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Saudis verurteilen Schiiten 15 Todesurteile für mutmaßliche Spione

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Der saudische König Salman ibn Abd al-Aziz Al Saud.

(Foto: dpa)

Dieses Urteil könnte die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Riad und Teheran weiter belasten: In Saudi-Arabien verhängt ein Gericht die Todesstrafe gegen 15 mutmaßliche Spione. Sie sollen für Teheran Informationen beschafft haben.

Ein Gericht in Saudi-Arabien hat 15 Angeklagte wegen angeblicher Spionage für den Iran zum Tode verurteilt. 15 weitere Beschuldigte wurden laut Berichten saudiarabischer Medien zu Haftstrafen zwischen sechs und 25 Jahren verurteilt. Zwei Angeklagte wurden freigesprochen. Den Angeklagten wurde unter anderem zur Last gelegt, für den iranischen Geheimdienst gearbeitet und damit Hochverrat begangen zu haben.

Bei den Angeklagten handelte es sich Medienberichten zufolge um 30 Saudis, einen Iraner und einen Afghanen. Die 15 Angeklagten, die zum Tode verurteilt wurden, sind nach Angaben aus Prozesskreisen Saudiaraber. Allerdings gehören sie der schiitischen Minderheit in dem autoritär regierten Land an, in dem die Bevölkerungsmehrheit und vor allem das saudische Königshaus Sunniten sind. Der Iran wiederum ist schiitisch geprägt und versteht sich als Schutzmacht aller Schiiten. Die verurteilten Männer können die Todesurteile noch anfechten.

Human Rights Watch kritisiert "Scheinprozess"

Der Prozess hatte im Februar begonnen, einen Monat nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Die 32 Angeklagten wurden beschuldigt, Verteidigungsgeheimnisse verraten, Sabotageakte geplant und "Unruhen" in der mehrheitlich schiitischen Region Katif unterstützt zu haben. Außerdem sollen sie versucht haben, Spione in Regierungsbehörden zu rekrutieren. Einige sollen auch Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei getroffen haben.

Human Rights Watch kritisierte das Verfahren als "Scheinprozess". Den Angeklagten seien keine klaren Straftaten zur Last gelegt worden, sondern Vorwürfe wie Rufschädigung oder Verbreitung des schiitischen Islam, sagte der Nahost-Experte der Menschenrechtsorganisation, Adam Coogle.

Die Beziehungen zwischen dem schiitischen Iran und dem sunnitischen Saudi-Arabien stecken vor allem seit der Hinrichtung des prominenten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien im Januar in einer tiefen Krise. Al-Nimr galt als Kritiker des Königshauses in Riad.

Nach der Hinrichtung hatte es im Iran heftige Proteste gegeben. Wütende Demonstranten griffen auch die saudiarabische Botschaft in Teheran und ein Konsulat an. Als Reaktion auf die Proteste brachen Riad und mehrere weitere sunnitisch dominierte Staaten die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab.

Quelle: n-tv.de, bdk/AFP

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