Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 15:57 Lambrecht: Deutschland darf nicht mehr "Bremser" bei Rüstungsprojekten sein +++

Gemeinsame europäische Rüstungsprojekte dürfen nach Darstellung von Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht künftig nicht mehr an einem deutschen Sonder-Veto gegen Waffenexporte scheitern. Die Bundesregierung müsse zeigen, dass Deutschland nicht der "Bremser" bei Gemeinschaftsprojekten sei, sagt sie auf einer Sicherheitskonferenz in Berlin. Wenn man mit gleichgesinnten Partnern mit denselben Werte Waffensystem entwickele, "dann muss auch klar sein, dass Deutschland diese Sonderrolle nicht haben kann", fügt die SPD-Politikerin hinzu. "Dafür stehe ich ein." Hintergrund sind Debatten innerhalb der Ampel-Regierung über die künftigen Waffenexport-Richtlinien. Die Grünen befürworten einen sehr viel strikteren Kurs. Sie sei aber optimistisch, dass die Absage an einen deutschen Sonderweg angesichts der Zeitenwende auch in der nationalen Sicherheitsstrategie verankert werden könne, sagt Lambrecht.

+++ 15:41 Polens Reaktion auf Patriot-Angebot "ist perfide" +++
Militärexperte und Oberst a.D. Ralph Thiele übt mit Blick auf den Munitionsmangel bei der Bundeswehr deutliche Kritik an der Bundesregierung. Russlands Überfall auf die Ukraine hätte ein Warnruf sein müssen. Der Patriot-Streit mit der Ukraine sei schwer nachvollziehbar, so Thiele im ntv-Interview.

+++ 15:26 Mitarbeiter von ukrainischer Botschaft in Madrid bei Explosion verletzt +++
In der spanischen Hauptstadt Madrid ist ein Mitarbeiter der ukrainischen Botschaft vermutlich durch eine Briefbombe verletzt worden. Ein Sprengsatz sei detoniert, als der Beschäftigte mit einem Brief hantiert habe, teilt die Polizei mit. Er sei leicht verletzt worden und habe sich selbst zur Behandlung ins Krankenhaus begeben können. Spanische Ermittler untersuchen den Vorfall. Die Botschaft selbst war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Dem Fernsehsender TVE zufolge wurde die Umgebung um die Botschaft abgeriegelt.

+++ 15:12 Blinken: Putins Strategie "wird nicht funktionieren" +++
US-Außenminister Antony Blinken verurteilt die russischen Angriffe auf das Energienetz in der Ukraine als "barbarisch". "In den vergangenen Wochen hat Russland mehr als ein Drittel des ukrainischen Energiesystems lahmgelegt und Millionen von Menschen bei eisigen Temperaturen in Kälte und Dunkelheit gestürzt", sagt Blinken am Rande eines NATO-Treffens in der rumänischen Hauptstadt Bukarest. "Wärme, Wasser, Strom für Kinder, für alte Menschen, für Kranke - das sind die neuen Ziele von Präsident Putin. Er trifft sie hart." Blinken sagt, die Strategie von Russlands Präsident Wladimir Putin sei es, die Ukrainer frieren und hungern zu lassen, sie aus ihren Häusern zu vertreiben, die Kosten für Energie, Lebensmittel und andere Produkte nicht nur in Europa, sondern weltweit in die Höhe zu treiben und so zu versuchen, die internationale Koalition der Ukraine-Unterstützer zu spalten. "Präsident Putin glaubt, wenn er die Kosten nur hoch genug treibt, wird die Welt die Ukraine im Stich lassen und sie sich selbst überlassen", sagt Blinken und betonte: "Seine Strategie hat nicht funktioniert und wird nicht funktionieren."

