Politik

Als Besatzer Freunde wurden 60 Jahre Luftbrücke

Zum 60. Jahrestag des Beginns der Berliner Luftbrücke sind auf dem Flughafen Tempelhof Veteranen der Hilfsaktion gelandet. An Bord einer modernen Transportmaschine der US Air Force kamen sieben frühere US-Soldaten in die Hauptstadt, um die in Frankfurt begonnene Feier zu dem Jubiläum in Berlin fortzusetzen. Der ursprünglich für den Flug vorgesehene "Rosinenbomber" vom Typ DC3 war wegen Motorproblemen nicht eingesetzt worden. In der Empfangshalle des Flughafens trafen die Amerikaner auf französische und britische Flieger, die ebenfalls auf Einladung des Alliiertenmuseums gekommen waren.

Unter den US-Veteranen war auch der berühmte "Candy-Bomber" Gail Halvorsen, der Berliner Kinder während der sowjetischen Blockade mit Süßigkeiten aus der Luft versorgt hatte. Er erinnerte sich an die Freudentänze, die Tempelhofer Jungen vollführten, als er mit dem typischen Flügelwackeln nach Tempelhof einflog. Der Präsident der US-Veteranenvereinigung, Earl Moore, zeigte sich begeistert über die Entwicklung der deutschen Hauptstadt: "Als ich das erste Mal hier landete, sah es aus wie im Irak." Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) würdigte die Leistungen der Piloten und Militärs als "logistische Meisterleistung und ein Meisterwerk der Solidarität".

Am Vormittag war mit Festakten in Wiesbaden und Frankfurt der Luftbrücke gedacht worden. Redner erinnerten an die "logistische Meisterleistung" der West-Alliierten, die während der sowjetischen Blockade mehr als zwei Millionen eingeschlossene West-Berliner elf Monate lang allein aus der Luft versorgt hatten. Hessens Ministerpräsident Roland Koch und Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (beide CDU) dankten den Piloten und den an der Luftbrücke beteiligten Regierungen. Die Blockade-Entscheidung der Russen habe wenige Jahre nach dem Krieg das starke Band der Freundschaft zwischen Deutschland und den USA begründet, erklärte Koch auf Englisch. Jung sagte: "Die Luftbrücke hat aus Feinden Freunde gemacht, aus Besatzern Helfer."

Die Sowjetunion hatte am 24. Juni 1948 mit einer Blockade aller Zugangswege nach Berlin begonnen, um die Alliierten von der Gründung eines westdeutschen Staates abzuhalten. Zwei Tage später startete die US-Armee die Luftbrücke und versorgte das von den Alliierten besetzte West-Berlin mit Propellermaschinen vom Typ Douglas DC-3, die als "Rosinenbomber" in die Geschichte eingingen. Bis zu 300 Flugzeuge waren täglich im Einsatz. Mit der Luftbrücke brachten die West-Alliierten vom 26. Juni 1948 bis zum 27. August 1949 - und damit weit über das Blockadeende am 12. Mai 1949 hinaus - mit rund 277.000 Flügen etwa 2,3 Millionen Tonnen lebenswichtiger Güter wie Lebensmittel, Kohle und Treibstoff nach Berlin.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema