Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 14:36 Kiewer Krankenhaus war von Wasserversorgung abgeschnitten +++

Ein Krankenhaus in Kiew stand einem Bericht zufolge kurz davor, einige Patienten zu evakuieren, weil die Wasserversorgung unterbrochen war. Es sei schwierig ein Krankenhaus ohne Wasser zu betreiben, sagt der stellvertretende Leiter der Militärverwaltung der Region Kiew, Vitaliy Vlasiuk, zu CNN. Das Kyiv Regional Clinical Hospital sei deshalb am Mittwoch kurz davor gewesen, Hämodialyse-Patienten in andere Einrichtungen zu verlegen, da für ihre Behandlung eine ununterbrochene Wasserversorgung notwendig sei. Am Nachmittag habe das Krankenhaus aber wieder fließendes Wasser gehabt. Russische Raketenangriffe hatten am Mittwoch in der Ukraine zur vorübergehenden Abtrennung aller Atomkraftwerke und der Mehrzahl der Wärme- und Wasserkraftwerke vom Netz geführt. Landesweit kam es zu Stromausfällen, auch die Wasserversorgung fiel teilweise aus.

+++ 13:56 Belgischer Premier trifft Selenskyj in Kiew +++
Der belgische Premierminister Alexander De Croo ist in Kiew, wo er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj trifft. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche stehen die russischen Angriffe auf die Energie-Infrastruktur sowie weitere militärische und humanitäre Hilfe aus Belgien. Nach den schweren Bombenangriffen in den vergangenen Tagen stehe Belgien mehr denn je an der Seite der Ukraine, twittert De Croo.

+++ 13:30 Cherson nach zwei Wochen wieder am Stromnetz +++
Die Stadt Cherson im Süden der Ukraine hat wieder Strom. Zunächst solle die kritische Infrastruktur wieder versorgt werden und unmittelbar danach die Haushalte, schreibt Präsidialberater Kyrylo Tymoschenko auf Telegram. Seit der Rückeroberung durch ukrainische Truppen am 11. November war die Stadt von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten, Heizung gab es ebenfalls nicht.

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Foto vom Freitag: Bewohner von Cherson füllen sich Wasser ab.

(Foto: IMAGO/Le Pictorium)

+++ 13:07 Bürgermeister: Sechs Verletzte nach Angriff auf Wohngebiet in Dnipro +++
Bei einem russischen Angriff auf die Großstadt Dnipro sollen mehrere Wohnhäuser getroffen worden sein. Der Bürgermeister von Dnipro, Borys Filatow, schreibt, sechs Menschen seien verletzt worden. Eine Frau befinde sich in einem kritischem Zustand. Auf Telegram postet er ein Foto von einem zerstörten Haus.

+++ 12:48 Selenskyj: "Werden Tod erneut besiegen" +++
Inmitten des russischen Angriffskriegs gedenkt die Ukraine der verheerenden Hungersnot Holodomor vor 90 Jahren. "Einst wollten sie uns durch Hunger zerstören, nun durch Dunkelheit und Kälte", schreibt Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Blick auf Russlands Angriffe auf die Energie-Infrastruktur seines Landes. In den Jahren 1932/33 hatte der damalige Sowjetdiktator Josef Stalin gezielt eine Hungersnot in der Ukraine herbeigeführt, den so genannten Holodomor. Bis zu vier Millionen Menschen starben. Ebenso wenig wie damals ließen sich die Ukrainer heute von den Russen brechen, betont Selenskyj. "Wir werden den Tod erneut besiegen."

+++ 12:19 Dnipro meldet Angriff, Luftalarm in mehreren Regionen +++
In mehreren Regionen im Osten, Zentrum und Süden der Ukraine gibt es am Mittag Luftalarm. In den Oblasten Charkiw, Poltawa, Saporischschja, Dnipropetrowsk und Donezk heulen Sirenen und werden Nachrichten auf Handys geschickt. Nach etwa einer Stunde wird der Alarm aufgehoben. In unbestätigten ukrainischen Berichten auf Telegram ist von Explosionen in der Großstadt Dnipro die Rede. Laut dem Online-Portal "The Kyiv Independent" erklärt der Bürgermeister von Dnipro, Borys Filatow, Russland habe die Stadt angegriffen. Die Infrastruktur sei nicht beschädigt, es könne aber Stromausfälle geben, zitiert ihn das ukrainische Medium.

