Politik

Konservativer als Koizumi Abe neuer Regierungschef

Der Rechtskonservative Shinzo Abe ist neuer japanischer Regierungschef. Der 52-Jährige wurde wie erwartet vom maßgeblichen Unterhaus des Parlaments gewählt. Abe tritt die Nachfolge seines Mentors Junichiro Koizumi an.

Als jüngster Ministerpräsident der Nachkriegszeit und erster Regierungschef, der nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurde, will Abe die pazifistische Nachkriegsverfassung durch eine neue ersetzen, um dem Land wieder ein reguläres und flexibel einsetzbares Militär zu ermöglichen. Zudem strebt Abe, der als noch konservativer als Koizumi eingeschätzt wird, eine durchgreifende Erziehungsreform an und wünscht sich, dass an Schulen wieder ein stärkerer Patriotismus vermittelt wird.

Medienberichten zufolge dürfte der bisherige Außenminister Taro Aso auch in der neuen Regierung eine Schlüsselposition erhalten, möglicherweise auch Außenminister bleiben. Vize-Außenminister Yasuhisa Shiozaki, ein enger Gefolgsmann Abes, dürfte demnach das wichtige Amt des Regierungssprechers erhalten. Abe wolle, dass der neue Regierungssprecher zugleich als Staatsminister zuständig für die Fälle von Entführungen japanischer Landsleute durch Nordkorea in den 70er und 80er Jahren fungiert.

Mit seinem Einsatz für die Entführungsopfer und seiner harten Haltung gegenüber Nordkorea hatte sich Abe im Land Respekt und Ansehen verschafft. Neben Shiozaki will der künftige Regierungschef laut Medien noch weitere enge Gefolgsleute ins Kabinett holen, darunter möglicherweise Akira Amari für das Amt des Wirtschaftsministers. Desweiteren soll der Koalitionspartner Komeito auch im neuen Kabinett wie bisher einen Posten erhalten.

Quelle: ntv.de