Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 18:10 Bürgermeister von Mykolajiw: 132 tote Zivilisten seit Kriegsbeginn +++

Nach Angaben des Bürgermeisters von Mykolajiw, Oleksandr Sienkevych, sind seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine in seiner Stadt 132 Zivilisten getötet und 619 verletzt worden. Das teilt er bei Telegram mit. Demnach seien mehr als 500 Wohngebäude und 700 Häuser beschädigt worden.

+++ 17:49 Oscar-Preisträgerin Chastain besucht Kiew +++
Hollywood-Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Jessica Chastain ist Medienberichten zufolge in Kiew eingetroffen. Sie besucht demnach ein Kinderkrankenhaus und will auch Präsident Wolodymyr Selenskyj treffen. Der Star habe in einer Klinik Kinder aus den vom Krieg stark getroffenen Städten Cherson und Tschernihiw besucht, die in Kiew behandelt würden, berichtet der nationale Rundfunk der Ukraine, Suspilne Media. Ukrainische Medien zeigten zudem ein Video, dass die Ankunft Chastains per Zug in Kiew zeigen soll.

+++ 17:23 Ukraine: Russland bereitet Referendum in Luhansk vor +++
Die russischen Besatzer planen nach ukrainischen Angaben ein Referendum in der Oblast Luhansk vor. Wie "The Kyiv Independent" mit Verweis auf Gouverneur Serhij Haidai berichtet, würden Einheimische, die in den besetzten Gebiete leben, gezwungen, an der Abstimmung teilzunehmen.

+++ 17:09 Vier weitere Getreidefrachter verlassen ukrainische Häfen +++
Vier weitere mit Getreide beladene Schiffe haben nach Angaben der ukrainischen Behörden die Schwarzmeer-Häfen von Odessa und Tschornomorsk verlassen. Im Onlinedienst Telegram erklärt das Ministerium für Infrastruktur, die Frachter transportierten zusammen "etwa 170.000 Tonnen ukrainischer landwirtschaftsbezogener Ware". Das erste Schiff mit Getreideexporten aus der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs war am Montag vergangener Woche losgefahren.

+++ 16:44 Ukraine untersucht fast 26.000 Fälle von Kriegsverbrechen +++
Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft prüft fast 26.000 Fälle von Kriegsverbrechen seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar. 135 Menschen seien angeklagt worden, sagt der Chef der Abteilung für Kriegsverbrechen, Jurij Bilousow, der Nachrichtenagentur Reuters. Von den Angeklagten befänden sich 15 in Gewahrsam in der Ukraine, die anderen 120 seien flüchtig. 13 Fälle seien an die Gerichte verwiesen worden. In 7 Fällen seien Urteile ergangen. "Manchmal werden wir gefragt, warum wir Soldaten mit so niedrigen Rängen verfolgen. Das liegt schlicht daran, dass sie hier sind. Wären die Generäle hier und wir wären in der Lage, sie zu fassen, würden wir auf jeden Fall Generäle belangen."

+++ 16:15 Kosovo verweist kremlnahe russische Journalistin des Landes +++
Die Behörden des Kosovos haben die kremlnahe russische Journalistin Darja Aslamowa des Landes verwiesen. Er habe sie zur unerwünschten Person erklärt, schreibt Innenminister Xhelal Svecla auf seiner Facebook-Seite. Aslamowa arbeitet für die russische Boulevardzeitung "Komsomolskaja Prawda" und gilt als linientreue Propagandistin der russischen Seite im Ukraine-Krieg. Sie war am Samstag bei der Einreise aus Serbien ins Kosovo von kosovarischen Sicherheitsbeamten vorläufig festgenommen worden. Am heutigen Sonntag verließ sie das Kosovo und erreichte wieder Serbien, heißt es.

