Politik

Amnesty beschuldigt Balkan-Staaten 14.000 Menschen vermisst

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130.000 Menschen starbein in den Balkankriegen, weitere 14.000 werden bis heute vermisst.

(Foto: REUTERS)

Zehntausende Menschen starben in den 1990er Jahren in den Balkankriegen. Bei tausenden weiteren ist bis heute nicht klar, was aus ihnen geworden ist. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International beschuldigt die Nachfolgestaaten Jugoslawiens, kaum etwas für die Aufklärung dieser Fälle zu tun.

Amnesty International wirft den Nachfolgestaaten Jugoslawiens vor, nur mangelnden Einsatz bei der Aufklärung des Schicksals der noch immer rund 14.000 Vermissten aus den Balkankriegen zu zeigen. Die Menschenrechtsorganisation verurteilt zudem den "fehlenden politischen Willen", die Täter zu ermitteln. Amnesty rief die Regierungen der betroffenen Länder auf, ihre Justizsysteme umgehend zu verbessern.

"Die Regierungen von Kroatien, Bosnien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und dem Kosovo haben ihre im internationalen Recht festgelegten Verpflichtungen nicht erfüllt, den Verbleib der Vermissten zu ermitteln", heißt es in einem Amnesty-Bericht.

Dreiviertel der heute noch Vermissten wurden im Bosnien-Krieg von 1992 bis 1995 gemeldet. Die Menschenrechtsorganisation forderte eine nach internationalen Maßstäben angemessene Entschädigung der Angehörigen, die auch 20 Jahre nach den Konflikten in Ungewissheit leben müssten.

Amnesty forderte zudem die Europäische Kommission auf, mehr Druck auf die EU-Beitrittskandidaten auszuüben, sich stärker für die Verfolgung der Verantwortlichen einzusetzen. Mazedonien, Serbien und Montenegro haben den Kandidatenstatus, während es bereits sicher ist, dass Kroatien 2013 der EU beitreten wird. In den Kriegen nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens Anfang der 1990er Jahren waren in Bosnien, Kroatien und dem Kosovo mehr als 130.000 Menschen getötet worden, davon allein 100.000 im Bosnien-Krieg.

Quelle: n-tv.de, AFP

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