Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 20:39 Politologe Jäger: Putin kann Telefonate für sich nutzen +++

Wochenlang herrschte Funkstille zwischen Berlin und Moskau zum Ukraine-Krieg. Jetzt telefonieren Kanzler Scholz und Russlands Präsident Putin erstmals wieder miteinander. Doch sind solche Gespräche überhaut sinnvoll? Der Politologe Thomas Jäger ist zwiegespalten.

+++ 20:02 EU bildet bislang 1100 ukrainische Soldaten aus +++
Zweieinhalb Wochen nach dem Start einer EU-Ausbildungsmission für die ukrainische Armee werden bislang 1100 Soldaten geschult. Dies teilt der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell beim Besuch eines Ausbildungscamps im polnischen Brzeg mit. Diese Mission zeige Europas Willen, die Ukraine im Krieg gegen Russland zu unterstützen. Die EU-Außenminister hatten die Mission am 14. November beschlossen. Am Tag danach war offizieller Beginn. Insgesamt sollen bis zu 15.000 Soldatinnen und Soldaten in 20 Mitgliedsländern ausgebildet werden, auch in Deutschland. Die EU will helfen, dass sich die Ukraine besser gegen die russischen Angreifer verteidigen kann. Die Ausbildungsmission wird von der EU bezahlt. Borrell bezifferte die Kosten auf 100 Millionen Euro. Hinzu kommen 15 Millionen Euro etwa für Munition sowie die Ausgaben der einzelnen Länder. Die Bundeswehr will sich mit einer Gefechtsausbildung und Taktikübungen beteiligen. Insgesamt könnten bis zu 5000 ukrainische Soldaten in Deutschland trainiert werden.

+++ 19:31 Ukrainische Raketen treffen Treibstofflager in besetzter Stadt +++
Bei einem Raketenangriff der ukrainischen Streitkräfte ist ein Treibstofflager in Schachtarsk im Donbass getroffen worden. Dabei seien mehrere Menschen zu Schaden gekommen, teilt der Bürgermeister Alexander Schatow von der dortigen pro-russischen Verwaltung mit, wie die russische Staatsagentur Tass berichtet. "Das Tanklager wurde getroffen, leider gibt es Opfer." Nach russischer Darstellung setzten die ukrainischen Streitkräfte bei dem Angriff Artillerie-Raketenwerfer vom Typ HIMARS ein. Die Angaben ließen sich nicht überprüfen.

+++ 18:56 Ukraine erhält erste Hawk-Flugabwehrraketen aus Spanien +++
Die Ukraine hat eine erste Lieferung von Hawk-Flugabwehrsystemen aus Spanien erhalten. Das teilt Verteidigungsminister Olexij Resnikow nach einem Treffen mit seiner spanischen Kollegin Margarita Robles in Odessa mit. Weitere Hawk-Flugabwehrraketen aus spanischen Beständen sollen folgen. Ukrainische Soldaten werden bereits in Spanien ausgebildet. Das aus den USA stammende System zur Flugabwehr auf mittlerer Reichweite wurde bereits in den frühen 60er-Jahren in Dienst gestellt und immer wieder modernisiert. In den meisten NATO-Staaten wurde Hawk bereits ausgemustert.

+++ 18:22 Besatzerverwaltung ruft zu "Evakuierung" aus Kachowka auf +++
Die von Russland eingesetzte Verwaltung in der südukrainischen Region Cherson ruft Teile der Bevölkerung in Kachowka zum Verlassen der Stadt auf. Wer bettlägerig oder behindert sei, werde in den Distrikt Henitschesk im Südosten des Ortes gebracht, heißt es in einer Mitteilung auf Telegram. Der Aufruf reiht sich ein in eine größere Evakuierung von Gebieten am Ostufer des Flusses Dnipro. Russland zog vergangenen Monat vom Westufer seine Streitkräfte ab wie auch aus der Stadt Cherson selbst. Der Fluss bildet damit gegenwärtig die Frontlinie im Süden des Landes.

