Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 20:35 Moskau droht USA mit Abbruch aller bilateralen Beziehungen +++

Russland droht den USA mit dem Bruch aller bilateralen Beziehungen, sollte Washington russische Vermögenswerte einziehen. "Wir warnen die Amerikaner vor den nachteiligen Folgen solcher Maßnahmen, die die bilateralen Beziehungen dauerhaft schädigen werden", sagt Alexander Dartschiew, Abteilungsleiter für Nordamerika im russischen Außenministerium, in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Das könne nicht im Interesse der Vereinigten Staaten sein. Zudem warnt Dartschiew davor, Russland zum Unterstützer von Terroristen zu erklären - denn auch dies könnte zum Abbruch aller Beziehungen führen.

+++ 20:00 Selenskyj-Berater: Rückeroberung der Krim sollte Kriegsziel sein +++
Die Ukraine sollte nach Angaben eines Beraters von Präsident Wolodymyr Selenskyj die Rückeroberung der Halbinsel Krim in die Liste ihrer Kriegsziele aufnehmen. Russland habe mit der Annexion der Krim 2014 einen Krieg gegen die Ukraine und die Welt begonnen, schreibt der Leiter des ukrainischen Präsidentenbüros, Mychajlo Podoljak, auf Twitter. "Es ist offensichtlich, dass dieser Krieg mit der Befreiung der Krim enden sollte."

+++ 19:17 Ukraine meldet erneut Beschuss der Atomanlage Saporischschja +++
Russische Truppen haben nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes das Gelände des Atomkraftwerks Saporischschja unter Feuer genommen. Der Beschuss sei von einem wenige Kilometer entfernten Dorf aus erfolgt und habe eine Pumpstation und eine Feuerwache beschädigt, teilt der Geheimdienst mit. Zuvor hätten die russischen Truppen Menschen in das Kraftwerk gebracht und eine ukrainische Flagge am Rande der Stadt Enerhodar gehisst, zu dessen Territorium die Anlage gehört.

+++ 18:45 Russland bestätigt Beschuss von Staudamm: Katastrophe sei möglich +++
Das ukrainische Armeekommando Süd teilt bei Facebook mit, dass die Autobrücke des Staudamms Nowa Kachowka im Gebiet Cherson infolge mehrerer Angriffe nicht mehr zu befahren ist. Zuvor hatten britische Geheimdienste davon berichtet. Die Verwaltung der russischen Besatzer bestätigte den Beschuss. Zugleich warnte sie vor Schäden an der Staumauer, was zu einer Katastrophe führen könne. Die Betreiber haben nach eigenen Angaben die Leistung des angeschlossenen Wasserkraftwerks auf Notbetrieb heruntergefahren. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben bisher nicht.

+++ 18:23 Ukraine widerspricht Russland: Donezker Vorort Pisky nicht erobert +++
Das ukrainische Militär widerspricht russischen Angaben über die angebliche Eroberung der Ortschaft Pisky am Rande der ostukrainischen Stadt Donezk. Dort werde weiter heftig gekämpft, teilt der ukrainische Generalstab mit. "Die Besatzer versuchen die Verteidigungslinien unserer Truppen in Richtung Olexandropol, Krasnohoriwka, Awdijwka, Marjinka und Pisky zu durchbrechen", heißt es.

+++ 17:59 Reise-Bann nach Europa? "Russen sollen sich beim Kreml beschweren" +++
Die Ukraine fordert diejenigen, die über Präsident Wolodymyr Selenskyj Aufruf an westliche Länder, russische Touristen zu verbieten, verärgert sind, auf, "ihre Beschwerden an den Kreml zu richten". Der ukrainische Präsident bestand diese Woche darauf, dass ein Reiseverbot für russische Bürger wirksamer wäre als Sanktionen, und warnte, Europa dürfe nicht in einen "Supermarkt" verwandelt werden, in den jeder einreisen könne. "Russen, die sich über die Aussicht auf ein Reiseverbot nach Europa aufregen, können ihre Beschwerden an den Kreml und an über 70 Prozent ihrer Landsleute richten, die den Krieg unterstützen", schreibt der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba auf Twitter. "Niemand schlägt vor, den wenigen Russen, die Asyl oder eine Einreise aus humanitären Gründen benötigen, die Einreise zu verbieten."

