Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 23:33 Selenskyj an Russen: Wer schweigt, macht sich mitschuldig am Krieg +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ruft die Bevölkerung Russlands auf, ihre Stimme gegen den Krieg zu erheben. "Das Böse findet in einem solchen Maßstab statt, dass Schweigen einer Mitschuld gleichkommt", sagt er in seiner allabendlichen Videoansprache am Sonntag. "Wenn Sie die russische Staatsbürgerschaft haben und schweigen, bedeutet dies, dass Sie nicht kämpfen, was bedeutet, dass Sie das unterstützen", so Selenskyj.

+++ 22:10 Scholz bricht zu Besuchen in Norwegen und Schweden auf +++
Bundeskanzler Olaf Scholz bricht am Montag zu einer zweitägigen Reise in die skandinavischen Königreiche Norwegen und Schweden auf. In Norwegens Hauptstadt Oslo will der Kanzler am Montag am Treffen der Nordischen Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten teilnehmen und bilaterale Gespräche mit Regierungschef Jonas Gahr Störe führen. Thematisch soll es unter anderem um die Sicherheit Nordeuropas nach dem russischen Überfall auf die Ukraine und um Energiefragen gehen.

+++ 21:31 Lettland will Gebrauch der russischen Sprache eingrenzen +++
Die lettische Regierung arbeite derzeit an einem Gesetz zur Einschränkung der Zweisprachigkeit, das den Gebrauch der russischen Sprache am Arbeitsplatz und an öffentlichen Orten einschränken würde, erklärt Justizminister Janis Bordans gegenüber dem Nachrichtenportal Delfi. Er sagt, das Gesetz könnte auf ein Sprachenreferendum vom Februar 2012 zurückgehen, bei dem 74,8 Prozent der Wähler gegen Russisch als zweite Staatssprache stimmten. Während das Referendum den Wunsch der Einwohner nach Lettisch als alleiniger Staatssprache bestätigte, weist der Minister darauf hin, dass "die langfristigen Folgen der Russifizierung in der Praxis so aussehen, dass sich die gleichzeitige Verwendung von Lettisch und Russisch in der Alltagskommunikation, an Dienstorten und Arbeitsplätzen verfestigt hat". Das solle mit dem neuen Gesetz geändert werden.

+++ 20:48 42 Staaten fordern russischen Abzug aus AKW Saporischschja +++
Den sofortigen Abzug russischer Truppen aus dem besetzten Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine fordern 42 Staaten und die EU in einer Erklärung in Wien. "Die Stationierung von russischen Militärs und Waffen in der Atomanlage ist inakzeptabel", heißt es dort. Russland verletze die Sicherheitsprinzipien, auf die sich alle Mitgliedsländer der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) verpflichtet hätten. Die Kontrolle über das AKW müsse den befugten ukrainischen Behörden übergeben werden. Dann könnten Experten der IAEA ihre Aufsichtspflicht über die Arbeit der Ukrainer wahrnehmen. Russland müsse vollständig aus der Ukraine abziehen und den "durch nichts provozierten oder gerechtfertigten Angriffskrieg" gegen das Nachbarland beenden. Die Forderung wurde im Namen der EU und aller ihrer Mitgliedsländer erhoben. Zudem unterzeichneten die USA, Großbritannien, Norwegen, Australien, Japan, Neuseeland und andere Länder.

+++ 19:56 Bürgermeister: Gefahr einer Atomkatastrophe in Saporischschja wächst jeden Tag +++
Die Lage rund um das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja wird nach Angaben des örtlichen Bürgermeisters immer brenzliger. Das Risiko einer atomaren Katastrophe im größten Kernkraftwerk Europas "wächst jeden Tag", sagt der Bürgermeister von Enerhodar, wo sich das AKW befindet. Die russische Armee beschieße "die Infrastruktur, die den sicheren Betrieb des Kraftwerks sicherstellt", fügt Dmytro Orlow hinzu. Die russische Armee hält das Atomkraftwerk im Südosten der Ukraine seit März besetzt, in den vergangenen Tagen wurde es wiederholt beschossen. Kiew und Moskau machen sich gegenseitig für die Angriffe verantwortlich.