+++ 18:00 EU-Staaten einigen sich auf Preisdeckel für russisches Öl +++
Die EU-Staaten haben sich auf die Höhe eines Preisdeckels für russisches Öl geeinigt. Sie wollen Russland gemeinsam mit internationalen Partnern dazu zwingen, Erdöl von Montag an für zunächst höchstens 60 US-Dollar (etwa 57 Euro) pro Barrel (159 Liter) an Abnehmer in anderen Staaten zu verkaufen. Eine entsprechende Absprache trafen Regierungsvertreter nach langen Verhandlungen in Brüssel, wie mehrere Diplomaten bestätigen.

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+++ 17:51 Finnische Premier Marin "brutal ehrlich": Europa ist nicht stark genug +++
Ohne die USA könnte sich die EU nach Einschätzung der finnischen Ministerpräsidentin Sanna Marin im Ukraine-Krieg gegenüber Russland nicht behaupten. "Ich will brutal ehrlich zu euch sein: Europa ist gerade nicht stark genug", sagt die Regierungschefin bei einem Besuch im australischen Sydney. "Wir wären beim Krieg in der Ukraine ohne die USA in Schwierigkeiten." Die Vereinigten Staaten hätten bislang die wichtigste Rolle gespielt, wenn es um Waffenlieferungen und humanitären Beistand für die Ukraine gehe. "Europa hat über lange Zeit strategisch engere wirtschaftliche Verbindungen zu Russland aufgebaut", sagt Marin bei einer Veranstaltung in der Denkfabrik Lowy Institute. "Wir haben geglaubt, dass das einen Krieg verhindern könnte." Diese Annahme habe sich als völlig falsch erwiesen. Stattdessen hätte die EU viel früher auf Warnungen etwa aus Estland und Polen hören sollen.

+++ 17:22 UN-Kommission beklagt fehlenden Zugang zu russisch besetzten Gebieten +++
Die Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrates beklagt einen fehlenden Zugang zu den von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine. "Wir haben die Behörden dieser Territorien kontaktiert", sagt der Kommissionsvorsitzende Erik Møse bei einer Pressekonferenz in Kiew. Die Bemühungen seien bisher erfolglos, würden aber fortgesetzt. Bis dahin sammle die Kommission der Vereinten Nationen Beweise für Menschenrechtsverletzungen auf anderem Wege, heißt es. Die seit Oktober laufenden russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur werden von der Kommission genau beobachtet. "Diese Ereignisse haben verheerende Folgen für eine große Zahl von Menschen", sagt Møse. Es sei bereits Winter und kalt. Die Attacken wirkten sich insbesondere auch auf die Gesundheitsversorgung für große Bevölkerungsteile aus.

+++ 16:45 Ukrainische Botschaft in Madrid erhält nach Briefbombe auch ein "blutiges Päckchen" +++
Die ukrainische Botschaft in Madrid hat nach Angaben des Außenministeriums der Ukraine ähnlich wie andere Botschaften in Europa auch ein "blutiges Päckchen" erhalten. Die spanische Polizei sperrte das Gelände um die ukrainische Botschaft in Madrid ab. An mehrere mit der Ukraine in Zusammenhang stehende Einrichtungen in Spanien waren in den vergangenen Tagen insgesamt sechs Briefbomben geschickt worden. Ein Mitarbeiter der Botschaft wurde leicht verletzt, als der Sprengsatz detonierte. Blutige Päckchen mit Tieraugen waren etwa an die ukrainischen Botschaften in Ungarn, den Niederlanden, Polen oder Italien gegangen.

+++ 16:17 Lukaschenkos Regime macht aus Kolesnikowas Diagnose ein Geheimnis +++
Die Inhaftierte belarussische Demokratie-Aktivistin Maria Kolesnikowa befindet sich nach einer Operation weiterhin im Krankenhaus. Zuvor wurde die 40-Jährige aus dem Gefängnis auf eine Intensivstation eingeliefert, teilte am Dienstag der Pressedienst des ebenfalls inhaftierten Oppositionellen Viktor Babaryko mit, für den Kolesnikowa gearbeitet hat. Warum die 40-Jähirge hospitalisiert und woran sie operiert wurde, bliebt weiter unbekannt. Nach Angaben von Kolesnikowas Mitstreitern weiß nicht einmal ihre Familie, was passiert ist. Ihr Vater habe heute zwar mit dem zuständigen Arzt sprechen können, heißt es auf Telegram. Die Diagnose ihrer Tochter habe er aber nicht erfahren dürfen. Ihm wurde lediglich mitgeteilt, dass "Maria gefrühstückt habe und sich wohl fühle", heißt es im Telegram-Kanal von Babaryko. Maria Kolesnikowa gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Opposition in Belarus. Der Machthaber Alexander Lukaschenko ließ sie im September 2020 festnehmen und zu elf Jahren Haft verurteilen.

