Schulze sieht "immense Aufgabe" in Ukraine +++
Der Wiederaufbau der Ukraine werde "eine immense Aufgabe sein", erklärt Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze. Sie nimmt für Deutschland an der zweitägigen Konferenz in Lugano teil. Bei dem Treffen soll eine Art Marshall-Plan für das vom Krieg gebeutelte Land entworfen werden. Es sei wichtig, dass schon jetzt "die Weichen für einen nachhaltigen, reformorientierten Wiederaufbau der Ukraine" gestellt würden, erklärt Schulze. "Die Menschen in der Ukraine brauchen ein Dach über dem Kopf, eine Schule zum Lernen, intakte Stromnetze, eine sichere Wasserversorgung und vieles mehr", so die SPD-Politikerin. Sie wolle in Lugano dafür werben, dass es eine aktive Beteiligung aller Teile der Gesellschaft beim Wiederaufbau gebe.

+++ 09:45 Gouverneur: Russland nimmt nun Donezk in den Fokus +++
Die russischen Truppen werden sich nach Einschätzung des örtlichen Gouverneurs nun auf die Nachbarregion Donezk konzentrieren. Er rechne damit, dass vor allem die dortigen Städte Slowjansk und Bachmut angegriffen würden, sagt Gouverneur Serhij Hajdaj. Russland versuche, die vollständige Kontrolle über den Donbass zu erringen. Diese Region an der Grenze zu Russland besteht aus den ukrainischen Regionen Luhansk und Donezk.

+++ 09:23 Kiew: Munitionstransporte von der Krim nach Cherson +++
Russland transportiert nach ukrainischen Angaben Munition von der Krim in die Region Cherson. Wie "Kyiv Independent" unter Berufung auf den ukrainischen Generalstab berichtet, sollen russische Streitkräfte 17 Waggons mit Munition von der russisch besetzten Krim zu einem Bahnhof in Myrne im Gebiet Cherson transportieren. In Richtung Kramatorsk überqueren demnach russische Truppen den Fluss Siwerskij Donets und errichten Stellungen in der Umgebung von Lyssytschansk und Bilohoriwk.

+++ 09:07 London rechnet mit zermürbenden Kämpfen in Donezk +++
Nach der Eroberung von Luhansk wird sich Russland nun mit ziemlicher Sicherheit auf die Einnahme des Gebiets Donezk konzentrieren, das zu einem großen Teil unter der Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte steht. Dies schreibt das britische Verteidigungsministerium und beruft sich auf Geheimdienstinformationen. Der Kampf um den Donbass sei "mühsam und zermürbend, und es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich dies in den kommenden Wochen ändern wird", heißt es weiter.

+++ 08:47 Luhansk-Region nach Kämpfen - Nexta zeigt apokalyptische Bilder +++
Moskau begründet den Angriff auf die Ukraine auch mit der "Befreiung" der Bevölkerung im Donbass. Der Nachrichtenkanal Nexta veröffentlicht nun bei Twitter ein Video, das offenbar das ostukrainische Sjewjerodonezk nach der Eroberung durch die russische Armee zeigt.

+++ 08:34 Ukrainische Agrarexporte fallen drastisch +++
Nach dem Rückzug von der Schlangeninsel behauptete Russland, dass "die Ukraine nun am Zug sei", um die Getreideexporte zu verbessern. Tatsächlich hat aber die russische Invasion weiterhin verheerende Auswirkungen auf den ukrainischen Agrarsektor, wie das britische Verteidigungsministerium betont. Der Krieg habe die Lieferketten für Saatgut und Düngemittel, auf die die ukrainischen Landwirte angewiesen sind, erheblich gestört. Die russische Blockade von Odessa schränke die Getreideexporte der Ukraine weiterhin stark ein. "Aus diesem Grund werden die ukrainischen Agrarexporte im Jahr 2022 wahrscheinlich nicht mehr als 35 % des Gesamtwerts von 2021 betragen", heißt es weiter.

