Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 19:03 BND unterstützt Ukraine laut Medienbericht mit Informationen +++

Der Bundesnachrichtendienst (BND) unterstützt einem Medienbericht zufolge die Ukraine mit Informationen über Stellungen der russische Armee. Wie "Die Zeit" berichtet, liefert die deutsche Regierung nicht nur Waffen an die Ukraine, sondern auch Geheimdienstinformationen. Das gehe aus Recherchen der Wochenzeitung und des ARD-Magazins "Kontraste" hervor. Ein BND-Sprecher erklärte auf Anfrage, der Dienst nehme zu operativen Aspekten seiner Arbeit nur gegenüber der Bundesregierung und den zuständigen, geheim tagenden Gremien des Bundestages Stellung.

+++ 18:44 Russischer Geheimdienst meldet Festnahme von ukrainischem Spion +++
In der russischen Hauptstadt Moskau nimmt der Geheimdienst FSB nach eigenen Angaben einen ukrainischen Spion fest. Der Verdächtige sei "ukrainischer Staatsbürger, er war Agent des SBU (ukrainischer Geheimdienst) und hat im Frühjahr 2022 die Aufgabe vom Geheimdienst bekommen, Daten über russische Militärtechnik auf russischem Gebiet zu sammeln", meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf FSB-Kreise.

+++ 18:21 Augenzeugen: Ukrainer flüchten aus Furcht vor Annexion - "Orte komplett verlassen" +++
Angesichts russischer Vorbereitungen für eine Annexion von Teilen der Ukraine setzt Augenzeugen zufolge eine Fluchtbewegung aus den betroffenen Gebieten ein. In der ukrainisch kontrollierten Stadt Saporischschja gibt es demnach insbesondere die Furcht, dass in den besetzten Gebieten dann sofort mit der Einberufung von Männern in die russische Armee begonnen werde. "Es gibt Orte, die komplett verlassen sind", sagt ein Mann, der nach eigenen Angaben mit seiner Familie aus Cherson über den letzten russischen Checkpoint herausgelangt war. "Ganze Dörfer brechen auf." Ein weiterer Familienvater aus Cherson spricht von einer Autoschlange, deren Ende nicht mehr zu sehen gewesen sei. Wegen des Referendums zögen 70 Prozent der Leute weg, sagt er.

+++ 18:02 USA bereiten weitere Sanktionen gegen Russland vor +++
Die USA bereiten nach eigenen Angaben neue Sanktionen gegen Russland vor. Die Regierung in Moskau werde für die "Scheinreferenden" in den besetzten Teilen der Ukraine einen hohen Preis zahlen müssen, erklärt der Koordinator der Strafmaßnahmen im Außenministerium, James O'Brien. Man arbeite zu diesem Zweck mit Verbündeten und Partnern zusammen. Der Fokus der Sanktionen liege weiterhin auf militärischen Lieferketten und vulnerablen Stellen in der russischen Wirtschaft.

+++ 17:41 USA: Russische Andeutungen zu Verantwortung für Nord-Stream-Lecks "lächerlich" +++
Als "lächerlich" weist die US-Regierung Andeutungen Russlands zurück, sie könnte hinter den Lecks an den Nord-Stream-Gaspipelines stecken. "Wir alle wissen, dass Russland eine lange Geschichte der Verbreitung von Falschinformationen hat, und es tut es hier jetzt wieder", sagt die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses, Adrienne Watson. Zuvor hatte die Sprecherin des russischen Außenministeriums angedeutet, US-Präsident Joe Biden könnte eine Sabotage der Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 angeordnet haben.

+++ 17:26 Russland: Referenden waren im Einklang mit internationalem Recht +++
Russland verteidigt die Referenden in besetzten Teilen der Ukraine als im Einklang mit internationalem Recht. Man werde bald Maßnahmen ergreifen, um den Wunsch der vier Regionen nach einem Anschluss an Russland zu erfüllen, erklärt das russische Außenministerium.

+++ 17:05 TÜV: Reparatur von Nord-Stream-Pipeline nur durch ferngesteuertes U-Boot möglich +++
Der TÜV geht davon aus, dass sich die Reparatur der beschädigten Gaspipeline Nord Stream 2 in die Länge ziehen könnte. "Die eigentliche Reparatur wird wahrscheinlich zügig gehen", sagte Hermann Dinkler, Rohrleitungs- und Brandschutzexperte beim TÜV, gegenüber RTL/ntv. Dinkler fügte aber hinzu: "Die Organisation, insbesondere von den Schiffen und dem U-Boot, wird noch eine große Zeit in Anspruch nehmen - ein bis zwei Monate vielleicht." Der TÜV-Experte erklärte, dass man keine Taucher für die Reparatur einsetzen könne: "Das muss mit einem ferngesteuerten U-Boot gemacht werden, denn Taucher können in diesen Tiefen nicht mehr arbeiten."

+++ 16:34 "Times"-Bericht: Nord Stream wahrscheinlich mit russischer Unterwasser-Drohne gesprengt +++
Die beschädigten Nord-Stream-Gaspipelines wurden laut einer Quelle aus dem britischen Verteidigungsbereich "wahrscheinlich vorsätzlich und geplant" mit einem Sprengsatz beschädigt, der Wochen vor der Detonation ins Meer geworfen wurde, berichtet die britische Zeitung "The Times". Das wahrscheinlichste Szenario sei demnach, dass Russland heimlich eine Unterwasser-Drohne mit einer Sprengladung an verschiedenen Stellen der Pipelines abgesetzt habe. Die Drohne könnte demnach schon vor Monaten von einem kleinen Schiff, etwa einem Fischerboot, zu Wasser gelassen worden sein.

+++ 16:13 Durchreise für Russen in Region an der Grenze zu Georgien wird beschränkt +++
Wegen der langen Ausreiseschlangen infolge der Teilmobilisierung in Russland beschränken die russischen Behörden den Zugang zu einer Region an der Grenze zu Georgien. Der Anführer der russischen Region Nordossetien, Sergej Meniajlo, unterzeichnete ein Dekret, das die Durchfahrt für Personenfahrzeuge durch das Gebiet beschränkt, außer für Einheimische und Touristen, wie der offizielle Fernsehsender der Regionalregierung im Onlinedienst Telegram berichtet.

+++ 16:07 Von der Leyen schlägt neues EU-Sanktionspaket samt Ölpreisdeckel vor +++
Die EU-Kommission legt einen Vorschlag für ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland wegen der Invasion in die Ukraine vor. Das Paket enthalte unter anderem die Rechtsgrundlage für einen Preisdeckel für Ölimporte aus Russland sowie weitere Importbeschränkungen im Wert von sieben Milliarden Euro, sagt Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 15:49 Russischen Truppen droht Einkesselung bei Lyman in der Ostukraine +++
Im ostukrainischen Gebiet Donezk droht den russischen Truppen offenbar eine Einschließung durch die ukrainische Armee. Russische Kriegsreporter berichten von erfolgreichen ukrainischen Vorstößen nordöstlich und östlich der Kleinstadt Lyman. Sollte die Siedlung Torske zurückerobert werden, droht den Russen eine Abschneidung der Verbindungswege von Lyman nach Kreminna und Swatowe im Luhansker Gebiet. Die Straßen stehen bereits unter Beschuss durch die ukrainische Artillerie. Auch bei der Stadt Kupjansk im Gebiet Charkiw ist mit Kiwschariwka mindestens ein weiterer Ort auf der Ostseite des Flusses Oskil ukrainischen Angaben zufolge zurückerobert worden. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 15:25 Scholz telefoniert mit Selenskyj: Scheinreferenden werden niemals anerkannt +++
Bundeskanzler Scholz hat heute mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert, teilt der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Hebestreit, mit. Beide hätten sich zur militärischen, politischen und wirtschaftlichen Lage der Ukraine sowie Möglichkeiten der weiteren Unterstützung, einschließlich beim Wiederaufbau, ausgetauscht. Scholz habe betonnt, dass Deutschland die Ukraine weiter politisch, finanziell und humanitär sowie in der Verteidigung unterstütze, einschließlich bei Waffenlieferungen. Mit Blick auf die Lage in den von Russland illegal besetzten Gebieten Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja habe Scholz betont, dass Deutschland die Ergebnisse der Scheinreferenden niemals anerkennen werde.

+++ 15:16 Kopenhagen: Inspektion von Pipeline-Lecks wohl erst in ein bis zwei Wochen +++
Die Inspektion der Lecks an den Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2 wird nach Angaben der dänischen Regierung voraussichtlich erst in ein bis zwei Wochen möglich sein. Der dänische Verteidigungsminister Morten Bodskov verweist auf den derzeit in den Leitungen herrschenden Druck und die Menge des austretenden Gases als Hindernisse für die Inspektion. Die Explosion sei "sehr groß" gewesen, "deswegen wird Zeit gebraucht, bevor wir uns dorthin begeben können", so Bodskov.