+++ 15:34 Munz zum Telefonat: Scholz und Putin "haben aneinander vorbeigesprochen" +++
Erstmals seit September telefonieren Bundeskanzler Scholz und Kreml-Chef Putin miteinander. Wie Moskau auf die Unterhaltung blickt, was die wichtigsten Gesprächspunkte waren und ob eine baldige Verhandlung mit den USA wahrscheinlich scheint, fasst ntv-Korrespondent Rainer Munz zusammen.

+++ 15:05 Bericht: Russen erwägen Rückzug aus AKW Saporischschja +++
Russische Truppen sind einem Bericht zufolge bereit, sich von dem Gelände des AKW Saporischschja zurückzuziehen. Das berichtet das russische Exil-Medium "Meduza" unter Berufung auf Kreml-nahe Quellen. Gleichzeitig habe Russland aber "nicht vor, die Region Saporischschja vollständig zu verlassen", heißt es weiter. Demnach sieht der Plan des Kremls angeblich vor, dass das Kraftwerk entweder an Kiew oder an die IAEO übergeben werden könnte. Im Gegenzug für den Abzug erwarten die russischen Behörden dem Bericht zufolge Garantien für einen ununterbrochenen Öl- und Gastransit durch ukrainisches Gebiet. Die Gesprächspartner von "Meduza" behaupten laut dem Bericht, dass im Kreml "Bereitschaft zu einer Einigung" bestehe.

+++ 14:25 Drei Tote nach russischem Artilleriebeschuss auf Region Cherson +++
In der südukrainischen Region Cherson sind nach Angaben des ukrainischen Gouverneurs binnen 24 Stunden drei Menschen durch russischen Beschuss getötet worden. Sieben Menschen seien verletzt worden, teilt Gouverneur Jaroslaw Januschewytsch auf Telegram mit. Die russischen Truppen hätten die gleichnamige Stadt Cherson und andere Teile der Region 42 Mal innerhalb von 24 Stunden bombardiert. Die am Westufer des Dnjepr liegende Regionalhauptstadt wurde Mitte November nach monatelanger russischer Besatzung von ukrainischen Streitkräften befreit. Seither steht sie unter dem Beschuss russischer Truppen, die sich ans Ostufer zurückgezogen haben.

+++ 13:59 Ukrainischer Geheimdienst geht gegen russisch-orthodoxe Kirche vor +++
Der ukrainische Geheimdienst SBU durchsucht erneut mehr als ein halbes Dutzend Klöster und Kirchen der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats. Die Hausdurchsuchungen seien Teil von Gegenmaßnahmen gegen Sabotagetätigkeiten russischer Geheimdienste, teilt die Behörde bei Telegram mit. Die Kontrollen in den westukrainischen Gebieten Schytomyr, Riwne und Transkarpatien werden dabei von Polizei und Nationalgarde unterstützt. Zuvor hatte der SBU bereits in der vergangenen Woche Objekte beim Hauptheiligtum der orthodoxen Kirche im zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Höhlenkloster in der Hauptstadt Kiew durchsucht. die ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats hat sich zwar nach dem russischen Einmarsch vom Februar deutlich von Moskau distanziert, dennoch wird ihren Priestern immer wieder eine Nähe zum Kreml vorgeworfen.