+++ 08:16 Bundesnetzagentur: Milliardenhilfen für Gaseinkäufe könnten nicht ausreichen +++
Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller warnt, dass die vom Bund bereitgestellten 15 Milliarden Euro nicht ausreichen könnten, um Gas einzukaufen und zu speichern. Weitere Staatshilfen könnten nötig werden. "Je weiter der Gaspreis steigt, desto teurer wird es, die gesetzlichen Speicherziele für den Oktober und den November zu erreichen", sagt Müller der "Wirtschaftswoche". Laut Gesetz sollen die Speicherstände zu den jeweiligen Monaten 80 und 90 Prozent betragen. "Als das kalkuliert wurde, lag der Gaspreis bei einem Niveau von 80 bis 85 Euro für die Megawattstunde." Derzeit liegt der Preis bei rund 130 Euro pro Megawattstunde. Wenn nach der planmäßigen Wartung im Juli durch Nord Stream 1 kein Gas mehr fließe, könne es in Deutschland zu einer Gasmangellage kommen.

+++ 07:55 Moskau zu Minsker Abkommen: "Kiewer Regime wird keine zweite Chance bekommen" +++
Das russische Außenministerium schließt ein weiteres Minsker Abkommen für die Ukraine aus. Dies schreibt Maria Zacharowa, Direktorin der Presseabteilung des russischen Außenministeriums, auf Telegram. Die Minsker Vereinbarungen seien für Kiew die Chance gewesen, den ukrainischen Staat zu erhalten. Präsident Wolodymyr Selenskyj, "angeführt von den Westlern", habe dies öffentlich abgelehnt. "Das Kiewer Regime wird keine zweite solche Chance bekommen."

+++ 07:30 EU-Förderbank schlägt 100-Milliarden-Euro-Hilfsprogramm vor +++
Zum Wiederaufbau der Ukraine will die Europäische Investitionsbank ein ähnliches Hilfsprogramm wie schon in der Corona-Krise auflegen, das bis zu 100 Milliarden Euro aufbringen soll. Dazu schlägt die EIB einen EU-Ukraine Gateway Trust Fund vor, für den von Ländern der EU und aus dem EU-Haushalt zunächst 20 Milliarden Euro in Form von Zuschüssen, Darlehen und Garantien bereitgestellt werden sollen. Mit Hilfe privater Investoren solle dann bis zu 100 Milliarden Euro mobilisiert werden, was etwa der Hälfte des unmittelbaren Bedarfs der Ukraine entspreche. Das Geld solle vor allem für den Wiederaufbau der Infrastruktur wie Brücken, der Wasser- und Energieversorgung aber auch der Telekommunikationsnetze verwendet werden.

+++ 07:16 Russen rücken auf nächstes Ziel vor +++
Nach der Einnahme von Lyssytschansk in der Ostukraine visieren die russischen Truppen das nächste Ziel an, den Ballungsraum um Slowjansk. "In Richtung Slowjansk versuchen die Russen, die Kontrolle über die Ortschaften Bohorodytschne, Dolyna und Masaniwka herzustellen", teilt der ukrainische Generalstab auf Facebook mit. Die drei Ortschaften liegen weniger als 20 Kilometer im Norden und Nordosten von Slowjansk, auf der Südseite des Flusses Siwerskyj Donez. Von Osten her bewegen sich die russischen Truppen nach diesen Angaben ebenfalls auf den Siwerskyj Donez zu, der in der Region in einem Bogen verläuft. Dort versuche der Feind die ukrainischen Kräfte auf eine neue Verteidigungslinie zwischen Siwersk, Soledar und Bachmut zurückzudrängen, heißt es weiter.

+++ 07:01 Ukraine: Dutzende russische Soldaten getötet +++
Das ukrainische Einsatzkommando "Süd" meldet die Tötung von 47 russischen Soldaten, wie "Kyiv Independent" berichtet. Außerdem seien zwei selbstfahrende Artilleriesysteme, eine Panzerhaubitze, ein Radarsystem, eine Aufklärungsstation, drei gepanzerte Fahrzeuge und eine Drohne zerstört worden. Die ukrainischen Streitkräfte haben dem Bericht zufolge außerdem ein Munitionsdepot im Gebiet Mykolajiw zerstört.

