Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 12:20 Scholz kündigt drittes Entlastungspaket an +++

Bundeskanzler Olaf Scholz kündigt ein drittes Entlastungspaket an. Dabei spiele die Gerechtigkeitsfrage eine große Frage, sagt er in einem Statement in Berlin. Zugleich kündigt Scholz an, die Mehrwertsteuer auf Gas vorübergehend abzusenken. Sie werde befristet bis 2024 auf sieben Prozent von 19 Prozent fallen, sagt der SPD-Politiker.

+++ 12:15 Mutter ukrainischer Sportlerin stirbt - viele Tote nach Angriffen in Charkiw +++
Im Osten der Ukraine sind bei massiven russischen Raketenangriffen auf die Stadt Charkiw nach offiziellen Angaben in der Nacht mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Dabei handele es sich ausschließlich um Zivilisten, teilt der ukrainische Militärgouverneur Oleh Synjehubow im Nachrichtendienst Telegram mit. Weitere 35 Menschen seien verletzt worden. Angriffe gab es demnach auch in der rund 80 Kilometer südwestlich gelegenen Stadt Krasnohrad. Dort wurden nach Angaben der Behörden zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt. Unter den Toten in Charkiw ist laut dem oppositionellen belarussischen Medienprojekt Nexta auch die Mutter der ukrainischen Hochspringerin Kateryna Tabaschnyk.

+++ 11:52 Moskau: Bei Unfall in AKW Folgen auch für Deutschland +++
Russland warnt im Zusammenhang mit dem Beschuss des südukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja davor, dass radioaktives Material bis nach Deutschland, Polen und die Slowakei gelangen könnte, wenn es zu einem Unfall kommen sollte. Durch den Beschuss seien Backup-Systeme des AKW beschädigt worden, teilt das Verteidigungsministerium mit. Sollten die ukrainischen Streitkräfte die Anlage weiter unter Beschuss nehmen, werde das AKW möglicherweise abgeschaltet. Das Kernkraftwerk wurde im März von russischen Truppen erobert. Es geriet in den vergangenen Wochen mehrfach unter Beschuss. Russland und die Ukraine geben sich dafür gegenseitig die Schuld.

+++ 11:27 Militärexperte erwartet keinen schnellen Kollaps der russischen Truppen +++
Der österreichische Militärexperte, Oberst Markus Reisner, rechnet nicht mit einem baldigen Kollaps der russischen Armee. "Die westlichen Waffenlieferungen zeigen zwar Wirkung, aber noch immer nicht in durchschlagender und nachhaltiger Form", erklärt er. Erst bei einem vollumfassenden Stopp der russischen Angriffe oder bei einem Zurückweichen von Moskaus Truppen könne man von einer Wende sprechen. Die bisherigen westlichen Waffenlieferungen bewirkten, dass die ukrainischen Streitkräfte "zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben haben", so Reisner und fragt: "Wenn die bis jetzt aus den USA gelieferten 16 Mehrfachraketenwerfer vom Typ HIMARS bis jetzt nachvollziehbare Erfolge erzielt haben, stellt sich die Frage: Warum liefern die USA nicht mehr?" Das Fazit des Militärexperten: "Wenn der Westen nicht in den kommenden Wochen gesteigerte Stückzahlen hochmoderner Waffen (darunter vor allem Artillerie und Mehrfachraketenwerfer, aber auch weitreichende Fliegerabwehr) in die Ukraine liefert, kann die Ukraine diesen Konflikt nicht für sich entscheiden."

+++ 11:05 Reisedaten durchgestochen: Linken-Delegation sagt Ukraine-Reise ab +++
Die Linke sagt einen Besuch von Parteichefin Janine Wissler in die Ukraine kurzfristig ab. Dies berichtet unter anderem die "tageszeitung". Grund sind Sicherheitsbedenken, nachdem die Ziele und der Zeitraum der Reise durchgestochen und in der "Jungen Welt" veröffentlicht worden waren. Die taz vermutet: "Es ging den Whistle­blowern nicht um Öffentlichkeitsarbeit, sondern darum, die Reise zu verhindern." Die Delegation um Wissler wollte sich ein Bild von den Zerstörungen in Irpin machen, die Holocaust-Gedenkstätte Babyn Jar besuchen und Verbündete in Kiew und Lwiw treffen. Es wäre nach dem Besuch von Gregor Gysi die zweite Reise einer Linken-Delegation in der Ukraine seit Ausbruch des Krieges gewesen.