+++ 14:52 US-Botschaft warnt Doppel-Staatsbürger in Russland wegen Mobilmachung +++
Angesichts der in Russland laufenden Mobilmachung fordern die USA ihre Staatsbürger erneut zur Ausreise aus dem flächenmäßig größten Land der Erde auf. Die Botschaft der Vereinigten Staaten in Moskau warnt, Russland könnte Menschen mit doppelter US- und russischer Staatsbürgerschaft an der Ausreise hindern und zum Militärdienst einziehen. "US-Bürger sollten nicht nach Russland reisen und diejenigen, die in Russland wohnen oder reisen, sollten Russland unverzüglich verlassen", heißt es in der Mitteilung weiter. Die Botschaft wies darauf hin, dass die Ausreisemöglichkeiten per Flugzeug derzeit "extrem beschränkt" seien.

+++ 14:37 Russland verweigert von Teilmobilmachung betroffenen Bürgern die Reisepässe +++
Russland wird keine Reisepässe mehr an Staatsbürger ausgeben, die im Rahmen der Teilmobilmachung zum Dienst an der Waffe eingezogen werden. Den Betroffenen werde "der Reisepass verweigert", teilt die russische Regierung auf ihrer Website mit. Seit Präsident Wladimir Putin am 21. September die Teilmobilmachung bekanntgegeben hatte, verließen zehntausende Menschen Russland in Richtung benachbarter Staaten. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 14:18 Nord-Stream-1-Betreiber schließt Reparatur von Pipeline nicht aus +++
Der Betreiber der Pipeline Nord Stream 1 schließt eine Reparatur des beschädigten Doppelstrangs nicht aus. Es gebe Erfahrungen und Anbieter für solche Arbeiten, sagte ein Sprecher der Nord Stream AG. Bevor ein Vorgehen festgelegt werden könne, müssten allerdings die Schäden begutachtet werden. Es gebe bisher keine Bilder der eigentlichen Lecks. Man wolle die Schäden so schnell wie möglich inspizieren, das setze aber voraus, dass die Behören die verhängten Sperrzonen aufhöben. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 13:57 Kreml: Wollen noch ganzes Gebiet Donezk erobern +++
Russland will auch nach den Scheinreferenden über einen Beitritt besetzter Regionen zu seinem Staatsgebiet den Krieg in der Ukraine bis zur Eroberung des gesamten Gebiets Donezk fortsetzen. Das sei das Mindestziel, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow. Bisher kontrollieren die russischen Truppen und die Separatistenverbände rund 58 Prozent des Gebiets Donezk. "Sie wissen ja, dass nicht das gesamte Territorium der Donezker Volksrepublik befreit ist", sagt Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. "Deshalb, als ein Minimum, müssen wir das gesamte Gebiet der Donezker Volksrepublik befreien." Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 13:31 Scheinreferenden - Fotos zeigen prorussische Helfer beim Wahlbetrug +++
Bei der Abhaltung der Scheinreferenden in den von Russland eroberten Gebieten in der Ukraine haben die Besatzer teilweise keine Mühe gezeigt, die Wahlfälschungen zu kaschieren. Von ntv.de verifizierte Fotos zeigen prorussische Helfer in der Region Donezk bei der Auswertung der Wahlzettel. Auf den Bildern ist jedoch zu sehen, dass die Zettel gar nicht ausgefüllt sind.

+++ 13:12 Lambrecht: Deutsche Marine hilft bei Aufklärung von Pipeline-Vorfall +++
Die Deutsche Marine wird sich nach den Worten von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht an der Aufklärung des mutmaßlichen Sabotageakts an den Ostsee-Pipelines beteiligen. Der Vorfall führe vor Augen, dass Deutschland auf kritische Infrastruktur angewiesen sei, auch unter Wasser, teilt die Ministerin in Berlin mit. "Die Umstände dieses beunruhigenden Ereignisses müssen nun schnell geklärt und die Verantwortlichen identifiziert werden." Sie habe sich mit ihrem dänischen Amtskollegen ausgetauscht und vereinbart, Informationen zu teilen, so Lambrecht. Die Marine werde sich mit ihrer Expertise bei der Aufklärung einbringen.

+++ 12:52 Putin: Atomindustrie sichert Verteidigungsfähigkeit Russlands +++
Inmitten der jüngsten Atomdrohungen Russlands gegen den Westen lobt Kremlchef Putin den Beitrag der russischen Nuklearindustrie zur Aufrüstung. "Ich möchte besonders Ihren gewichtigen Beitrag zur Entwicklung der neuesten, beispiellosen Waffentypen hervorheben, die das nukleare Gleichgewicht und die Verteidigungsfähigkeit unseres Staates zuverlässig gewährleisten", schreibt Putin in einem Glückwunschtelegramm zum russischen Tag der Arbeiter der Atomindustrie. Um weiter an der Spitze zu bleiben, müssten der breite Einsatz von Spitzentechnologien, der Ausbau der Grundlagenforschung und die Ausbildung von hoch qualifiziertem Personal Priorität haben, betont Putin.

+++ 12:16 Schoigu besucht Trainingszentrum für Reservisten +++
Der russische Verteidigungsminister Schoigu besichtigt ein Ausbildungsgelände für Reservisten. Im Zentrum des Trainings sollen vor allem die taktische und medizinische Schulung stehen. Wo sich das Gelände genau befindet, ist nicht bekannt.

+++ 11:52 Separatisten-Chefs bitten Putin um Annexion +++
Die Anführer der Separatisten in den ukrainischen Regionen Luhansk und Cherson bitten Kreml-Chef Wladimir Putin um die Annexion dieser Regionen durch Russland. "(...) ich bitte Sie, die Frage eines Anschlusses der Volksrepublik Luhansk an Russland als Mitglied der Russischen Föderation zu prüfen", erklärt der Separatisten-Anführer in Luhansk, Leonid Pasetschnik, in einem Video auf Telegram. Ähnlich äußert sich der Separatisten-Chef in Cherson, Wladimir Saldo, nach dem Abschluss der "Referenden" in russisch besetzten Gebieten der Ukraine. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 11:18 FDP-Energiepolitiker: Müssen Pipelines nach Norwegen schützen +++
Nach den Lecks an den Osteee-Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 hält der FDP-Energiepolitiker Michael Kruse einen wirksamen Schutz anderer Pipelines für notwendig. Sie müssten vor "Sabotage und Angriffen" geschützt werden, sagt Kruse. "Im Nord- und Ostseeraum müssen die Gaspipelines nach Norwegen gesichert werden, weil sie für die deutsche und europäische Gasversorgung von überragender Bedeutung sind. Wir müssen aber auch Pipelines im Mittelmeer und auf dem Festland wirksam schützen, denn sie sind ebenfalls wichtig für die Energieversorgung Europas." Pipelines und LNG-Terminals müssten Tag und Nacht überwacht, geschützt und vor möglichen Angriffen gesichert werden, so Kruse. "Ein Angriff auf unsere Energie-Infrastruktur ist ein Angriff auf unser Land und auf die Europäische Union."

+++ 10:51 Sharma: "Männer in besetzten Gebieten fürchten Zwangseinberufung" +++
Beobachter rechnen damit, dass den Scheinreferenden in den besetzten Gebieten der Ukraine baldige Annexionen folgen. In diesem Fall könnten dort lebenden Ukrainern Zwangsrekrutierungen drohen, berichtet ntv-Reporterin Kavita Sharma, die mit Betroffenen vor Ort gesprochen hat.

+++ 10:31 London: Ukraine verstärkt Offensive im Nordosten +++
Die Ukraine hat nach Einschätzung britischer Geheimdienste ihre Gegenangriffe gegen die russische Invasion im Nordosten des Landes verstärkt. Die Einheiten machen langsame Fortschritte auf mindestens zwei Achsen östlich der Linie der Flüsse Oskil und Siwerskyj Donez, wie das britische Verteidigungsministerium mitteilt. Allerdings verteidige sich Russland auch stärker als vorher. Auch die Region Cherson sei weiter schwer umkämpft, heißt es aus London. Russland versuche außerdem im Donbass nahe der Stadt Bachmut weiter vorzudringen, während die russischen Truppen im Norden und Süden großem Druck ausgesetzt seien.

+++ 09:59 Historiker: Putin ist nicht mehr unantastbar +++
Der schottisch-amerikanische Historiker Niall Ferguson glaubt, dass die Ukraine den Krieg gegen die russischen Invasoren gewinnen kann. In einem Interview mit dem "stern" sagt Ferguson, er sei von einem Sieg überzeugt - "aber der Preis, den das Land dafür zahlt, ist sehr hoch. Es ist deshalb im Interesse der Ukraine, dass der Krieg nicht noch jahrelang andauert". Der Professor an der Stanford-Universität hält die russische Teilmobilmachung und die wiederholte Atomwaffen-Rhetorik für "verzweifelte Mätzchen eines gescheiterten Diktators". Putin sei nicht mehr unantastbar. Denn auch auf die Chinesen könne sich der Kreml nicht verlassen. "Bis jetzt hat China Russland nur mit Worten bewaffnet. Es tut nichts Bedeutendes, um Russland wirtschaftlich zu helfen, ganz zu schweigen von militärischer Unterstützung."

+++ 09:27 Munz: Nach diesem "Fahrplan" könnten Annexionen ablaufen +++
Die Scheinreferenden in den von Russland besetzten Regionen in der Ukraine sind abgeschlossen. Laut Meldungen der Besatzer geben die Menschen vor Ort eine angeblich deutliche Zustimmung zu einer Angliederung an Russland. Wie es nun weitergehen soll, fasst ntv-Reporter Rainer Munz zusammen.

