Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 12:01 Experte Kaim: Neue NATO-Rolle "sollte Putin zu denken geben" +++

Im Ukraine-Krieg findet die NATO zu neuer Stärke. Das einst als "hirntod" bezeichnete Bündnis kündigt die größte Aufstockung seiner Streitkräfte seit dem Kalten Krieg an. Während die Türkei von der Entwicklung profitiere, blieben Putin nicht mehr viele Optionen, sagt Politikwissenschaftler Markus Kaim.

+++ 11:57 Ukraine reicht Beschwerde bei Menschenrechtsgericht ein +++
Die Ukraine wirft Russland schwere Menschenrechtsverletzungen vor und reicht eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein. Konkret wirft die ukrainische Regierung Russland etwa gezielte und unverhältnismäßige Angriffe auf Zivilisten vor. Laut Mitteilung des Gerichtshofs moniert die Ukraine unter anderem Verstöße gegen das Recht auf Leben und den Schutz vor Folter.

+++ 11:40 Biden kündigt weitere US-Streitkräfte für Europa an +++
US-Präsident Joe Biden spricht in Madrid von einem "historischen" Gipfel und unterstreicht, die Beistandspflicht nach Artikel 5 des NATO-Vertrags sei "heilig". Vom Gipfel werde die "unzweifelhafte Botschaft" ausgehen, dass die NATO stark und geeint sei, sagt Biden bei einem kurzen Auftritt mit Generalsekretär Jens Stoltenberg. Zugleich kündigt der US-Präsident die Verlegung weiterer amerikanischer Verbände nach Europa an, darunter ein fünftes Hauptquartier der europäischen US-Streitkräfte in Polen. Die NATO werde so ausgestattet, um Gefahren aus allen Richtungen, an Land, aus der Luft und zur See, begegnen zu können, betont Biden.

+++ 11:21 Russisches Komiker-Duo behauptet, hinter falschem Klitschko-Anruf zu stecken +++
Unabhängig überprüfen lassen sich die Behauptungen nicht: Zwei russische Komiker sollen hinter dem gefälschten Videoanruf von Wladimir Klitschko unter anderem mit Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey stecken. Das berichtet das ARD-Politikmagazin "Kontraste" unter Berufung auf persönliche Angaben des Duos, bestehend aus Vladimir Krasnov und Alexei Stolyarov. In Russland, wo sie für entsprechende Scherzanrufe bereits bekannt seien, agierten sie unter den Künstlernamen "Vovan" und "Lexus". "Ich will nicht verraten, wie wir es angestellt haben, aber es war leicht", zitiert "Kontraste" aus einem Telefonat mit Stolyarov. Aufzeichnungen ihrer "Scherze" sollen demnach ab Donnerstag online gestellt werden.

+++ 10:59 Johnson: Putin "bekommt jetzt mehr NATO" +++
Der britische Premier Boris Johnson bekräftigt seine Entschlossenheit zur militärischen Stärkung der NATO-Ostflanke. "Falls Wladimir Putin gehofft hat, als Resultat seiner unprovozierten, illegalen Invasion in die Ukraine weniger NATO an seiner westlichen Front zu bekommen, lag er komplett falsch. Er bekommt mehr NATO", sagte Johnson beim Gipfeltreffen des Bündnisses in Madrid. Nun werde über weitere Schritte zur Unterstützung der Ukraine gesprochen. Johnson: "Wir müssen außerdem sicherstellen, dass wir über die Lektionen der letzten Monate nachdenken sowie über die Notwendigkeit für die NATO, die Aufstellung an der Ostflanke zu ändern."