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+++ 19:22 Bürger im Oblast Cherson sollen sich in Sicherheit bringen +++
Ukrainische Behörden fordern die bislang noch verbliebenen Bürger im Oblast Cherson auf, die Region zu verlassen. Es stünde ein schwieriger Winter bevor, sagt Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk.

+++ 18:37 Russische Kommandeure sollen Cherson verlassen haben +++
Der ukrainische Gouverneur der Region Mykolajiw, Vitaliy Kim, soll gemeldet haben, dass russische Kommandeure ihre Kommandoposten am rechten Dnipro-Ufer verlassen und sich auf das linke Ufer des Flusses zurückgezogen hätten. Das berichtet unter anderem das ukrainische Nachrichtenportal "Kyiv Independent". Am rechten Ufer des Dnipro liegt die Großstadt Cherson, das Verwaltungszentrum der gleichnamigen Region. Cherson gilt als symbolisch und strategisch wichtige Stadt, Russland hatte sie bereits in den ersten Kriegstagen erobert. Die Autobrücke des Staudamms Nowa Kachowka im Gebiet Cherson ist nach ukrainischen Angaben infolge mehrerer Angriffe nicht mehr befahrbar. Demnach gelang es der ukrainischen Armee, die letzte der drei einzigen Flussquerungen zu zerstören.

+++ 17:59 Von UN gecharteter Weizen-Frachter soll nach Afrika fahren +++
Nach Aufhebung der Blockade ukrainischer Getreidetransporte über See wird das erste von den Vereinten Nationen gecharterte Schiff mit Hilfslieferungen für Afrika in den kommenden Tagen in See stechen. Die Brave Commander lade derzeit in einem Hafen nahe Odessa 23.000 Tonnen Weizen, teilt ein UN-Vertreter mit. Ziel der Ladung sei Äthiopien. Nach UN-Angaben wird der Weizen dort dringend benötigt. Die Vereinten Nationen bemühten sich um kontinuierliche Lieferungen von Grundnahrungsmittel in die von Hungersnöten und steigenden Lebensmittelpreise bedrohten Länder der Region.

+++ 17:27 AKW Saporischschja: Russischer Diplomat sieht UN in der Pflicht +++
Im Ringen um die Sicherheit des beschossenen ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja sieht der russische Diplomat Michail Uljanow die Vereinten Nationen in der Pflicht. Aufgabe des UN-Sekretariats sei es, "grünes Licht zu geben für einen Besuch des AKW von Experten und Expertinnen der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA), sagt Uljanow in einem Interview mit der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Der Diplomat vertritt Russland in Wien bei den internationalen Organisationen. Die IAEA könne sich dann selbst um die "Modalitäten der Reise in die Unruheregion" kümmern, sagte Uljanow.

+++ 17:04 Russische Raketen- und Artillerieangriffe in der Ostukraine +++
Bei neuen Raketen- und Artillerieangriffen im Osten der Ukraine beschießt Russland nach eigenen Angaben Ziele in Dutzenden Ortschaften. Die Attacken konzentrieren sich auf die Region Donezk, im benachbarten Gebiet Charkiw sei die Ortschaft Udy eingenommen worden, teilt das russische Verteidigungsministerium mit. Überprüfbar sind die Angaben von unabhängiger Seite nicht. Der ukrainische Generalstab in Kiew berichtet ebenfalls von massiven Angriffen im Osten und im Süden des Landes. Im Gebiet Donezk sei ein Versuch des Feindes, die Verteidigungslinie nach Slowjansk zu durchbrechen, abgewehrt worden. Die Lage sei weitgehend unverändert, heißt es in Kiew. Das russische Militär teilt mit, bei Slowjansk ein Treibstofflager in Brand gesetzt und zerstört zu haben.