+++ 14:58 Ukraine fordert Patriot-Lieferungen und NATO-Beitritt +++
Die Ukraine dringt auf die Lieferung von Panzern, wie sie die NATO besitzt. Darüber müsse es so rasch als möglich eine Entscheidung geben, sagt der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba auf der Konferenz der NATO-Außenminister in Bukarest. Sein Land benötige auch Raketenabwehrsysteme vom Typ Patriot, um die zivile Infrastruktur vor russischen Angriffen zu schützen. In dieser Frage werde er mit der Bundesregierung beraten. Außerdem müsse die Diskussion über den Antrag seines Landes auf Beitritt zum westlichen Militärbündnis beginnen, fordert Kuleba. Die Ukraine wolle ihre territoriale Integrität wiederherstellen, von den Gebieten im Osten bis hin zur Krim im Süden. Die Halbinsel hat Russland bereits 2014 annektiert, was international genauso wenig anerkannt ist, wie die Annexion der Gebiete im Osten und Süden.

+++ 14:42 Ukraine irritiert über Nennung von Verlustzahlen durch von der Leyen +++
Die Ukraine hat irritiert auf die Nennung hoher angeblicher ukrainischer Kriegsverluste durch die EU reagiert. Gegenüber dem ukrainischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen hebt Präsidentensprecher Serhij Nykyforow hervor, dass nur der Oberkommandierende der Streitkräfte, der Verteidigungsminister oder der Präsident belastbare Zahlen über die Verluste veröffentlichen können. Präsident Wolodymyr Selenskyj werde offizielle Daten publik machen, "wenn der richtige Moment" gekommen sei, da das eine sensible Information sei. Kiew habe bereits in Brüssel angefragt, woher EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre Informationen habe, so Nykyforow. Zuvor hatte eine beim Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte und inzwischen gelöschte Ansprache von der Leyens für Aufregung gesorgt. Dabei sprach sie von über 100.000 getöteten ukrainischen Soldaten. Vor knapp drei Wochen hatte US-General Mark Milley die ukrainischen Verluste an Toten und Verwundeten auf rund 100.000 Soldaten geschätzt.

+++ 14:24 Wie Ukrainer sich im zerstörten Bachmut verschanzen +++
Dichte Rauchschwaden hüllen die Straßen von Bachmut ein, das Dröhnen der Raketeneinschläge geht bis ins Mark. Die hart umkämpfte Stadt im Osten der Ukraine ist vollkommen zerstört, mit schwindenden Mitteln versuchen Soldaten sie vor den russischen Invasoren zu verteidigen.

+++ 13:54 Russland will sich auf Atomstreitkräfte fokussieren +++
Russland will im kommenden Jahr seine Atomstreitkräfte und den Aufbau einer Infrastruktur dafür in den Mittelpunkt stellen. Es solle daran gearbeitet werden, die Kampffähigkeit der Raketen-Einheiten zu verbessern, sagt Verteidigungsminister Sergej Schoigu im Fernsehen. Es würden Einrichtungen gebaut, um neue Raketensysteme aufzunehmen. Russland verfügt mit fast 6000 Sprengköpfen über das größte Atomwaffenarsenal weltweit. Die annektierten Gebiete im Osten und Süden der Ukraine hat Russland bereits unter seinen atomaren Schutzschild gestellt und gedroht, es sei bereit, seine "territoriale Integrität" mit allen verfügbaren Mitteln zu verteidigen.

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+++ 13:34 Schoigu: 300.000 Reservisten wurden ausgebildet +++
Nach Angaben aus Moskau hat die russische Armee in gut zwei Monaten seit der verkündeten Teilmobilisierung etwa 300.000 Reservisten und Freiwillige militärisch ausgebildet. Dazu seien 3000 Ausbilder eingesetzt, sagt Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Das Training finde auf mehr als 100 Truppenübungsplätzen in Russland und Belarus statt, fügt er nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen hinzu. Berichten zufolge werden aber viele Reservisten ohne Vorbereitung und mit mangelhafter Ausrüstung direkt an die Front geschickt. Dementsprechend gibt es viele Tote und Verletzte.

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+++ 12:58 Klitschko: "Sind in einer finalen Phase des Krieges" +++
Wladimir Klitschko eröffnet gemeinsam mit Berlins Bürgermeisterin Franziska Giffey eine Fotoausstellung über den Krieg in der Ukraine. Am Rande der Veranstaltung lobt der Bruder vom Kiewer Bürgermeister die deutsche Unterstützung und sieht den Kampf gegen die russischen Invasoren in einer entscheidenden Phase.