+++ 10:42 Scholz kündigt weitere Waffenlieferungen an +++
Bundeskanzler Olaf Scholz stellt der Ukraine weitere Waffenlieferungen in Aussicht. Neben der humanitären und finanziellen Hilfe werde man auch "Waffen zur Verfügung stellen, die die Ukraine dringend braucht", sagt er beim NATO-Gipfel in Madrid. "Die Botschaft ist: Das werden wir so lange fortsetzen und auch so intensiv fortsetzen wie es notwendig ist, damit die Ukraine sich verteidigen kann." Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hatte am Dienstag in Madrid angekündigt, dass Deutschland drei weitere Panzerhaubitzen 2000 in die Ukraine liefern werde. Sieben dieser schweren Artilleriegeschütze mit einer Reichweite bis zu 40 Kilometern aus Beständen der Bundeswehr sind bereits in der Ukraine angekommen.

+++ 10:23 Zum Tode verurteilter Brite legt Berufung ein +++
Ein von prorussischen Separatisten in der Ostukraine zum Tode verurteilter Brite geht einem Medienbericht zufolge gegen die Verurteilung vor. Es sei Berufung eingelegt worden, sagt seine Anwältin der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Sollte sie abgelehnt werden, werde ein Gnadengesuch eingereicht. Ihr Mandant habe sie darum gebeten. Das Oberste Gericht der separatistischen Donezker Volksrepublik (DVR) hatte vor drei Wochen drei ausländische Kämpfer in den Reihen der ukrainischen Streitkräfte als Söldner zum Tode verurteilt. Darunter waren zwei Briten und ein Marokkaner. Die beiden Briten waren Mitte April in der südostukrainischen Hafenstadt Mariupol von prorussischen Kräften gefangen genommen worden. Beide hatten laut Medienberichten schon vor dem Krieg in der Ukraine gelebt und auch dort geheiratet.

+++ 10:02 Besetztes Cherson plant Referendum für Russland-Beitritt +++
Das von russischen Truppen besetzte Gebiet um die ukrainische Stadt Cherson bereitet laut der prorussischen Militärverwaltung ein Referendum für einen Beitritt zu Russland vor. Das sagt der Vizechef der Militär- und Zivilverwaltung von Cherson, Kirill Stremoussow, in einem auf Telegram veröffentlichten Video. "Ja, wir bereiten uns auf ein Referendum vor - und wir werden es abhalten." Cherson solle "ein vollwertiges Mitglied" Russlands werden. Nach früheren Angaben soll es im Herbst stattfinden. Am Dienstag war bekannt geworden, dass russische Besatzungstruppen den gewählten Bürgermeister der Großstadt Cherson, Igor Kolychajew, festgenommen haben.

+++ 09:47 Tote und Verletzte bei Angriff auf Stadt Mykolajiw +++
Mindestens drei Tote und fünf Verletzte hat es nach ukrainischen Angaben bei einem russischen Angriff am Morgen auf die Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine gegeben. Das schreibt der Militärgouverneur des Gebiets Mykolajiw, Witali Kim, auf Telegram. "Die russischen Besatzer flogen einen Raketenangriff auf Mykolajiw." Eine Rakete habe ein Hochhaus getroffen. Die lokalen Behörden riefen die Menschen auf, während des Luftalarms an einem sicheren Ort zu bleiben und keine Bilder vom Ort des Angriffs zu veröffentlichen. Angaben aus dem Kriegsgebiet lassen sich nur schwer oder gar nicht unabhängig überprüfen.

+++ 09:23 Geheimdienst: Angriff auf Einkaufszentrum könnte tatsächlich Versehen gewesen sein +++
Der russische Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in der ukrainischen Großstadt Krementschuk mit mindestens 20 Toten könnte nach Einschätzung britischer Geheimdienste ein Versehen gewesen sein. Es sei durchaus realistisch, dass die Attacke am Montag ein nahe gelegenes Infrastrukturziel habe treffen sollen, heißt es in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. Moskaus Angriffe mit Langstreckenraketen seien auch schon in der Vergangenheit ungenau gewesen, was zu einer hohen Zahl an zivilen Opfern geführt habe - etwa beim Beschuss des Bahnhofs in der Stadt Kramatorsk im April, heißt es weiter. Moskau sei bereit, "hohe Kollateralschäden" in Kauf zu nehmen. Da Russland einen Mangel an moderneren Präzisionswaffen und deutliche Schwächen bei der Planung seiner Ziele habe, müsse man durch weitere Angriffe mit weiteren zivilen Opfern rechnen.