+++ 15:53 Moskau meldet Zerstörung von NATO-Munition +++
Russlands Armee hat eigenen Angaben zufolge tonnenweise Munition zerstört, die NATO-Staaten an die Ukraine geliefert haben. In der südukrainischen Region Mykolajiw sei ein Lager mit insgesamt 45.000 Tonnen Munition getroffen worden, sagt der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Er berichtet zudem von fünf weiteren Waffenlagern, die angegriffen worden seien - eines davon im besonders schwer umkämpften östlichen Gebiet Donezk. In Donezk hätten Russlands Luftstreitkräfte zudem die Kleinstadt Bachmut attackiert und dabei bis zu 130 ukrainische Soldaten getötet, heißt es aus Moskau.

+++ 15:34 Kiew und Moskau werfen sich erneut AKW-Beschuss vor +++
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage werfen sich Moskau und Kiew gegenseitig den Beschuss des südukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja vor. Die ukrainische Armee habe in der Nacht eine Rakete auf das AKW-Gelände abgefeuert, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf die Besatzungsverwaltung der Stadt Enerhodar, in der das Kraftwerk liegt. Die ukrainische Atombehörde Enerhoatom hingegen beschuldigt die Russen, das unter ihrer Kontrolle stehende Gelände selbst beschossen zu haben. Bei dem Angriff wurden demnach ein Lager für abgebrannten Kernbrennstoff getroffen sowie Sensoren zur Strahlenmessung beschädigt. Enerhoatom berichtet zudem, kurz vor der Explosion hätten sich Hunderte Mitglieder der russischen Besatzung in Bunkern versteckt.

+++ 15:11 Amnesty bedauert "Verärgerung" wegen Ukraine-Bericht +++
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty entschuldigt sich teilweise für ihre umstrittene Kritik an der ukrainischen Kriegstaktik. "Amnesty International bedauert zutiefst die Verärgerung und die Wut, die unsere Pressemitteilung über die Kampftaktiken des ukrainischen Militärs hervorgerufen hat", heißt es in einer an die Nachrichtenagentur Reuters verschickten E-Mail. "Die Priorität von Amnesty International in diesem und in jedem anderen Konflikt ist es, den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten. Dies war in der Tat unser einziges Ziel, als wir diese jüngste Untersuchung veröffentlicht haben. Wir stehen voll und ganz zu unseren Erkenntnissen, bedauern aber das verursachte Leid."

+++ 14:46 Selenskyj fordert stärkere Reaktion auf "nuklearen Terror" +++
Nach dem erneuten Beschuss des Kernkraftwerks Saporischschja ruft der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu einer stärkeren internationalen Reaktion auf "Russlands nuklearen Terror" auf. Während eines Telefonats habe er den Präsidenten des Europäischen Rates, Charles Michel, über die militärische Lage und über das AKW im Süden des Landes informiert, schreibt Selenskyj auf Twitter. Zudem fordert er weitere Sanktionen gegen Russlands nukleare Industrie.

+++ 14:23 Papst: Getreideausfuhr ist "Zeichen der Hoffnung" +++
Papst Franziskus begrüßt das Ende der Hafenblockade in der Ukraine und die ersten Getreideausfuhren. Dies zeige, "dass es möglich ist, einen Dialog zu führen und konkrete Ergebnisse zu erzielen, die allen zugutekommen", sagt das Oberhaupt der katholischen Kirche vor Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. Vergangene Woche war nach einer monatelangen Blockade erstmals wieder ein Schiff mit Getreide aus der Ukraine ausgelaufen. Vier weitere Frachter legten am Wochenende laut türkischen Angaben ab. Der Papst sieht in der Entwicklung ein "Zeichen der Hoffnung", wie er sagt. "Und ich hoffe von Herzen, dass wir auf diesem Weg die Kämpfe beenden und einen gerechten, dauerhaften Frieden erreichen können."

+++ 13:49 Überwachungssensoren bei AKW Saporischschja sollen zerstört sein +++
Beim Beschuss des Kernkraftwerks Saporischschja sollen Überwachungssensoren beschädigt worden sein. Dies berichtet "Kyiv Independent" und beruft sich auf das staatliche ukrainische Kernergieunternehmen Energoatom. Demnach soll Russland drei Sensoren, die die Strahlung überwachten, zerstört haben. Nun sei es unmöglich, eine mögliche Verschlechterung der Strahlungsbedingungen oder einen Strahlungsaustritt rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. Russland wiederum beschuldigt die Ukraine, eine Rakete auf das AKW-Gelände abgefeuert zu haben.

