Grenzübergreifende Demonstration4000 gegen AKW Fessenheim
Der Protest gegen den französischen Uralt-Meiler in Fessenheim gewinnt wieder an Fahrt. Rund 4000 Menschen protestieren nahe des AKW für eine sofortige Stilllegung der Reaktoren. Das als pannenanfällig bekannte Kraftwerk sei durch Erdbeben oder Überschwemmungen gefährdet.
Knapp 4000 Menschen haben gegen das französische Atomkraftwerk Fessenheim am Oberrhein protestiert und seine sofortige Abschaltung gefordert. Auf Plakaten forderten die Demonstranten aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz das "Ende der nuklearen Ära". Viele der Atomkraftgegner kamen mit dem Fahrrad zu der Kundgebung und nahmen vorher an einem Picknick am Rheinufer teil, die Stimmung war größtenteils volksfestartig.
Umweltschützer auf beiden Seiten des Rheins verlangen seit Jahren die Schließung des pannenanfälligen ältesten französischen Atomkraftwerkes, das am Rheinkanal unmittelbar an der deutschen Grenze liegt. Nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima vor einem Monat fordern nun auch mehrere schweizerische Kantone die Stilllegung des AKW.
Die Atomkraftgegner verweisen auf das bekannte Erdbebenrisiko am Oberrhein sowie die Gefahr eines Deichbruchs beziehungsweise einer Überschwemmung am Rheinkanal. Der französische Stromriese und Kraftwerksbetreiber EDF hat für Reaktorblock Fessenheim 1 eine Verlängerung der Laufzeit um zehn Jahre beantragt. Eigentlich wollte die Atomaufsicht darüber im März entscheiden; nach dem Atomunfall in Japan wurde dies nun auf Juni verschoben.
Die beiden Druckwasserreaktoren von Fessenheim wurden 1977 und 1978 in Betrieb genommen. Kürzlich hatte sich abermals eine Panne ereignet. Es sei ein "Bedienungsfehler" gemacht worden, als der Reaktor 1 nach Wartungsarbeiten wieder hochgefahren werden sollte, teilte die Werksleitung mit. Die deutsche Umweltschutzorganisation BUND berichtete von erhöhter Strahlung, die an deutschen Messstellen östlich von Fessenheim gemessen worden sei.