+++ 16:31 Indien bricht wohl US-Öl-Sanktionen gegen Russland +++
Ein russischer Tanker habe auf offener See Öl an ein indisches Schiff übergeben, was dann in Indien verarbeitet und anschließend in die USA exportiert worden sei. Diesen Vorwurf erhebt laut Reuters der Vizegouverneur der Reserve Bank of India, Michael Patra. Das US-Finanzministerium habe Patra darauf aufmerksam gemacht. Die US-Sanktionen gegen Russland verbieten die Einfuhr von Energieerzeugnissen russischen Ursprungs in die Vereinigten Staaten - darunter Rohöl, raffinierte Brennstoffe, Destillate, Kohle und Gas.

+++ 16:09 Ostukrainer exhumieren Leichen für anständiges Begräbnis +++
Die Menschen in der ostukrainischen Stadt Rubischne haben damit begonnen, Leichen zu exhumieren, die auf dem Höhepunkt der Kämpfe eilig in Höfen vergraben wurden, um sie in Würde bestatten zu können. Rubischne gehört zur ukrainischen Region Luhansk. Anfang Juli hatten russische Truppen nach schweren Kämpfen die Stadt vollständig eingenommen. Die abtrünnige, von Russland unterstützte Volksrepublik Luhansk (LPR), einer der Stellvertreter Moskaus in der Ostukraine, koordiniert die Suche nach den Leichen. Anna Sorokina, eine Beamtin der LPR, sagt dem britischen "Guardian", ein Team habe bereits 104 Leichenteile exhumiert. "Es ist klar, dass Schrapnellwunden überwiegen, aber es gibt auch Schusswunden", sagt sie und schätzt, dass es insgesamt 500 inoffizielle Gräber in der Stadt gibt.

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(Foto: REUTERS)

+++ 15:45 Ein Mensch bei russischem Beschuss von Mykolajiw getötet +++
Bei einem Raketenbeschuss der ukrainischen Region Mykolajiw durch Russland am frühen Morgen ist nach Angaben des ukrainischen Rettungsdiensts ein Mensch getötet worden. Die Gegend liegt etwas nördlich der Stadt Cherson im Süden der Ukraine, die Russland besetzt hat. Die ukrainischen Truppen haben angekündigt, die Stadt zurückerobern zu wollen.

+++ 15:19 Erster ukrainischer Getreidefrachter erreicht Italien +++
Der erste Getreidefrachter aus der Ukraine erreicht die Küste Italiens. Das meldet das ukrainische Außenministerium auf Twitter und teilt ein Foto des Schiffes im Hafen von Ravenna.

+++ 14:55 Energietransporte sollen Vorrang im Bahnverkehr bekommen +++
Zur Sicherung der Energieversorgung in Deutschland sollen im Schienenverkehr Transporte von Mineralöl, Gas, Kohle und Transformatoren vorübergehend Vorrang bekommen. Das sieht eine vom Bundeswirtschafts- und Bundesverkehrsministerium erarbeitete Rechtsverordnung vor. "Ziel ist es, den Betrieb von Kraftwerken, Raffinerien, Stromnetzen sowie von weiteren lebenswichtigen Betrieben sicherzustellen", heißt es in einem Papier beider Ministerien. Die Eingriffe in den Schienenverkehr sollen dabei so gering wie möglich gehalten, Ausfälle oder Verspätungen im Personenverkehr weitestgehend vermieden werden. Die Rechtsverordnung, die nun innerhalb der Bundesregierung in die Ressortabstimmung geht, soll demnach auf sechs Monate befristet werden.

+++ 14:27 ntv-Reporter in Moskau: Immer mehr Großstädter sind den Krieg leid +++
Seit dem Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine berichtet Rainer Munz für ntv aus Russland. Sowohl in den Städten als auch in den ländlichen Gebieten spricht er mit Menschen und versucht, ein Stimmungsbild einzufangen. Sein Eindruck: Immer weniger Menschen in den russischen Großstädten sind weiterhin für den Krieg.