+++ 08:53 Separatisten wollen bei Putin Beitritt beantragen +++
Nach den Scheinreferenden in den besetzten Gebieten der Ost- und Südukraine wollen die Separatistenführungen noch heute bei Kremlchef Wladimir Putin den Beitritt zur Russischen Föderation beantragen. "Die Bürger der Luhansker Volksrepublik haben eine leuchtende und blühende Zukunft gewählt", teilte der dortige Separatistenführer Leonid Passetschnik auf Telegram mit. Auch die Region Saporischschja werde sich noch heute mit der Bitte um Aufnahme an Putin wenden, sagt der Besatzungsvertreter Wladimir Rogow.

+++ 08:32 Weichert an Grenze: "Einzelne ethnische Gruppen dürfen wohl nicht ausreisen" +++
Noch ist wehrpflichtigen Männern die Ausreise aus Russland erlaubt. ntv-Reporter Jürgen Weichert berichtet jedoch von der georgischen Grenze, dass angeblich Männer einzelner ethnische Gruppierungen zurückgeschickt werden. So sollen etwa Tschetschenen das Land nicht verlassen dürfen.

+++ 08:13 Lettland: "Scheint, dass wir in eine neue Phase des hybriden Krieges eintreten" +++
Lettlands Außenminister verurteilt die "vorsätzlichen Angriffe" auf die Gasleitungen Nord Stream 1 und Nord Stream 2. "Die Sabotage an den Pipelines Nordstream I und II muss als schwerwiegendster Sicherheits- und Umweltvorfall in der Ostsee eingestuft werden", twittert Edgars Rinkevics. "Es scheint, dass wir in eine neue Phase des hybriden Krieges eintreten." Lettland steht nach Angaben von Rinkevics solidarisch an der Seite Dänemarks und sei bereit, die Ermittlungen auf jede erdenkliche Weise zu unterstützen. "Die NATO und die EU sollten dies ernst nehmen und entsprechend reagieren."

+++ 07:19 Russische Propaganda droht ausgereisten Bürgern mit Rückholung +++
Seit Anordnung der Teilmobilisierung versuchen viele Russen in Nachbarländer zu reisen, um sich dem Kriegsdienst zu entziehen. Die Ausreisen sind auch Thema im russischen Staatsfernsehen. In einer Talkshow von Kreml-Propagandistin Olga Skabejewa wird Bürgern, die nach Belarus oder Kasachstan fliehen, angedroht, dass sie nach Russland zurückgeschickt werden.

+++ 06:29 ISW: Annexion wird wohl Spannungen zwischen Separatisten verstärken +++
Die rechtswidrige Annexion des besetzten ukrainischen Territoriums durch Russland wird nach Einschätzung des US-Militärinstituts ISW wahrscheinlich die Spannungen zwischen den Separatistenverbänden verstärken. Schon jetzt würden Einheiten aus den selbsternannten "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk regelmäßig meutern, wenn sie gebeten werden, außerhalb der Grenzen ihrer eigenen Gebiete zu kämpfen, heißt es im aktuellen Lagebericht. Am Dienstag signalisierte der Separatistenführer der "Volksrepublik" Donezk, Denis Puschilin, dass die Einsätze über die eigenen Gebietsgrenzen hinaus zunehmen werden. Auch mit bürokratischen Machtkämpfen und Spannungen zwischen den Besatzungsbeamten in den neu annektierten Gebieten rechnet das Institut.

+++ 05:55 Scholz bleibt bei Forderung nach Kampfpanzer-Lieferung hart +++
Bundeskanzler Olaf Scholz sagte auf die Frage nach Kampfpanzer-Lieferungen in einem Interview mit der "Osnabrücker Zeitung": "Die Haltung der Bundesregierung ist eindeutig: Keine Alleingänge; und das wird auch so bleiben." Allerdings sei die Situation in der Ukraine "sehr dynamisch, und wir bewerten die Lage immer wieder neu". Sein "klarer Kurs" aber bleibe: "Deutschland unterstützt die Ukraine nach Kräften und tut gleichzeitig alles, um einen direkten Konflikt zwischen NATO und Russland zu verhindern." Das sei die Grundlage aller Beschlüsse. Und "das entspricht auch dem Willen der ganz überwiegenden Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger", sagte Scholz.

+++ 04:44 15 EU-Staaten fordern Gaspreisdeckel +++
Als Notfallmaßnahme gegen die hohen Energiepreise hat mehr als die Hälfte der Länder in der Europäischen Union einen EU-weiten Gaspreisdeckel gefordert. Griechenland, Italien, Belgien, Frankreich und elf andere Staaten sendeten am Dienstag einen Brief mit den entsprechenden Forderungen an die EU-Energiekommissarin Kadri Simson. Darin fordern die Regierungen die EU-Kommission auf, umgehend einen Vorschlag für einen Maximalpreis für Gas vorzustellen. Dieser solle sich auf Gaslieferungen aus dem Ausland beziehen - etwa Importe aus Russland und anderen Ländern - aber auch auf Transaktionen an Großhandelsplätzen innerhalb der EU, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Wie das konkret aussehen könnte, und wie hoch der Deckel sein soll, ließen die Staaten offen.

+++ 03:12 Meloni sichert Ukraine Unterstützung Italiens zu +++
Nach ihrem Wahlsieg in Italien hat Giorgia Meloni der Ukraine auch unter einer von ihr geführten neuen Regierung die volle Unterstützung zugesichert. Die Parteichefin der rechtsradikalen Fratelli d'Italia und voraussichtlich künftige Regierungschefin in Rom schrieb am Dienstagabend bei Twitter an Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj: "Sie wissen, dass Sie auf unsere loyale Unterstützung für die Sache der Freiheit des ukrainischen Volkes zählen können. Bleiben Sie stark und halten Sie am Glauben fest." Zuvor hatte Selenskyj an Meloni einen Tweet mit Glückwünschen zum Wahlerfolg geschickt und sich bei den Italienern für die Hilfe nach dem russischen Angriff bedankt.

+++ 02:20 Litauen will Winterbekleidung für 25.000 ukrainische Soldaten liefern +++
Litauen will der Ukraine Ausrüstung für die kalte Jahreszeit liefern. "Wir werden in den nächsten Monaten für ein paar Millionen Euro Winterbekleidung von litauischen Unternehmen kaufen und an ukrainische Truppen übergeben. Dies bedeutet, dass bis zu 25.000 ukrainische Soldaten mit Winterbekleidung versorgt werden", sagt Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas im Parlament in Vilnius. Litauen hat nach Angaben von Anusauskas seit dem russischen Angriff Ende Februar Militärhilfe im Wert von rund 209 Millionen Euro an die Ukraine geleistet. Zuletzt hatte das baltische EU- und NATO-Land etwa Haubitzen und gepanzerte Fahrzeuge an Kiew geliefert.

+++ 01:50 Insider: USA bereiten neues Waffenpaket für Ukraine vor +++
Die Vereinigten Staaten bereiten Insidern zufolge ein neues Waffenpaket im Wert von 1,1 Milliarden Dollar für den Kampf der Ukraine gegen Russland vor. Das Paket werde in den kommenden Tagen bekannt gegeben, sagen mit der Angelegenheit vertraute US-Regierungsbeamte unter der Bedingung der Anonymität der Nachrichtenagentur Reuters.

+++ 01:10 Lettland wappnet sich vor Einreisenden aus Russland +++
Lettland verhängt angesichts der russischen Teilmobilisierung den Ausnahmezustand in der Grenzregion zu Russland. Die Regelung ermöglicht den Zugriff auf zusätzliche Ressourcen zum Schutz der Grenze, falls mehr Menschen von russischer Seite versuchen sollten, nach Lettland einzureisen. Auch könnten damit Kontrollen schneller organisiert werden. Die Sonderregelung gilt vom 28. September an für drei Monate in mehreren Bezirken im Osten des baltischen EU- und NATO- Landes - inklusive Grenzkontrollpunkten wie Flughäfen und Bahnhöfen.

+++ 00:44 Stromausfall in Charkiw nach drei Explosionen +++
In der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw ist es einem Augenzeugen zufolge zu Stromausfällen gekommen. "Es gibt kein Licht in einigen Teilen der Stadt", teilt der Bürgermeister der Stadt auf Telegram mit. Zuvor habe es drei Explosionen gegeben.

+++ 00:20 Selenskyj: Referenden sind "Farce" +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Referenden in den russisch besetzten Gebieten verurteilt. Diese seien eine "Farce" und könnten niemals als legitime Abstimmungen bezeichnet werden, sagt Selenskyj in seiner nächtlichen Videobotschaft. Die Ukraine werde ihre Bevölkerung in den vier russisch besetzten Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja verteidigen. Die vier Regionen, wo die als Scheinabstimmungen kritisierten Referenden stattfanden, machen insgesamt etwa 15 Prozent des ukrainischen Territoriums aus. Es werde zudem bald gute Nachrichten von der Front geben, kündigt Selenskyj an. Details nannte er zunächst nicht.