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+++ 09:11 Verstärkte Eingreifkräfte sollen laut Stoltenberg 2023 bereit sein +++
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg will eine auf 300.000 Soldaten verstärkte schnelle Eingreiftruppe im kommenden Jahr einsatzfähig haben. "Sie werden in ihren eigenen Ländern stationiert, aber schon bestimmten Staaten und Gebiete zugewiesen und verantwortlich sein für die Verteidigung dieser Gebiete", sagt Stoltenberg beim NATO-Gipfel in Madrid. Natürlich hingen Details von den einzelnen Staaten ab, die diese Kräfte stellen sollen. Stoltenberg verweist auf Deutschland und konkrete Pläne, eine Kampfbrigade für die Verteidigung des NATO-Partners Litauen zu stellen. Dies sei ein Beispiel für die Verstärkung der Ostflanke.

+++ 08:56 Merz über G20-Gipfel: "Ich halte es für unvorstellbar, dass Putin dort sitzt" +++
Der CDU-Parteivorsitzende Friedrich Merz hält es für unvorstellbar, dass Russlands Präsident Wladimir Putin am nächsten G20-Gipfel in Indonesien teilnehmen wird. "Ich kann es mir nicht vorstellen, und ich will es mir nicht vorstellen, dass diese Formate G7 und G20 jetzt in der Weise zur Tagesordnung übergehen, dass man dort Putin wiedersieht", so Merz im "Frühstart" von ntv. Beim G7-Format war Putin bereits nach der russischen Besetzung der Krim 2014 förmlich ausgeschlossen worden. "Jetzt G20 stattfinden zu lassen, und Putin sitzt da als einer von 20 Staats- und Regierungschefs mit am Tisch? Ich halte es für unvorstellbar", so Merz weiter. Andere G20-Staaten wie Saudi-Arabien und China, die ebenfalls autokratisch regiert werden, mag Merz nicht mit Russland vergleichen. "Zwischen Nicht-Demokratie-Sein und einem aggressiven völkerrechtswidrigen Angriffskrieg in Europa zu führen gegen ein großes demokratisches Land, da liegen ja noch ein paar Unterschiede dazwischen."

+++ 08:34 Baerbock würdigt "starke eigene Armeen" von Schweden und Finnland +++
Der geplante NATO-Beitritt von Schweden und Finnland ist nach Einschätzung von Außenministerin Annalena Baerbock eine Stärkung des Verteidigungsbündnisses. "Finnland und Schweden sind sehr, sehr starke liberale Demokratien, sind EU-Partner, sind EU-Mitglieder, und wir haben auch schon in der Vergangenheit eng mit Finnland und Schweden zusammengearbeitet", sagt die Grünen-Politikerin im ZDF. "Sie haben starke eigene Armeen." Als Nicht-NATO-Mitglieder hätten die Länder sehr viel Geld in die eigenen Armeen gesteckt. "Das heißt, der Beitritt von Finnland und Schweden macht auch die NATO stärker, sowohl mit Blick auf Verteidungungsfähigkeiten aber eben auch als gemeinsames Bündnis für Demokratie und das internationale Recht."

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+++ 08:16 Zwei Tote bei Raketenangriff auf Dnipro +++
Nach einem Angriff auf die ostukrainische Großstadt Dnipro sind am Morgen die Leichen zweier Menschen gefunden worden. Unter den Trümmern eines von einer feindlichen Rakete zerstörten Unternehmens hätten Retter zwei Tote entdeckt - einen Mann und eine Frau, schreibt der Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko, auf Telegram. Sechs Raketen seien am Dienstag auf die Stadt abgefeuert worden. Sie hätten ein friedliches Unternehmen getroffen, das nichts mit dem Militär zu tun habe. In Medienberichten war von einer Autowerkstatt die Rede. Russische Truppen betonen, nur militärische Ziele anzugreifen.