+++ 13:38 "Sie haben keine Ahnung von Armee" - Russischer Ex-Soldat wettert über Putin und Schoigu +++
Der aus Russland geflohene ehemalige Fallschirmjäger und Buchautor Pawel Filatjew sieht die Niederlagen bei dem Krieg gegen die Ukraine als persönliche Verantwortung von Kremlchef Wladimir Putin. "Er hat nie gedient, er war nie im Krieg und weiß auch nicht, was Armee ist", sagt der 34-Jährige bei einer Videoschalte aus Paris. Filatjew machte Putin und Verteidigungsminister Sergej Schoigu zudem dafür verantwortlich, die russischen Streitkräfte heruntergewirtschaftet zu haben. "Sie haben keine Ahnung von der Armee", sagt Filatjew. Noch zu Sowjetzeiten sei das Militär "nicht schlecht" und vor allem "konkurrenzfähig" gewesen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion habe Korruption Einzug gehalten, seien die Falschen an die Militäruniversitäten gekommen, die nur persönliche Bereicherung, aber nicht die Interessen des Landes im Blick hätten.

+++ 13:17 Keine Gespräche mit Ukraine über Patriot-Raketen +++
Die Bundesregierung führt keine Gespräche mit der Ukraine über die Abgabe oder Stationierung von Patriot-Luftabwehrsystemen an die Ukraine. "Von Gesprächen mit der Ukraine ist mir nichts bekannt", sagt ein Regierungssprecher. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums betont, dass es sich bei dem Angebot an Polen nicht um die Abgabe der Patriot-Systeme, sondern um eine Stationierung auf polnischem Gebiet handele. Die Bedienung würden weiter deutsche Soldaten übernehmen. "Eine Abgabe ist zu keinem Zeitpunkt erwogen worden."

+++ 13:01 Ukrainische Botschaften erhalten blutige Pakete mit Tieraugen +++
Bei mehreren Auslandsvertretungen der Ukraine sind nach Angaben des Außenministeriums in Kiew "blutige Päckchen" eingegangen, die Tieraugen enthalten hätten. Die Päckchen seien an die Botschaften in Ungarn, den Niederlanden, Polen, Kroatien und Italien, an die Generalkonsulate in Neapel und Krakau sowie in das Konsulat in Brünn gegangen, schreibt der Sprecher des Außenministeriums Oleh Nikolenko auf Facebook. Erst am Mittwoch war eine Briefbombe in der ukrainischen Botschaft in Madrid eingegangen. Ein Mitarbeiter wurde leicht verletzt, als der Sprengsatz detonierte. In Spanien gab es eine ganze Reihe von Briefbomben.

+++ 12:20 Russische Verwaltung lässt Behinderte aus Kachowka bringen +++
Die von der russischen Besatzungsmacht installierte Verwaltung in der südukrainischen Region Cherson kündigt an, Menschen mit eingeschränkter Mobilität aus der Stadt Kachowka in Sicherheit zu bringen. Damit solle am Samstag begonnen werden, heißt es auf in einem auf Telegram geposteten Beitrag. Die von russischen Truppen besetzte Stadt liegt am Ostufer des Dnjepr, wohin sich die russischen Truppen zurückgezogen haben.

+++ 12:20 Putin kritisiert gegenüber Scholz "destruktives" Vorgehen des Westens +++
Russlands Präsident Wladimir Putin nennt das Vorgehen des Westens in der Ukraine gegenüber Bundeskanzler Olaf Scholz "destruktiv". Laut der Agentur TASS, die sich auf den Pressedienst des Kreml bezieht, betont Putin in einem Telefongespräch mit Scholz, wie zerstörerisch es sei, westliche Waffen in die Ukraine zu pumpen. Der Kreml weist demnach darauf hin, dass dieses sowie die umfassende politische und finanzielle Unterstützung für die Ukraine Kiew dazu veranlasse, den Gedanken an Verhandlungen rundweg abzulehnen. "Darüber hinaus ermutigt dies radikale ukrainische Nationalisten, immer mehr blutige Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung zu begehen", heißt es in der Erklärung weiter. Tatsächlich werden Russland in dem Krieg massive Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

