Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 22:19 Selenskyj: "Kein Platz für russische Sportler" +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßt bei einem Treffen mit IOC-Präsident Thomas Bach in Kiew den Ausschluss russischer und belarussischer Sportler aus vielen Turnieren. "Man darf nicht zulassen, dass ein Terrorstaat den Sport nutzt, um seine politischen Interessen und Propaganda zu fördern", sagt Selenskyj einer Mitteilung zufolge. Er sei Bach für seine "unerschütterliche Position" bei diesem Thema dankbar. "Während Russland versucht, das ukrainische Volk zu zerstören und andere Länder Europas zu erobern, haben seine Vertreter keinen Platz in der Sportgemeinschaft der Welt", betont Selenskyj.

+++ 21:50 Verbündete der Ukraine beraten in Lugano +++
Delegationen aus fast 40 Ländern beraten am Montag und Dienstag im schweizerischen Lugano über den Wiederaufbau der Ukraine. Bei der Konferenz soll eine Art Marshall-Plan für das vom Krieg gebeutelte Land entworfen werden. Das Treffen soll unter anderem der Regierung in Kiew die Möglichkeit geben, ihren Aufbauplan vorzustellen und diesen mit den Verbündeten zu diskutieren. Für die Ukraine nimmt Regierungschef Denys Schmyhal teil, der in Begleitung von Außenminister Dmytro Kuleba nach Lugano reist. Präsident Wolodymyr Selenskyj wird nur virtuell zugeschaltet. Außerdem werden hochrangige Delegationen aus 37 weiteren Ländern, Vertreter von 14 internationalen Organisationen sowie hunderte Wirtschaftsvertreter und Repräsentanten der Zivilgesellschaft erwartet.

+++ 21:09 Ukraine macht G20-Teilnahme von Kriegsverlauf abhängig +++
Nimmt die Ukraine am G20-Gipfel im November in Indonesien teil? Kiew macht will die Entscheidung von der Situation im Land und von Kriegsgegner Russland abhängig machen. "Unsere Teilnahme hängt von der Russischen Föderation ab, ob sie dort anwesend sein wird", sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj der Agentur Interfax-Ukraine zufolge. "Ich habe dem indonesischen Präsidenten gesagt, dass wir für die Einladung dankbar sind, aber wir haben eine Sicherheitslage." Er habe Zweifel, ob viele Staaten am Gipfel teilnehmen werden, falls Vertreter Russlands dort hinfahren, sagt Selenskyj.

+++ 20:34 Ukrainische Partisanen drohen Kollaborateuren in Melitopol +++
Nach Angaben des in Warschau ansässigen Medienprojektes Nexta sind in der ukrainischen Stadt Melitopol Steckbriefe mutmaßlicher Kollaborateure aufgetaucht. Laut Nexta stecken ukrainische Partisanen hinter der Aktion. Zuletzt wurden rund um Melitopol vermehrt Partisanenaktivitäten und Anschläge auf prorussische Beamte gemeldet.

+++ 19:53 Scholz: Putin wird Krieg noch lange fortsetzen können +++
Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Entscheidung für den Angriffskrieg gegen die Ukraine nach Ansicht von Bundeskanzler Olaf Scholz mit deutlichem Vorlauf getroffen. "Ich denke, die Entscheidung für diesen Krieg wurde ein Jahr vor seinem Beginn getroffen, oder möglicherweise schon früher", sagt er in einem Interview des US-Senders CBS. "Und so wird er den Krieg noch sehr lange fortsetzen können", sagt Scholz. Der Kanzler gesteht auch ein, dass es falsch war, sich in der Vergangenheit einseitig abhängig von russischer Energie zu machen. "Wir hätten also in ganz Europa in eine Infrastruktur investieren sollen, die uns die Möglichkeit gibt, das Angebot von einem Tag auf den anderen zu ändern", so Scholz. Das sei eine Lektion, die man in Europa nun gelernt habe.