+++ 11:50 Slowakische Zeitung "Dennik N" spricht von Genozid +++
Mit Blick auf die russischen Bombardements ziviler Infrastruktur in der Ukraine kommentiert die slowakische Tageszeitung "Dennik N", bei der Definition von Genozid gehe es nicht um die Opferzahl, sondern um die Absicht, einen Teil der Bevölkerung auszumerzen. "Und genau das macht jetzt Russland vor dem Winter mit seinen gezielten Angriffen auf das ukrainische Energiesystem und die Infrastruktur. Es terrorisiert die Zivilbevölkerung mit dem Ziel, deren Widerstand zu brechen. Millionen Menschen leiden nach den Raketenangriffen ohne Strom und Wasser. Die Opferzahlen werden steigen. Ist das bereits ein Genozid? Am Mittwoch dieser Woche haben die EU-Parlamentarier eine Resolution verabschiedet, in der sie Russland als terroristischen Staat einstuften, weil es Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht. Die Geschehnisse verdienen es, beim richtigen Namen genannt zu werden. Auch mit Blick auf historische Parallelen ist es gerechtfertigt, die heutige russische Aggression gegen die Ukraine als Genozid zu bezeichnen. Je früher das geschieht, desto eher hilft es den Ukrainern."

+++ 11:25 In Kiew sind noch 130.000 Menschen ohne Strom +++
Nach den schweren russischen Angriffen am Mittwoch sind in Kiew Zehntausende Bewohner weiterhin ohne Strom. Am Vormittag seien noch 130.000 Menschen der Drei-Millionen-Einwohner-Metropole betroffen gewesen, teilt die städtische Militärverwaltung mit. Die Reparaturen sollen innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen werden. Dann sollen auch alle Heizungen wieder funktionieren. Die Wasserversorgung hingegen sei bereits wiederhergestellt, heißt es. Lediglich in den obersten Etagen von Hochhäusern könne es noch Probleme mit niedrigem Wasserdruck geben.

+++ 10:46 Deutschland unterstützt Getreide-Lieferungen mit Millionen +++
Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sichert Bundeskanzler Olaf Scholz weitere Unterstützung Deutschlands zu, um eine globale Hungersnot abzuwenden. Scholz erklärt in einem Videostatement, Deutschland werde in Abstimmung mit dem Welternährungsprogramm weitere 10 Millionen Euro für Getreidelieferungen aus der Ukraine bereitstellen. Ein von Deutschland gesponsertes Schiff des Welternährungsprogramms sei derzeit auf dem Weg, um ukrainisches Getreide nach Äthiopien zu liefern. An den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gerichtet sagt der Kanzler: "Heute gedenken wir des Holodomor". Diese vom damaligen Sowjetdiktator Josef Stalin gezielt herbeigeführte Hungersnot in der Ukraine fielen 1932 und 1933 bis zu vier Millionen Ukrainer zum Opfer. "Heute sind wir uns einig, dass Hunger nie wieder als Waffe eingesetzt werden darf", sagt Scholz laut Mitteilung.

+++ 10:13 Wie das Krankenhaus in Mykolajiw dem Kriegsalltag trotzt +++
Etliche Patienten werden im Krankenhaus von Mykolajiw behandelt, jedes Bett ist belegt. Dazu gibt es häufig Stromausfälle und zerschlagene Fenster durch frühere Raketeneinschläge. Nichtsdestotrotz halten die Angestellten den Betrieb mit aller Kraft am Laufen, wie ntv-Reporter Stephan Richter erfährt.

+++ 09:53 Region Nikopol laut Gouverneur unter starkem Beschuss +++
Nach ukrainischen Angaben stand die Region Nikopol im Süden des Landes in der Nacht stark unter russischem Beschuss. Die Städte Nikopol und Marhanets, sowie umliegende Dörfer seien mit knapp 60 Granaten attackiert worden, schreibt der Gouverneur der Oblast Dnipropetrowsk, Valentyn Reznichenko, bei Telegram. Nach dem bisherigen Stand sei niemand verletzt worden.

+++ 09:25 Ukraine: 560 weitere russische Soldaten getötet +++
Innerhalb eines Tages sollen einer ukrainischen Schätzung zufolge 560 russische Soldaten getötet worden seien. Das ukrainische Militär spricht von insgesamt rund 86.710 getöteten Soldaten seit Kriegsbeginn. Diese Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

+++ 08:45 London: Russland entfernt wohl Atomsprengköpfe von Trägern – aus Raketenmangel +++
Russland entfernt Großbritannien zufolge wahrscheinlich Atomsprengköpfe von alternden Marschflugkörpern und feuert die Marschflugkörper ab. Im täglichen Geheimdienstbericht des britischen Verteidigungsministeriums heißt es, auf öffentlich zugänglichen Bildern seien die Überreste von Marschflugkörpern zu sehen, die in den 1980er als Träger für Atomsprengköpfe entwickelt wurden. Die fehlenden Sprengköpfe dürften mit Ballast aufgefüllt worden sein. Durch die Bewegungsenergie und nicht verbrauchten Antriebsstoffen würde immer noch Schaden angerichtet. "Unabhängig von den Gründen zeigt diese Improvisation in welchem Maß Russlands Kontingent an Langstreckenraketen abgebaut wurde." Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 08:11 Bericht: Russland plant neue Offensive im Frühjahr +++
Einem Bericht zufolge soll Russland im Krieg gegen die Ukraine eine neue Offensive im Frühling planen. Das berichtet das russische Investigativ-Portal "Important Stories", das in Lettland sitzt. Der Kreml versuche Zeit zu gewinnen und die Front mit Hilfe der mobilisierten Soldaten zu stabilisieren, schreibt das Exil-Medium und beruft sich auf eine dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB nahestehende Quelle, sowie eine dem russischen Generalstab nahestehende Quelle. Dem Kreml und dem Militär sei klar, dass dies mit hohen Verlusten verbunden sei. Moskau rechne bis zum Frühjahr mit bis zu 100.000 Gefallenen oder Verwundeten unter den mobilisierten Soldaten. Diese sollten durch Wehrpflichtige ersetzt werden, heißt es weiter. Im Frühjahr solle dann eine neue Offensive beginnen. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 07:18 ISW: Berichte über schlechte Ausstattung spalten russische Militärblogger +++
Laut dem "Institut for the Study of War" (ISW) sorgen die Berichte über schlecht ausgestattete russische Soldaten zunehmend für Kontroversen in Russland. Die US-Denkfabrik berichtet von gespaltenen Reaktionen unter russischen Militärbloggern. So hätten mobilisierte Russen aus Serpuchow in der Oblast Moskau zuvor erklärt, sie seien ohne eine richtige Ausbildung, ohne Uniformen und Verteidigungsausrüstung in den Kampf geschickt worden. Auch hätten sie nur ein Mal täglich etwas zu essen bekommen. Vom ISW heißt es, die Reaktionen der Militärblogger reichten von Mitgefühl mit den Soldaten bis hin zu Rufen nach Bestrafung der gesamten Einheit. Andere forderten, dass nur ihre Vorgesetzten bestraft werden. Ein Blogger warf den Soldaten demnach vor, ihre Position verlassen und andere Mitglieder ihrer Einheit zurückgelassen zu haben, die daraufhin von ukrainischen Soldaten getötet worden seien. Andere Blogger, darunter auch ein der Söldnergruppe Wagner nahestehender Blogger, kritisierten das Militär und sympathisierten mit den mobilisierten Soldaten aus Serpuchow.

+++ 06:47 Duda gibt Russland Schuld an Raketeneinschlag in Polen +++
Nach dem Einschlag einer Rakete auf polnischem Staatsgebiet geht Polen weiterhin davon aus, dass es sich um eine fehlgeleitete ukrainische Abwehrrakete handelte. Das sei der aktuelle Stand der Ermittlungen, erklärt Präsident Andrej Duda einem Bericht von Polskie Radio zufolge. Es handle sich um einen tragischen Vorfall, der durch die Schuld Russlands verursacht worden sei. Nach massivem russischen Beschuss sei eine ukrainische Flugabwehrrakete auf polnischem Gebiet explodiert. Bei dem Einschlag in dem Dorf Przewodow vor anderthalb Wochen starben zwei Zivilisten. Unmittelbar nach der Explosion in dem NATO-Land war in Medienberichten aber auch von einer russischen Rakete die Rede. Duda erklärt, es sei eine zweite Rakete explodiert, die Überreste seien aber nicht auf polnisches, sondern auf ukrainisches Territorium gefallen.