+++ 13:59 London: Russland will wichtige Autobahn einnehmen +++
Nach Einschätzung des britischen Geheimdienstes will Russland im Osten der Ukraine eine wichtige Verkehrsader aus dem Westen in die Region Donezk unter seine Kontrolle bringen. Der Donezker Vorort Pisky nahe des Donezker Flughafens sei derzeit schwer umkämpft, heißt es im jüngsten Lagebericht des britischen Verteidigungsministeriums unter Berufung auf den Geheimdienst. Die russischen Angriffe zielten mutmaßlich darauf ab, die Autobahn M04 - die wichtigste Verbindung nach Donezk aus westlicher Richtung - einzunehmen. Neben den Kämpfen in Donezk habe Moskau in der vergangenen Woche seine Truppen verstärkt im Süden der Ukraine zusammengezogen.

+++ 13:33 Ukraine drängt auf Evakuierung von Region Cherson +++
Die ukrainische Regierung drängt die Zivilbevölkerung in der besetzten Region Cherson, die Oblast zu verlassen. "Uns steht ein schwieriger Winter bevor", erklärte die stellvertretende Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk laut der Nachrichtenagentur Ukrinform mit Blick auf die anstehende Gegenoffensive der ukrainischen Streitkräfte im Süden des Landes. Nach Angaben der Regionalverwaltung haben bereits 50 Prozent der Bewohner Cherson verlassen.

+++ 13:13 Füllstand der Gasspeicher überschreitet 75-Prozent-Marke +++
Die deutschen Gasspeicher sind zu mehr als drei Viertel gefüllt. Nach den europäischen Gasspeicherbetreibern teilt auch das Bundeswirtschaftsministerium mit, beträgt der Speicherstand inzwischen 75,43 Prozent. Damit sei das Ziel einer Speicherfüllung von 75 Prozent im September bereits jetzt erreicht. Bis der Winter beginnt, soll der Füllstand weiter steigen: Vorgesehen ist, dass die Speicher zum 1. Oktober zu 85 Prozent und zum 1. November zu 95 Prozent gefüllt sind.

+++ 12:46 Moskau bestätigt Gespräche mit USA über Gefangenenaustausch +++
Russland bestätigt erstmals Gespräche mit den USA über einen Gefangenenaustausch, bei dem es auch um den berüchtigten russischen Waffenhändler Viktor Bout geht. Bout könnte gegen die in Russland inhaftierte US-Basketballerin Brittney Griner ausgetauscht werden, wie der Leiter der Nordamerika-Abteilung beim russischen Außenministerium, Alexander Datschjew, der staatlichen Nachrichtenagentur TASS sagte. "Die Diskussionen laufen über die Kanäle, die unser Präsident gewählt hat", fügte er hinzu.

+++ 12:24 Polen plant Einschränkungen bei Visa-Vergabe für Russen +++
Polen erwägt nach Vorbild von Estland und Lettland, die Regeln für die Visa-Vergabe für russische Staatsbürger einzuschränken. "Polen arbeitet an der Entwicklung eines Konzepts, das es ermöglicht, keine Visa für Russen zu erteilen", zitiert die Nachrichtenagentur PAP den polnischen Vize-Außenminister Piotr Wawrzyk. Die Entscheidung darüber werde in den kommenden Wochen fallen. Seinen Angaben zufolge gibt es allerdings Widerstand der "großen Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, Frankreich und die Niederlande".

+++ 11:41 Bericht: Russland setzt Freiwillige nach Vertragsende im Nirgendwo aus +++
Kämpfer der russischen Freiwilligen-Bataillone beschweren sich über den Umgang des Militärs mit ihnen. Wie Radio Free Europe/Radio Liberty in seiner russischen Ausgabe berichtet, haben sie für ihre Einsätze in der Ukraine unter anderem weniger Sold, Essen, Munition und Zigaretten erhalten als zugesagt. Für gefallene Kämpfer wurden demnach keine Beerdigungen organisiert. Kämpfer, die ihren Einsatz überlebt hätten und deren Vertrag mit dem Militär ausgelaufen sei, sollen auf dem Heimweg in abgelegenen Regionen Russlands ausgesetzt worden sein.