+++ 17:28 Ukraine meldet neue schwere Raketenangriffe im Osten +++
Das ukrainische Militär berichtet über neue schwere russische Raketenangriffe im Osten des Landes. demnach seien die Stadt und die Region Charkiw massiv beschossen worden, teilen die ukrainischen Behörden mit. Drei Menschen, darunter ein 13 Jahre alter Junge, seien im Gebiet Charkiw verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden, heißt es. In der Region Saporischschja warnen die Behörden die Menschen davor, auf die Straße zu gehen, weil russische Truppen in Richtung des Atomkraftwerks schießen würden. Die Angaben sind von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

+++ 17:05 Ukrainischer Gesundheitsminister wirft Russland Blockade von Medikamenten vor +++
Der ukrainische Gesundheitsminister Viktor Ljaschko wirft Russland vor, in den vom Land besetzten Gegenden in der Ukraine den Zugang zu günstigen Medikamenten zu verweigern. Die russischen Behörden hätten wiederholt verhindert, dass Menschen in den besetzten Gebieten vom Staat subventionierte Medikamente bekämen, sagt Ljaschko. Russland begehe Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Kriegsverbrechen.

+++ 16:44 Drei Tote nach russischem Raketenangriff auf Kramatorsk +++
Die Zahl der Todesopfer nach dem russischen Raketenangriff auf Kramatorsk in der ukrainischen Region Donezk ist auf drei gestiegen, berichtet die "Kyiv Post" unter Berufung auf den Bürgermeister von Kramatorsk, Oleksandr Honcharenko. Ihm zufolge wurden bei dem Angriff am 12. August 13 Menschen verletzt und 20 Häuser beschädigt. Neben dem Wohngebiet sei auch eine Chemiefabrik Ziel von Bomben geworden.

+++ 16:13 Russland bereitet sich wohl auf langwierigen Krieg vor +++
Nach Angaben des in den USA ansässigen Analysehauses Institute for the Study of War (ISW) bereitet sich Russland auf einen längeren Krieg in der Ukraine vor. Demnach steht ein neuer Haushalt zur Verfügung, der die Industrieausgaben um 10 Milliarden Dollar erhöhen und die Kriegsanstrengungen unterstützen würde.

+++ 15:49 Russland will Gespräche über Gefangenenaustausch mit USA aufnehmen +++
Russland bestätigt erstmals Gespräche mit den USA über einen Gefangenenaustausch, bei dem es auch um den berüchtigten russischen Waffenhändler Viktor Bout geht. Bout könnte gegen die in Russland inhaftierte US-Basketballerin Brittney Griner ausgetauscht werden, wie der Leiter der Nordamerika-Abteilung beim russischen Außenministerium, Alexander Datschjew, der staatlichen Nachrichtenagentur Tass sagt. "Die Diskussionen über das sehr sensible Thema eines Austausches laufen über die Kanäle, die unsere Präsidenten gewählt haben", fügt er hinzu.

+++ 15:30 USA besorgt über Umgang mit ausländischen Kriegsgefangenen in Ostukraine +++
Die USA zeigen sich besorgt über Berichte über britische, schwedische und kroatische Staatsangehörige, die von "illegitimen Behörden" in der Ostukraine angeklagt wurden. "Russland und seine Stellvertreter sind verpflichtet, das humanitäre Völkerrecht zu respektieren, einschließlich der Rechte und des Schutzes von Kriegsgefangenen", schreibt US-Außenminister Antony Blinken auf Twitter.

+++ 15:07 Amnesty will Entstehung des umstrittenen Ukraine-Berichts aufarbeiten +++
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International will nach heftiger Kritik an ihrem Bericht zur Kriegsführung der ukrainischen Armee dessen Entstehungsprozess aufarbeiten. Man werde von externen Experten eine gründliche Prüfung des Vorgangs durchführen lassen, heißt es in einem Statement der Organisation. Die Ergebnisse dieser Prüfung hätten eine hohe Dringlichkeit. In der kommenden Woche sollen Details zum Ablauf der Prüfung vom Amnesty-Vorstand festgelegt werden, nachdem die verschiedenen nationalen Organisationen ihren Input geben konnten - unter anderem auch die ukrainische Amnesty-Organisation, deren Leiterin Oxanna Pokaltschuk aus Protest gegen den Bericht zurückgetreten war.

+++ 14:44 Ukraine bittet um Hilfe bei Verfolgung russischer Kriegsverbrechen +++
Der ukrainische Verteidigungsminister Olekxij Resnikow bittet die USA und andere westliche Staaten um Hilfe bei der Verfolgung russischer Kriegsverbrechen. Die Ukraine brauche Experten für Militärrecht und Spezialisten für die Aufklärung von Kriegsverbrechen, um die russischen Angreifer zu bestrafen, schreibt Resnikow auf Facebook. Er habe eine entsprechende Bitte über das Außenministerium in Kiew an die Ukraine-Kontaktgruppe gerichtet, zu der neben den USA auch Deutschland und Großbritannien gehören. Es müsse eine internationale Koalition gebildet werden, um die blutigen Taten zu verfolgen, betonte der Minister. Resnikow bezog sich besonders auch auf das Schicksal von ukrainischen Kriegsgefangenen, die in russischer Haft massenhaft getötet und gefoltert würden.

+++ 14:13 Spitzel des FSB? Frau in Kiew festgenommen +++
Die ukrainischen Sicherheitskräfte werfen einer Frau aus Kiew vor, für den russischen Geheimdienst FSB spioniert zu haben. Sie habe Fotos und Videos von Orten gemacht, an denen Einheiten der ukrainischen Streitkräfte befunden hätten, erklärt die zuständige Staatsanwaltschaft der Oblast Kiew auf ihrer Webseite. Diese Informationen habe sie einem Mitarbeiter des FSB zugesteckt. "Der Feind hat die Informationen genutzt, um Luftangriffe zu koordinieren", heißt es. Die Frau wurde festgenommen.

+++ 13:45 Russland: Volle Kontrolle über Donezker Vorort Pisky +++
Russische Streitkräfte reklamieren erneut die Eroberung der Ortschaft Pisky am Rande der ostukrainischen Stadt Donezk für sich. Man habe die volle Kontrolle über den Vorort Pisky übernommen, zitiert die russische Nachrichtenagentur Interfax das Verteidigungsministerium in Moskau. Russische und prorussische Kräfte hatten erst vor gut einer Woche erklärt, dass sie die vollständige Kontrolle über das Dorf übernommen hätten. Das Ministerium teilte laut Interfax zudem mit, dass russische Streitkräfte ein von den USA geliefertes HIMARS-Raketensystem in der Nähe der ukrainischen Stadt Kramatorsk sowie ein Munitionsdepot für dieses Waffensystem zerstört hätten.

+++ 13:21 Kiew: 43.400 russische Soldaten ausgeschaltet +++
Der ukrainische Generalstab veröffentlicht neue Zahlen zu Verlusten der russischen Truppen in der Ukraine. Demnach hat die russische Armee seit dem 24. Februar bereits 43.400 Soldaten verloren. Die Angaben lassen sich weder bestätigen noch widerlegen. Das US-Verteidigungsministerium hatte zuletzt geschätzt, dass bereits 70.000 bis 80.000 russischen Soldaten getötet oder verletzt worden sein könnten.

+++ 12:54 Moskau: Westliche Militärhilfe wird Spezialoperation nicht aufhalten +++

In Moskau herrscht auch sechs Monate nach Kriegsbeginn weiterhin Zuversicht, dass die Invasion der Ukraine ein Erfolg wird. "Die milliardenschwere Militärhilfe des Westen für die Ukraine wird keinen spürbaren Einfluss auf die Geschwindigkeit unserer Spezialoperation haben", zitiert die russischen Nachrichtenagentur TASS Alexander Darchiew, den Direktor der Nordamerika-Abteilung im russischen Außenministerium. "Wir werden unsere Ziele erreichen." In Russland darf der Krieg gegen die Ukraine nur als militärische Spezialoperation bezeichnet werden.