+++ 13:27 Mitarbeiter von AKW Saporischschja bei Angriff verletzt +++
Bei einem russischen Angriff auf das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja wird nach Angaben des Staatskonzerns Energoatom am Samstagabend ein Mitarbeiter verletzt. Das Gelände des Zwischenlagers, in dem 174 Behälter mit abgebrannten Brennelementen im Freien stehen, sei mit Raketen getroffen worden, teilt der Betreiber bei Telegram mit. Das AKW ist das größte in Europa und wurde zu Beginn des Krieges von russischen Truppen unter Kontrolle gebracht.

+++ 13:27 Russe bleibt Präsident des Schach-Weltverbands +++
Der Russe Arkadij Dworkowitsch bleibt Präsident des Schach-Weltverbandes Fide. Der 50-Jährige, der von 2000 bis 2018 der russischen Regierung angehörte, wird im indischen Chennai mit einer klaren Mehrheit von 157:16 Stimmen für vier weitere Jahre im Amt bestätigt. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnet die Wiederwahl Dworkowitschs laut russischen Medien als "sehr gute Nachricht". Dworkowitsch kandidierte zusammen mit dem indischen Ex-Weltmeister Viswanathan Anand, der nun sein Stellvertreter ist. Der Deutsche Schachbund hatte sich für einen Neuanfang beim Weltverband und die Kandidatur des Ukrainers Andrej Baryschpolez stark gemacht.

+++ 13:06 Kiew: Russland bringt weiter Militärtechnik nach Belarus +++
Angaben des ukrainischen Generalstabs zufolge verlegt Russland weiter Kriegstechnik ins benachbarte Belarus. Unter anderem im Grenzbereich zum westukrainischen Gebiet Wolhynien würden auf belarussischem Gebiet zusätzliche Kräfte und Ausrüstung zur Luftverteidigung stationiert, teilt der Generalstab in Kiew mit. Die frühere Sowjetrepublik Belarus ist zwar nie offiziell mit in Russlands Krieg eingestiegen. Der autoritäre Machthaber Alexander Lukaschenko hat aber bereits kurz nach Beginn der Invasion Ende Februar eingeräumt, dass von belarussischem Staatsgebiet russische Raketen in Richtung Ukraine abgefeuert wurden.

+++ 12:41 Kreml-Kritiker verlässt offenbar Klinik und fliegt nach Deutschland +++
Der frühere Kreml-Beamte Anatoli Tschubais hat nach einem Bericht der italienischen Zeitung "La Repubblica" das Krankenhaus von Olbia auf der Insel Sardinien verlassen. Der 67-Jährige habe positiv auf die Medikation reagiert und sei nach Frankfurt geflogen, wo er weiter behandelt werde, schreibt das Blatt. Nachdem der einstige Sonderbeauftragte des Kreml vor gut einer Woche in die Klinik auf Olbia gebracht worden war, hatte es Spekulationen gegeben, er könnte vergiftet worden sein. Die italienische Polizei führte mit Spezialisten Untersuchungen durch. Das toxikologische Gutachten steht laut "Repubblica" aber noch aus - derzeit aber deute alles auf eine seltene Nervenkrankheit bei Tschubais hin. Tschubais hatte sein Amt in Moskau Ende März niedergelegt. Der frühere Vertraute von Russlands Präsident Wladimir Putin ist ein Kritiker des Krieges gegen die Ukraine.

+++ 12:17 Linken-Geschäftsführer: Wagenknecht und Ernst sollen Aussagen zu Russland unterlassen +++
Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Tobias Bank, ruft in einem Interview mit dem "Spiegel" die Ex-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht und den Klimaausschussvorsitzenden Klaus Ernst auf, Aussagen zu Russland zu unterlassen. Wagenknecht und Ernst hatten sich etwa dafür ausgesprochen, die Sanktionen gegen Russland zu beenden. "Ich bin mit Sahra im Gespräch und halte ihre Aussage für falsch. Von ihr und von Klaus Ernst erwarte ich, dass sie die Beschlüsse des Bundesparteitags respektieren und widersprechende Aussagen unterlassen", sagt Bank. Wagenknechts Äußerungen zum "wahnsinnigen Krieg gegen Russland" seien die Meinung eines einzelnen Mitglieds.

+++ 11:50 Kiew beziffert feindliche Verluste +++
Die Zahl der russischen Gefallenen im Krieg hat sich nach ukrainischen Angaben um 300 auf 42.200 erhöht. Dies gibt das Verteidigungsministerium in Kiew bekannt. Außerdem sollen unter anderem drei russische Panzer, fünf Flugabwehrsysteme und sechs Drohnen zerstört worden sein.

+++ 11:13 Nur Czernowitz offenbar bislang von Angriffen verschont +++
Seit Beginn des Krieges am 24. Februar ist ukrainischen Berichten zufolge fast die gesamte Ukraine mit russischen Angriffen überzogen worden. Nach Angaben des stellvertretenden Innenministers Jewhenij Jenin litten am meisten Donezk, Luhansk und Mykolajiwska unter Angriffen von russischen Granaten, wie die "Ukrainskaja Prawda" schreibt. Donezk sei mehr als 30000 mal, Luhansk 4000 mal und Mykolajiw 700 mal beschossen worden. Allein die Region Czernowitz ist offenbar bislang verschont geblieben.

+++ 10:42 Putin-Vertrauter soll in Straflagern um "Mörder und Räuber" für die Wagner-Truppe werben +++
Ein enger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Jewgeni Prigoschin, scheint höchstpersönlich in Straflagern um Söldner für seine Wagner-Truppe zu werben. Dies berichtet das von Pussy-Right-Aktivistinnen gegründete Medienprojekt Mediazona. Demnach erklärten mehrere Gefangene aus den Regionen Jaroslawl und Tula, dass ihre Strafkolonien von einem glatzköpfigen Mann besucht worden seien, den sie als Prigoschin - auch bekannt als "Putins Koch" - erkannt hätten. Er habe ihnen Freiheit und Geld angeboten, sollten sie am Krieg gegen die Ukraine teilnehmen. Den Häftlingen sei erklärt worden, dass "der Dritte Weltkrieg im Gange ist" und dass es möglich sei, sich auf der Seite Russlands daran zu beteiligen. "Meine Leute gehen in afrikanische Länder und lassen innerhalb von zwei Tagen nichts am Leben, und jetzt machen sie es mit ihren Feinden in der Ukraine genauso", hieß es. Dem Bericht zufolge ist die Wagner-Truppe vor allem "an Mördern und Räubern interessiert, bei Drogenabhängigen sind sie misstrauisch, dasselbe gilt für Vergewaltiger".

+++ 10:25 "Leben in den besetzten Gebieten ist alles andere als einfach" +++
Die Russifizierung der besetzten Gebiete in der Ukraine schreitet immer weiter voran. Wie die russischen Besatzer Druck auf die noch nicht geflohenen Bürger dort ausüben, erklärt ntv-Reporter Rainer Munz.

+++ 10:05 Getreidefrachter "Razoni" verspätet sich +++
Der Getreidefrachter "Razoni", der als erstes Schiff nach dem Abkommen zwischen der Ukraine und Russland einen ukrainischen Hafen verlassen hat, wird nicht wie erwartet an diesem Sonntag im Libanon ankommen. Das teilt die dortige ukrainische Botschaft auf Anfrage mit. Die "Razoni" hatte den ukrainischen Schwarzmeerhafen Odessa am Montag verlassen und sollte an diesem Sonntag in Tripoli im Norden des Libanons festmachen. Der Frachter habe Verspätung, teilt die ukrainische Botschaft mit, nennt aber keine Einzelheiten. Schifffahrtsdaten auf MarineTraffic.com zeigen die "Razoni" am Morgen vor der türkischen Küste. Der Frachter hat rund 26.500 Tonnen Getreide geladen.