+++ 10:45 "Russisches Militär auf Krim fahrlässig vorgegangen" +++
Der russische Angriff auf die Ukraine ist von Anfang an geprägt von einer eklatanten Unterschätzung der ukrainischen Streitkräfte. Immer wieder agiere Moskau aus einem falschen Gefühl der Sicherheit heraus, sagt ntv-Korrespondent Rainer Munz. Jüngstes Beispiel: die Vorfälle auf der Krim.

+++ 10:26 London sieht russische Panzer schlecht geschützt +++
Russland hat nach Einschätzung britischer Geheimdienste im Angriffskrieg gegen die Ukraine Probleme beim Schutz seiner Kampfpanzer. Die schwere Beschädigung vieler russischer Fahrzeuge in der Ukraine hänge mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zusammen, dass die Panzer nicht gut genug mit sogenannter Reaktivpanzerung geschützt seien, heißt es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in London. Solche Schutzhüllen können den Angaben zufolge Panzer bei Beschuss vor Schäden bewahren. Die Geheimdienste gehen demnach davon aus, dass viele russische Truppen nicht ausreichend im Umgang mit solchen Schutzhüllen geschult sind. Deshalb seien diese gar nicht an den Panzern angebracht - oder zumindest nicht so, dass sie explosive Geschosse abhalten könnten.

+++ 10:06 Russen bezichtigen islamistische Terrorzellen der Anschläge +++
Russland bemüht sich offenbar zunehmend darum, die ukrainischen Angriffe auf der Krim als terroristische Akte darzustellen. Dies schreibt das Institute for the Study of War. So erklärt der von Russland ernannte Verwaltungschef der Krim, Sergej Aksjonow, dass der FSB auf der Krim Zellen der islamistisch-fundamentalistischen Organisation Hizb ut-Tahrir in Dschankoi und Jalta ausgeschaltet habe. "Die Aktivitäten der Terroristen wurden, wie nicht anders zu erwarten, vom Territorium des terroristischen Staates der Ukraine aus koordiniert", schreibt Aksjonow auf Telegram, ohne Beweise zu liefern. Das Institute for the Study of War erwartet, dass Moskau künftig verstärkt Terroristen für Angriffe verantwortlich machen wird: "Russische Beamte werden wahrscheinlich zunehmend ukrainische Partisanenangriffe gegen besetzte Gebiete mit Operationen von Organisationen in Verbindung bringen, die dem islamistischen Extremismus nahestehen, um die ukrainische Partisanenbewegung von der internationalen Gemeinschaft zu entfremden und die Forderungen der Ukraine zu untergraben, Russland offiziell als staatlichen Förderer des Terrorismus zu bezeichnen."

+++ 09:45 Moskau: Ukraine plant "Provokation" während Guterres-Besuch in Saporischschja +++
Die Ukraine bereitet dem russischen Verteidigungsministerium zufolge während des geplanten Besuchs von UN-Generalsekretär Antonio Guterres des AKWs in Saporischschja eine "Provokation" vor. In dem von Russland kontrollierten Atomkraftwerk und in seiner Umgebung gebe es keine schweren russischen Waffen, teilt das Ministerium in einer Mitteilung mit, die die staatliche Nachrichtenagentur RIA verbreitet.

+++ 09:05 Ukraine bereitet sich auf Atomkatastrophe vor +++
Die Gegend um Europas größtes Atomkraftwerk, das von russischen Truppen besetzte Saporischschja, wird immer wieder beschossen. Die Angst vor einem Unglück ist groß. Jetzt proben ukrainische Behörden den nuklearen Notfall.