+++ 19:15 Ukrainische Armee gibt Lyssytschansk auf +++
Die ukrainische Armee zieht sich nach eigenen Angaben aus der umkämpften Stadt Lyssytschansk zurück. "Um das Leben der ukrainischen Verteidiger zu schützen, wurde die Entscheidung getroffen, sich zurückzuziehen", teilt der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte in einer Erklärung mit. Lyssytschansk war bisher die letzte große ukrainische Bastion in der Region Luhansk. Russland hatte zuvor mitgeteilt, die Stadt vollständig erobert zu haben.

+++ 18:31 Ukraine: Türkei stoppt russischen Getreide-Frachter +++
Die Türkei setzt laut Kiew ein unter russischer Flagge fahrendes Schiff mit ukrainischem Getreide fest. Die türkischen Behörden kooperieren umfassend mit der ukrainischen Seite, teilt der ukrainische Botschafter in der Türkei, Wassyl Bodnar, auf Twitter mit. Reuters-Reporter sahen, wie der Frachter "Zhibek Zholy" rund einen Kilometer vor dem türkischen Hafen von Karasu vor Anker ging. Bodnar schreibt, die Behörden wollen am Montag über ihr Vorgehen entscheiden. Die Ukraine vermutet, dass Russland gestohlenes Getreide illegal exportiert. Das Schiff hatte nach Angaben eines Vertreters des ukrainisches Außenministeriums den russisch besetzten Hafen von Berdjansk mit 4500 Tonnen Getreide an Bord verlassen.

+++ 17:59 Israelisches Gericht hebt Einreisebeschränkungen für Ukrainer auf +++
Israels Höchstes Gericht hebt Einreisebeschränkungen für Menschen aus der Ukraine auf. Ein Abkommen beider Länder über Visumfreiheit gelte auch während des Kriegs in der Ukraine, teilt das Gericht mit. Demnach könnten Ukrainer für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten ohne Visumspflicht nach Israel einreisen. Das Gericht hebt damit eine Entscheidung der Innenministerin Ajelet Schaked auf. Diese hatte die Zahl der ukrainischen Kriegsflüchtlinge, die mit einem Visum nach Israel einreisen dürfen, auf 5000 beschränkt.

+++ 17:24 Moskau holt 70 Diplomaten aus Bulgarien zurück +++
70 russische Diplomaten und andere Beschäftigte, die in Bulgarien ausgewiesen wurden, befinden sich momentan auf dem Weg zurück in die Heimat. Zusammen mit ihren Familien verlassen die Russen in zwei Sonderflugzeugen die Hauptstadt Sofia. Sie waren am Dienstag vom bulgarischen Außenministerium zu "unerwünschten Personen" erklärt worden. Russland droht deshalb damit, seine Botschaft in Sofia komplett zu schließen, was innerhalb der Europäischen Union einmalig wäre.

+++ 16:50 Mindestens sechs Tote bei Angriff auf Slowjansk +++
Bei einem russischen Angriff auf Slowjansk in der Region Donezk sind nach Behördenangaben mindestens sechs Menschen getötet worden. Zudem seien 15 Menschen verletzt worden, teilt eine Sprecherin der Regionalverwaltung mit. Bürgermeister Wadym Liach spricht seinerseits von "vielen Toten und Verletzten". Die Stadt sei mit Mehrfachraketenwerfern beschossen worden, sagt der Bürgermeister auf Facebook. Es seien die heftigsten Angriffe "seit langem" gewesen. Es gebe 15 Brände. Slowjansk gilt als nächstes mögliches Ziel russischer Truppen auf ihrem Vormarsch im Donbass.

+++ 16:06 Scholz: Ukraine erhält die für den Kampf nötigen Waffen +++
Die Ukraine erhält nach Angaben von Bundeskanzler Olaf Scholz die für den Kampf gegen Russland nötigen Waffen. Man liefere das, "was in der gegenwärtigen Auseinandersetzung notwendig ist", sagt Scholz in der ARD. "Wir werden die Ukraine so lange unterstützen, wie das erforderlich ist", fügt er hinzu. Eine von Russland geforderte bedingungslose Kapitulation sei ebenso wenig akzeptabel wie ein Diktatfrieden.