Die ausführliche Meldung zu den Berichten finden Sie hier.

+++ 11:21 Jäger: "Sanktionen ändern nichts an Lage in Saporischschja" +++

+++ 10:55 Noch zehn russische Flugzeuge nach Sperrung des Luftraums in Deutschland +++
Fünfeinhalb Monate nach Sperrung des EU-Luftraums für russische Flugzeuge stehen noch zehn Maschinen von russischen Eigentümern oder unter russischer Kontrolle auf deutschen Flugplätzen. Dies betrifft fünf verschiedene Flughäfen, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf das Bundesverkehrsministerium berichtet. "Da die Maschinen aufgrund des EU-Sanktionsregimes einem Start- und Flugverbot unterliegen, können sie durch den Eigentümer nicht genutzt und nicht an einen anderen Ort verbracht werden", teilt das Ministerium mit.

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+++ 10:33 ntv-Reporter: "Immer wieder fällt das Wort Tschernobyl" +++

+++ 09:52 London: Russland will Truppen in Südukraine verstärken +++
Das russische Militär will nach britischer Einschätzung seine Truppen im Süden der Ukraine verstärken. Dazu habe es sich in der vergangenen Woche wohl auf eine Umgruppierung von Einheiten fokussiert, teilt das Verteidigungsministerium in London in seinem täglichen Geheimdienstbericht auf Twitter mit. Gleichzeitig würde die von Russland unterstützten Separatisten im Osten weiterhin Angriffe in der Gegen um die Regionalhauptstadt Donezk starten. Hier liege der Vorort Pisky in der Nähe des Donezker Flughafens im Zentrum besonders schwerer Kämpfe. Andere Analysen mutmaßen, dass Russland im Osten der Ukraine bewusst schwere Kämpfe entfachen könnte, um ukrainische Armee zu Truppenverlegungen zu zwingen.

+++ 09:13 Kadyrow: Neue Freiwilligenkämpfer auf dem Weg in Donbass +++
Die russischen Truppen in der Ukraine erhalten anscheinend Unterstützung. Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow berichtet auf Telegram, dass eine Gruppe Freiwilliger auf dem Weg in den Donbass sei, um die militärische Spezialoperation zu unterstützen. Um wie viele Soldaten es sich handelt, sagt Kadyrow nicht. Westlichen Schätzungen zufolge könnte Russland bei seinem Angriff auf die Ukraine bereits bis zu 80.000 Soldaten verloren haben. Zuletzt gab es daher vermehrt Berichte, dass der Kreml freiwilligen Kämpfern mehrere Tausend Dollar anbietet, wenn sie in den Krieg ziehen.

+++ 08:39 Gouverneur: Nikopol nach Beschuss ohne Elektrizität +++
Die unweit des Kernkraftwerks Saporischschja liegende Kleinstadt Nikopol ist nach Angaben der lokalen Behörden ohne Strom. Russland habe in der Nacht 17 Wohngebäude, eine Schule, mehrere Geschäfte beschossen, berichtet der Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko, bei Telegram. Seinen Angaben zufolge wurden auf Stromleitungen zerstört, wodurch mehrere Tausend Menschen ohne Elektrizität seien. Nikopol liegt am Dnipro-Stausee am gegenüberliegenden Ufer des seit Tagen umkämpften Atomkraftwerks.