+++ 09:05 FDP: "Beendigung des Krieges wird nicht gelingen" +++
Der FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff geht nicht davon aus, dass bei dem Spitzentreffen der Türkei und der UN mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj der Krieg Russlands gegen die Ukraine beendet werden kann. "Ich glaube nicht, dass es gelingen wird, jetzt die Russen davon abzubringen, ihre Angriffe fortzusetzen, so Lambsdorff im "Frühstart" von ntv. Allerdings könne man sich vielleicht auf die Ausfuhr von Getreide aus den ukrainischen Häfen einigen. UN-Generalsekretär António Guterres, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und Selenskyj kommen heute in Lwiw zusammen. Nach türkischer Ankündigung soll dort auch die "Beendigung des Krieges zwischen der Ukraine und Russland auf diplomatischem Wege erörtert" werden.

+++ 08:42 "Es hat überall begonnen" - Russland rekrutiert Häftlinge +++
Für Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine werden offenbar in ganz Russland in den Gefängnissen gezielt Freiwillige gesucht. Verdächtige und Angeklagte würden auch mit dem Versprechen angeworben, dass im Gegenzug das Strafverfahren eingestellt werde, berichtet die in Berlin lebende russische Bürgerrechtlerin Olga Romanowa. Es gebe Beispiele aus Untersuchungsgefängnissen im Moskauer Gebiet. "Aber ich denke, es hat überall begonnen", schrieb Romanowa auf Facebook. Der Gründer des gegen Gewalt in russischen Gefängnissen geschaffenen Projekts Gulaga.net, Wladimir Ossetschkin, bestätigt die Anwerbepraktiken in Gefängnissen. Es gebe dazu auch Informationen aus St. Petersburg, Rjasan, Twer und Brjansk.

+++ 08:22 Russischer Bürgermeister soll Teile der ukrainischen Region Charkiw beaufsichtigen +++
Russland soll den Bürgermeister von Krasnodar, Andrej Alekseenko, mit der Kontrolle der vorübergehend besetzten Teile der ukrainischen Region Charkiw beauftragt haben. Dies berichten russische Medien und berufen sich dabei auf den Fernsehmoderator und Kreml-Propagandisten Wladimir Solowjow. Laut "Kyiv Independent" bestätigen dies auch andere Quellen, die Verwaltung von Krasnodar habe sich nicht dazu geäußert. Dem Bericht zufolge erklärte Alekseenko auf seinem Telegram-Kanal am 30. Juli, Krasnodar habe die "Schirmherrschaft über" die Oblast Charkiw übernommen.

+++ 07:53 Russen wollen offenbar Referendum in Cherson verschieben +++
Das seit Langem geplante Referendum in der Region Cherson könnte sich wieder verschieben. Nach Angaben von Juri Sobolewski, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Rates in der Region, haben die russischen Streitkräfte den Wunsch geäußert, das Schein-"Referendum" in der Region Cherson zur selben Zeit wie in der Region Donezk abzuhalten. Sobolewski sieht mehrere Gründe für die Verschiebung: unter anderem den Mangel an öffentlicher Unterstützung, die Unfähigkeit, genügend Wahlkommissionen zu bilden, das Verständnis, dass "die Show" schlecht läuft. Es sei nicht das erste Mal, dass die Russen den Termin für das Referendum verschieben.

+++ 07:22 Russischer Soldat: "Sie machten die Menschen zu absoluten Wilden" +++
"Haben Sie jemals die Bilder von der Plünderung Roms durch die Barbaren gesehen? So lässt sich am besten beschreiben, was um mich herum vor sich ging." In einem 142-seitigen Tagebuch, das der "Guardian" nun in Auszügen veröffentlicht, beschreibt Pawel Filatjew das Verhalten russischer Truppen Anfang März in Cherson. Der 34-Jährige, der nach eigenen Angaben "keine Gerechtigkeit" im Ukraine-Krieg sieht, war dort als Fallschirmjäger im Einsatz. "Alle sahen erschöpft und verwildert aus, und wir alle begannen, die Gebäude auf der Suche nach Nahrung, Wasser, einer Dusche und einem Platz für die Nacht zu durchkämmen; einige begannen, Computer und alle wertvollen Güter, die sie finden konnten, mitzunehmen", schreibt Filatjew weiter. "Ich war da keine Ausnahme." Laut Filatjew kümmerten sich die Befehlshaber nicht um ihre Leute: "Sie machten die Menschen zu absoluten Wilden." Inzwischen ist er, wie der "Guardian" schreibt, aus Russland geflohen.