+++ 15:44 Beschuss, Tote, Ruinen - ntv-Reporterin begleitet Feuerwehr in der Region Donezk +++
Die ukrainische Feuerwehr ist in den Kriegsgebieten unglaublichen Belastungen ausgesetzt. Ständiger Artilleriebeschuss bedroht die Einsatzkräfte und tötet Menschen im Schlaf, bevor die Retter zu ihnen kommen können. ntv-Reporterin Kavita Sharma berichtet.

+++ 15:08 Kreml wirft Westen Kriegstreiberei vor +++
Russland wirft dem Westen vor, Friedensverhandlungen mit der Ukraine zu verhindern und den Krieg damit in die Länge zu ziehen. "Jetzt ist der Moment, wo die westlichen Länder alles auf eine Fortsetzung des Kriegs setzen", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow im Staatsfernsehen. Unter Führung der USA erlaube der Westen den Ukrainern "weder an Frieden zu denken noch darüber zu reden oder ihn zu besprechen". Damit reagiert Peskow auf Äußerungen westlicher Politiker, die Ukraine nicht zu Verhandlungen drängen zu wollen. Derzeit gebe es offenbar keinen Bedarf an einer Befriedung der Lage, mutmaßt der Sprecher von Präsident Wladimir Putin.

+++ 14:29 Steinmeier: Ukraine nicht an Verhandlungstisch drängen +++
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht sich dagegen aus, die Ukraine zu Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskrieges zu drängen. Steinmeier sagt im ZDF: "Die Ukraine muss ihre Souveränität, muss ihre territoriale Integrität, muss ihre Unabhängigkeit wiedergewinnen." Offen sei die Frage, wie dieser Krieg und das Blutvergießen beendet werden können. Derzeit sehe es so aus, dass die Entscheidung auf dem Schlachtfeld gesucht werde. Die Erfahrung zeige aber, dass jeder Krieg am Ende am Verhandlungstisch beendet werde. Die Schlussfolgerung daraus sei: "Wir müssen die Ukraine in eine Lage versetzen, in der sie etwas zu verhandeln hat, indem wir sie stark machen, bevor Verhandlungen beginnen."

+++ 13:54 Tschechien: Unsere Kampfjets schützen ab September Slowakei +++
Tschechische Kampfjets sollen ab September den Luftraum der benachbarten Slowakei bewachen. "Ich sehe da kein Problem, die Regierung wird das sicher genehmigen", sagt Ministerpräsident Petr Fiala in einer Fernsehdebatte mit seinem slowakischen Amtskollegen Eduard Heger. Die Slowakei hatte zuvor ihre NATO-Verbündeten darum gebeten, ihren Luftraum zu schützen, da die eigenen in Russland hergestellten MiG-29-Kampfjets der Ukraine überlassen werden sollen. Die Slowakei hat 2018 mehrere F-16-Kampfjets bei den Vereinigten Staaten bestellt. Die ersten dieser Flugzeuge könnten noch in diesem Jahr eintreffen.

+++ 13:38 Linken-Politikerin Lötzsch: Waffenruhe in Ukraine würde Inflation senken +++
Nach Ansicht der Vize-Vorsitzenden der Linken-Bundestagsfraktion, Gesine Lötzsch, wäre eine "schnelle Waffenruhe" in der Ukraine zugleich die Lösung für das Problem der aktuell hohen Inflation in Deutschland. "Die Hauptursache für die explodierende Inflation ist der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Eine schnelle Waffenruhe würde die Inflation dämpfen", sagte Lötzsch den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die von Kanzler Olaf Scholz geplante konzertierte Aktion sei dagegen die "falsche Antwort" auf diese Krise. Scholz empfängt am Montag Vertreter von Arbeitgebern, Gewerkschaften und der Bundesbank im Kanzleramt, um über Maßnahmen gegen die hohe Inflation zu beraten.

+++ 13:16 Ukraine bestreitet russische Berichte über Fall von Lyssytschansk +++
Die Ukraine widerspricht russischen Angaben, wonach die Stadt Lyssytschansk im Osten des Landes von Russland erobert worden sei. Die Stadt stehe nicht unter vollständiger russischer Kontrolle, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kiew dem britischen Sender BBC. Die Situation sei seit einiger Zeit jedoch "sehr intensiv", russische Truppen griffen die Stadt permanent an.

+++ 13:10 Scholz: Sicherheitsgarantien für Ukraine nicht im Rahmen von NATO-Beistand +++
Kanzler Olaf Scholz verspricht der Ukraine erneut Sicherheitsgarantien für die Zeit nach dem Krieg mit Russland. Diese würden aber unterhalb einer NATO-Beistandsgarantie sein, sagt der SPD-Politiker in der ARD. Die Ukraine gehört nicht der NATO an. Details stimme man derzeit mit den Partnern und der Ukraine ab, sagt Scholz. Dazu gehöre aber sicher, Sanktionen auch wieder in Kraft zu setzen. Er habe Russlands Präsident Wladimir Putin gesagt, dass dieser ohnehin nicht mit einer Aufhebung der Sanktionen rechnen könne, sollte er weiter einen Diktatfrieden nach dem Angriff auf die Ukraine anstreben. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 13:03 Scholz verteidigt geplante Gas-Vereinbarung mit Katar +++
Bundeskanzler Olaf Scholz verteidigt die angepeilte Gas-Lieferverträge mit Katar. Es sei richtig, mit dem Golfstaat entsprechende Verhandlungen zu führen, sagt er in der ARD. "Wenn wir uns diversifizieren wollen, brauchen wir viele Lieferanten - auch dieses Land", fügt der SPD-Politiker mit Blick auf den geplanten Ausstieg aus russischen Gaslieferungen hinzu. Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte Gespräche in Katar geführt. Das Emirat ist einer der weltweit größten LNG-Produzenten. Dem Staat am Persischen Golf werden Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

+++ 12:44 Experte: "In sechs Wochen könnte sich Front schneller bewegen" - zuungunsten der Ukraine +++
Der Kampf um die Großstadt Lyssytschansk scheint entschieden - doch was bedeutet das für den weiteren Kriegsverlauf? Politikexperte Markus Kaim spricht von einem derzeit noch vorherrschenden "Abnutzungskrieg". Doch dieser dürfte sich zuungunsten der Ukraine wandel, so der Experte gegenüber n-tv. "In vier, sechs Wochen könnte sich die Front schneller bewegen, als das im Moment erscheint."

+++ 12:32 Moskau wirft Kiew Raketenbeschuss von russischer Grenzstadt vor +++
Die Regierung in Moskau wirft der Ukraine vor, die russische Grenzstadt Belgorod mit Raketen angegriffen zu haben. Die russische Raketenabwehr habe "drei von ukrainischen Nationalisten auf Belgorod abgefeuerte Raketen" abgefangen, erklärt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau. "Nach der Zerstörung der ukrainischen Raketen fielen Trümmer von einer von ihnen auf ein Haus." Die Zahl der Todesopfer soll unterdessen auf vier gestiegen sein, meldete der Gouverneur der Region. Vier weitere Menschen seien verletzt worden.

+++ 12:10 Russland meldet vollständige Kontrolle über Gebiet Luhansk +++
Die gesamte ostukrainische Region Luhansk ist nach Darstellung des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu "befreit" worden. Dies habe Schoigu dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mitgeteilt, geht aus einer Mitteilung seines Ministeriums hervor. Von ukrainischer Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

+++ 11:54 Moskau: Haben Lyssytschansk eingenommen +++
Russische Truppen und die mit ihnen verbündeten ukrainischen Separatisten nehmen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau die strategisch wichtige ostukrainische Stadt Lyssytschansk vollständig ein. Das meldet die Nachrichtenagentur TASS. Lyssytschansk war bisher die letzte große ukrainische Bastion in der Region Luhansk, die zusammen mit Donezk den Donbass bildet.