+++ 09:43 Hunderte Menschen verlassen Region Donezk +++
Die Evakuierung der heftig umkämpften Region Donezk schreitet voran. Ukrainischen Angaben zufolge wurden in einer Woche mehr als 2000 Bürger in Sicherheit gebracht, Frauen, Kinder, ältere Menschen. Mehrere ukrainische Kinder konnten zudem aus dem Territorium der Russischen Föderation zurückgeholt werden.

+++ 09:14 London: Mindestens sechs russische Kommandeure gefeuert +++
Die schlechte Leistung der russischen Streitkräfte im Krieg gegen die Ukraine kommt die Militärführung teuer zu stehen. Wie das britische Verteidigungsministerium berichtet, wurden höchstwahrscheinlich deshalb mindestens sechs russische Kommandeure seit Beginn des Überfalls am 24. Februar entlassen. "Zu diesen Entlassungen kommt hinzu, dass mindestens 10 russische Generäle auf dem Schlachtfeld in der Ukraine getötet wurden", heißt es weiter. Dies wiederum trage zu den " taktischen und operativen Schwierigkeiten Russlands" bei den Kämpfen in der Ukraine bei.

+++ 08:55 Weiterer Schiffskonvoi verlässt ukrainische Häfen +++
Ein zweiter Konvoi von mit Agrargütern beladenen Frachtern ist nach ukrainischen Angaben ausgelaufen. Infrastrukturminister Olexandr Kubrakow twittert, dass vier Schiffe im Rahmen des von der Türkei und den Vereinten Nationen mit Russland vereinbarten Rahmenabkommens ukrainische Häfen am Schwarzen Meer verlassen hätten. Es handele sich um die Frachter "Mustafa Necati", "Star Helena", "Glory" und "Riva Wind". Sie sollen insgesamt fast 170.000 Tonnen Getreide geladen haben.

+++ 08:28 Widerstand gegen Besatzer: "Kollaboration ist schlecht für die Gesundheit" +++
Die anhaltende ukrainische Partisanentätigkeit und der zivile Widerstand frustrieren offenbar die russischen Besatzungstruppen und könnten zu weiteren Repressionen gegen die ukrainische Zivilbevölkerung führen. Dies schreibt der Thinktank Institute for the Study of War. Nach der Tötung des stellvertretenden Leiters der russischen Verwaltung für den Wohnungs- und Versorgungssektor in Nowa Kachowka, Witali Gura, gebe es den Hinweis, dass "Guras Schicksal alle Kollaborateure treffen wird". Ein sogenanntes ukrainisches Zentrum für Widerstand warne außerdem vor einer Zusammenarbeit mit den russischen Besatzern auf. "Das Zentrum für nationalen Widerstand stellt fest, dass Kollaboration schlecht für die Gesundheit ist."

+++ 08:05 Zahlreiche Gebäude in Region Kiew wieder aufgebaut +++
Auch wenn kein Ende des Kriegs absehbar ist: Die Region beginnt bereits mit dem Wiederaufbau zerstörter Gebäude. Nach Angaben des Gouverneurs, Oleksij Kuleba, sind bereits 230 beschädigte Häuser renoviert. 273 weitere Gebäude werden zurzeit instand gesetzt. Unter den wieder aufgebauten Häusern sind unter anderem 18 Gesundheitseinrichtungen, 8 weiterführende Bildungseinrichtungen und 5 Verwaltungsgebäude. Im April wurden umgerechnet 400 Millionen Hrywnja, 10,78 Millionen Dollar, aus dem Reservefonds des Staatshaushalts für die Sanierung des Gebiets Kiew bereitgestellt.

+++ 07:45 Ukraine will nächsten Hafen in Betrieb nehmen +++
Pivdennyi, der größte und rentabelste Hafen der Ukraine, soll nächste Woche wieder in Betrieb genommen werden. Der stellvertretende Infrastrukturminister Mustafa Nayyem kündigt an, der Hafen Pivdennyi werde mit den Häfen Odessa und Chornomorsk zusammenarbeiten, um innerhalb eines Monats 3 Millionen Tonnen ukrainischer Agrarprodukte zu exportieren. Seit dem 24. Februar sind vier Schiffe aus den Häfen von Odessa und Chornomorsk ausgelaufen.