+++ 00:04 Von der Leyen droht Saboteuren von Gaslecks +++
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geht davon aus, dass die Lecks an den Nord-Stream-Pipelines wahrscheinlich durch Sabotage verursacht wurden. Sie habe mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen darüber gesprochen, schreibt von der Leyen auf Twitter. Es sei von größter Bedeutung, die Vorfälle jetzt zu untersuchen, um vollständige Klarheit über die Ereignisse und den Grund zu erhalten. Jede absichtliche Unterbrechung der aktiven europäischen Energieinfrastruktur sei inaktzeptabel und werde zu der "stärksten Reaktion" führen.

+++ 23:50 Moskau gibt Ergebnis von Scheinreferendum bekannt +++
Moskau meldet eine hohe Zustimmung bei den abgeschlossenen Referenden in besetzten Teilen der Ukraine über einen Beitritt zu Russland. In Luhansk hätten sich nach Auszählung aller Stimmen mehr als 98 Prozent, in Saporischschja mehr als 93 Prozent und in Cherson mehr als 87 Prozent der Wähler für einen Anschluss an Russland ausgesprochen, erklären die Besatzungsverwaltungen. Die russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, dass in Donezk bei 32 Prozent ausgezählter Stimmzettel fast 94 Prozent mit "Ja" gestimmt hätten. Die vier Regionen, wo die als Scheinabstimmungen kritisierten Referenden stattfanden, machen insgesamt etwa 15 Prozent des ukrainischen Territoriums aus.

+++ 23:12 Afghanische Taliban bekommen Rabatt auf Russlands Rohstoffe: neues Handelsabkommen +++
Die Taliban haben nach eigenen Angaben mit Russland ein vorläufiges Handelsabkommen unterzeichnet. Es gehe darum, die Geschäftspartner zu diversifizieren, und Russland habe der Taliban-Regierung einen Rabatt auf die durchschnittlichen Weltmarktpreise für Rohstoffe angeboten, erklärt der afghanische Handels- und Industrieminister Hadschi Nuruddin Asisi. Russland solle nun jährlich etwa eine Million Tonnen Benzin, eine Million Tonnen Diesel, 500.000 Tonnen Flüssiggas (LPG) und zwei Millionen Tonnen Weizen an Afghanistan liefern. Der Schritt ist das erste bekannte große internationale Wirtschaftsabkommen, das die Taliban seit ihrer Rückkehr an die Macht vor etwa einem Jahr abgeschlossen haben.

+++ 22:40 USA wollen UN-Resolution einbringen, um "diese Scheinreferenden zu verurteilen" +++
Die USA bereiten eine gegen die russischen Scheinreferenden gerichtete UN-Resolution vor. Der Kampf der Ukraine sei auch ein Kampf für die Werte der Demokratie, sagt die amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield bei einer Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen in New York. "Deshalb werden wir eine Resolution einbringen, in der wir diese Scheinreferenden verurteilen, die Mitgliedstaaten auffordern, einen veränderten Status der Ukraine nicht anzuerkennen, und Russland verpflichten, seine Truppen aus der Ukraine abzuziehen." Eine Abstimmung im Sicherheitsrat dürfte so gut wie sicher am Veto Russlands scheitern, könnte jedoch Rückschlüsse auf den Grad der Isolation Russlands zulassen. Danach dürfte die Resolution zur Abstimmung in die UN-Vollversammlung mit 193 Mitgliedsländern wandern.

+++ 22:15 Selenskyj: Annexion stellt Putin gegen gesamte Menschheit +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert die internationale Gemeinschaft zum entschlossenen Vorgehen gegen eine möglicherweise bevorstehende Einverleibung von Teilen seines Landes durch Russland auf. Mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin sagt er in einer Video-Ansprache vor dem UN-Sicherheitsrat: "Annexion ist die Art von Handlung, die ihn allein gegen die gesamte Menschheit stellt. Ein klares Signal wird jetzt von jedem Land der Welt benötigt." Jede illegale Annektierung sei ein Verbrechen gegen alle Staaten.

+++ 21:56 UN: Russische Scheinreferenden kein Ausdruck des Volkswillens +++
Die Vereinten Nationen sprechen den Scheinreferenden jegliche Legitimität ab. "Sie können nicht als echter Ausdruck des Volkswillens bezeichnet werden", sagt die UN-Beauftragte für politische Angelegenheiten, Rosemary DiCarlo, bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats. Diese einseitigen russischen Handlungen seien nicht mit dem Völkerrecht vereinbar und verfolgten das Ziel, "der gewaltsamen Aneignung des Territoriums eines anderen Staates durch einen Staat einen Schein der Legitimität zu verleihen", sagt sie dem mächtigsten UN-Gremium in New York.

+++ 21:34 Klare Siege bei "Referenden" vermeldet +++
Behördenvertreter in den von Moskau besetzten Regionen Saporischschja und Cherson in der Südukraine melden Siege bei den Scheinreferenden für eine Annexion durch Russland. Die Wahlbehörde in Saporischschja erklärt nach Auszählung aller Stimmen, dass laut vorläufigem Ergebnis 93,11 Prozent für eine Annexion gestimmt hätten. In Cherson meldet die Besatzungsbehörde eine Zustimmung von 87,05 Prozent. In Luhansk sollen mehr als 98 Prozent der Wähler für eine Angliederung an Russland votiert haben. In Donezk ist die Auswertung der völkerrechtswidrigen Abstimmung noch nicht abgeschlossen, der Zustimmungswert wird vorläufigen Angaben zufolge aber bereits mit knapp 95 Prozent angegeben.

+++ 21:25 USA werden Annexion ukrainischer Gebiete durch Russland "niemals anerkennen" +++
Die USA stellen zum Abschluss der Scheinreferenden klar, dass sie einen Anschluss der Gebiete an Russland niemals anerkennen werden. "Wir und viele andere Länder haben es schon unmissverständlich klargestellt", sagt US-Außenminister Antony Blinken. "Wir werden die Annexion von ukrainischem Territorium durch Russland nicht - niemals - anerkennen."

+++ 20:58 Dänemark legt sich fest: Gaslecks waren kein Unfall, sondern Absicht +++
Die Gaslecks in den Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 sind nach Angaben der dänischen Regierung nicht auf einen Unfall zurückzuführen. Die Behörden seien zu der eindeutigen Bewertung gekommen, dass es sich um absichtliche Taten handle und nicht um ein Unglück, sagt Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Innerhalb kurzer Zeit seien mehrere Explosionen beobachtet worden. Es gebe noch keine Informationen dazu, wer dahinterstecke. Zu den Vorfällen sei es in internationalen Gewässern in den Ausschließlichen Wirtschaftszonen Dänemarks und Schwedens vor der Ostsee-Insel Bornholm gekommen, sagt Frederiksen. Es handle sich nicht um einen Angriff auf Dänemark, sagt sie auf eine Frage, ob es sich um eine gegen ihr Land verübte Kriegshandlung handle.

+++ 20:34 NATO: Ein russischer Atomschlag würde ernste Konsequenzen haben +++
Ein Einsatz von Atomwaffen durch Russland würde nach Darstellung der NATO schwerwiegende Folgen haben. "Jeder Einsatz von Atomwaffen ist absolut inakzeptabel, er wird die Natur des Konflikts völlig verändern, und Russland muss wissen, dass ein Atomkrieg nicht gewonnen werden kann und niemals geführt werden darf", sagt NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg als Reaktion auf eine weitere deutliche Atomwarnung aus Moskau. "Wenn wir diese Art von Rhetorik immer wieder von Russland, von Präsident Putin, hören, ist das etwas, was wir ernst nehmen müssen", erklärt Stoltenberg weiter.

+++ 20:14 Bericht: CIA warnte Bundesregierung vor Anschlag auf Ostseepipelines +++
Die Vereinigten Staaten haben einem Medienbericht zufolge die Bundesregierung bereits vor Wochen vor möglichen Anschlägen auf Gaspipelines in der Ostsee gewarnt. Wie der "Spiegel" berichtet, ging ein entsprechender Hinweis des US-Geheimdienstes CIA im Sommer in Berlin ein. Ein Regierungssprecher teilte dem Magazin zufolge mit, man nehme zu "Angelegenheiten, die etwaige nachrichtendienstliche Erkenntnisse oder Tätigkeiten der Nachrichtendienste betreffen, grundsätzlich nicht öffentlich Stellung". Das Magazin schreibt weiter, dass man in der Bundesregierung einen Tag nach Bekanntwerden der Gaslecks bei Nord Stream 1 und 2 von einer gezielten Attacke ausgehe.

+++ 19:49 Ukrainische Soldaten filmen, wie sie russische Militärs im Wald gefangen nehmen +++
Auf einem in den sozialen Netzwerken geteilten Video ist zu sehen, wie ukrainische Soldaten in einen Wald vordringen und ein provisorisches Lager russischer Truppen stürmen. Ein Soldat filmt, wie er und seine Kameraden zuvor mehrere Schüsse abfeuerten und Schritt für Schritt zu dem Lager vordrangen. Mehrere Soldaten liegen auf dem Boden und ergeben sich. Die Echtheit des Videos wurde vom ntv/RTL Verifizierungsteam bestätigt. Es soll in der Region Isjum aufgenommen worden sein, wo es zuletzt Vorstöße der ukrainischen Armee gab. Wann der Einsatz stattfand, ist unklar. Der Nachrichtenseite Nexta zufolge wurden 15 russische Militärangehörige gefangen genommen.