+++ 11:37 Emmerich: "Russland rückt Minimalziel näher" +++
Kiew bestätigt, dass russische Truppen in Lyssytschansk vorrücken. Ob sie bereits ins Stadtzentrum eingedrungen sind, ist unklar. Aus Sicht von ntv-Russlandexperte Dirk Emmerich wäre eine Eroberung von Lyssytschansk "das fehlende Puzzlestück" für Russland - es war die letzte Großstadt in der Region Luhansk. Moskau rücke damit seinem "Minimalzahl" näher. Außerdem ordnet Emmerich ein, wie ernst die Drohungen des russlandtreuen Machthabers von Belarus, Alexander Lukaschenko, gegen den Westen zu nehmen sind.

+++ 11:13 Moskau: Wohngebiete in russischen Städten wurden mit ballistischen Raketen angegriffen +++
Das russische Verteidigungsministerium wirft der Ukraine vor, in der Nacht Wohngebiete in den grenznahen russischen Städten Kursk und Belgorod mit ballistischen Raketen des Typs Totschka angegriffen zu haben. Das berichtet der Auslandsberichterstatter Oliver Carroll auf Twitter. Bei den Angriffen sei Streumunition eingesetzt worden, heißt es zudem aus Moskau. Der Gouverneur der Region Belgorod hatte zuvor auf Telegram von "heftigen Explosionen" berichtet, bei denen mindestens drei Menschen getötet und vier weitere verletzt worden seien. Elf Wohngebäude und 39 Häuser seien beschädigt worden.

+++ 10:19 Angriff auf Melitopol bestätigt - Russische Militärverwaltung: Wohnhäuser beschädigt +++
Die russische Militärverwaltung der Stadt bestätigt mittlerweile den Angriff auf Melitopol. Ihren Angaben nach wurden mehrere Wohnhäuser durch den Beschuss mit Raketenwerfern beschädigt. Zudem sei ein Zug beschossen worden, der Lebensmittel von der Krim in die Stadt gebracht habe. Während die russischen Truppen nach Beginn ihrer Invasion Melitopol relativ schnell erobern konnten, gibt es in der zweitgrößten Stadt des Gebiets Saporischschja nach wie vor Widerstand gegen die russische Besetzung.

+++ 09:41 Jäger: "Gut möglich, dass Russland Doppelstrategie verfolgt" +++
Wie geht es weiter in der Ukraine und wie lange werden die Kämpfe noch andauern? Laut dem Politikwissenschaftler Thomas Jäger hängt das vor allem von der russischen Seite ab, sagt er im Gespräch mit n-tv. Ein Faktor sei, wie hoch Moskau die eigene Kampfkraft noch einschätzt. Zudem hält er mit Blick auf die Rolle von Belarus eine "Doppelstrategie" Putins für denkbar, so Jäger.

+++ 09:15 Besetztes Melitopol nach Attacke abgeriegelt - Bürgermeister: Zug mit Nachschub entgleist +++
Der ukrainische Bürgermeister von Melitopol, Iwan Fjodorow, nennt weitere Details zu der mutmaßlichen Attacke auf einen russischen Stützpunkt durch die Ukrainer: Laut Fjodorow wurden Militärgerät und mehrere Treibstofflager getroffen. Daher hielten die Explosionen auch Stunden nach den Angriffen noch an. Tatsächlich sind in den sozialen Netzwerken Bilder und Videos aufgetaucht, die Rauchwolken über der Stadt zeigen. Zugleich wurde bekannt, dass Ein- und Ausfahrt aus der Stadt gesperrt wurden. Nach Aussagen Fjodorows wurde zudem ein russischer Zug zum Entgleisen gebracht. Dieser habe Nachschub für die russischen Besatzer in die Stadt bringen sollen.