+++ 06:51 Pensionierte US-Generäle fordern mehr Waffen für Ukraine +++
Neunzehn pensionierte US-Generäle und ehemalige Beamte fordern die Regierung von Präsident Joe Biden auf, die Waffenlieferungen an die Ukraine zu beschleunigen. Dies berichtet der "Guardian". Die ehemaligen Offiziere, Diplomaten und andere Beamte argumentieren demnach, dass die US-Regierung aus Angst vor einer russischen Eskalation, möglicherweise mit Atomwaffen, zurückhaltend ist. Bisher lieferten die USA genug Waffen, um eine Pattsituation zu gewährleisten - aber nicht genug, um der Ukraine bei der Rückeroberung der russisch besetzten Gebiete zu helfen. "Wir denken vielleicht, dass wir mit jedem Tag, an dem wir der Ukraine nicht die Waffen liefern, die sie zum Sieg braucht, eine Konfrontation mit dem Kreml vermeiden. Im Gegenteil, wir erhöhen lediglich die Wahrscheinlichkeit, dass wir dieser Gefahr unter ungünstigeren Bedingungen begegnen werden", heißt es.

+++ 06:28 Kiew sieht Russland in "strategischer Sackgasse" +++
Die ukrainischen Streitkräfte schlagen eigenen Angaben zufolge einen russischen Angriff in der südlichen Region Cherson zurück. "Die russischen Streitkräfte haben seit letztem Monat nur minimale Fortschritte gemacht, und in einigen Fällen sind wir vorgerückt", sagt der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch in einem Video. "Was wir hier sehen ist eine 'strategische Sackgasse'."

+++ 05:57 China schickt Soldaten für Militärübungen nach Russland +++
China entsendet Soldaten für gemeinsame Militärübungen nach Russland. Diese nehmen nach Angaben aus Peking am Manöver "Wostok" teil, das zwischen dem 30. August und dem 5. September stattfinden soll. "Das Ziel ist, die praktische und freundschaftliche Kooperation mit den Armeen teilnehmender Staaten zu vertiefen, das Niveau strategischer Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmern zu vergrößern und die Fähigkeit zu stärken, auf verschiedene Sicherheitsbedrohungen zu reagieren", erklärt das chinesische Verteidigungsministerium. Demnach nehmen auch Indien, Belarus, die Mongolei und Tadschikistan an dem Manöver teil.

+++ 05:34 Netzagentur-Chef skeptisch über Gasspeicher-Ziele +++
Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hält die vom Bund verordneten Ziele zur Füllung der Gasspeicher für kaum zu erreichen. "Ich rechne nicht damit, dass wir die nächsten Speicherziele ähnlich schnell schaffen werden wie das erste", sagt Müller T-Online. Das Erreichen des 85-Prozent-Ziels sei zwar "nicht unmöglich, aber schon sehr ambitioniert", vor allem bis zum 1. Oktober, wenn vorher schon geheizt werde. "Einen durchschnittlichen Füllstand von 95 Prozent zum 1. November verfehlen wir in all unseren Szenarien", so Müller weiter. "Das werden wir kaum hinkriegen, weil einzelne Speicher von einem sehr niedrigen Füllstand gestartet sind."

+++ 04:42 Mehrwertsteuer auf Gasumlage: SPD und Grüne bringen Direktzahlungen ins Spiel +++
Weil die EU-Kommission ein Aussetzen der Mehrwertsteuer auf die Gasumlage ablehnt, bringt der finanzpolitische Sprecher der SPD, Michael Schrodi, neue Direktzahlungen an die Bürger ins Spiel. "Menschen, die wegen zu geringer Einkünfte keine Einkommensteuer zu zahlen haben, profitieren auch netto in voller Höhe von der Zahlung. Einkommensteuerpflichtige erhalten mit steigendem Einkommen weniger Hilfen", sagt er gegenüber dem Nachrichtenportal Watson. Direktzahlung seien das sinnvollste Instrument, da sie zielgerichtet und sozial gerecht seien. Aus Sicht von Andreas Audretsch, dem stellvertretende Fraktionsvorsitzenden der Grünen, müssten die Entlastungen vor allem niedrige und mittlere Einkommen betreffen.