+++ 11:54 Putin angeblich bereit zu Gesprächen - sieht aber ein Problem +++
Der russische Präsident Wladimir Putin ist nach Angaben seines Sprechers offen für Gespräche mit US-Präsident Joe Biden über eine Regelung für die Ukraine. Allerdings behindere die Weigerung der USA, die annektierten Gebiete im Süden und Osten der Ukraine als russisches Territorium anzuerkennen, die Suche nach einem Kompromiss, sagt Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Biden erklärte am Donnerstag, er sei zu Gesprächen mit Putin bereit, wenn dieser nach einem Weg suche, den Krieg zu beenden. Dies habe Putin aber noch nicht erkennen lassen. Dazu sagt Peskow: "Der Präsident der Russischen Föderation war, ist und bleibt immer offen für Verhandlungen, um unsere Interessen zu wahren." Der beste Weg, Russlands Interessen durchzusetzen, sei der mit friedlichen, diplomatischen Mitteln.

+++ 11:35 Verdächtige Postsendung in ukrainischem Konsulat in Brno +++
Wegen einer verdächtigen Postsendung wird das ukrainische Konsult im tschechischen Brno von der Polizei abgesperrt. Die Sendung ähnele vom Typ her den jüngsten Briefbomben-Funden in Spanien und werde nun mit einem Röntgengerät untersucht, teilt ein Polizeisprecher mit. Die Mitarbeiter des Konsulats wurden demnach in Sicherheit gebracht. Auch die nähere Umgebung und ein benachbarter Kindergarten seien geräumt worden. Die tschechische Polizei ruft die Mitarbeiter aller Konsulate und Botschaften sowie Rüstungsfirmen in dem NATO- und EU-Mitgliedstaat zu äußerster Vorsicht im Umgang mit Postsendungen auf.

+++ 11:12 Ukraine findet Teile atomwaffenfähiger russischer Rakete +++
Das russische Militär feuert offenbar Raketen auf die Ukraine ab, die in der Lage wären, Atomsprengköpfe zu tragen. Die Ukrainer präsentieren Teile einer solchen Ch-55. Diese sei zwar nicht nuklear bestückt gewesen, stelle aber dennoch eine große Gefahr dar.

+++ 10:51 Kiew: Russische Vorstöße bei 14 Siedlungen abgewehrt +++
Das ukrainische Militär wehrt offenbar russische Vorstöße bei 14 Siedlungen in den Gebieten Donezk und Luhansk ab. Dies berichtet "Kyiv Independent" und bezieht sich dabei auf Angaben des ukrainischen Generalstabs. Ukrainische Soldaten schossen demnach auch eine Drohne vom Typ Orlan-10 ab. Außerdem sollen Artillerieeinheiten vier russische Kontrollpunkte getroffen haben sowie mehrere weitere wichtige russische Truppenstandorte.

+++ 10:24 Ukrainekenner: Krieg endet, wenn Putin seine Position gefährdet sieht +++
Der Ukrainekenner Timothy Snyder geht davon aus, dass der Widerstand der Ukraine die Welt im weitesten Sinne "viel sicherer" gemacht habe. Dies sagt der Historiker in einem Interview mit T-Online. Allerdings würdige kaum jemand diese Tatsache, "weil wir viel über uns selbst und unsere momentanen Ängste nachdenken". Der Yale-Professor geht davon aus, dass der Krieg dann endet, wenn Präsident Waldimir Putin seine Position im Kreml gefährdet sieht - falls Putin die Bedrohung rechtzeitig erkenne. "Viel hängt davon ab, ob er dazu noch das nötige Maß an politischer Sensibilität besitzt", so Snyder.

+++ 09:59 Deutschland liefert der Ukraine weitere Gepard-Panzer +++
Deutschland will der Ukraine sieben weitere Gepard-Luftabwehrpanzer liefern. Die eigentlich schon zur Verschrottung vorgesehenen sieben Panzer würden derzeit vom Münchner Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann instandgesetzt, sie sollten im Frühjahr an die Ukraine ausgeliefert werden, berichtet der "Spiegel". Die bereits im Einsatz befindlichen 30 Gepard-Panzer hätten sich nach ukrainischen Angaben beim Kampf gegen die russische Armee als sehr effektiv und zuverlässig erwiesen.

