Politik

Steuern in Deutschland Abgaben vom Bier bis zum Zweitwohnsitz

Neben den sattsam bekannten Steuern auf Löhne und Gehälter, auf Grundstücke, Hunde und Tabak bis hin zur Kirchensteuer, der heiß umstrittenen Ökosteuer und dem Solidaritätszuschlag wird in Deutschland alles mögliche besteuert: Die Folge reicht von der Bier- und der Branntweinsteuer über Feuerschutzsteuer, Kaffeesteuer und Schaumweinsteuer bis zur Vergnügungssteuer und der Zweitwohnsitzsteuer.

Die Biersteuer zum Beispiel ist eine der ältesten Verbrauchssteuern in Deutschland. Es gab sie schon im Mittelalter. Heute wird sie von der Zollverwaltung erhoben, kommt aber ausschließlich den Bundesländern zugute. 1999 brachte die Biersteuer immerhin 1,7 Mrd. DM die Länder-Säckel. Fast so viel, nämlich 1,1 Mrd. DM, zahlten (un)freiwillig die Genießer von Sekt und Schaumwein 1999 auf ihr Lieblingsgetränk. Die Schaumweinsteuer fließt aber allein in die Kasse des Bundes.

Auch schon im Mittelalter entstand die Vergnügungssteuer als eine Zwecksteuer zur Finanzierung des Armenwesens. Anfänglich nur auf Glücksspiele erhoben, fällt zwar auch heute noch nicht alles darunter, was Vergnügen macht, doch immerhin eine Menge mehr als vor Jahrhunderten: Tanzveranstaltungen, Filmvorführungen, sämtlicher Betrieb von Spiel- und Unterhaltungsapparaten.

Im Laufe der Entwicklung sind in Deutschland aber nicht nur Steuern hinzugekommen, wie zum Beispiel die Ökosteuer und der Solidaritätszuschlag. Es wurden auch eine ganze Menge Steuern abgeschafft – insgesamt 27.

Darunter waren etliche, die ebenfalls schon seit dem Mittelalter erhoben wurden: Steuern auf Leuchtmittel, Salz und Spielkarten. Auch später entstandenen Steuern, zum Beispiel auf Tee, Speiseeis und Zündwaren, wurden abgeschafft.

Auch zeitweilige Sondersteuern – wie jetzt der Solidaritätszuschlag für den wirtschaftlichen Aufbau in den neuen Bundesländern – sind nicht Unbekanntes für den Steuerzahler. So wurde nach Verhängung der Berlin-Blockade durch die sowjetische Besatzungsmacht zur finanziellen Unterstützung West-Berlins, das durch einen kostspieligen Luftbrückendienst versorgt werden musste, ab November 1948 das so genannte Notopfer Berlin erhoben. Ursprünglich auf drei Monate befristet, wurde diese Steuer infolge der fortdauernden Zwangslage Berlins wiederholt verlängert und schließlich in drei Schritten bis zum Januar 1958 abgebaut.

Quelle: n-tv.de