Politik

Kranke Kassen AOK: Höhere Beitragssätze

Die Finanzmisere der Krankenkassen könnte schon bald zu höheren Beiträgen führen. Diese Meinung vertrat zumindest der AOK-Vorstandsvorsitzende Hans Jürgen Ahrens im InfoRadio Berlin-Brandenburg. "Ich glaube, dass der durchschnittliche Beitragssatz aller Kassen von 13,5 Prozent, wo er sich jetzt einpendelt, auf über 14 Prozent steigen wird", so Ahrens.

Die AOK Sachsen schloss dagegen Beitragserhöhungen bis zum Jahresende aus. Nach eigenen Angaben hat sie im ersten Halbjahr einen Einnahmen-Überschuss von 16,8 Mio. DM erzielt. Wie die Krankenkasse mitteilte, schwimmt die Sachsen-AOK damit gegen den Strom.

Erst Donnerstag hatte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) ein Defizit von etwa fünf Mrd. DM bei den gesetzlichen Kassen im ersten Halbjahr eingeräumt. Erhöhungen der Beitragssätze um 0,1 oder 0,2 Prozentpunkten in Folge des Defizits hatte sie für nicht verhinderbar gehalten. Union und FDP übten daraufhin scharfe Kritik an Schmidt.

Ahrens nahm die Gesundheitsministerin zum Teil in Schutz. Sie habe zwar einen Fehler gemacht, als sie das Arzneimittelbudget ohne die Vorlage von Alternativen aufgehoben habe. Dennoch wäre es zu einfach, ihr allein die Schuld für die Probleme im Gesundheitswesen zu geben. Er sah in der hohen Arbeitslosigkeit einen der Hauptgründe für die derzeitigen Finanzprobleme der Krankenkassen.

Quelle: ntv.de