+++ 09:35 THW liefert Hunderte Stromgeneratoren an die Ukraine +++
Angesichts der von Russland verursachten massiven Schäden an der ukrainischen Energieversorgung liefert das Technische Hilfswerk THW Hunderte Stromgeneratoren an die Ukraine. Knapp 150 Geräte seien bereits geliefert, 320 weitere Stromerzeuger bereite man aktuell für den Transport vor, teilt das THW mit. Russlands Angriffe auf die Ukraine konzentrierten sich zuletzt unter anderem auf Strom- und Wärmekraftwerke. Viele ukrainische Haushalte sind bei eisigen Temperaturen zeitweise oder sogar komplett ohne Heizung, Strom und Wasser. Die fabrikneuen Geräte gingen zur Stabilisierung der Energieversorgung teilweise direkt an Ukrenergo, den größten ukrainischen Energieversorger, teilt das THW weiter mit. Damit könne Ukrenergo eine provisorische Stromversorgung wichtiger Einrichtungen sicherstellen.

+++ 09:10 Briefbomben in Spanien offenbar selbstgebastelt +++
Die in Spanien verschickten Briefbomben waren offenbar hausgemacht. Sie hätten nur geringe Mengen an pyrotechnischem Material und kleine Metallkugeln enthalten, sodass beim Öffnen keine Explosion, sondern eher eine Stichflamme ausgelöst werden konnte, schreiben die Zeitung "El País" und der staatliche TV-Sender RTVE unter Berufung auf Polizeikreise. Eine der Sendungen hatten einen Sicherheitsbeauftragten im Garten der ukrainischen Botschaft an der Hand verletzt. Zum möglichen Absender gibt es bislang keine Angaben. Da es sich bei den anderen Adressaten um ein Rüstungsunternehmen, dessen Produkte an die Ukraine geliefert wurden, sowie um Ministerpräsident Pedro Sánchez, Verteidigungsministerin Margareta Robles, das EU-Satellitenzentrum auf dem Luftwaffenstützpunkt Torrejón und die US-Botschaft handelte, wird ein Zusammenhang mit Spaniens Unterstützung für die Ukraine nicht ausgeschlossen.

+++ 08:47 London: Munitionsmangel schränkt russische Operationen ein +++
Die russische Armee verlegt ihre Versorgungsknotenpunkte einschließlich der Eisenbahnumschlagplätze weiter nach Süden und Osten. Wie das britische Verteidigungsministerium schreibt, ist der Grund höchstwahrscheinlich die Bedrohung durch ukrainischen Angriffe. Dadurch müssten die russischen Logistikeinheiten allerdings zusätzliche arbeitsintensive Be- und Entladungen von der Schiene auf die Straße vornehmen. "Die Straßentransporte werden dann auf ihrem Weg zur Versorgung der russischen Verteidigungsstellungen weiterhin durch ukrainische Artillerie gefährdet sein." Durch diese logistischen Probleme werde Russlands Munitionsmangel noch verschärft- und dieser sei "wahrscheinlich einer der Hauptfaktoren, die Russlands Möglichkeiten zur Wiederaufnahme effektiver, groß angelegter offensiver Bodenoperationen derzeit einschränken".

+++ 08:24 Offenbar neue Angriffe auf Saporischschja +++
Die russische Armee beschießt einem Bericht zufolge Saporischschja erneut. "Heute Nacht hat der Feind erneut #Saporischschja mit einer Rakete angegriffen. Ziel war es, die Industrie- und Energieinfrastruktur des regionalen Zentrums zu zerstören", zitiert der opositionelle belarussische Nachrichtenkanal die örtliche Militärverwaltung.

+++ 08:08 So feierte Mariupol Weihnachten - vor einem Jahr +++
Es scheint eine Ewigkeit her – und liegt doch nur ein Jahr zurück: Ein bei Twitter veröffentlichtes Video zeigt das weihnachtlich geschmückte und verschneite Mariupol im Süden der Ukraine. Inzwischen ist die Stadt, die vor Kriegsbeginn 440.000 Einwohner hatte, in weiten Teilen verwüstet und von russischen Truppen besetzt. Abertausende Bewohner sind geflohen, Zehntausende wurden verwundet oder getötet.