+++ 03:37 Estland beschränkt Einreise für russische Staatsbürger +++
Estland verschärft seine Visa-Regelungen für russische Staatsbürger. Ab sofort dürfen sie nicht mehr mit einem von Estland ausgestellten Schengen-Visum in das baltische EU- und NATO-Land einreisen. An den drei Grenzübergängen zu Russland in Narva, Luhamaa und Koidula sollen zusätzliche Visakontrollen stattfinden. Estland hatte die Vergabe von Visa und Aufenthaltsgenehmigungen an Russen bereits weitgehend ausgesetzt. Mit einem gültigen Visum war es aber weiterhin möglich, per Bus oder Auto über die estnische Grenze in den Schengenraum einzureisen. Das geht jetzt nicht mehr. Bestimmte Ausnahmen gelten jedoch etwa für Russen mit Wohnsitz, Aufenthaltsrecht oder Verwandten in Estland.

+++ 02:43 Tschechien fordert bei Gasnotstand Solidarität der Haushalte +++
Der tschechische Industrie- und Handelsminister Jozef Sikela sieht bei einer möglichen Gasnotlage auch die privaten Haushalte in der Pflicht. "Damit die Wirtschaft und wenigstens ihre Grundlagen funktionieren, werden wir möglicherweise Solidarität, Verständnis und Hilfsbereitschaft seitens der Haushalte brauchen", sagt der konservative Politiker. Die Menschen sollten sich in diesem Fall bewusst machen, dass sie selbst Mitarbeiter oder Kunden von betroffenen Unternehmen seien. Der Entwurf einer Verordnung für den Fall einer Versorgungsunterbrechung sieht vor, dass Büroräume und Wohnzimmer in Mietwohnungen nur noch auf 18 statt bisher 20 Grad geheizt werden sollen. Ministerpräsident Petr Fiala weist indes Behauptungen als "Unsinn" zurück, es seien staatliche Kontrollen der Raumtemperatur in den Wohnungen der Menschen geplant.

+++ 01:51 Selenskyj fordert bedingungslosen Abzug der Russen aus AKW +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dringt weiter auf einen Abzug russischer Truppen aus dem AKW Saporischschja. "Dies muss ohne Bedingungen und so bald wie möglich geschehen", sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Ukrainische Diplomaten, Wissenschaftler und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) arbeiteten daran, den Besuch einer Expertenkommission in dem Kernkraftwerk zu ermöglichen. "Nur absolute Transparenz und eine kontrollierte Lage in und um das AKW garantieren eine Rückkehr zu normaler nuklearer Sicherheit für den ukrainischen Staat, die internationale Gemeinschaft und die IAEA", so Selenskyj.

+++ 00:53 Ukrainischer Unabhängigkeitstag: Angriffe auf Kiew erwartet +++
Die Ukraine stellt sich auf russische Raketenangriffe auf die Hauptstadt Kiew zu ihrem Tag der Unabhängigkeit am 24. August ein. Das sagt der Präsidentenberater Olexij Arestowytsch. An der militärischen Lage werde sich dadurch aber nichts ändern. Eher wäre es "eine rein emotionale Geste, um mehr Zivilisten zu töten und uns den Feiertag zu verderben". Aber auch die Ukraine habe Mittel, den Russen den Tag zu verderben, sagt Arestowytsch und erinnert an die Serie von Explosionen auf russischen Militäranlagen auf der Halbinsel Krim. "Für sie wird es dort im Falle eines Angriffs viel schlimmer sein als für uns hier", droht er.