+++ 12:31 London: Kreml will mit Gesetzesverschärfung Widerstand verhindern +++
Britische Geheimdienste werten die Verschärfung eines russischen Gesetzes zu "ausländischen Agenten" als Vorsichtsmaßnahme des Kremls mit Blick auf möglichen heimischen Widerstand gegen den Ukraine-Krieg. "Der Kreml handelt mutmaßlich präventiv, um größeren Widerstand in der Bevölkerung zu vermeiden, da der Krieg anhält und sich zunehmend auf das tägliche Leben der Russen auswirkt", heißt es vom britischen Verteidigungsministerium. Durch die Änderung können künftig alle Organisationen oder Einzelpersonen zu "ausländischen Agenten" erklärt werden, die aus dem Ausland unterstützt werden oder unter irgendeiner Form von "ausländischem Einfluss" stehen. Bislang galt, dass etwa Nichtregierungsorganisationen nur dann zu "ausländischen Agenten" erklärt werden konnten, wenn sie sich mit Geldern aus dem Ausland finanzierten.

+++ 12:03 Laut Gouverneur Tote und Verletzte in Donezk, Häuser und Kindergarten zerstört +++
In Bachmut sind nach Angaben der regionalen Militärverwaltung zwei Menschen getötet und elf weitere verletzt worden. Die russische Armee habe gestern mindestens drei Wohnhäuser und einen Kindergarten zerstört, schreibt der Gouverneur der Oblast Donezk, Pavlo Kyrylenko, auf Telegram und postet mehrere Fotos dazu. Ein weiteres Todesopfer habe es in der Stadt Lyman gegeben, drei weitere Menschen seien verletzt worden.

+++ 11:38 Angriffe auf Russland für Joachim Herrmann indiskutabel +++
Zur Forderung des lettischen Außenministers, die Ukraine sollte militärische Ziele in Russland angreifen dürfen, sagt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann im "ntv Frühstart": "Also ein Angriff auf russisches Staatsgebiet kann aus meiner Sicht auf gar keinen Fall infrage kommen. Wir müssen der Ukraine weiter helfen, dass sie sich gegen die Angriffe aus Russland verteidigen kann, aber wir dürfen auf keinen Fall jetzt diesen Krieg noch weiter eskalieren lassen. Und deshalb ist ein Angriff auf russisches Staatsgebiet aus meiner Sicht völlig indiskutabel."

+++ 10:54 Chefpropagandistin warnt im TV vor Kriegsniederlage +++
Margarita Simonyan, eine der wichtigsten Propagandistinnen des russischen Präsidenten Wladimir Putins, warnt im russischen Fernsehen vor den Folgen einer Kriegsniederlage für das ganze Land. Laut ntv-Reporter Rainer Munz deutet die "erstaunliche" Ansprache dieses Szenarios im Staats-TV auf die angespannte Stimmung im Kreml hin.

+++ 10:27 Von der Leyen: Fachgericht soll Kriegsverbrechen untersuchen +++
"Russland muss für seine schrecklichen Verbrechen bezahlen", sagt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die Europäische Union werde mit dem Internationalen Strafgerichtshof daran arbeiten, ein spezialisiertes Gericht einzurichten, das mögliche Kriegsverbrechen in der Ukraine untersuchen soll. "Wir sind bereit, mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, um eine möglichst breite internationale Unterstützung für dieses Fachgericht zu erhalten", sagt sie. Schätzungen zufolge seien mehr als 20.000 Zivilisten und mehr als 100.000 ukrainische Soldaten getötet worden. Außerdem müssten Russland und seine Oligarchen für den Wiederaufbau aufkommen. Der bisherige Schaden werde auf 600 Milliarden Euro geschätzt, sagt von der Leyen. "Wir haben 300 Milliarden Euro an Reserven der russischen Zentralbank blockiert und wir haben 19 Milliarden Euro an Geldern russischer Oligarchen eingefroren." Die EU-Kommissionspräsidentin schlägt vor, das Geld zu verwalten und zu investieren: Die Mittel sollten benutzt werden, um die Ukraine zu unterstützen und zu entschädigen. Russland hält das Einfrieren von Vermögenswerten seiner Zentralbank und von Staatsbürgern für illegal. Zudem weist Moskau Vorwürfe zurück, russische Truppen hätten Kriegsverbrechen begangen.