+++ 06:00 Versorger: Stromnetz in Ukraine noch zu 30 Prozent ausgefallen +++
Der staatliche Stromversorger Ukrenergo erklärt, dass das Stromnetz in der Ukraine nach den russischen Attacken auf die Infrastruktur noch zu 30 Prozent ausgefallen sei. Seine Techniker würden "rund um die Uhr" an seiner vollständigen Wiederherstellung arbeiten, hieß es. Im Laufe des Wochenendes wird mit einer besseren Versorgung gerechnet. Allein in Kiew haben laut Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj vom Abend rund 600.000 Kunden keinen Strom. Zu den am stärksten betroffenen Regionen gehören demnach außerdem Odessa im Süden, Lwiw und Winnyzja im Westen sowie Dnipropetrowsk im Landesinneren.

+++ 04:26 NATO-Norderweiterung: Türkei spricht von "Fortschritten" Schwedens +++
Die Türkei bescheinigt Schweden und Finnland mit Blick auf den NATO-Beitritt beider Länder "Fortschritte". In einer in Stockholm veröffentlichten Erklärung beglückwünschen sich die drei Länder "für eine Intensivierung der Zusammenarbeit (...). Schweden und Finnland hatten nach dem russischen Angriff auf die Ukraine mit ihrer jahrzehntelangen Tradition der militärischen Bündnisneutralität gebrochen und im Mai einen Antrag auf NATO-Mitgliedschaft gestellt. Die Türkei blockiert den Beitritt bislang, weil sie vor allem Schweden vorwirft, en Zufluchtsort für "Terroristen" zu sein. Gemeint sind Mitglieder der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans, PKK. Das schwedische Parlament hat kürzlich für eine Verfassungsänderung gestimmt, um eine Verschärfung der Anti-Terror-Gesetze zu ermöglichen.

+++ 02:42 EU-Kommissionsvize: Ukraine-Flüchtlinge werden nach Kriegsende bleiben +++
Aufnahmeländer wie Deutschland oder Polen müssen sich nach Einschätzung von EU-Kommissionsvizepräsidentin Dubravka Suica auf einen jahrelangen Verbleib von Flüchtlingen aus der Ukraine auch nach Kriegsende einstellen. "Ich denke, dass wir darauf vorbereitet sein müssen", sagt Suica dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Ein zentrales Problem sei, "dass diese Familien denken, sie werden am Tag nach dem Krieg nach Hause gehen. Aber sie werden dann noch nicht Hause gehen. Ihre Schulen sind zerstört, ihre Häuser sind zerstört, ihre Arbeitsplätze sind verloren. Ich muss das so offen sagen, ich habe selbst den Krieg in Kroatien im ehemaligen Jugoslawien erlebt."

+++ 00:34 Putin: Erfahrungen im Kampf gegen westliche Waffen nutzen +++
Die russische Rüstungsindustrie soll nach Worten von Präsident Wladimir Putin die im Ukraine-Krieg gesammelten Erfahrungen im Kampf gegen moderne westliche Waffen nutzen. Damit ließen sich die Qualität, Zuverlässigkeit und Kampftauglichkeit russischer Waffensysteme verbessern, sagt Putin beim 15-jährigen Jubiläum der Staatsholding Rostec. In dieser sind etwa 700 russische Hochtechnologie-Firmen zusammengefasst, vor allem aus dem Rüstungsbereich. Chef ist Sergej Tschemesow, ein Weggefährte Putins seit gemeinsamen KGB-Zeiten in Dresden in den 1980er Jahren.

+++ 23:23 100 Zivilisten aus zerstörtem Cherson evakuiert +++
Wegen der schwierigen Lage in Cherson hat die ukrainische Regierung erste Zivilisten aus der zurückeroberten Stadt evakuiert. 100 Menschen seien mit dem Zug nach Chmelnyzkij in der Westukraine gebracht worden, teilt das Infrastruktur-Ministerium mit. Dazu zählten 26 Kinder und 6 Kranke. Cherson ist zwar unter Kontrolle der ukrainischen Armee, allerdings ist die Infrastruktur der Stadt so zerstört, dass die Regierung den Menschen, vor allem Müttern mit Kindern, zum zeitweiligen Verlassen der Stadt rät.

Die früheren Entwicklungen im Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, mau/ino/hul/rts/AFP/dpa

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