+++ 19:36 Habeck will nicht über Ursache der Gaslecks spekulieren +++
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck äußert sich nach den Lecks an den Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2 zurückhaltend zur Ursache. Eine Spekulation darüber verbiete sich so lange, wie die Aufklärung nicht erfolgt sei, sagt der Grünen-Politiker in Berlin. Die Bundesregierung stehe wegen der "Vorkommnisse" in engstem Austausch vor allem mit den dänischen Behörden. Die Sicherheitsbehörden hätten ihre Arbeit aufgenommen. Die deutsche Energieversorgung sei "in keinster Weise" beeinträchtigt, so der Minister weiter. Durch Nord Stream 1 sei kein Gas geliefert worden, durch Nord Stream 2 noch nie Gas.

+++ 19:18 Moskau: Kein Druck zur Auslieferung von Kriegsflüchtlingen +++
Russland will eigenen Angaben zufolge keinen Druck auf Kasachstan, Georgien und andere Länder ausüben, damit diese russische Kriegsflüchtlinge zur Rückreise in ihre Heimat zwingen. Das russische Verteidigungsministerium habe nicht vor, Appelle an die Behörden dieser Staaten "bezüglich einer angeblich erzwungenen Rückkehr" der sich dort aufhaltenden russischen Bürger zu richten, teilt die Behörde in Moskau mit. Zehntausende Russen haben seit der Ankündigung der Teilmobilmachung von Reservisten vor knapp einer Woche das Land verlassen. Allein in die Ex-Sowjetrepublik Kasachstan in Zentralasien reisten nach Angaben der dortigen Migrationsbehörde seit dem 21. September fast 100.000 russische Staatsbürger ein.

+++ 18:52 Frontex: 30 Prozent mehr Russen reisen in die EU ein +++
Laut der europäischen Grenzschutzagentur Frontex sind in der vergangenen Woche nach einer von Russlands Präsident Wladimir Putin angeordneten Teilmobilmachung 66.000 Russen in die Europäische Union (EU) eingereist. Das sei ein Anstieg um mehr als 30 Prozent im Vergleich zur Vorwoche, teilt die Behörde mit. Die meisten Russen seien in Finnland und Estland angekommen. Falls Russland die Grenze für Wehrfähige schließen sollte, sei mit einer Zunahme von illegalen Grenzübertritten zu rechnen. Das Bundesinnenministerium kann keine genaue Zahl der Einreisen von Russen seit dem Kriegsbeginn in der Ukraine am 24. Februar nennen, da an den Binnengrenzen zu Deutschland keine regulären Grenzkontrollen stattfinden. Einen Anhaltspunkt böten die gestellten Asylanträge. Im Zeitraum 1. März bis 31. August 2022 wurden laut Ministerium insgesamt 989 Asylerstanträge von russischen Staatsangehörigen erfasst.

+++ 18:34 Stoltenberg: NATO unterstützt ukrainisches "Recht auf Selbstverteidigung ohne Wenn und Aber" +++
Die NATO warnt Russland zum Abschluss der Scheinreferenden vor dem Anschluss von vier ukrainischen Gebieten: "Diese Gebiete gehören zur Ukraine", stellt Generalsekretär Jens Stoltenberg nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf Twitter klar. "Die NATO-Bündnispartner unterstützen die Souveränität der Ukraine und ihr Recht auf Selbstverteidigung ohne Wenn und Aber", betont Stoltenberg.

+++ 18:13 Gibraltar versteigert Oligarchen-Jacht für 39 Millionen Euro +++
Gibraltar hat die im März beschlagnahmte Jacht des russischen Oligarchen Dimitri Pumpianski für rund 39 Millionen Euro (37,5 Millionen Dollar) versteigert. Das zuständige Gericht gibt bekannt, der Name des Käufers werde nicht veröffentlicht. Mit dem Erlös der Auktion wollen die Behörden Gibraltars die Gläubiger des Oligarchen entschädigen. Insgesamt waren 63 Angebote für die "Axioma" eingegangen - eine 72 Meter lange Luxusjacht, die unter maltesischer Flagge fährt. Sie war im März von den Behörden des britischen Territoriums in Südspanien beschlagnahmt worden.

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Die "Axioma" hat einen neuen Besitzer.

(Foto: REUTERS)

+++ 17:52 Facebook-Konzern stoppt russische Falschinformations-Kampagne +++
Der Facebook-Konzern Meta stoppt die bisher größte russische Kampagne mit Falschinformationen im Angriffskrieg. Über ein Netzwerk aus Hunderten Accounts wurden gefälschte Artikel verbreitet, die vorgaben, unter anderem vom "Spiegel", der "Bild"-Zeitung und der britischen Zeitung "The Guardian" zu stammen. Darin wurde auch vor ukrainischen Flüchtlingen gewarnt, wie Meta in einem Bericht schreibt. Auch wurde darin behauptet, die Sanktionen gegen Russland würden nur dem Westen selbst schaden. Zu dem Netzwerk gehörten mehr als 1600 Accounts sowie gut 700 Seiten auf Facebook und rund 30 Profile auf der zum Konzern gehörenden Foto- und Video-Plattform Instagram. Neben Deutschland nahm es auch Nutzer in Frankreich, Italien, Großbritannien und der Ukraine ins Visier.

+++ 17:37 Russisches Oberhaus könnte am 4. Oktober über Annexionen entscheiden +++
Der Föderationsrat - das Oberhaus des russischen Parlaments - könnte nach Angaben der Vorsitzenden Valentina Matwijenko am kommenden Dienstag über den Beitritt der besetzten ukrainischen Gebiete zu Russland entscheiden. An dem Tag sei die nächste planmäßige Sitzung angesetzt, sagt Matwijenko nach Angaben russischer Agenturen. Es bestehe bisher keine Notwendigkeit, Sondersitzungen anzuberaumen. Zuvor war in Medien spekuliert worden, Präsident Wladimir Putin könnte schon an diesem Freitag in einer Rede vor beiden Kammern des russischen Parlaments die Annexion der insgesamt vier Gebiete im Osten und Süden der Ukraine formell bekannt geben. Am heutigen Dienstag hatten die russischen Besatzer die international als Völkerrechtsbruch kritisierten Scheinreferenden in Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson für beendet erklärt.

+++ 17:28 Frankreichs Außenministerin stellt neue Russland-Sanktionen in Aussicht +++
Angesichts der Scheinreferenden hat die Europäische Union weitere Sanktionen bereits in Vorbereitung. "Wenn Russland diese illegalen Referenden durchführt, werden Sanktionen der Europäischen Union folgen, mit der vollen Unterstützung meines Landes", sagt Frankreichs Außenministerin Catherine Colonna bei einem Besuch in Kiew. "Diese Sanktionen werden wie die vorangegangenen in einem europäischen Rahmen getroffen." "Wir haben bereits ohne das Ende dieser Pseudoreferenden abzuwarten die Arbeit unter Europäern aufgenommen, die Konsultationen sind im Gange, um so schnell wie möglich zu einer neuen Serie von Sanktionen zu kommen", sagt Colonna nach Beratungen mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba. "Diese werden einerseits individuell sein, um die Verantwortlichen dieser illegalen Operationen ins Visier zu nehmen und betreffen zweifellos andere Sektoren, die bisher noch nicht von Sanktionen betroffen waren und die dies nun sein werden."

+++ 17:11 Auch Landwirte werden laut Putin eingezogen - Sorge um Ernte +++
Bei Russlands Teilmobilmachung werden laut Präsident Wladimir Putin auch Landwirte eingezogen. In einer im Fernsehen übertragenen Rede fordert Putin Regionalbehörden und Agrarbetriebe auf, dies zu berücksichtigen. Die Familien von Bauern müssten unterstützt werden, mahnt der Kremlchef. Die Einberufung von Landwirten schürt aber auch neue Sorgen um die Ernte im nächsten Jahr in Russland, dem weltweit größten Weizenexporteur.

+++ 16:59 AfD-Fraktion in NRW schließt Abgeordneten nach Russland-Reise aus +++
Nach einer scharf kritisierten Russland-Reise wird der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Christian Blex aus der AfD-Fraktion ausgeschlossen. Das teilt die Düsseldorfer Landtagsfraktion mit. Ein entsprechender Antrag habe die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit bekommen. Blex selbst war bei der Sitzung nicht anwesend. Er ist laut AfD-Fraktion noch im Ausland, wo genau, sei unklar. "Die Fraktion bewertet das Verhalten von Herrn Dr. Blex als schwerwiegenden Vertrauensbruch und sieht angesichts dieser Tatsachen keine Grundlage mehr für eine weitere Zusammenarbeit", sagt Fraktions- und Landesparteichef Martin Vincentz. Blex war Anfang vergangener Woche mit zwei AfD-Landtagsabgeordneten aus Sachsen-Anhalt und zwei nordrhein-westfälischen AfD-Mitgliedern nach Russland gereist. Nach scharfer Kritik hatten die AfD-Politiker ihre Reise abgebrochen und auf den ursprünglich geplanten Besuch des von Russland besetzten Donbass verzichtet.