+++ 10:07 Ukraine meldet abgewehrte Angriffe im Donbass +++
Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben an sechs Orten im östlichen Donbass ein Vorrücken russischer Truppen abgewehrt. Das teilt der Generalstab in Kiew mit. Alle Abschnitte der Front in den Gebieten Luhansk und Donezk seien von russischer Artillerie unter Feuer genommen worden, heißt es. Die Militärangaben sind nicht unabhängig zu überprüfen. Auf die Stadt Nikopol im Gebiet Dnipropetrowsk wurden nach Angaben der zivilen ukrainischen Verwaltung in der Nacht 30 russische Artilleriegeschosse abgefeuert. Nikopol liegt in der Südukraine am Fluss Dnipro, der dort die Frontlinie bildet.

+++ 09:30 Gouverneur: Großbrand in russischem Treibstofflager +++
Im russischen Gebiet Brjansk an der Grenze zur Ukraine ist russischen Angaben zufolge ein Brand in einem staatlichen Treibstofflager ausgebrochen. Feuerwehrleute hätten den Großbrand am Morgen unter Kontrolle gebracht, sagt Gouverneur Alexander Bogomas der Agentur Tass zufolge. Angaben zur Brandursache wurden offiziell nicht gemacht. Die russische Zeitung "Iswestija" schreibt, eine Drohne habe eine Bombe über den Tanks mit Diesel abgeworfen. Auch Stromausfälle im benachbarten Gebiet Kurks wurden demnach mit Beschuss aus der Ukraine in Verbindung gebracht.

+++ 09:04 Bericht: Tausende Gefangene nach Russland verschleppt +++
Einem Bericht zufolge könnten russische Truppen Tausende ukrainische Gefangene nach Russland verschleppt haben. Wie das russische Exilmedium "Meduza" berichtet, spricht eine Untersuchung des Teams von Kreml-Gegner Alexej Nawalny von Tausenden Gefangenen, die aus dem Raum Cherson in Strafkolonien auf russischem Gebiet gebracht worden seien. Die Untersuchung stütze sich unter anderem auf Daten der Menschenrechtsorganisation Gulagu.net und der Rechtsberatungsorganisation "Russia Behind Bars" sowie auf Interviews mit Angehörigen ukrainischer Gefangener. Demnach sollen russische Beamte etwa zwei Wochen vor dem Rückzug vom Westufer des Dnipro damit begonnen haben, bis zu 2500 Gefangene in Strafkolonien etwa in die russische Regionen Krasnodar und Wolgograd zu verlegen.

+++ 08:35 Grünen-Politiker Wagener sieht Putin in grausamer Tradition Stalins +++
Der Vorsitzende der Deutsch-Ukrainischen Parlamentariergruppe, Robin Wagener, sieht in der geplanten Anerkennung der gezielt herbeigeführten Hungersnot vor 90 Jahren in der Ukraine auch eine aktuelle Mahnung. Sowjetdiktator Josef Stalin habe 1932/1933 die Ukraine als Nation, deren Kultur und ihr Selbstbewusstsein "auslöschen" wollen, sagt der Grünen-Politiker im Deutschlandfunk. "Heute steht Putin in der grausamen, verbrecherischen Tradition Stalins", fügt Wagener mit Blick auf Kremlchef Wladimir Putin hinzu. Die historisch-politische Einordnung des Holodomor ("Mord durch Hunger") als Völkermord sei nicht nur Gedenken, sondern auch Mahnung, um zu verhindern, dass solch schrecklichen Dinge erneut geschehen. Der Bundestag will sich am Abend mit dem Thema befassen.

+++ 07:58 Russland erzielt laut ISW kleine Geländegewinne bei Bachmut +++
Die russische Armee soll gestern geringfügige Geländegewinne in der Nähe der ostukrainischen Stadt Bachmut erzielt haben. Die Geolokalisierung von Aufnahmen würde dies belegen, schreibt die US-Denkfabrik Institut for the Study of War (ISW). Für die Behauptung einiger russischer Militär-Blogger, die Truppen hätten die ukrainische Verteidigungslinie südlich von Bachmut durchbrochen, gebe es jedoch keine Belege. Das Institut hält es weiterhin für unwahrscheinlich, dass die russischen Truppen Bachmut schnell einkesseln könnten.