+++ 12:20 ntv-Reporter: "Hören von Straßenkämpfen in Außenbezirken Bachmuts" +++

+++ 11:59 Bericht: Estland schiebt zwei russische Journalisten ab +++
Ein Russe und eine Russin dürfen Estland und die EU für drei Jahre nicht mehr betreten. Die "Kyiv Post" berichtet, dass die estnische Polizei die beiden Journalisten der russischen Tageszeitung "Iswestija" festgenommen, ihre Visa annulliert und sie nach Russland abgeschoben hat. Ein Grund dafür wird nicht genannt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert einen EU-weiten Reisebann für russische Staatsbürger. Estland und Lettland haben die Einreiseregeln bereits verschärft, auch Finnland erwägt dies. Die Zeitung "Iswestija" gehörte einst zum Portfolio des russischen Gaskonzerns Gazprom und gilt als Kreml-nah.

+++ 11:24 Satellitenaufnahme belegt Explosion auf belarussischer Luftwaffenbasis +++
Neue Satellitenaufnahmen widerlegen belarussische Angaben zu möglichen Explosionen auf einer Luftwaffenbasis nahe der Ukraine. Der US-Satellitenbetreiber Maxar schreibt auf Twitter, dass auf der Start- und Landebahn Brandspuren einer Explosion zu erkennen seien. Die Aufnahmen stammen demnach vom 12. August. Tags zuvor war gemeldet worden, dass sich in der Nacht zum 11. August mehrere Explosionen auf dem Flugplatz Sjabrowka nahe der ukrainischen Grenze ereignet hätten. Belarus dementierte den Bericht. Es sei "während eines Testlaufs ein Fahrzeug in Brand geraten, bei dem der Motor ausgetauscht worden war", teilte das Verteidigungsministerium in Minsk mit. Auf dem Stützpunkt sind mutmaßlich Einheiten der russischen Luftwaffe stationiert, um Angriffe auf die Ukraine zu fliegen.

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+++ 10:56 Türkei: Zwei weitere Agrarfrachter verlasse Ukraine +++
Zwei weitere Frachter mit Agrarprodukten haben nach türkischen Angaben in der Ukraine abgelegt. Beide liefen im Hafen von Tschornomorsk aus, wie das türkische Verteidigungsministerium mitteilt. Die unter der Flagge von Barbados fahrende "Fulmar S" soll 12.000 Tonnen Mais in die türkische Süd-Provinz Iskenderun bringen. Die unter der Flagge der Marshallinseln fahrende "Thoe" mit 3000 Tonnen Sonnenblumenkernen an Bord hat die türkische Stadt Tekirdag zum Ziel. Damit haben den Angaben nach inzwischen insgesamt 16 Frachter die Schwarzmeerhäfen der Ukraine seit dem von der Türkei und den Vereinten Nationen (UN) vermitteltem Abkommen für eine Lockerung der russischen Seeblockade Mitte Juli verlassen.

+++ 10:26 ntv-Reporter: Russland hat Nachschub-Schwierigkeiten an der Front +++

+++ 09:58 London: Dnipro-Brücken nicht mehr für russischen Nachschub nutzbar +++
Russland kommt mit seinem Nachschub für die Truppen in der Südukraine britischen Angaben zufolge weiter in Bedrängnis. Die beiden wichtigsten Straßenbrücken für eine Verbindung der russischen Streitkräfte zu dem besetzten Gebiet am Westufer des Dnipro in der Region Cherson seien wahrscheinlich nicht mehr für umfangreiche militärische Nachschublieferungen nutzbar, teilt das britische Verteidigungsministerium in seinem täglichen Geheimdienst-Update mit. Selbst wenn es Russland gelingen sollte, die Brücken in größerem Umfang zu reparieren, blieben sie eine bedeutende Schwachstelle. "Der Nachschub für die Tausenden russischen Soldaten am Westufer hängt mit ziemlicher Sicherheit von den beiden Pontonbrücken ab", so das Ministerium.

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+++ 09:31 Anwohner in Nikopol: "Lasst uns nicht sterben" +++

+++ 08:59 Rosneft droht mit Problemen in Raffinerie Schwedt +++
Der russische Ölkonzern Rosneft malt die Zukunft seiner Raffinerie Schwedt in Brandenburg schwarz wegen des kommenden Importstopps für Öl aus Russland. Wenn die Raffinerie PCK nicht mehr über die Pipeline Druschba (Freundschaft) beliefert werde, sondern über andere Wege, sei sie nur noch zur Hälfte ausgelastet, teilte Rosneft mit. Dies werde zu Einbußen von bis zu 300 Millionen Euro im Jahr führen. Die EU hat im Mai wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine einen Importstopp für russisches Öl verhängt. Für Schwedt sucht Wirtschaftsminister Robert Habeck alternative Ölquellen. Unter der Woche hatte in Rostock erstmals ein Tanker mit US-Öl an Bord für Schwedt angelegt.

