11.September

Nach dem WTC-Einsturz Was geschah mit den Trümmern?

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Eine Woche nach den Anschlägen: Ground Zero als klaffende Wunde.

(Foto: picture alliance / dpa)

Es waren die höchsten Gebäude New Yorks, die nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf Manhattan hinabstürzten. Ein Teil der Trümmer wurde recycelt, um den "Krieg gegen den Terror" zu unterstützen. Die Entsorgung des restlichen Schutts bereitete Schwierigkeiten - nicht allein wegen seiner Masse.

Als die beiden Türme des New Yorker World Trade Centers am 11. September 2001 einstürzten, gingen damit mehr als anderthalb Millionen Tonnen Gebäudeteile auf die Südspitze Manhattans nieder. Sie begruben das angrenzende Mariott Hotel unter sich und beschädigten einen anderen Nachbarbau, die 47 Stockwerke hohe Nummer 7 des WTC-Komplexes, so stark, dass er ebenfalls in sich zusammenfiel. Weitere zerstörte Häuser mussten später abgerissen werden.

Der Schuttberg, der sich vor den Rettungstruppen aufhäufte, war nicht weniger als fünf Stockwerke hoch. Bulldozer und Krane standen schnell für Aufräumarbeiten bereit. Doch wohin mit dieser Masse von Stahl, Beton und Glas? Nicht allein die Menge machte die Entsorgung schwierig. Fast 2800 Tote lagen unter den Trümmern verschüttet - allerdings zerrissen in mindestens 21.000 Teile.

Trennung von Leichen und Trümmern

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Mitarbeiter der Deponie suchten im WTC-Schutt nach menschlichen Überresten, Flugzeugteilen, persönlichem Eigentum und Beweismitteln.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Überreste der Opfer und die Trümmer des World Trade Centers mussten folglich sorgsam voneinander getrennt werden. Das geschah auf der Mülldeponie Fresh Kills Landfill in Staten Island, denn dorthin wurden die 1,62 Millionen Tonnen Schutt in den Monaten nach den Anschlägen transportiert. Fresh Kills war ein halbes Jahr zuvor als Deponie geschlossen worden. Nun entschied man, sie kurzzeitig wieder zu eröffnen, um die Reste des World Trade Centers nach und nach dort zu begraben – allerdings nicht, ohne sie vorher durchgesiebt zu haben. Auf diese Weise stieß man noch im Juni 2010 auf Leichenteile der Terroropfer.

Zurzeit wird Fresh Kills Landfill in eine neun Quadratkilometer große Parkanlage umgewandelt, in der ein Mahnmal an den 11. September 2001 erinnern soll.

Kriegsschiff aus 9/11-Stahl

Doch nicht alle WTC-Trümmer sind auf der Deponie gelandet. 6,8 Tonnen Stahl wurden aus dem Bauschutt gerettet, eingeschmolzen und für die Konstruktion eines Kriegsschiffes verwendet. Am 19. Dezember 2007 lief die USS New York vom Stapel, am 1. März 2008 wurde sie getauft. Das Landungsschiff sollte fortan im "Krieg gegen den Terror" eingesetzt werden.

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Die USS New York, gebaut mit 6,8 Tonnen WTC-Stahl. Vize-Verteidigungsminister England beschrieb sie als "Quelle der Stärke und Inspiration".

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Pläne für die USS New York existierten bereits zum Zeitpunkt der Anschläge. Ihren Namen erhielt sie jedoch in Erinnerung an den Terrorakt vom 11. September 2001. Er soll für die Besatzung – so erklärte damals der stellvertretende US-Verteidigungsminister Gordon England – "eine Quelle der Stärke und Inspiration" sein. Die Marine musste für den Namen von ihrer eigenen Regel abweichen: Normalerweise dürfen nur Raketen-U-Boote die Namen von US-Staaten tragen.

Am 7. November 2009 wurde das Schiff, das rund 700 Marineinfanteristen sowie Hubschrauber und Luftkissenboote transportieren kann, offiziell in den Dienst gestellt. Das Motto, das die USS New York auf den Gewässern begleitet, lautet: "Never Forget".

Quelle: n-tv.de

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