+++ 06:38 Millionen Russen versuchen Zensur zu umgehen +++
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine und dem wachsenden Druck im Inneren weichen Millionen Russen auf virtuelle private Kommunikationsnetze (VPN) aus, um die Zensur zu umgehen. Zwar gelingt es den russischen Behörden immer besser, VPN zu blockieren. Allerdings bieten Netzwerke wie etwa Psiphon, Lantern oder NthLink inzwischen weitere Software zur Umgehung der Internet-Zensur an. Psiphon etwa hatte vor Kriegsbeginn 48.000 Nutzer pro Tag - mittlerweile sind es 1,45 Millionen Nutzer täglich. Nach der Sperrung von Facebook, Instagram und Twitter durch den Kreml hatten sich die Zugriffe verzwanzigfacht. Psiphon, Lantern oder NthLink werden derzeit schätzungsweise von rund vier Millionen Menschen in Russland genutzt.

+++ 06:14 US-Denkfabrik: Ukrainischer Widerstand bei Lyssytschansk noch möglich +++
Auch wenn die russischen Streitkräfte das Gebiet Luhansk eingenommen haben, könnte es in und um die Stadt Lyssytschansk noch ukrainischen Widerstand geben. Das schreibt die US-Denkfabrik Institute for the Study of War. Die Russen hätten das Gebiet möglicherweise noch nicht vollständig von den ukrainischen Streitkräften geräumt. Allerdings rechnet das Institut damit, dass dies wahrscheinlich "relativ schnell" geschehen wird. Zwei ranghohe Kommandeure des russischen Militärs sollen inzwischen mit taktischen Aktivitäten rund um Lyssytschansk betraut worden sein. Dies deute darauf hin, wie wichtig Putin die Sicherung der Region ist und dass er "jüngeren Offizieren nicht zutraut, diese Aufgabe zu erfüllen".

+++ 05:57 Kiew legt Wiederaufbauplan vor +++
Die ukrainische Regierung stellt heute erstmals ihre Prioritäten für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes vor. Rund 40 potenzielle Geberländer sind bei dem Treffen in Lugano in der Schweiz vertreten, ebenso wie viele internationale Organisationen und Finanzinstitutionen. Beraten werden soll, wer welche Aufgabe übernehmen kann. Der Bedarf wird auf Hunderte Milliarden Euro geschätzt. In einer "Erklärung von Lugano" sollen die wichtigsten Prinzipien für den Wiederaufbau festgelegt werden. "Angesichts der historischen Aufgabe kann man nicht früh genug anfangen, den Wiederaufbau zu planen und zu koordinieren", sagt Markus Berndt von der Europäischen Investitionsbank.

+++ 05:24 Selenskyj macht G20-Teilnahme von Kriegsverlauf abhängig +++
Die Ukraine macht ihre Teilnahme am G20-Gipfel im November in Indonesien von der Situation im Land und von Kriegsgegner Russland abhängig. "Unsere Teilnahme hängt von der Russischen Föderation ab, ob sie dort anwesend sein wird", so Präsident Wolodymyr Selenskyj der Agentur Interfax-Ukraine zufolge. "Ich habe dem indonesischen Präsidenten gesagt, dass wir für die Einladung dankbar sind, aber wir haben eine Sicherheitslage." Er habe Zweifel, ob viele Staaten am Gipfel teilnehmen werden, falls Vertreter Russlands dort hinfahren, sagt Selenskyj. Falls es gar zu weiterer Gewalt russischer Soldaten gegen ukrainische Zivilisten komme, wie die Ermordung von Einwohnern im Kiewer Vorort Butscha, müsse Russland mit einer "vollständigen Isolation" rechnen.

+++ 04:30 Schulze: Wiederaufbau der Ukraine wird eine "immense Aufgabe" +++
Ein nachhaltiger Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Ukraine sollte nach Ansicht der Bundesregierung schon jetzt konkret angegangen werden. Die Weichen für einen reformorientierten Wiederaufbau, der den Kurs der Ukraine Richtung Europäische Union bestärkt, müssten jetzt gestellt werden, sagt Entwicklungsministerin Svenja Schulze vor dem Beginn der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz an diesem Montag in Lugano. Ziele seien eine moderne Verwaltung, effektive Korruptionsbekämpfung, nachhaltige Infrastruktur und Energiesicherheit. "Der Wiederaufbau der Ukraine wird eine immense Aufgabe sein, die Jahrzehnte dauern und mehrere hundert Milliarden Euro kosten wird. Genau deshalb müssen wir schon jetzt über den Wiederaufbau sprechen", so die SPD-Politikerin.