+++ 08:29 Ukraine: Wagner-Söldner verminen AKW Saporischschja +++
Auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja sind ukrainischen Angaben zufolge Söldner der Wagner-Truppe anwesend. Demnach wurden sie damit beauftragt, das Gelände zu verminen. Das erklärt ein Sprecher des ukrainischen Militärgeheimdienstes GRU in einem Interview mit dem ukrainischen Nachrichtenportal Apostroph. Als Grund dafür gibt der Sprecher an, dass der Kreml den regulären Einheiten der russischen Armee diese Aufgabe entweder nicht zutraue oder, dass sie den Befehl dazu verweigert hätten. Die Ukraine hatte erstmals Anfang der Woche berichtet, dass Russland Sprengstoff im AKW Sporischschja verlegt. Es befindet sich seit einigen Monaten unter russischer Kontrolle. In den vergangenen Tagen tobten zum zweiten in Mal in diesem Krieg heftige Kämpfe um das Gelände.

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+++ 07:52 Merz: Zögerliche Waffenlieferungen verlängern Krieg +++
CDU-Chef Friedrich Merz wirft der Bundesregierung vor, unnötig zur Verlängerung des Krieges beizutragen. "Es gilt unverändert, dass die Bundesrepublik Deutschland früher hätte mehr tun können", sagt er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur vor allem mit Blick auf die Lieferung schwerer Waffen. "Die Regierung hätte schnell das machen müssen, was der Deutsche Bundestag am 28. April beschlossen hat, nämlich in größerem Umfang schweres Gerät zu liefern." Auch zum jetzigen Zeitpunkt werde nicht alles geliefert, was möglich wäre. "Insofern helfen wir unverändert der Ukraine nicht im nötigen Umfang. Und das verlängert diesen brutalen Krieg, der jetzt ein zermürbender Abnutzungskrieg mit täglich hunderten Opfern wird."

+++ 07:18 Bürgermeister: Russland beschießt Busse, Schule und Wohngebäude in Charkiw +++
Die nördliche ukrainische Grenzstadt Charkiw steht nach Angaben des Bürgermeisters unter russischem Beschuss. In der Nacht seien zwei Wohngebäude, Busse und eine Hochschule beschädigt worden, teilt Ihor Terechow auf Telegram mit. Demnach sind hauptsächlich Fenster zu Bruch gegangen. Angaben zu Verletzten gibt es bisher nicht. "Wo russische Raketen einschlagen, gibt es nichts, was auch nur im Entferntesten militärischen Objekten ähnelt", betont Terechow.

+++ 06:45 Merz sieht Deutschland nicht als Vermittler zwischen Moskau und Kiew +++
CDU-Chef Friedrich Merz kann sich im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine keine Vermittlerrolle Deutschlands vorstellen. "Ich sage es mal losgelöst von Personen: Die Bundesrepublik Deutschland hat in diesem Konflikt keine Vermittlerrolle", erklärt er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Wir stehen gemeinsam mit Europa auf der Seite der Ukraine und sind damit nicht neutral in diesem Konflikt." Merz war gefragt worden, ob er sich vorstellen könne, dass zum Beispiel die frühere Kanzlerin Angela Merkel vermittelnd eingreifen könne, um zu einem Ende des Krieges zu kommen.

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+++ 06:20 Bürgermeister: Russen nutzen Krankenhausgelände in Melitopol als Basis +++
Russische Streitkräfte nutzen nach ukrainischen Angaben ein Krankenhausgelände in der besetzten Stadt als militärischen Stützpunkt. Die Basis im Zentrum der Stadt sei am Freitag errichtet worden, teilt Bürgermeister Igor Fedorow auf Telegram mit. Melitopol ist die zweitgrößte Stadt der Oblast Saporischschja und liegt unweit der annektierten Halbinsel Krim im Süde der Ukraine. In dem besetzen Gebiet soll nach russischen Vorstellungen zeitnah ein Referendum über einen Beitritt zu Russland durchgesetzt werden. Zuletzt wurden mehrere Anschläge auf russische Einrichtungen in der Stadt gemeldet.