+++ 07:23 Kiew: Russland beschießt Dutzende Frontstädte +++
Nach Angaben des ukrainischen Militärs beschießen russische Truppen Dutzende Städte an der Frontlinie im Osten. Sie versuchten, in sechs verschiedenen Gebieten in der Region Donezk anzugreifen, teilt das ukrainische Militär mit. Es sei den Angreifern aber nicht gelungen, Boden gutzumachen. Das hätten die ukrainischen Streitkräfte verhindert.

+++ 07:00 Selenskyj: Hunderte von Russen besetzte Orte befreit +++
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben mindestens 1.060 der 3.649 russisch besetzten Orte befreit. Dies sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videoansprache, die auf Telegram veröffentlicht ist. Die meisten Orte müssten jedoch entmint und wiederaufgebaut werden. Am 18. Juli waren laut "Kyiv Independent" 1.028 Siedlungen befreit worden.

+++ 06:27 Mobile Krematorien sollen in Cherson Tag und Nacht in Betrieb sein+++
In der von Russen besetzten Stadt Cherson sollen einem britischen Medienbericht zufolge mobile Krematorien ununterbrochen in Betrieb sein. Wie die "Daily Mail" berichtet, die sich auf Informationen örtlicher ukrainischer Aktivisten beruft, sollen russische Soldaten die Leichen ermordeter ukrainischer Kollaborateure sowie ihrer eigenen Kameraden verbrennen. Hunderte von ihnen würden durch den ständigen Einschlag ukrainischer Granaten aus den Artilleriestellungen rund um die Stadt sowie durch den organisierten ukrainischen Widerstand getötet.

+++ 05:51 Für mehr Gas: Abfallbranche fordert verstärkten Biotonnen-Einsatz +++
Deutschlands Abfallbranche könnte ihre Gasproduktion nach eigener Darstellung verdoppeln, sollten organische Abfälle bundesweit über Biotonnen eingesammelt werden. "Derzeit decken die Biogasanlagen etwa ein Prozent des deutschen Gasbedarfs, diesen Wert könnten wir auf zwei Prozent erhöhen", sagt der Präsident des Entsorgungswirtschaftsverbandes BDE, Peter Kurth. Biomethan könne das durch die Sanktionen und die schwierigen Beziehungen zu Russland knappe Erdgas in allen Anwendungsbereichen ersetzen. Seit 2015 gibt es die Pflicht für ein Bioabfall-System. Aus Sicht von Kurth kommen einige Städte und Landkreise der Vorschrift nicht oder nur teilweise nach. Er fordert die Länder auf, härter durchzugreifen.

+++ 04:45 Selenskyj beklagt verschlechterte Situation am AKW Saporischschja und stichelt gegen Amnesty +++
Die Lage am Atomkraftwerk Saporischschja hat sich nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenksyj zuletzt deutlich verschlechtert. Russland nutze die größte nukleare Anlage in Europa für terroristische Zwecke, sagt der Staatschef in seiner nächtlichen Videobotschaft. "Wir werden die Welt darauf aufmerksam machen und auf neuen Sanktionen gegen Russland bestehen, weil es eine solche globale Bedrohung geschaffen hat." Er fährt fort: "Und obwohl der russische Beschuss des Atomkraftwerks eines der gefährlichsten Verbrechen gegen die Ukrainer und alle Europäer, gegen das Recht auf Leben eines jeden Menschen ist, gibt es aus irgendeinem Grund keinen Bericht oder auch nur eine einfache Mitteilung von Amnesty International darüber." Selenskyj hatte einen Bericht der Organisation, der vor einigen Tagen Kritik an der Taktik der ukrainischen Armee äußerte, scharf kritisiert. In seiner aktuellen Videobotschaft wirft er Amnesty im Bezug auf das nicht erwähnte AKW "manipulative Selektivität" vor.