+++ 07:26 Pentagon will Kiew "derzeit" kein Patriot-System liefern +++
Von den USA bekommt die Ukraine zumindest vorerst kein Luftabwehrsystem vom Typ Patriot. "Derzeit haben wir keine Pläne, der Ukraine Patriot-Batterien zur Verfügung zu stellen", erklärt Pentagon-Sprecher Patrick Ryder CNN zufolge. Man werde die Gespräche mit den Verbündeten, Partnern und der Ukraine aber fortsetzten. Der Sprecher ergänzt, das Patriot-Flugabwehrsystem und andere fortschrittliche Waffensysteme erforderten einen erheblichen Wartungs- und Instandhaltungsaufwand sowie einen Ausbildungsaufwand. "Keines dieser Systeme ist 'Plug and Play', man kann nicht einfach auf dem Schlachtfeld auftauchen und anfangen, sie zu benutzen", betont er. Zuvor hatte ein hochrangiger Pentagon-Beamter gegenüber CNN erklärt, die USA würden die Entsendung des Patriot-Raketenabwehrsystems in die Ukraine erwägen. "Alle Möglichkeiten sind auf dem Tisch".

+++ 06:46 Bericht: Gruppe Wagner rekrutiert Gefangene in Zentralafrikanischer Republik +++
Die Söldnergruppe Wagner soll in der Zentralafrikanischen Republik Kämpfer für den Krieg gegen die Ukraine rekrutieren. Es handele sich dabei vor allem um inhaftierte Rebellen, schreibt das US-amerikanische Online-Portal "The Daily Beast" und beruft sich auf zwei Militäroffiziere des Landes. Die Gefangenen würden von dem örtlichen Ableger der Söldnertruppe aus dem Gefängnis geholt und unter anderem in den Osten der Ukraine geschickt. Die Rede ist von Dutzenden Gefangenen, die wegen schwerer Verbrechen wie Mord und Vergewaltigung verurteilt worden seien. In der Zentralafrikanischen Republik herrscht Bürgerkrieg: Etwa zwei Drittel des Landes befanden sich Anfang des Jahres in der Hand bewaffneter Gruppierungen. Russland hat Paramilitärs in die Zentralafrikanische Republik entsandt, um gegen die Rebellen zu kämpfen. Frankreich und die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass es sich um Söldner der vom Kreml unterstützten Gruppe Wagner handelt.

+++ 06:02 Über 500 Kulturstätten zerstört oder beschädigt +++
Deutschland unterstützt den Schutz und die Rettung bedrohter ukrainischer Kulturgüter seit Juli mit rund vier Millionen Euro. Kulturstaatsministerin Claudia Roth sagt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es seien etwa 35 Tonnen Verpackungs- und Restaurierungsmaterialien, Feuerschutzausrüstungen, Dokumentationstechnik sowie 70 Notstromgeneratoren in die Ukraine geliefert worden. Dort seien bisher mehr als 500 Museen, Theater, Konzertsäle, Kirchen, Denkmale und Archive durch russische Raketen- oder Bombenangriffe zerstört oder stark beschädigt worden. "Das Putin-Regime führt seinen verbrecherischen Angriffskrieg nicht nur gegen die ukrainische Zivilbevölkerung, sondern auch gegen die kulturelle Identität der Ukraine", sagt Roth.

+++ 05:30 Ukraine schließt digitales Handelsabkommen mit Großbritannien +++
Großbritannien und die Ukraine verständigen sich auf ein digitales Handelsabkommen. "Diese Vereinbarung bedeutet, dass unsere Unternehmen und Regierungen noch mehr zusammenarbeiten können und den Ukrainern den Zugang zu wichtigen Waren und Dienstleistungen ermöglichen, die der digitale Handel bietet", sagt der britische Handelsminister Kemi Badenoch. Es werde dazu beitragen, Arbeitsplätze, Existenzen und Familien jetzt und in der Nachkriegszeit der Ukraine zu schützen. Die Vereinbarung umfasst Bereiche wie die Vereinfachung digitaler Grenzprozesse, grenzüberschreitende Datenströme, elektronische Transaktionen und elektronische Signaturen. Dies ist das erste Abkommen dieser Art für die Ukraine seit Beginn des Krieges.