+++ 08:01 US-Denkfabrik: Russland womöglich vor Ablenkungsoffensive im Osten +++

Das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) hält eine neue russische Offensive im Donbass für möglich, um die ukrainische Gegenattacke im Süden des Landes zu bremsen. Die russische Armee habe ihre Angriffe bei Siwersk im Nordosten der Region Donezk Anfang August spürbar zurückgefahren, berichtet die Denkfabrik in ihrer jüngsten Analyse des Kriegsgeschehens. Seit 11. August würden nun aber wieder deutlich mehr Angriffe verzeichnet. "Das könnte zusammen mit den anhaltenden Attacken bei Bachmut ein Versuch sein, ukrainisches Material und Personal zur Verteidigung in den Donbass zu locken", schreiben die Militärexperten - mutmaßlich aus dem Süden, wo die ukrainischen Streitkräfte laut Einschätzung alle Voraussetzungen für eine wirksame Gegenoffensive geschaffen hätten. Eine Rolle für die neue Taktik könnte demnach auch spielen, dass Moskau von den Misserfolgen der vergangenen Tage ablenken wolle.

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+++ 07:29 Ukrainischer Innenminister erwartet deutliche Zunahme von Kriminalität +++
Die ukrainische Regierung erwartet in den kommenden Monaten eine deutliche Zunahme der Kriminalität. Das teilte Innenminister Denys Monastyrskyi am Rande einer Spendenveranstaltung mit, über die unter anderem die ukrainische Agentur UNIAN berichtet. Demnach werden vor allem mehr Verbrechen im Zusammenhang mit Schusswaffen erwartet, die seit dem russischen Angriff oftmals unkontrolliert im Land zirkulieren. Monastyrskyi teilte auch mit, dass sich die Kriminalitätsrate in den ersten sechs Kriegsmonaten in nahezu allen Bereichen halbiert habe: "Stattdessen ist eine völlig neue Kategorie von Verbrechen aufgetreten, das sind Kriegsverbrechen."

+++ 06:40 Ukraine erhält erste vier Zuzana-Haubitzen aus der Slowakei +++
Der Ukraine stehen weitere Artilleriegeschütze im Kampf gegen Russland zur Verfügung. Man habe die ersten vier von acht selbstfahrenden Haubitzen des Typs Zuzana 2 geliefert, teilte der slowakische Verteidigungsminister Jaroslav Nad auf Twitter mit. Die Slowakei trage damit zum Schutz unschuldiger ukrainischer Leben bei. Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow bedankte sich für die Lieferung: Die Zuzana sei das siebte NATO-Waffensystem dieser Art für die ukrainische Armee, schreibt er auf Twitter. "Die Zuazanas befinden sich in fantastischer Gesellschaft der M777, FH70, CAESARs, M109, Krabs und PzH 2000." Slowakische Medien berichten zudem, dass Bratislava bereits im September mehrere MiG-29-Kampfflugzeuge an die Ukraine übergeben könnte.

+++ 06:06 Selenskyj droht AKW-Besetzern: "Jeder Soldat ein besonderes Ziel" +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj droht russischen Soldaten im ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja und dessen Umgebung. "Jeder russische Soldat, der auf die Anlage schießt oder aus ihrer Deckung schießt, muss wissen, dass er ein besonderes Ziel für unsere Geheimagenten, für unsere Spezialkräfte, für unsere Armee wird", sagt Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache

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+++ 05:20 Ukraine meldet Zerstörung russischer Depots +++
Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben zwei russische Munitionsdepots im Süden des Landes zerstört. Zudem seien 15 russische Soldaten getötet sowie ein Panzer vom T-72 und vier Fahrzeuge zerstört worden.

+++ 00:37 Zehn russische Flugzeuge nach Luftraum-Sperrung noch in Deutschland +++
Fast ein halbes Jahr nach Sperrung des EU-Luftraums für Flugzeuge aus Russland stehen einem Medienbericht zufolge in Deutschland noch zehn Maschinen russischer Eigentümer oder unter russischer Kontrolle. Dies berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf das Bundesverkehrsministerium. "Da die Maschinen aufgrund des EU-Sanktionsregimes einem Start- und Flugverbot unterliegen, können sie durch den Eigentümer nicht genutzt und nicht an einen anderen Ort verbracht werden", wird das Ministerium zitiert. In Leipzig stehen demnach drei russische Maschinen des Typs Antonov AN-124, in Köln eine Bombardier BD-100-1A10 Challenger 300 und eine Boeing 737 sowie in Frankfurt-Hahn eine Boeing 747 auf dem Boden. Weitere vier Flugzeuge stehen demnach in Baden-Baden: eine Cessna 750 Citation X, zwei Embraer ERJ-135BJ Legacy 600 und eine Bombardier BD-700-1A10 Global Express XRS.