+++ 05:44 Blinken besorgt über "Prozess" gegen Ausländer +++
Die Vereinigten Staaten sind besorgt über Berichte, dass britische, schwedische und kroatische Staatsangehörige von "illegalen Behörden in der Ostukraine" angeklagt wurden, schreibt Außenminister Antony Blinken auf Twitter. "Russland und seine Stellvertreter sind verpflichtet, das humanitäre Völkerrecht zu respektieren, einschließlich der Rechte und des Schutzes von Kriegsgefangenen", so der Politiker.

+++ 05:15 Ukrainische Armee zerstört Brücke in Kachowka +++
Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben die letzte funktionierende Brück nahe des Wasserkraftwerks in Kachowka zerstört. Die Stadt liegt in der südukrainischen Region Cherson. Die russischen Streitkräfte nutzten sie demnach vor allem zum Transport militärischer Ausrüstung.

+++ 04:20 Russisches Öl kommt wieder über Druschba-Pipeline +++
Nach einer mehr als einwöchigen Unterbrechung fließt russisches Erdöl durch den südlichen Strang der Druschba-Pipeline über die Ukraine auch wieder nach Tschechien. "Die Versorgung ist um 20.00 Uhr wiederaufgenommen worden", sagt eine Sprecherin des tschechischen Transitunternehmens Mero. Die russische Betreiberfirma der Pipeline, Transneft, hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass die Öllieferungen durch die Ukraine eingestellt worden seien. Als Grund gab Transneft an, dass Ende Juli eine Banktransaktion zur Zahlung von Transitgebühren an die Ukraine aufgrund westlicher Sanktionen gegen Russland abgelehnt worden sei. Betroffen waren neben Tschechien auch die Slowakei und Ungarn.

+++ 03:00 Fünf ausländischen Kämpfern droht in Donezk die Todesstrafe +++
In Donezk haben die Separatisten laut einem Medienbericht den Beginn eines Prozesses gegen fünf ausländische Kämpfer, die sich der ukrainischen Armee angeschlossen hatten, auf den 15. August festgelegt. Ihnen werde vorgeworfen, "Söldner zu sein sowie terroristische Aktivitäten vorbereitet und durchgeführt zu haben, die darauf abzielten, die Macht zu ergreifen". Es handelt sich demnach um den Schweden Matias Gustavsson, den Kroaten Vjekoslav Prebeg sowie die Briten John Harding, Andrew Hill und Dylan Healy. Sollten sie schuldig gesprochen werden, droht ihnen die Todesstrafe.

+++ 02:33 Russland droht USA mit Abbruch diplomatischer Beziehungen +++
Russland droht einer Nachrichtenagentur zufolge den Vereinigten Staaten bis hin zum Abbruch diplomatischer Beziehungen, wenn Russland zum "staatlichen Terrorismus-Sponsor" erklärt werden würde. Die Verabschiedung eines solchen Gesetzes würden "schwerste Kollateralschäden für die bilateralen diplomatischen Beziehungen verursachen, bis hin zu einem Rückgang oder gar einem Abbruch", zitiert die amtliche russische Nachrichtenagentur Tass den Leiter der Nordamerika-Abteilung des russischen Außenministeriums, Alexander Darchijew. "Die amerikanische Seite ist gewarnt", fügt Darchijew laut Tass hinzu.

+++ 01:11 Selenskyj: Keine EU-Visa für "russische Mörder" +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bekräftigt seine Forderung nach einem Reisebann für Russen. Nach allem, was die russische Besatzung in der Ukraine getan habe, könne es zu Russland nur eine Haltung geben, nämlich es als Terrorstaat zu betrachten, sagt er in seiner täglichen Videoansprache.Er dankt Tschechien und den baltischen Staaten, dass sie offiziell in der EU die Frage von Touristenvisa für russische Bürger aufgeworfen haben. "Es gibt Leute, die wirklich Schutz brauchen, die in Russland verfolgt werden", so Selenskyj. Für sie gebe es erprobte Mechanismen wie Asyl. Das habe aber nichts mit Urlaubs- oder Geschäftsreisen von Russen nach Europa zu tun. "Es muss gewährleistet sein, dass russische Mörder und Helfer des Staatsterrors nicht Schengen-Visa nutzen."