+++ 07:58 Ukrainischer Lagebericht: Russen verstärken Bataillonsgruppe und greifen Lyssytschansk an +++
Im Osten der Ukraine versuchen russische Truppen nach Einschätzung des ukrainischen Militärs, die strategisch wichtige Stadt Lyssytschansk einzukesseln. Das sei eine der Hauptanstrengungen des Feindes, teilt der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht mit. Die Offensive in Richtung der Stadt werde fortgesetzt. Details werden nicht genannt. Russische Truppen stehen bereits am Südrand der Stadt. Vertreter prorussischer Separatisten hatten zudem berichtet, es gebe schon Kämpfe im Stadtgebiet. Angriffe Russlands gebe es außerdem in Richtung der westlich von Lyssytschansk gelegenen Stadt Bachmut. Um das Tempo aufrechtzuerhalten, hätten die Besatzer ihre Bataillonsgruppe verstärkt, heißt es. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

+++ 07:31 Wüstner: NATO vor Paradigmenwechsel - "Richtung Kalter Krieg 2.0" +++
Der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, André Wüstner, sieht die NATO vor einem "Paradigmenwechsel". Das Bündnis sei auf dem Weg zur alten Raumverantwortung wie vor 1990, sagt Wüstner im ZDF-"Morgenmagazin". Einzelne Bündnispartner würden verstärkt Räume an der Ostflanke zugewiesen, hinzu komme eine verstärkte Einsatzbereitschaft. "Eigentlich auf dem Weg in Richtung Kalter Krieg 2.0", urteilt Wüstner. Die NATO will die Zahl ihrer schnellen Eingreifkräfte drastisch von derzeit 40.000 auf 300.000 erhöhen. Deutschland soll dabei 15.000 Kräfte stellen.

+++ 07:04 Wadephul: "Die NATO wird bedroht wie seit Jahrzehnten nicht mehr" +++
Vor dem NATO-Gipfel in Madrid fordert der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johann Wadephul, Kanzler Olaf Scholz auf, Stärke zu zeigen. "Die NATO wird bedroht wie seit Jahrzehnten nicht mehr", sagt Wadephul dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Deshalb muss das ein Gipfel der Stärke werden. Dazu sollte Deutschland einen entscheidenden Beitrag liefern: pilitärisch, indem wir die stärkste konventionelle Kraft des Bündnisses werden, und politisch, indem wir zusammenführen." Letzteres gelte vor allem für das Verhältnis zu Osteuropa.

+++ 06:37 Wehrbeauftragte sieht "enorme Herausforderung" auf Bundeswehr zukommen +++
Die von der NATO angekündigte drastische Aufstockung der schnellen Einsatztruppe wird die Bundeswehr nach Einschätzung der Wehrbeauftragten des Bundestages, Eva Högl, schwer belasten. "Absehbar ist, dass die Anforderungen an Deutschland steigen werden. Für die Bundeswehr bedeutet das eine enorme Herausforderung und erfordert große Anstrengungen hinsichtlich Personal, Material, Ausrüstung und Infrastruktur", sagt Högl der "Augsburger Allgemeinen". Die SPD-Politikerin hatte zu Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine kritisiert, dass den Bundeswehrsoldaten, die in Litauen auf dem Militärstützpunkt Rukla die russische Armee abschrecken sollen, einfache Ausrüstung bis hin zu Unterwäsche fehle.

+++ 06:11 Litauens Präsident fordert Abkehr von NATO-"Stolperdrahtlogik" +++
Kurz vor dem NATO-Gipfel pocht Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda nochmals auf eine stärkere NATO-Präsenz im östlichen Bündnisgebiet. Angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine müsse bei dem Spitzentreffen in Madrid der Übergang von Abschreckung zur Vorwärtsverteidigung vollzogen werden, sagt Nauseda. Die bisherige NATO-Stolperdrahtlogik zur Verteidigung des Baltikums sei nicht mehr tragfähig. Notwendig seien mehr Bodentruppen in den baltischen Staaten und an der NATO-Ostflanke, so der litauische Staatschef. Auch Luftverteidigung statt Luftüberwachung sei nötig. Konkret erwartet Nauseda Formulierungen in den Gipfelbeschlüssen, wonach die bestehenden multinationalen NATO-Gefechtsverbände den Mitgliedstaaten an der Ostflanke bis auf Brigade-Niveau aufgestockt werden.