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+++ 16:28 "Packliste" für russische Soldaten: Rekruten sollen "Schusswunden mit Tampons stopfen" +++
Für das russische Militär ist die Teilmobilmachung eine enorme Belastung. Vor allem die Ausrüstung der Streitkräfte lässt offenbar zu wünschen übrig. In einem Video erklärt eine Frau, was Rekruten an die Front selbst mitbringen müssten. Medikamente und Aderpressen müssen wohl eigenständig gekauft werden.

+++ 16:02 97 Prozent Zustimmung: Russland präsentiert erste "Ergebnisse" der Scheinreferenden +++
Die russischen Besatzer erklären die Scheinreferenden in mehreren ukrainischen Gebieten für beendet und präsentieren erste "Ergebnisse" der völkerrechtswidrigen Abstimmungen. Nach Auszählung eines Bruchteils der abgegebenen Stimmzettel in Wahllokalen in Russland (18 Prozent und weniger) hätten jeweils mehr als 97 Prozent der aus den Gebieten Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja stammenden Wähler für einen Beitritt ihrer Heimatregionen zu Russland gestimmt, melden russische Agenturen. Aus Wahllokalen in den besetzten Gebieten selbst gibt es bislang keine Angaben. Zur Stimmabgabe aufgerufen waren seit vergangenem Freitag auch ukrainische Staatsbürger, die sich derzeit in Russland aufhalten.

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+++ 15:40 Russische Soldaten schimpfen über eigene "dämliche Armee" +++
Die Invasion Russlands in der Ukraine stockt gewaltig. In einem nun aufgetauchten Video wenden sich russische Kämpfer von der Front offenbar unmittelbar an ihre Vorgesetzten. Die "dämliche Armee" habe sie wie Kanonenfutter "ohne Wasser und Essen" zurückgelassen, so der Vorwurf.

+++ 15:19 Selenskyj-Berater nennt Nord-Stream-Leck "Terroranschlag" und wünscht sich Panzer als Reaktion +++
Auch Mychajlo Podoljak, Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, geht davon aus, dass die Gaslecks an der Ostseepipeline Nord Stream 1 mutwillig herbeigeführt wurde. Es handele sich dabei um "nichts weiter als ein von Russland geplanter Terroranschlag und ein Akt der Aggression gegen die EU", twittert er. Russland wolle die wirtschaftliche Situation in Europa destabilisieren und vor dem Winter Panik verbreiten. "Die beste Antwort und Sicherheits-Investition - Panzer für die Ukraine", so Podoljak. "Insbesondere deutsche …"

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+++ 14:58 Knappe Mehrheit der Deutschen glaubt nicht an Atomwaffeneinsatz +++
Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv glaubt über die Hälfte aller Bundesbürger (55 Prozent), dass nach der von Wladimir Putin angeordneten Mobilisierung von 300.000 Reservisten und der Drohung des Einsatzes atomarer Waffen die Gefahr größer geworden ist, dass sich der Krieg in der Ukraine auch auf andere Teile Europas ausweitet oder gar ein Dritter Weltkrieg möglich ist. 42 Prozent gehen nicht davon aus, dass diese Gefahren größer geworden sind. Trotzdem glaubt eine Mehrheit der Bundesbürger (54 Prozent) nicht, dass Putin seine Drohung auch wahrmachen würde und tatsächlich Atom- und Massenvernichtungswaffen einsetzen werde. 41 Prozent glauben, der russische Präsident werde diese Drohung wahrmachen.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 23. September bis 26. September 2022 erhoben. Datenbasis: 1003 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte.

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+++ 14:43 Polens Regierungschef: Nord-Stream-Lecks sind Sabotageakt +++
Die Gaslecks an den Pipelines Nord Stream 1 und 2 sind nach Ansicht des polnischen Regierungschefs Mateusz Morawiecki auf Sabotage zurückzuführen. "Wir kennen heute noch nicht die Details dessen, was da passiert ist, aber wir sehen deutlich, dass ein Sabotogeakt vorliegt", sagt Morawiecki im polnischen Goleniow bei Stettin, wo er an der Eröffnung der Gaspipeline Baltic Pipe teilnahm. Dieser Sabotageakt sei "wahrscheinlich die nächste Stufe der Eskalation, mit der wir es in der Ukraine zu tun haben". Zuvor hatte Dänemark über drei Lecks an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 berichtet - zwei an Nord Stream 1 nordöstlich der Ostsee-Insel Bornholm sowie eines an Nord Stream 2 südöstlich der Insel, wie die dänische Energiebehörde mitteilt. Im Falle von Nord Stream 1 befinde sich das eine Leck in dänischen und das andere in schwedischen Gewässern, bei dem von Nord Stream 2 in dänischen.

+++ 14:25 Deutsches Hauptkontingent landet in Estland für Übung "Baltic Tiger" +++
Luftwaffe und Marine beginnen in Estland mit Vorbereitungen für die Übung "Baltic Tiger 2022". Nachdem das deutsche Hauptkontingent am Mittag eingetroffen ist, seien nunmehr etwa 170 deutsche Soldaten für die Übung in dem baltischen Land, sagt ein Bundeswehr-Sprecher in Amari. Vom kommenden Montag an sollen spezialisierte Kräfte von Luftwaffe und Marine in Estland den Schutz von kritischer Infrastruktur des östlichen NATO-Partners trainieren. Zum Trainingsprogramm gehört auch die Absicherung von Verbindungswegen sowie von Truppen "auf dem Marsch", wie sie bei der Verlegung von Verstärkungskräften in das NATO-Land nötig sein kann.

+++ 13:58 Russland will wohl neuen föderalen Krimbezirk gründen +++
Russland hat einem Zeitungsbericht zufolge nach den Scheinreferenden in den besetzten ukrainischen Gebieten offensichtlich schon konkrete Pläne für deren Einverleibung in die Russische Föderation. Geplant sei die Bildung eines neuen föderalen "Krimbezirks", berichtet die russische Zeitung "Wedomosti" unter Berufung auf Quellen im Föderationsrat. Dieser Bezirk solle die bereits 2014 annektierte Halbinsel Krim sowie die besetzten Teile der Gebiete Cherson, Saporischschja, Donezk und Luhansk umfassen. Neuer Verwaltungschef solle Dmitri Rogosin werden, der im Juli als Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos abgelöst worden war, heißt es weiter.

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+++ 13:41 EU prüft Sanktionen gegen Verantwortliche für Scheinreferenden +++
Die Europäische Union will Sanktionen gegen die Verantwortlichen für die Scheinreferenden in den von Russland besetzten Gebieten verhängen. Der Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell, Peter Stano, sagt in Brüssel, es werde "Konsequenzen für alle Personen haben, die an der Organisation dieser illegalen Referenden beteiligt sind". Die undemokratischen Abstimmungen sollten im Tagesverlauf zu Ende gehen. Diplomaten zufolge sollen die Verantwortlichen der Scheinrefernden auf die Sanktionsliste der EU aufgenommen werden. Damit drohen ihnen Einreisesperren, zudem wird ihr Vermögen in Europa eingefroren.

+++ 13:11 Spezialkräfte locken russischen Konvoi in Hinterhalt +++
Ukrainische Spezialkräfte haben nach eigenen Angaben einen russischen Konvoi in einem Waldgebiet in der Region Donezk überfallen. Demnach wurden dabei ein Kampffahrzeug und drei Geländewagen zerstört. In den sozialen Netzwerken teilte das ukrainische Militär ein Video des Angriffs. Wann und wo genau der Hinterhalt stattfand, ist unklar.

+++ 12:46 ISW: Mobilmachung schürt Zorn unter Russen +++
Mit zahlreichen Fehlern bei der Teilmobilmachung droht Russland nach Ansicht von Experten zunehmender Unmut in der Bevölkerung und im Verwaltungsapparat. Die Regierung stehe nicht nur vor der Herausforderung, in kürzester Zeit genug Männer einzuberufen, um in der Ukraine weiterkämpfen zu können, sondern müsse auch die verängstigte und verärgerte Bevölkerung beruhigen, schreibt das in Washington ansässige Institute for the Study of War (ISW). Der Kreml spiele zwar die Verstöße gegen die Mobilisierungsgesetze vielerorts als Versagen einzelner örtlicher Beamter herunter. Doch die Fehler seien für die Bevölkerung zu offenkundig, um das zu glauben, heißt es in dem ISW-Lagebericht. Denn anders als bei den russischen Niederlagen in der Ukraine, die die Bevölkerung nicht direkt zu sehen bekomme, sei diese bei den Mobilisierungsfehlern nicht auf Medien angewiesen, um davon zu erfahren.

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+++ 12:26 Kreml schließt mögliche Pipeline-Sabotage nicht aus +++
Russland schließt angesichts der Lecks an den Nord-Stream-Gaspipelines Sabotage oder andere Gründe nicht aus. "Jetzt kann keine Variante ausgeschlossen werden", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow. "Offensichtlich gibt es eine Zerstörung der Leitung. Und was der Grund dafür ist - da kann man bis zu dem Zeitpunkt, bis die Ergebnisse der Untersuchungen auftauchen, keine Variante ausschließen." Der Kreml sei "äußerst beunruhigt" über den Druckabfall in den Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2. Nach dem Druckabfall in den Nord-Stream-Gaspipelines unter der Ostsee suchen Behörden in Deutschland und Dänemark weiter nach der Ursache. Bislang sei die Ursache nicht geklärt, heißt es aus Ermittlerkreisen. Jedoch spreche einiges für Sabotage. Sollte es sich um einen Anschlag handeln, würde angesichts des technischen Aufwands eigentlich nur ein staatlicher Akteur infrage kommen.