+++ 23:03 Selenskyj fordert Sanktionen gegen russische Atomindustrie +++
Angesichts der Kämpfe um das AKW Saporischschja in der Ukraine fordert Präsident Selenskyj den Westen zu Sanktionen gegen Russlands Atomindustrie auf. Die Strafmaßnahmen müssten die Nuklearindustrie des Aggressor-Staates treffen, sagt Selenskyj in einer Videoansprache. Russland benutze das Atomkraftwerk im Süden der Ukraine, um die Menschen in Angst zu versetzen sowie um die ukrainische Führung und die ganze Welt zu erpressen.

+++ 22:23 Erstes Ziel erreicht: Deutsche Gasspeicher zu 75 Prozent gefüllt +++
Trotz der seit Wochen deutlich reduzierten Liefermengen aus Russland sind die deutschen Gasspeicher wieder zu mehr als 75 Prozent gefüllt. Nach neuesten, vorläufigen Daten der europäischen Gasspeicherbetreiber lag der Füllstand am Samstagmorgen bei 75,43 Prozent. Damit wurde das erste Speicherziel einer neuen Verordnung mehr als zwei Wochen früher als vorgeschrieben erreicht. Die Verordnung sieht vor, dass die deutschen Speicher am 1. September zu mindestens 75 Prozent gefüllt sein müssen. Am 1. Oktober sollen es mindestens 85 Prozent und am 1. November mindestens 95 Prozent sein. Die Speicher gleichen Schwankungen beim Gasverbrauch aus und bilden damit eine Art Puffersystem für den Gasmarkt. Sollte weiterhin im gleichen Tempo wie zuletzt eingespeichert werden, dürfte die Marke von 85 Prozent aber schon vor dem 1. Oktober erreicht werden.

+++ 22:00 Macron ratifiziert NATO-Beitritt von Schweden und Finnland +++
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat das Ratifizierungsprotokoll für den Beitritt von Schweden und Finnland zur NATO unterzeichnet, wie der Élyséepalast in Paris mitteilt. Zuvor hatte das französische Parlament der Aufnahme der beiden nordischen Länder in die westliche Verteidigungsallianz zugestimmt. Schweden und Finnland sind länger schon Partner der NATO, hatten aber über Jahrzehnte hinweg auf eine Mitgliedschaft verzichtet. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar änderten sie ihren Kurs. Bevor die Beitrittsprotokolle in Kraft treten können, müssen sie von allen 30 NATO-Mitgliedstaaten ratifiziert werden. Deutschland und zahlreiche andere Staaten haben bereits ihre Zustimmung für die Norderweiterung gegeben. Der EU gehören Finnland und Schweden schon an.

+++ 21:39 Ukrainisches Militär: 20 Prozent der russischen Invasionstruppen zerstört +++
Laut Angaben des ukrainischen Militärs sind seit Kriegsbeginn 20 Prozent der Einheiten der russischen Invasionstruppen außer Gefecht gesetzt worden. Das schreibt das Verteidigungsministerium der Ukraine auf Twitter. "Ein Fünftel der Einheiten der russischen bewaffneten Streitkräfte, die in die Invasion in die Ukraine involviert sind, wurde zerstört", schreibt der ukrainische Oberbefehlshabers Walerij Saluschnyj. Auf gut 1300 Kilometern Frontlinie werde derzeit gekämpft, heißt es weiter. Zudem habe die Ukraine "dringenden Bedarf" an Verstärkung ihrer Artillerie, betont Saluschnyj.

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Krieges können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, hny/chr/jpe/dpa/rts/AFP

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