+++ 07:43 Kiew: Mehr als 90.000 russische Soldaten im Krieg gefallen +++
Der ukrainische Generalstab beziffert die jüngsten russischen Verluste mit 650. Demnach sind seit dem Überfall am 24. Februar insgesamt 90.090 Soldaten des Kreml getötet worden. Die Zahl der zerstörten russischen Panzer steigt dem Bericht zufolge auf 2916, die der zerstörten bewaffneten Personenfahrzeuge auf 5883.

+++ 07:20 ISW sieht russische Schwäche bei Saporischschja +++
Die Bewegungen des russischen Militärs in der Region Saporischschja könnten darauf hindeuten, dass die Streitkräfte angesichts der zunehmenden ukrainischen Angriffe nicht in der Lage sind, kritische Gebiete zu verteidigen. Dies schreibt der US-Thinktank Institute for the Study of War (ISW) und beruft sich auf Berichte des ukrainischen Generalstabs. Danach haben die russischen Streitkräfte ihr Personal aus den Orten Polohy, Myhailivka und Inschenerne abgezogen beziehungsweise ziehen es noch ab. "Der Rückzug aus einer kritischen Position könnte darauf hindeuten, dass die russischen Streitkräfte nicht die gesamte Frontlinie in der Region Saporischschja verteidigen können und Prioritäten setzen, wo sie ihre Kräfte konzentrieren wollen", schreibt das Institut. Es könne auch sein, dass die russischen Streitkräfte ihre Gruppierung in der Gegend neu ausrichteten und verschiedene Truppen in diese Siedlungen zurückverlegten.

+++ 06:53 Bericht: USA wollen Luftabwehrsysteme aus dem Nahen Osten in die Ukraine verlegen +++
Die USA arbeiten mit einigen Ländern des Nahen Ostens zusammen, um eine Reihe ihrer Luftabwehrsysteme in die Ukraine zu verlegen, sagt der CEO von Raytheon Technologies Greg Hayes in einem Interview mit der Zeitung "Politico". Das Ziel sei es, NASAMS-Flugabwehrsysteme in den nächsten drei bis sechs Monaten in die Ukraine zu schicken, so Hayes. Er weist darauf hin, dass die Verlegung von Systemen aus dem Nahen Osten schneller geht als ihr Bau in den USA. "Nur weil es 24 Monate dauert, sie zu bauen, heißt das nicht, dass es auch 24 Monate dauert, sie ins Land zu bringen."

+++ 06:26 Kiew vermutet Moskau hinter Briefbombenanschlägen in Spanien +++
Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Reznikow geht davon aus, dass Russland hinter einer Reihe von Briefbombenanschlägen in Spanien steckt. Dies berichten mehrere ukrainische Medien. Die Welt beginne zu erkennen, dass Russland ein terroristischer Staat sei. "Und Terror kennt keine Grenzen", sagt Resnikow. "Sie setzen terroristische Mittel ein, um Terror zu verursachen." In Spanien sind inzwischen sechs Briefbomben an hochrangige Politiker, Botschaften und Militäreinrichtungen entdeckt worden.

+++ 06:02 Keine Ermüdungserscheinungen bei Ukraine-Geldgebern +++
Bei den finanziellen Unterstützern der Ukraine sind nach Darstellung der Weltbank bislang keine Ermüdungserscheinungen zu erkennen. Es gebe allerdings eine "gigantische Frustration", dass Russland den Krieg fortsetze, sagt der Chef der Weltbank, David Malpass, auf der Konferenz Reuters Next. Er rechne mit deutlich höheren Wiederaufbaukosten als die bislang veranschlagten 350 Milliarden Dollar.