+++ 02:56 Regierungsmitglied: Mindestens 20 ukrainische Landwirte durch Minen auf Feldern ums Leben gekommen +++
In der Ukraine werden nach Regierungsangaben aus Kiew in diesem Jahr voraussichtlich rund 20 Millionen Tonnen Weizen geerntet, das sind etwa zwei Drittel des Vorjahresertrages. Die Einkünfte durch den Export von Getreide würden im Vergleich zum Vorjahr um etwa 20 Prozent zurückgehen, sagt der stellvertretende ukrainische Landwirtschaftsminister Taras Vysotskyi den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zugleich stünden die Landwirte in der Ukraine unter einem enormen wirtschaftlichen Druck, weil die Erzeugerpreise trotz gestiegener Weltmarktpreise für Weizen dramatisch gesunken sind. Die Bestellung der Felder werde zudem durch den Krieg erschwert. "Bislang sind mindestens 20 Landwirte bei ihrer Arbeit ums Leben gekommen, weil sie über Minen gefahren sind", so Vysotskyi.

+++ 01:01 Ukrainische Regierung mahnt Grüne: Atomkraftwerke am Netz lassen +++
Die ukrainische Regierung appelliert an die Grünen in Deutschland, die letzten drei Atomkraftwerke über das Jahresende hinaus weiterlaufen zu lassen. "Dieser Winter ist ein Schlüsselwinter", sagt der engste Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Mychailo Podoljak, dem "Tagesspiegel". Auf die Frage, ob es angesichts der Drosselung russischer Gaslieferungen und einem drohenden Bröckeln der Solidarität mit der Ukraine sinnvoll sei, die drei Anlagen im Dezember abzuschalten, sagt Podoljak: "Nein". Und betont: "Wir müssen zwingend alles nutzen, was wir haben, um schnellstmöglich eine neue Energielandkarte in Europa zu schaffen und um nicht weiter den Krieg Russlands zu finanzieren."

+++ 23:41 Ausländischer Frachter für Getreideexport in Ukraine eingetroffen +++
Nach dem Abkommen zur Wiederaufnahme von Getreideexporten auf dem Seeweg trifft erstmals ein ausländischer Frachter in der Ukraine ein. Der unter der Flagge von Barbados fahrende Fulmar S habe im Schwarzmeerhafen von Tschornomorsk angelegt und solle mit Getreide beladen werden, teilt Infrastrukturminister Olexander Kubrakow mit. Es handle sich um das erste unter ausländischer Flagge fahrende Frachtschiff seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar.

+++ 22:54 Selenskyj freut sich über "starke Ergebnisse" seiner Armee +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lobt seine Streitkräfte für erfolgreiche Gegenangriffe - und hebt dabei die Rolle westlicher Waffen hervor. In der vergangenen Woche habe die ukrainische Armee "starke Ergebnisse" bei der Zerstörung russischer Kriegslogistik erzielt, sagt Selenskyj in seiner Videoansprache. "Jeder Angriff auf die Munitionsdepots des Feindes, auf seine Kommandoposten und auf Ansammlungen russischer Technik rettet unser aller Leben, das Leben der ukrainischen Soldaten und Zivilisten." Selenskyj dankt westlichen Partnern für bisherige Waffenlieferungen. Er verweist insbesondere auf die USA, die vor einigen Tagen weitere Rüstungslieferungen an die Ukraine in einem Umfang von 550 Millionen Dollar angekündigt haben.

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+++ 22:02 Erster Getreidefrachter legt doch nicht Sonntag im Libanon an +++
Das erste Schiff mit Getreideexporten aus der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs soll doch nicht wie geplant am Sonntag in der libanesischen Hafenstadt Tripoli anlegen. "Wir möchten Sie darüber informieren, dass die für morgen geplante Ankunft des Schiffes 'Razoni' verschoben wurde", teilt die ukrainische Botschaft im Libanon mit. Auf die Frage nach den Gründen für die Verschiebung erklärt die Botschaft, dass sie derzeit "keine weiteren Informationen" habe. Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle wird das Schiff wahrscheinlich nicht im Libanon anlegen, wenn es seine Ladung an einen Händler in einem anderen Land verkaufen kann. Bislang war geplant gewesen, dass der Frachter "Razoni" am Sonntag um 10 Uhr Ortszeit in Tripoli anlegt.