+++ 05:40 Biden begrüßt Einigung im NATO-Streit mit Türkei +++
US-Präsident Joe Biden begrüßt die Einigung im Streit mit der Türkei um die NATO-Norderweiterung. Er gratuliere der Türkei, Finnland und Schweden zur Unterzeichnung des entsprechenden Memorandums, heißt es in einer Mitteilung Bidens. Damit werde der Weg dafür geebnet, "dass die Bündnispartner Finnland und Schweden auf dem Madrider Gipfel zum NATO-Beitritt einladen können". Die Mitgliedschaft Finnlands und Schwedens "wird die kollektive Sicherheit der NATO stärken und dem gesamten transatlantischen Bündnis zugute kommen".

+++ 04:39 Litauens Präsident sieht "tektonische Veränderungen" in Deutschlands Russland-Beziehungen +++
Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda lobt die Bundesregierung für die von ihr ausgerufene Zeitenwende und die Waffenlieferungen an die Ukraine. "Wir sehen wirklich, wie groß diese, ich würde sagen, tektonischen Veränderungen in Deutschland sind. Vor allem seit Kriegsbeginn", sagt Nauseda in einem Interview in Vilnius. "Wir sehen Dinge, die man sich vor einigen Monaten noch nicht vorstellen konnte." Die Illusionen seien nun verschwunden. "Ich sehe dieses Gerede über ein erneutes Engagement mit Russland nicht, weil jeder versteht, jeder aufgewacht ist und jeder begreift, wie groß diese Bedrohung ist", so Nauseda.

+++ 04:02 USA setzten Dutzende Unternehmen auf schwarze Liste +++
Die US-Regierung setzt 36 Unternehmen aus mehreren Staaten auf eine schwarze Liste zum Handel. Einige von den chinesischen Unternehmen unterstützten das russische Militär und die Rüstungsindustrie dort, heißt es im US-Bundesamtsblatt. Auch Firmen etwa aus Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Pakistan sind aufgeführt.

+++ 03:16 Selenskyj: Russland wollte in Krementschuk möglichst viele Zivilisten töten +++
Nach dem Raketeneinschlag in einem Einkaufszentrum in Krementschuk wirft der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland den gezielten Angriff auf das zivile Objekt vor. Ziel sei es gewesen, so viele Menschen wie möglich zu töten. Der Angriff sei Teil einer Gesamtstrategie Moskaus, die sich gegen das ukrainische Volk richte, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. "Stand heute Abend liegt die Gesamtzahl der russischen Raketen, die in unseren Städten eingeschlagen sind, schon bei 2811", dazu kämen noch Fliegerbomben und Artilleriegeschosse, so Selenskyj. Das russische Verteidigungsministerium streitet einen gezielten Beschuss des Einkaufszentrums ab.

+++ 02:26 Bürgermeister von besetzter Stadt Cherson verhaftet +++
Russische Sicherheitskräfte haben den Bürgermeister der besetzten Stadt Cherson verhaftet. Bürgermeister Ihor Kolychajew habe sich russischen Befehlen widersetzt, heißt es zur Begründung. Eine Beraterin Kolychajews sagt dagegen, der Bürgermeister sei entführt worden, weil er nicht mit den russischen Besatzern habe kooperieren wollen. Die Region um die Hafenstadt am Schwarzen Meer wurde gleich in der ersten Woche der russischen Invasion besetzt. Ein großer Teil der Bevölkerung hat die Region verlassen.