+++ 12:08 Munz: Russen bekommen Einberufung an Grenze ausgehändigt +++
Trotz Bemühungen können russische Behörden die Massenflucht wehrfähiger Männer kaum verhindern. ntv-Reporter Rainer Munz berichtet von einer Praxis an der Grenze zu Georgien, wo das russische Verteidigungsministerium versucht, Flüchtende gezielt abzufangen.

+++ 11:42 Deutsche Ermittler durchsuchen russische Oligarchen-Jacht +++
Beamte des Bundeskriminalamts und Steuerfahnder aus Nordrhein-Westfalen durchsuchen einem Medienbericht zufolge das Luxusschiff des russischen Oligarchen Alischer Usmanow. Wie der "Spiegel" berichtet, sind an der Aktion in Bremen 60 Beamte beteiligt. Ziel der Razzia sei es, weitere Beweise in den Verfahren gegen Usmanow wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz, der Geldwäsche und Steuerhinterziehung zu finden. Bereits in der vergangenen Woche hatten Ermittler Usmanows Villen am Tegernsee durchsucht. Die Luxusjacht "Dilbar" ist 155 Meter lang und eine der größten Megajachten der Welt. Usmanows Vermögen wird auf 14 Milliarden Dollar geschätzt. Die EU bezeichnet ihn als "Strohmann" Putins.

+++ 11:26 Ukrainische Truppen rücken im Osten weiter vor +++
Im Gebiet Charkiw verzeichnen die ukrainischen Truppen auf dem östlichen Ufer des Flusses Oskil weitere Geländegewinne. Die Siedlung Pisky-Radkiwski stehe wieder unter ukrainischer Kontrolle, teilt die Verwaltung der Gemeinde Borowa mit. Zuvor hatte der ukrainische Generalstab von russischem Beschuss gegen Kupjansk-Wuslowyj etwa 40 Kilometer nördlich geschrieben und damit Berichte über die Rückeroberung der Stadt indirekt bestätigt. Kupjansk-Wuslowyj ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt auf dem linken Ufer des Oskil.

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+++ 11:05 Kasachstan sichert fliehenden Russen Schutz zu +++
Der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew sichert den vor der russischen Teilmobilmachung nach Kasachstan fliehenden Russen Schutz zu. "In den vergangenen Tagen sind viele Leute aus Russland zu uns gekommen. Die meisten sind aufgrund einer ausweglosen Situation gezwungen fortzugehen", erklärt Tokajew. "Wir müssen uns um sie kümmern, für ihre Sicherheit sorgen." Es handele sich um eine "politische und humanitäre Frage", sagt er. Tokajew ist eigentlich ein Verbündeter Moskaus, seit der russischen Offensive in der Ukraine geht er allerdings auf Distanz.

+++ 10:54 Medwedew: Russland hat Recht auf Atomwaffen-Einsatz +++
Der frühere Kremlchef Dmitri Medwedew erneuert das Recht Russlands auf den Einsatz von Atomwaffen - "wenn das notwendig sein sollte". Das gelte in "festgelegten Fällen" und in "strikter Übereinstimmung mit den Grundsätzen der staatlichen Politik zur nuklearen Abschreckung", schreibt der Vizechef des russischen Sicherheitsrats auf Telegram. Medwedew nennt folgende Voraussetzungen für die Möglichkeit eines russischen Atomschlags: "Wenn wir oder unsere Verbündeten mit solchen Waffen angegriffen werden. Oder wenn eine Aggression mit konventionellen Waffen die Existenz unseres Staates bedroht." Russland werde alles tun, damit "feindliche Nachbarn" wie die Ukraine, "die direkt von den NATO-Staaten kontrolliert wird", nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangen, schreibt Medwedew.

+++ 10:25 Merz rudert nach "Sozialtourismus"-Vorwurf zurück +++
CDU-Chef Friedrich Merz reagiert auf die Kritik nach seinem "Sozialtourismus"-Vorwurf. "Zu meinen Äußerungen von gestern über die Flüchtlinge aus der Ukraine gibt es viel Kritik. Ich bedaure die Verwendung des Wortes 'Sozialtourismus'. Das war eine unzutreffende Beschreibung eines in Einzelfällen zu beobachtenden Problems", twittert Merz. "Mein Hinweis galt ausschließlich der mangelnden Registrierung der Flüchtlinge. Mir lag und liegt es fern, die Flüchtlinge aus der Ukraine, die mit einem harten Schicksal konfrontiert sind, zu kritisieren." Weiter schreibt er: "Wenn meine Wortwahl als verletzend empfunden wird, dann bitte ich dafür in aller Form um Entschuldigung."

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+++ 09:43 London: Moskau hofft auf heimische Unterstützung für Annexionen +++
Die russische Führung will nach Einschätzung britischer Geheimdienste mit der erwarteten Annexion ukrainischer Gebiete den Angriffskrieg vor der eigenen Bevölkerung rechtfertigen. Jegliche Ankündigung einer Einverleibung der Gebiete werde der Rechtfertigung von Russlands "spezieller Militäroperation" dienen und beabsichtige, die patriotische Unterstützung des Konfliktes zu festigen, heißt es in einem Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. Es sei damit zu rechnen, dass Putin am Freitag in einer Rede vor dem russischen Parlament die Annexion der Gebiete im Osten und Süden der Ukraine formell bekannt geben werde. Die britischen Geheimdienste gehen jedoch davon aus, dass die Russen Putins Pläne nicht so unterstützen werden wie von ihm erhofft.

+++ 09:12 Grüne kritisieren "Sozialtourismus"-Vorwurf von Merz +++
Die Klage von CDU-Chef Friedrich Merz über einen "Sozialtourismus" ukrainischer Flüchtlinge nach Deutschland löst bei den Grünen Empörung aus. "Wie passt es eigentlich mit der viel beschworenen Solidarität der Union mit der Ukraine zusammen, dass Friedrich Merz im Kontext von Menschen, die vor diesem furchtbaren Angriffskrieg fliehen, von 'Sozialtourismus' spricht?", fragt die Vorsitzende Ricarda Lang auf Twitter. Fraktionschefin Britta Haßelmann schreibt dort: "Sich durch die Abwertung anderer Menschen profilieren zu wollen, ist ein Instrument, zu dem Rechtspopulisten regelmäßig greifen. Das weiß auch Friedrich Merz. Ihm scheint jedes Mittel recht zur Eigenprofilierung."

+++ 08:37 Japan protestiert gegen "Zwangsverhör" von Konsul in Russland +++
Tokio verlangt laut von Moskau eine Entschuldigung, nachdem ein Diplomat in Wladiwostok japanischen Angaben zufolge einem "Zwangsverhör" unterzogen wurde. Wie der britische "Guardian" berichtet, sei der japanische Konsul vom russischen Geheimdienst FSB gefesselt und die Augen verbunden worden. Nach Angaben des FSB wird er der Spionage verdächtigt. Japans Außenminister Yoshimasa Hayashi dementiert die Vorwürfe und bezeichnet die mehrstündige Inhaftierung als "völlig inakzeptabel".

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+++ 07:55 Ukrainische Polizei zeigt verlassenes Russen-Lazarett +++
In der befreiten Stadt Isjum haben Beamte der ukrainischen Nationalpolizei nach eigenen Angaben ein Gebäude untersucht, das den russischen Truppen als provisorisches Feldlazarett diente. Blutspuren zufolge lagen die Verletzten offenbar unter unhygienischen Bedingungen auf dem Boden, meldet die ukrainische Staatsagentur Ukrinform unter Berufung auf die Polizei. Demnach entdeckten die Ermittler auch Verbandsmaterial und Medikamente, die teilweise bereits in den 50er und 60er Jahren abgelaufen sind. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

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+++ 07:11 Ukraine: Russen sperren Teile von Cherson +++
Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte meldet, dass die russischen Truppen die besetzten Teile der südlichen Region Cherson für Ein- und Ausreisen "vollständig gesperrt" hätten. Die ukrainische Regierung hatte zuvor die Bewohner aufgefordert, die Region wegen der ukrainischen Gegenoffensive zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.

+++ 06:35 Nord-Stream-Pipelines möglicherweise durch Anschläge beschädigt +++
Die Nord-Stream-Pipelines sind einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise durch gezielte Anschläge beschädigt worden und deshalb leckgeschlagen. Wie der "Tagesspiegel" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, rechnen Bundesbehörden aufgrund des zeitlichen Ablaufs und der betroffenen Leitungen mit Sabotage. "Unsere Fantasie gibt kein Szenario mehr her, das kein gezielter Anschlag ist", sagt eine in die Bewertung durch die Bundesregierung eingeweihte Person der Zeitung. "Alles spricht gegen einen Zufall." Ein derartiger mutmaßlicher Anschlag auf dem Meeresboden sei alles andere als trivial, er müsse mit Spezialkräften, zum Beispiel Marinetauchern, oder einem U-Boot ausgeführt werden, heißt es aus informierten Kreisen.