+++ 00:05 Fitch stuft Ukraine wieder höher +++
Die Ratingagentur Fitch stuft das Länderrating für die Ukraine auf "CC" von zuvor "RD" hoch. Grund sei die Restrukturierung der externen Verbindlichkeiten in der vergangenen Woche, teilt die Agentur mit. Ausländische Gläubiger räumten der Ukraine einen zweijährigen Aufschub für anstehende Anleihe-Zahlungen im Wert von fast 20 Milliarden Dollar ein. Eine Bewertung mit "CC" bedeutet eine ungenügende Bonität. Seit Beginn des russischen Angriffs am 24. Februar steckt die Ukraine in einer schweren Wirtschaftskrise. "RD" ist bei Fitch die letzte Stufe vor einem komplettem Zahlungsausfall. Einen Ausblick vergibt Fitch bei Bonitätsbewertungen von "CCC+" oder schlechter.

+++ 23:00 Mindestens sechs Zivilisten sterben bei Angriff auf Wohnviertel in Charkiw +++
Durch russischen Beschuss auf die ostukrainische Großstadt Charkiw werden nach örtlichen Angaben mindestens 6 Menschen getötet und weitere 16 verletzt. Ein Hochhaus sei getroffen worden, teilt Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mit. Medien berichten, dass ein Marschflugkörper in dem Haus eingeschlagen sei und es in Brand gesetzt habe. Gebietsgouverneur Oleh Sinegubow schreibt, dass auch andere Stellen der zweitgrößten Stadt der Ukraine getroffen worden seien. Der Beschuss sei "ziemlich chaotisch". Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht auf Telegram von einem "gemeinen und zynischen Anschlag auf Zivilisten, für den es keine Rechtfertigung gibt und der nur die Hilflosigkeit des Aggressors zeigt". Charkiw war schon in den Nächten zuvor heftig von russischer Artillerie beschossen worden.

+++ 22:25 Kiew widerspricht Moskau: Alle US-Raketenwerfer noch intakt +++
Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow widerspricht russischen Meldungen, wonach diese HIMARS-Raketenwerfer zerstört hätten. Laut Resnikow sind noch alle 16 von den USA gelieferten Fahrzeuge intakt.

+++ 21:45 Geheimdienst meldet Bewegung auf der Krim: Russen verstecken ihre Flugzeuge +++
Die russische Luftwaffe versucht ukrainischen Geheimdienstangaben zufolge, nach mehreren Explosionen Kampfflugzeuge und Hubschrauber auf der Krim in Sicherheit zu bringen. Teils würden die Flugzeuge ins Innere der 2014 annektierten Halbinsel überführt, teils auf russisches Festland abgezogen. Das teilt der ukrainische Militärgeheimdienst auf Facebook mit. Beobachtet worden sei die Verlegung von mindestens 24 Flugzeugen und 14 Hubschraubern.

+++ 21:15 Kiew: Russische Militärbasis in Cherson zerstört +++
Die ukrainische Armee zerstört nach eigenen Angaben die russische Militärbasis in der besetzten Region Cherson Nova Kakhovka. Die Abteilung für strategische Kommunikation der Streitkräfte teilt mit, dass nach vorläufigen Daten 10 bis 15 russische Soldaten infolge des Angriffs auf die Basis getötet wurden. Auf Telegram zeigt die ukrainische Grenzpolizei Bilder von ausgebrannten Lastwagen, eingestürzten Gebäuden und Trümmer.
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+++ 20:40 NATO sieht Saporischschja als Bedrohung +++
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg dringt auf eine Inspektion des von Russland kontrollierten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). Die russische Besetzung stelle "eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit dieser Anlage dar", sagt Stoltenberg und fügt hinzu, dass sich dadurch "das Risiko eines nuklearen Unfalls oder Zwischenfalls" erhöhe. "Es ist dringend notwendig, eine IAEA-Inspektion zu ermöglichen und den Abzug aller russischen Streitkräfte zu erreichen", erklärt Stoltenberg. Die russische Kontrolle über die Anlage in Saporischschja "gefährdet die Menschen in der Ukraine, in den Nachbarländern und die internationale Gemeinschaft".

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Krieges können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, ino/ghö/dpa/rts/AFP

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