+++ 01:12 Gedrosselte Gaslieferungen: Siemens Energy weist Vorwürfe aus Russland zurück +++
Der Energiekonzern Siemens Energy wehrt sich gegen Behauptungen aus Russland, die Gaslieferungen nach Deutschland müssten gedrosselt werden, weil das Unternehmen Turbinen nicht rechtzeitig warte. "Es ist sehr bequem, ein Unternehmen mit reinzuziehen, das in Russland bekannt ist", sagt Joe Kaeser, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Siemens Energy, der "Süddeutschen Zeitung". "Selbst wenn es so wäre, würde das niemals rechtfertigen, den Gasfluss so stark zu drosseln." Bundeskanzler Olaf Scholz hatte die russische Begründung bereits als vorgeschoben kritisiert.

+++ 00:39 Millionen Binnenflüchtlinge kehren in die Heimat zurück +++
In der Ukraine sind 5,5 Millionen Menschen, die nach dem russischen Angriff in andere Landesteile geflohen waren, nach Angaben der Vereinten Nationen wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Weiterhin seien aber 6,2 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben, berichtet das UN-Büro für Migration (IOM). Viele Rückkehrer gab es im Norden des Landes und in der Hauptstadt Kiew. Laut einer Befragung brauchen Vertriebene und Gebliebene vor allem Hilfe beim Wiederaufbau beschädigter Wohnungen und Häuser und Gesundheitsversorgung. Fast ein Viertel der Befragten erklärte, die Einnahme von Medikamenten während des Kriegs unterbrochen zu haben, entweder, weil sie nicht zu bekommen oder zu teuer waren.

+++ 23:47 Selenskyj verlangt vor UN-Sicherheitsrat Vorgehen gegen Russland +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich in einer überraschenden Botschaft an den UN-Sicherheitsrat und fordert den Ausschluss Russlands aus dem Gremium. Russland könne nicht im Rat bleiben, solange sein "Terrorismus" vor allem gegen ukrainische Zivilisten anhalte, sagt Selenskyj, der bei einer kurzfristig anberaumten Sitzung in New York per Video zugeschaltet ist. Der UN-Sicherheitsrat solle den Begriff eines Terrorstaats definieren, um Russlands Handlungen entsprechend einzuordnen. "Es ist zwingend erforderlich, ein Tribunal einzurichten, um alles zu untersuchen, was das russische Militär gegen die Ukrainer getan hat."

+++ 22:44 Belarus will Fremdwährungsanleihen in eigener Währung begleichen +++
Der enge Verbündete Russlands Belarus kündigt an, Fremdwährungsanleihen in seiner eigenen Währung - belarussische Rubel - zu begleichen. Man sei zu diesem Schritt gezwungen, heißt es in eine Erklärung der Regierung zu sogenannten Eurobonds, die etwa in Dollar oder Euro begeben werden. Es könne nicht garantiert werden, dass alle Inhaber derartiger Anleihen das ihnen zustehende Geld komplett und rechtzeitig erhalten werden.

+++ 22:00 Putin ist für Johnson ein "sehr gutes Beispiel toxischer Männlichkeit" +++
Der britische Premier Boris Johnson hält das Verhalten des russischen Präsidenten Wladimir Putin für ein gutes Beispiel toxischer Männlichkeit, also einem auf Gefühllosigkeit, Härte und auch Aggressivität basierendem Rollenbild. "Wenn Putin eine Frau wäre, glaube ich einfach nicht, dass er so einen machohaften Krieg vom Zaun gebrochen hätte", sagt Johnson dem ZDF. "Wenn sie ein sehr gutes Beispiel haben wollen von toxischer Männlichkeit, dann haben wir das in seiner Person vor uns."

+++ 21:44 Macron hofft auf Kriegsende noch dieses Jahr +++
Der französische Präsident Emmanuel Macron rechnet nach eigenen Angaben nicht mit einem baldigen Ende des Ukraine-Kriegs. Keiner glaube, dass der Krieg in den nächsten Wochen oder Monaten ende, sagt Macron zum Abschluss des G7-Treffens. Er hoffe auf das Jahresende. "Im Moment ist klar, dass der russische Angriff auf die Ukraine ein Ziel hat - die Aufgabe der Ukraine."

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Kriegs können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts/AFP

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