+++ 08:26 Exil-Bürgermeister: Ukraine beschießt russischen Stützpunkt im besetzten Melitopol +++
Aus der russisch-besetzten Stadt Melitopol im Süden der Ukraine werden ukrainische Angriffe gemeldet. Der im Exil lebende Bürgermeister, Iwan Fjodorow, teilt in einer auf seinem Telegram-Kanal verbreiteten Videoansprache mit, ukrainische Truppen hätten einen russischen Stützpunkt in der Stadt mehr als 30 Mal getroffen. Die russische Nachrichtenagentur RIA meldet, die Ukraine habe ein Gebiet beschossen, in dem sich der Flughafen von Melitopol befinde. Konkretere Angaben macht die Agentur nicht.

+++ 07:57 Kiew: Russische Truppen in Lyssytschansk eingerückt +++
Die russischen Truppen sind nach ukrainischen Angaben in Lyssytschansk eingerückt. "Im Raum Donezk konzentrieren sich die Okkupanten darauf, ihre Positionen in den Städten Lyssytschansk und Werchnjokamjanka zu festigen", teilt der ukrainische Generalstab mit. Auch der ukrainische Militärgouverneur von Luhansk, Serhij Hajdaj, bestätigt auf seinem Telegram-Kanal, dass die Russen weiter vorgerückt "und im Bezirk Lyssytschansk Fuß gefasst" hätten. Unklar ist noch, ob ukrainische Einheiten in der Stadt sind.

+++ 06:21 Gouverneur: Explosionen in Belgorod fordern drei Todesopfer - Kind unter Verletzten +++
Bei den Explosionen in der russischen Stadt Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine sind nach Angaben des Gouverneurs der Region drei Menschen ums Leben gekommen. Das schreibt Wjatscheslaw Gladkow laut Agentur TASS auf Telegram. Vier weitere Menschen seien verletzt worden, darunter ein zehnjähriges Kind. Darüber hinaus seien 50 Häuser beschädigt worden. Die Ursachen des Vorfalls würden untersucht, das Luftabwehrsystem werde voraussichtlich aktiviert.

+++ 05:54 DGB-Chefin fordert Energiepreis-Deckel - "Grundbedarf" festlegen +++
Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi, wirbt für eine Deckelung der im Zuge des Ukraine-Krieges explodierenden Energiepreise. Zur Ausgestaltung sagt sie der "Bild"-Zeitung: "Für jeden Erwachsenen und jedes Kind wird ein Grundbedarf für Strom und Gas festgelegt. Für diese Menge an Kilowattstunden gibt es eine Preisgarantie." Mehr verbrauchte Energie müsse bezahlt werden. "Das wäre nicht nur ein wirklich wirksamer Anreiz zum Energiesparen, sondern auch eine deutliche Entlastung vor allem für Haushalte mit kleinem Einkommen." Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 04:37 Russland berichtet von Explosionen in Belgorod +++
Nach russischen Angaben führen Explosionen in der russischen Stadt Belgorod nahe der ukrainischen Grenze zu einem Brand in einem Wohnhaus. "Die Gründe für den Vorfall werden derzeit untersucht", schreibt der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, auf der Nachrichten-App Telegram. "Vermutlich hat das Luftabwehrsystem funktioniert." Drei Verletzte seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Behörden südrussischer Regionen haben in der Vergangenheit wiederholt Vorfälle gemeldet, bei denen es sich nach ihrer Darstellung um Angriffe aus der Ukraine gehandelt haben soll.

+++ 03:36 EVP-Chef Weber fordert EU-Sondergipfel zu Gas-Notfallversorgung +++
Der Partei- und Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, hat wegen der russischen Drosselung der Gaslieferungen einen EU-Sondergipfel gefordert. Bei dem Treffen sollten die Staats- und Regierungschefs eine europaweite Notfallversorgung im Herbst und Winter vorbereiten, sagte der CSU-Politiker dem "Tagesspiegel". Der Gipfel solle verbindliche Maßnahmen für eine gerechte Gasverteilung" beschließen. Die EU brauche einen "verbindlichen Mechanismus, dass die europäischen Gasspeicher gemeinsam bewirtschaftet werden", sagte Weber. Zudem werde eine Einkaufsgemeinschaft für Gas gebraucht.