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+++ 06:14 Merz sieht "Sozialtourismus" von Ukrainern nach Deutschland +++
CDU-Chef Friedrich Merz beklagt einen "Sozialtourismus" von ukrainischen Flüchtlingen nach Deutschland. Er sagt dem Sender Bild TV: "Wir erleben mittlerweile einen Sozialtourismus dieser Flüchtlinge: nach Deutschland, zurück in die Ukraine, nach Deutschland, zurück in die Ukraine." Der Hintergrund laut Merz: Anfangs hatten Ukraine-Flüchtlinge Anspruch auf Versorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz - seit Juni erhalten sie Grundsicherung, also die gleichen Leistungen wie etwa Hartz-IV-Empfänger. Noch größere Probleme erwartet Merz nach eigenen Worten mit Flüchtlingen aus Russland, "wenn die Bundesregierung das täte, was die Bundesinnenministerin vorgeschlagen hat, nämlich hier jetzt praktisch allen Verweigerern des Kriegsdienstes, der Mobilisierung in Russland Zugang zur Bundesrepublik Deutschland zu verschaffen".

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+++ 06:00 Moldau will Gazprom Vorschuss zahlen +++
Die Republik Moldau will dem russischen Energiekonzern Gazprom für den Monat September einen Vorschuss zahlen. Wie der stellvertretende Ministerpräsident Andrei Spinu mitteilt, sollen so alle Befürchtungen, der russische Gasriese könnte die Lieferungen ab dem 1. Oktober reduzieren oder stoppen, zerstreut werden. "In den nächsten Tagen wird Moldovagaz an Gazprom einen Vorschuss in Höhe von 33,89 Millionen Dollar für den Monat September zahlen", sagt Spinu in einer auf dem Sender "Pro TV Chisinau" ausgestrahlten Stellungnahme. Moldau, eines der ärmsten Länder Europas, ist stark von russischem Gas abhängig und leidet massiv unter dem Anstieg der Gaspreise seit dem Ukraine-Krieg.

+++ 05:30 Donezk hat für Selenskyj oberste Priorität +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet die militärische Lage in der ostukrainischen Region Donezk als "besonders ernst". In seiner nächtlichen Videoansprache erklärt er, die Region habe für die Ukraine gerade oberste Priorität: "Denn der Donbas ist immer noch das Ziel Nr. 1 für die Besatzer."

+++ 04:29 Heusgen befürwortet Kampfpanzer-Lieferungen +++
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, spricht sich für die Lieferung des Kampfpanzers Leopard an die Ukraine aus. "Die Ukrainer wollen diese schweren Waffen", sagt der frühere außenpolitische Berater der "Rheinischen Post". Er könne zwar nachvollziehen, dass die Bundesregierung einen Alleingang in dieser Frage ablehne, schlägt aber vor, dass Deutschland alle Staaten, die über einen solchen Panzer verfügen, in einem Konsortium zusammenholen sollte. "Dann könnten diese Länder Leopard-Panzer liefern, die ukrainischen Soldaten darin ausbilden und die Wartung der Militärgeräte gemeinsam sicherstellen."

+++ 03:28 USA warnen Moskau vor "realen" Konsequenzen bei Atomeinsatz +++
Die US-Regierung warnt Russland erneut mit deutlichen Worten vor dem Einsatz nuklearer Waffen. Die Konsequenzen wären "außerordentlich" und "real", sagt der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, dem Sender CNN. Man habe dies auch Moskau sehr deutlich gemacht. "Wir haben den Russen nicht den Hauch eines Zweifels gelassen", sagt Price. Die US-Regierung meine es ernst. Price wollte nicht sagen, wie genau diese Konsequenzen aussehen würden. US-Außenminister Antony Blinken hatte bereits am Wochenende von "katastrophalen" Folgen gesprochen.

+++ 02:39 Zahl der Toten nach Amoklauf steigt laut Tass auf 17 +++
Nach einem Amoklauf an einer Schule im westrussischen Ischewsk erhöht sich die Zahl der Todesopfer auf 17. Dies meldet die russische Nachrichtenagentur Tass. "Nach Angaben der russischen Untersuchungsbehörde sind 17 Menschen, darunter elf Kinder und sechs Erwachsene, ums Leben gekommen", so die Agentur. Die Abteilung des Innenministeriums der Republik Udmurtien geht außerdem von mehr als 20 Verletzten aus. Der Schütze hat sich laut Polizei nach seiner Tat selbst das Leben genommen. Er trug nach Angaben der Ermittlungsbehörden eine Sturmhaube und ein schwarzes T-Shirt mit Nazisymbolen. Seine Identität habe bislang nicht festgestellt werden können und auch das genaue Tatmotiv sei unklar.

+++ 01:14 Selenskyj: Russland will Moment der Niederlage hinauszögern +++
Mit der laufenden Teilmobilmachung der Streitkräfte will Russland Aussagen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge lediglich den Moment der eigenen Niederlage hinauszögern. "Sie haben gefühlt, dass sie verlieren werden. Und sie versuchen einfach, diesen Moment hinauszuzögern, um zumindest etwas Aktivität an der Front zu haben", sagt Selenskyj in seiner Videoansprache. "Leider ist sich die russische Bevölkerung noch nicht der gesamten Brutalität der russischen Regierung gegenüber ihrem eigenen Volk bewusst." Der Kreml hatte eine Mobilmachung von Reservisten angeordnet. Seitdem herrscht vielerorts in Russland Entsetzen. Landesweit gibt es Proteste.

+++ 00:15 Wahllokale öffnen: Letzter Tag der "Referenden" in russisch kontrollierten Gebieten +++
In vier russisch kontrollierten Gebieten der Ukraine enden am Dienstag die sogenannten Referenden zur Annexion durch Russland. Am letzten Tag der Abstimmung in den Separatistengebieten Donezk und Luhansk im ostukrainischen Donbass sowie den südukrainischen Regionen Cherson und Saporischschja sollen dann auch die Wahllokale geöffnet werden. Bislang gingen pro-russische Behördenvertreter von Tür zu Tür, um Stimmen einzusammeln. Die von Kiew und seinen westlichen Verbündeten als Scheinreferenden kritisierten Abstimmungen hatten am Freitag begonnen.

+++ 23:49 "Turnhallen sind keine Alternative": Günter sagt mehr Geld für Aufnahme Geflüchteter zu +++
Die Landesregierung stellt Städten und Gemeinden in Schleswig-Holstein mehr Geld für die Aufnahme Geflüchteter aus der Ukraine bereit. "Wir wollen das gut machen, da sind Turnhallen keine Alternative", sagt Ministerpräsident Daniel Günther nach einem Treffen mit den kommunalen Spitzenverbänden. Finanzministerin Monika Heinold beziffert das Volumen mit insgesamt rund 95 Millionen Euro. Unter anderem will das Land den Großteil der Kosten tragen, die für Unterkünfte über die vom Bund bereitgestellten 17 Millionen Euro entstehen. Dazu müssen die Kommunen einen Eigenanteil leisten. Die Zahl der Kriegsflüchtlinge im nördlichsten Bundesland ist mittlerweile auf knapp 43.000 gestiegen.

+++ 23:16 Ungarn und Zypern gegen Preisdeckel für russisches Öl +++
Die Verhandlungen über die geplante Sanktionsverschärfung der EU gegen Russland gestalten sich schwierig: Bei ersten Gesprächen zwischen der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten am Wochenende äußerten sich Ungarn und Zypern ablehnend über einen Preisdeckel für russisches Öl, wie am Montag aus übereinstimmenden Quellen in Brüssel verlautet. Wegen der russischen Teilmobilisierung und der Atomwaffen-Drohungen von Kreml-Chef Wladimir Putin hatten die Außenminister der EU und der sieben wichtigen Industriestaaten (G7) vergangene Woche weitere Sanktionen gegen Moskau angekündigt. Ein offizieller Vorschlag der EU-Kommission an die Mitgliedstaaten wird ab diesem Mittwoch erwartet.

+++ 22:24 Schon wieder Druckabfall: Zwei Leitungsstränge von Nord Stream 1 fallen aus +++
Zwei Stränge der Nord Stream 1 fallen wegen Druckabfall für einen Monat aus. Es handele sich um die Anschlussleitungen Opal und Nel, teilt das Unternehmen mit. Die Störung an der Greifswalder Erdgasübernahmestation werde voraussichtlich vom 26. September bis zum 26. Oktober andauern. In der Nacht auf Montag war zuvor bereits in der Schwesterpipeline Nord Stream 2 ein solcher Druckabfall festgestellt worden. Durch Nord Stream 1 fließt seit geraumer Zeit kein russisches Erdgas mehr nach Deutschland. Der russische Staatskonzern Gazprom begründet das mit technischen Problemen, die angeblich aufgrund westlicher Sanktionen nicht zu beheben seien. Die Bundesregierung hält diese Begründung für vorgeschoben.

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Frühere Entwicklungen rund um den Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, fzö/jpe/rts/AFP/dpa

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