+++ 03:52 Kreml wirft Westen Kriegstreiberei vor +++
Russland bezichtigt den Westen, Friedensverhandlungen mit der Ukraine zu verhindern und den Krieg damit in die Länge zu ziehen. "Jetzt ist der Moment, wo die westlichen Länder alles auf eine Fortsetzung des Kriegs setzen", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow im Staatsfernsehen. Unter Führung der USA erlaube der Westen den Ukrainern "weder an Frieden zu denken noch darüber zu reden oder ihn zu besprechen". Damit reagiert Peskow auf Äußerungen westlicher Politiker, die Ukraine nicht zu Verhandlungen drängen zu wollen. Derzeit gebe es offenbar keinen Bedarf an einer Befriedung der Lage. Für einen Frieden müsse die Ukraine aber die russischen Forderungen annehmen, so Peskow. Kriegsziele sind für Russland unter anderem die Anerkennung der völkerrechtswidrig annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Territorium sowie die Abtretung der Gebiete Donezk und Luhansk.

+++ 03:15 Netzagentur: Reserven reichen ein bis zwei Monate +++
Deutschland würde mit seinen momentanen Gasreserven nach Einschätzung der Bundesnetzagentur nicht weit kommen. "Sollten wir kein russisches Gas mehr bekommen und einen durchschnittlich warmen Winter erleben, dann reichen die im Moment eingespeicherten Mengen - einschließlich unserer Verpflichtungen, Gas in andere europäische Länder weiterzuleiten - für vielleicht ein bis zwei Monate", sagt der Präsident der Regulierungsbehörde, Klaus Müller, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Allerdings basierten solche Zahlen auf vielen Unsicherheiten. Derzeit sind die deutschen Gasspeicher zu etwas mehr als 60 Prozent gefüllt.

+++ 02:27 Antisemitismusbeauftragter rügt Melnyk +++
Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, kritisiert den ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk für seine Äußerungen über den ukrainischen Nationalistenführer Stepan Bandera. "Die Äußerungen von Botschafter Melnyk zu Stepan Bandera, einer äußerst umstrittenen Persönlichkeit, halte ich für problematisch", sagt Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Sie nähren das russische Narrativ im derzeit stattfindenden Konflikt und sorgen eher für Spaltung und Unverständnis bei befreundeten Staaten."

+++ 01:30 Lukaschenko: "Praktisch eine Armee mit Russland" +++
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko bekräftigt seine enge Verbundenheit mit Russland. Belarus sei so eng mit der Russischen Föderation verbunden, "dass wir praktisch eine gemeinsame Armee haben. Aber das wussten Sie ja alles. Wir werden weiterhin mit dem brüderlichen Russland fest vereint sein", sagt Lukaschenko bei einer Feier zum Jahrestag der Befreiung von Minsk durch sowjetische Truppen im Zweiten Weltkrieg. Er habe Putins Vorgehen gegen die Ukraine "vom ersten Tag an" unterstützt. "Lukaschenkos Aussage über eine gemeinsame Armee mit Russland ist vor allem für das belarussische Volk gefährlich", sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Ukrainische Beamte gehen von einer zunehmenden Verwicklung des ehemaligen Sowjetstaats in den Konflikt aus.

+++ 00:30 London sichert Kiew dauerhafte Unterstützung auch für Wiederaufbau zu +++
Vor Beginn einer Geberkonferenz für die Ukraine in Lugano sichert Großbritannien dem Land andauernde Unterstützung zu. Außenministerin Liz Truss werde am Montag ankündigen, dass London "alles Mögliche tun wird, um sicherzustellen, dass die Ukraine den Krieg gewinnt und sich erholt". Wie das britische Außenministerium weiter mitteilt, bat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj London, sich für den Wiederaufbau der Hauptstadt Kiew und des gleichnamigen Gebiets einzusetzen. "Die Erholung der Ukraine vom russischen Angriffskrieg wird ein Symbol der Macht der Demokratie über die Autokratie sein", so Truss.