+++ 21:39 Zweiter Getreidefrachter darf Bosporus passieren +++
Ein Schiff mit 33.000 Tonnen Mais aus der Ukraine erhält nach einer internationalen Kontrolle in Istanbul die Erlaubnis zur Weiterfahrt. Der Frachter darf damit die Meerenge Bosporus ins Mittelmeer passieren, wie das türkische Verteidigungsministerium mitteilt. Es ist der zweite Getreidefrachter, seit unter Vermittlung der Türkei ein internationales Abkommen über ukrainische Ausfuhren über das Schwarze Meer erzielt wurde. Zwei weitere Schiffe werden in Kürze erwartet.

+++ 21:05 Ukrainischer Generalstab: Russische Vorstöße bei Bachmut abgewehrt +++
Die ukrainische Armee gerät im östlichen Gebiet Donezk zunehmend unter Druck - hat allerdings eigenen Angaben zufolge vorerst alle Vorstöße der Russen abgewehrt. Es seien russische Offensiven in Richtung der Städte Slowjansk, Bachmut und Awdijiwka zurückgeschlagen worden, teilt der ukrainische Generalstab in seinem Abendbericht mit. Insbesondere um Bachmut toben seit Tagen heftige Kämpfe. Die prorussischen Rebellen hatten am Vortag vermeldet, es gebe Gefechte bereits innerhalb des Stadtgebiets.

+++ 20:39 Nordmazedonien liefert Ukraine Panzer und Flugzeuge +++
Nordmazedonien erklärt sich bereit, Panzer und Flugzeuge an die Ukraine zu liefern, um die laufende Invasion Moskaus abzuwehren, schreibt der hochrangige ukrainische Präsidentenberater Mykhailo Podolyak auf Twitter. "Viele Länder zeigen heute mehr Mut als die Hälfte der G20 (Gruppe der 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte). Wie Nordmazedonien, das der Ukraine in Form von Panzern und Flugzeugen die (unterstützende) Schulter zeigt", schreibt Podoljak.

+++ 19:32 Ukraine: Acht Kollaborateure in Region Donezk festgesetzt +++
Die ukrainischen Behörden im Oblast Donezk melden, acht mutmaßliche Kollaborateure verhaftet zu haben. Wie "The Kyiv Independent" berichtet, wird vermutet, dass die Festgenommenen Informationen über die Standorte von ukrainischen Soldaten und weitere Militärbewegungen an die russischen Streitkräfte weitergegeben hätten.

+++ 18:59 Russische Besatzungsverwaltung in Cherson meldet Tod von Mitglied +++
Im südukrainischen Gebiet Cherson ist Angaben der russischen Besatzungsverwaltung zufolge eines ihrer Mitglieder nach einem Anschlag gestorben. Der stellvertretende Leiter der von den Russen in der Stadt Nowa Kachowka eingesetzten Verwaltung, Witalij Gura, sei seinen Verletzungen erlegen, schreibt die prorussische Politikerin Jekaterina Gubarewa auf Telegram. Auch die staatliche russische Nachrichenagentur Ria Nowosti meldet Guras Tod. Demnach soll er früher am Tag in der Nähe seines Hauses von Unbekannten mit einer Schusswaffe angegriffen worden sein.

+++ 18:35 IAEA fordert Zugang zu angegriffenem AKW +++
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) drängt nach dem Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja erneut auf Zugang zu der von Russland besetzten Anlage. Der Angriff am Freitag "unterstreicht die sehr reale Gefahr einer nuklearen Katastrophe, die die öffentliche Gesundheit und die Umwelt in der Ukraine und darüber hinaus bedrohen könnte", sagt IAEA-Chef Rafael Grossi in einer Stellungnahme. Er hält fest, dass auf dem Gelände Schäden entstanden seien, dass aber die Reaktoren unversehrt seien und keine Radioaktivität ausgetreten sei. Der Besuch eines IAEA-Teams würde helfen, die nukleare Sicherheit vor Ort zu stabilisieren und unabhängige Informationen über den Zustand des AKWs zu liefern.

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Krieges können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, ghö/fzö/ses/dpa/rts/AFP

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