+++ 05:23 Ukraine sucht händeringend nach Transformatoren +++
Die Ukraine sucht zur Reparatur ihres durch russische Angriffe beschädigten Stromnetzes dringend Transformatoren - neu oder gebraucht. Dabei hoffe das Land auch auf Hilfe von Firmen und Gemeinden aus Deutschland, sagt die frühere Parlamentsabgeordnete Viktoria Wojzizka, die in Warschau für ein Zentrum arbeitet, das die Regierung in Kiew bei der Organisation ausländischer Hilfe unterstützt. Die vielen Notstromaggregate, die jetzt in die Ukraine geschickt werden, seien eine Hilfe nach mehr als neun Monaten Krieg, so Wojzizka. Sie lösten aber das Problem des Stromnetzes nicht. Die Ukraine könne allein genügend Strom erzeugen. Doch Russland zerstöre mit Raketenangriffen gezielt Umspannwerke mit Transformatoren, so dass Strom nicht mehr verteilt werden könne. Ohne Strom funktioniere auch das Fernwärmenetz nicht, das Millionen Wohnungen mit Heizung und Warmwasser versorgt.

+++ 03:06 Biden würde mit Putin sprechen - unter einer Bedingung +++
US-Präsident Joe Biden ist unter Umständen bereit, mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu sprechen. "Lassen Sie mich meine Worte sehr sorgfältig wählen", sagt Biden auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Washington. "Ich bin bereit, mit Herrn Putin zu sprechen, wenn er tatsächlich ein Interesse daran zeigt, einen Weg zur Beendigung des Krieges zu finden. Das hat er noch nicht getan." Er werde jedoch nicht im Alleingang mit Putin sprechen, sondern nur in Absprache mit den NATO-Verbündeten. Er werde nichts tun, was den Interessen der Ukraine schade. Bidens Staatsgast Emmanuel Macron erklärt, er werde weiterhin mit dem russischen Präsidenten im Gespräch bleiben, um eine Eskalation zu verhindern und um konkrete Ziele, zum Beispiel beim Schutz von Atomkraftwerken, zu erreichen.

+++ 00:17 Selenskyj will Einfluss des Moskauer Patriarchats in Ukraine beenden +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will den Einfluss der russisch-orthodoxen Kirche auf das geistliche Leben in seinem Land stoppen. Die Ukraine müsse ihre Unabhängigkeit auch auf religiösem Gebiet verteidigen, sagt er in seiner abendlichen Videobotschaft. "Wir werden niemals irgendjemandem erlauben, ein Imperium innerhalb der ukrainischen Seele zu bilden." Das Moskauer Patriarchat der russisch-orthodoxen Kirche hat traditionell starken Einfluss in der Ukraine und beansprucht dort zahlreiche Heiligtümer. Selenskyj kündigt deshalb ein Gesetz an, das religiösen Organisationen Verbindungen zu Einflusszentren in der Russischen Föderation verbieten soll. Zudem solle die Leitung der ukrainisch-orthodoxen Kirche durch eine religiöse Expertise auf Verbindungen zum Moskauer Patriarchat überprüft werden.

+++ 23:08 Italiens Kabinett macht Weg für weitere Waffenlieferungen frei +++
Italiens neue Regierung verlängert Insidern zufolge per Kabinettsbeschluss die bisherige Grundlage für Waffenlieferungen an die Ukraine. Das Dekret erlaubt Lieferungen für das ganze kommende Jahr, ohne jedes Mal einzeln das Parlament befragen zu müssen. Dieses muss innerhalb von zwei Monaten den Kabinettsbeschluss bestätigen. Das bisherige Dekret läuft Ende des Jahres aus. In der Koalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sind die Waffenlieferungen umstritten. Meloni hatte ihren pro-ukrainischen Kurs im Wahlkampf immer wieder betont, während ihre Koalitionspartner Silvio Berlusconi und Matteo Salvini gute Beziehungen in den Kreml pflegen.

+++ 22:11 Kiew meldet zwischen 10.000 und 13.000 getötete ukrainische Soldaten +++
Nach Angaben der Regierung in Kiew wurden im Krieg in der Ukraine bislang zwischen 10.000 und 13.000 ukrainische Soldaten getötet. Diese Zahl gibt der Regierungsberater Mychailo Podolyak im ukrainischen Fernsehen bekannt. Zur genauen Zahl der Gefallenen gibt es keine verlässlichen Angaben, sowohl für die ukrainische als auch die russische Seite.

Die früheren Entwicklungen im Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, ghö/ino/rts/AFP/dpa

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