+++ 01:39 Bundesnetzagentur: Ungleiche Gasversorgung hätte schwerwiegende Folgen +++
Eine ungleiche Gasversorgung in Deutschland hätte dem Präsidenten der Bundesnetzagentur zufolge weitreichende Folgen. "In dem Moment, in dem der Druck im Gasnetz in einer Region unter ein gewisses Mindestmaß fallen würde, würde auf einen Schlag in Hunderttausenden Gasthermen die Sicherung einspringen", sagte Klaus Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die müsste händisch von geschulten Fachkräften wieder freigeschaltet werden, wenn wieder Gas in der Region verfügbar wäre." Ein solches Szenario könne niemand wollen, "weil es sehr lange dauern würde, die Gasversorgung wiederherzustellen.

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+++ 22:45 Selenskyj: Brauchen "kolossale Investionen" für Wiederaufbau +++
Angesichts der massiven Zerstörungen in der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj nach mehr als vier Monaten Krieg internationale Hilfe beim Wiederaufbau seines Landes gefordert. "Es ist notwendig, nicht nur alles zu reparieren, was die Besatzer zerstört haben, sondern auch eine neue Grundlage für unser Leben zu schaffen: sicher, modern, komfortabel, barrierefrei", sagte er in einer Ansprache in der Nacht. Dies erfordere "kolossale Investitionen, Milliarden, neue Technologien, bewährte Verfahren, neue Institutionen und natürlich Reformen". Der ukrainische Staatschef verwies in diesem Zusammenhang auch auf ein Treffen von 40 potenziellen Geberländern an diesem Montag im schweizerischen Lugano. Die ukrainische Regierung will bei der Veranstaltung erstmals ihre Prioritäten für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes vorstellen.

+++ 21:39 Lukaschenko droht dem Westen: Haben eure Hauptstädte im Visier +++
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko droht dem Westen. Sollte es einen Angriff auf Belarus geben, werde sein Land sofort reagieren, sagt Lukaschenko der staatlichen Nachrichtenagentur Belta zufolge in einer Rede zum bevorstehenden Unabhängigkeitstag des Landes. "Vor weniger als einem Monat habe ich den Einheiten der Streitkräfte den Befehl gegeben, die - wie man jetzt sagen kann - Entscheidungszentren in ihren Hauptstädten ins Visier zu nehmen", sagt der 67-Jährige. Was genau er damit meint, erläutert er nicht. Er fügt hinzu: "Fassen Sie uns nicht an - und wir werden Sie nicht anfassen."

+++ 21:10 Ukrainische Soldaten beklagen systematischen Beschuss in Lyssytschansk +++
In Lyssytschansk eingesetzte ukrainische Soldaten sprechen von einem systematischen Beschuss von Gebäuden der Stadt durch russische Artillerie. "Die russische Taktik besteht momentan darin, jedes Gebäude zu beschießen, in dem wir uns befinden könnten. Wenn sie es zerstört haben, gehen sie zum nächsten über", sagt ein Soldat bei einer Rast mit mehreren Kameraden in der Stadt Konstjantyniwka westlich von Lyssytschansk. Die ukrainische Armee könne die Straße zur Versorgung von Lyssytschansk bisher trotz russischen Beschusses offenhalten.

+++ 20:26 Habeck hält Preisexplosion bei einigen Stadtwerken für möglich +++
Ein Ausbleiben von russischem Nord-Stream-Gas könnte nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck eine Preisexplosion bei einigen Stadtwerken zur Folge haben. Es gebe aber auch noch andere Möglichkeiten, sagt Habeck bei einer Veranstaltung der Wochenzeitung "Die Zeit" in Hamburg. Private Verbraucherinnen und Verbraucher seien auch im äußersten Fall gesetzlich geschützt davor, vom Gas abgedreht zu werden. Am 11. Juli beginnen jährliche Wartungsarbeiten von Nord Stream, die in der Regel zehn Tage dauern. Dann fließt kein Gas durch Nord Stream 1. Die große Sorge ist, dass Russland nach der Wartung den Gashahn nicht wieder aufdreht.

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Kriegs können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, ysc/jpe/dpa/rts/AFP

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