+++ 05:02 Russland wirft Ukraine Angriff auf Kraftwerk vor +++
Russland beschuldigt die Ukraine, im russischen Oblast Kursk ein Kraftwerk angegriffen zu haben. "Insgesamt wurden etwa elf Raketen gezündet. Ein Kraftwerk wurde getroffen", schreibt der Gouverneur der Region auf Telegram. Aus diesem Grund gebe es teilweise Stromausfälle in den Bezirken Sudzha und Korenevo. Die Kreise liegen an der Nordostgrenze der Ukraine. Es gebe keine unmittelbaren Informationen über mögliche Verletzte oder Opfer, fügt er hinzu. Die Ukraine bekennt sich bislang nicht zu den Angriffen. Die russischen Behörden haben die Regierung in Kiew wiederholt beschuldigt, in den an die Ukraine angrenzenden Regionen Ziele wie Stromleitungen, Treibstoff- und Munitionslager anzugreifen.

+++ 03:22 Ukraine meldet schwierige Situation an der Front +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtet von einer schwierigen Situation an der Front. "Trotz extrem hoher Verluste versuchen die Besatzer immer noch, in der Donezk-Region vorzustoßen, in der Region Luhansk Fuß zu fassen, in die Charkiw-Region einzudringen", sagt er in seiner abendlichen Videoansprache. "Irgendwas planen sie im Süden."

+++ 01:51 Euro-Sondermünze für die Ukraine +++
Estland hat eine Zwei-Euro-Sondermünze für die Ukraine in Umlauf gebracht. Das Geldstück in einer Auflage von zwei Millionen Exemplaren trägt den Schriftzug "Slava Ukraini" ("Ruhm der Ukraine") und zeigt ein Mädchen, das beschützend einen Vogel in der Hand hält. Gestaltet wurde die Münze von einer ukrainischen Künstlerin, die vor Russlands Krieg gegen ihr Heimatland nach Estland geflüchtet ist.

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(Foto: dpa)

+++ 00:24 Selenskyj fordert erneut Sondertribunal für Russland +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bekräftigt seine Forderung nach einem Sondertribunal wegen des russischen Angriffskriegs. Zwar arbeite die Ukraine bereits mit vielen Ländern und Organisationen wie dem Internationalen Strafgerichtshof zusammen, "damit jeder russische Mörder die verdiente Strafe erhält", sagt er Abend in seiner täglichen Videoansprache. "Aber leider reichen die verfügbaren internationalen Rechtsinstrumente für Gerechtigkeit nicht aus." Selenskyj beklagt: "Selbst vor dem Internationalen Strafgerichtshof ist es immer noch unmöglich, die höchste politische und militärische Führung Russlands für das Verbrechen der Aggression gegen unseren Staat - für das Hauptverbrechen - vor Gericht zu stellen." Daher werde ein Sondertribunal benötigt.

+++ 23:06 Generatoren aus Loks sollen Ukrainer mit Strom versorgen +++
Technik aus Zügen könnten nach Angaben von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock bei der Notversorgung der Ukraine mit Strom helfen. Man zerbreche sich derzeit den Kopf, wie man Generatoren aus Eisenbahnloks ausbauen und dann mit Lastwagen oder Zügen in die Ukraine transportieren könne, sagt die Grünen-Politikerin am Rande eines NATO-Treffens. Das Land brauche große Generatoren, um die Leistung der von Russland zerbombten Kraftwerke zu ersetzen. Dabei sei neben Geld auch "jegliche Kreativität" gefragt.

+++ 22:10 Scholz bietet Polen Patriot-Abwehr erneut an +++
Bundeskanzler Olaf Scholz erneuert das Angebot, deutsche Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot in Polen zu stationieren. "Unser Angebot an die polnische Regierung zum Schutz des eigenen Landes ist immer noch nicht vom Tisch", sagt Scholz in Berlin. Der Ukraine stellt Scholz weitere Unterstützung anderer Art für die Abwehr von Luftangriffen in Aussicht. "Gerade haben wir noch einmal neue Liefermöglichkeiten für Gepard auf den Weg gebracht", sagt er, ohne Einzelheiten zu nennen. 30 Flugabwehrpanzer vom Typ Gepard hat Deutschland der Ukraine schon zur Verfügung gestellt.