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+++ 00:29 Ratingagentur S&P stuft Kreditwürdigkeit der Ukraine herab +++
Die US-Ratingagentur S&P stuft die Kreditwürdigkeit der Ukraine auf "selektiven Zahlungsausfall" herab - und somit eine Stufe über einem vollständigen Zahlungsausfall. S&P begründete den Schritt mit einem Aufschub für Zahlungen auf seine Auslandsschulden, den die Ukraine am Mittwoch erhalten hatte. S&P betrachtet dies als "gleichbedeutend mit einem Zahlungsausfall". Die Wirtschaftsleistung der Ukraine ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar massiv eingebrochen. Kiew hat von seinen internationalen Gläubigern ein zweijähriges Moratorium für seine Auslandsschulden erhalten, die auf 20 Milliarden US-Dollar geschätzt werden.

+++ 23:40 Borrell: AKW Saporischschja muss demilitarisierte Zone werden +++
Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell fordert einen sofortigen Abzug russischer Truppen aus dem besetzten Atomkraftwerk Saporischschja in der Südukraine. Das AKW dürfe nicht in militärische Auseinandersetzungen hineingezogen werden, schreibt Borrell auf Twitter. Er unterstütze Forderungen nach einer Demilitarisierung des Gebietes und dringe auf einen Besuch von Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). "Russland muss sofort die Kontrolle an die Ukraine als dem rechtmäßigen Besitzer zurückgeben."

+++ 22:56 Rosneft: Importstopp für russisches Öl wird Benzinpreise treiben +++
Der russische Ölkonzern Rosneft malt die Zukunft seiner Raffinerie Schwedt in Brandenburg äußerst schwarz wegen des kommenden Importstopps für Öl aus Russland. Wenn die Raffinerie PCK nicht mehr über die Pipeline Druschba (Freundschaft) beliefert werde, sondern über andere Wege, sei sie nur noch zur Hälfte ausgelastet, teilt der Ölkonzern nach einer Meldung der Agentur Interfax mit. Dies werde zu Einbußen von bis zu 300 Millionen Euro im Jahr führen mit entsprechenden Auswirkungen auf die Steuerzahlungen in die deutsche Staatskasse. Zu erwarten seien auch steigende Benzin- und Treibstoffpreise in ganz Deutschland. Rosneft erprobe zwar alternative Lieferwege. Aber das per Tanker nach Rostock gebrachte Öl aus den USA sei um 30 Prozent teurer als das Pipeline-Öl, hieß es.

+++ 22:08 Washington: Explosionen auf Krim nicht von US-Waffen ausgelöst +++
Die Explosionen in einer Militärbasis auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim sind nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums nicht durch aus den USA gelieferte Waffen ausgelöst worden. Die USA hätten der Ukraine "nichts geliefert, das es ihr ermöglichen würde, die Krim anzugreifen", sagt ein hoher Beamter des Pentagons vor Reportern. Sein Ministerium habe keine Informationen darüber, ob hinter den Explosionen Raketenangriffe oder ein Sabotageakt steckte. Am Dienstag hatten sich mehrere Explosionen in der russischen Luftwaffenbasis Saki auf der annektierten ukrainischen Halbinsel Krim ereignet. Dabei wurden schätzungsweise acht Flugzeuge und eine erhebliche Menge Munition zerstört.

+++ 21:43 Ukraine wirbt um Milliarden-Hilfen +++
Die Ukraine wirbt weiter um Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Ein Darlehen von fünf Milliarden Dollar könne dem Land helfen, das Vertrauen anderer Geldgeber zu stützen, sagt der Chef-Wirtschaftsberater von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Oleh Ustenko. Entsprechende IWF-Hilfen für rund 18 Monate könnten als Grundlage eines weiter gehenden Unterstützungspakets von 15 bis 20 Milliarden Dollar dienen.

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Krieges können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, hny/chr/dbe/jug/dpa/rts/AFP

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