+++ 23:44 Selenskyj: Werden in Lyssytschansk stärker zurückkommen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht die Stadt Lyssytschansk im Osten des Landes trotz des Rückzugs der ukrainischen Armee noch nicht als verloren an. "Wenn das Kommando unserer Armee Menschen von bestimmten Punkten der Front abzieht, wo der Feind den größten Feuervorteil hat - insbesondere Lyssytschansk -, bedeutet das nur eins: Dass wir dank unserer Taktik, dank der verstärkten Versorgung mit modernen Waffen, zurückkommen werden", sagt er in einer Videobotschaft. Die ukrainische Armee bewege sich vorwärts - sowohl im Gebiet Charkiw im Osten, als auch im Gebiet Cherson im Süden und auf dem Schwarzen Meer. Die jüngst wiedererlangte Schlangeninsel sei ein gutes Beispiel dafür. "Es wird einen Tag geben, an dem wir dasselbe über den Donbass sagen werden", so Selenskyj. "Die Ukraine gibt nichts verloren."

+++ 22:19 Selenskyj: "Kein Platz für russische Sportler" +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßt bei einem Treffen mit IOC-Präsident Thomas Bach in Kiew den Ausschluss russischer und belarussischer Sportler aus vielen Turnieren. "Man darf nicht zulassen, dass ein Terrorstaat den Sport nutzt, um seine politischen Interessen und Propaganda zu fördern", sagt Selenskyj. Er sei Bach für seine "unerschütterliche Position" bei diesem Thema dankbar. "Während Russland versucht, das ukrainische Volk zu zerstören und andere Länder Europas zu erobern, haben seine Vertreter keinen Platz in der Sportgemeinschaft der Welt", betont Selenskyj.

+++ 21:50 Verbündete der Ukraine beraten in Lugano +++
Delegationen aus fast 40 Ländern beraten am Montag und Dienstag im schweizerischen Lugano über den Wiederaufbau der Ukraine. Bei der Konferenz soll eine Art Marshall-Plan für das vom Krieg gebeutelte Land entworfen werden. Das Treffen soll unter anderem der Regierung in Kiew die Möglichkeit geben, ihren Aufbauplan vorzustellen und diesen mit den Verbündeten zu diskutieren. Für die Ukraine nimmt Regierungschef Denys Schmyhal teil, der in Begleitung von Außenminister Dmytro Kuleba nach Lugano reist. Präsident Wolodymyr Selenskyj wird nur virtuell zugeschaltet. Außerdem werden hochrangige Delegationen aus 37 weiteren Ländern, Vertreter von 14 internationalen Organisationen sowie hunderte Wirtschaftsvertreter und Repräsentanten der Zivilgesellschaft erwartet.

+++ 20:34 Ukrainische Partisanen drohen Kollaborateuren in Melitopol +++
Nach Angaben des in Warschau ansässigen Medienprojektes Nexta sind in der ukrainischen Stadt Melitopol Steckbriefe mutmaßlicher Kollaborateure aufgetaucht. Laut Nexta stecken ukrainische Partisanen hinter der Aktion. Zuletzt wurden rund um Melitopol vermehrt Partisanenaktivitäten und Anschläge auf prorussische Beamte gemeldet.

+++ 19:53 Scholz: Putin wird Krieg noch lange fortsetzen können +++
Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Entscheidung für den Angriffskrieg gegen die Ukraine nach Ansicht von Bundeskanzler Olaf Scholz mit deutlichem Vorlauf getroffen. "Ich denke, die Entscheidung für diesen Krieg wurde ein Jahr vor seinem Beginn getroffen oder möglicherweise schon früher", sagt er dem US-Sender CBS. "Und so wird er den Krieg noch sehr lange fortsetzen können", sagt Scholz. Der Kanzler gesteht auch ein, dass es falsch war, sich in der Vergangenheit einseitig abhängig von russischer Energie zu machen. "Wir hätten also in ganz Europa in eine Infrastruktur investieren sollen, die uns die Möglichkeit gibt, das Angebot von einem Tag auf den anderen zu ändern", so Scholz. Das sei eine Lektion, die man in Europa nun gelernt habe.

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Kriegs können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, ghö/mpe/dpa/rts/AFP

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