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+++ 21:40 Russland schickt Zwangsarbeiter in Rüstungsbetrieb +++
Die russische Strafvollzugsbehörde will im Ural 250 zu Zwangsarbeit verurteilte Häftlinge in einem Rüstungsbetrieb einsetzen. Die Zwangsarbeiter sollen bei dem Unternehmen Uralvagonzavod in der Stadt Nischni Tagil unter anderem als Maschinen- und Kranführer, Drechsler und Schweißer arbeiten. Das berichteten russische Medien am Dienstag unter Berufung auf die Behörde. Den Berichten zufolge ist die Arbeit mit einigen Privilegien verbunden. So sind die Häftlinge nicht in Zellen unterbracht, sondern einem Wohnheim, oder können sogar bei Angehörigen wohnen. Zudem wird neben den üblichen Steuern von ihrem Verdienst nur ein Satz von 5 bis 20 Prozent als Strafe vom Gehalt abgezogen. Uralvagonzavod ist einer der größten Rüstungskonzerne, bekannt für die Produktion von Kampfpanzern vom T-72 bis hin zum neuen T-14. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs wurde dort ein Dreischichtsystem eingeführt, um die Produktion zu steigern. Russland hat bei seinem Angriffskrieg deutlich höhere Verluste als erwartet.

+++ 21:01 Klitschko redet Deutschland ins Gewissen +++
Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko bittet Deutschland um weitere Hilfe bei der Abwehr des russischen Angriffs auf die Ukraine. "Das Verbrechen, das Kriegsverbrechen, was in der Ukraine stattfindet, muss ein Ende haben. Das Leiden muss ein Ende haben", sagt der Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko in Berlin bei einem Treffen mit FDP-Politikern. Deutschland habe schon viel geleistet, aber er komme und bitte um weitere Unterstützung auch mit Blick auf den Winter. Klitschko: "Es kann nicht sein, dass in der Ukraine Krieg herrscht und man schaut weg und denkt, es wird nicht an meine Tür klopfen. Es wird." Er traf im Bundestag die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes-Strack-Zimmermann, sowie den FDP-Fraktionsvize und Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff.

+++ 20:15 Ukraine meldet 26 Luftangriffe +++
Russland hat nach Angaben des ukrainischen Generalstabs zahlreiche Objekte der zivilen Infrastruktur in der Ukraine beschossen. Insgesamt seien 26 Luftangriffe sowie ein Raketenangriff registriert worden, heißt es in einer Mitteilung der Militärführung in Kiew. "Und es besteht weiterhin die Gefahr, dass der Feind Raketenangriffe auf kritische Infrastruktureinrichtungen tief im Hinterland startet." Der Generalstab kritisiert einmal mehr, dass der Nachbar Belarus den Angriffskrieg Russlands weiter unterstütze und weiterhin sein Territorium und seinen Luftraum für Raketen- und Luftangriffe "zur Verfügung" stelle.
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+++ 19:48 Am Telefon: Scholz verspricht Selenskyj Kälte-Hilfe +++
Bundeskanzler Olaf Scholz hat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert und sich über die politische, militärische und humanitäre Lage in der Ukraine ausgetauscht. Wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin mitteilt, informierte Selenskyj den Bundeskanzler über die Auswirkungen der russischen Luftangriffe auf zivile Infrastruktur, Wasser- und Stromversorgung. Scholz habe den Beschuss verurteilt und der Ukraine weitere kurzfristige Unterstützung zugesichert. Hebestreit wies darauf hin, dass die Bundesregierung bereits kurzfristige Finanzhilfen zur Instandsetzung der Energieinfrastruktur in Höhe von etwa 56 Millionen Euro geleistet habe. Zudem seien mehr als 350 Generatoren zur Verfügung gestellt worden.

Die früheren Entwicklungen im Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, chl/hul/lve/rts/AFP/dpa

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