Politik

Karl-Bräuer-Institut Abgabenbelastung bleibt trotz Steuerreform bei 55 Prozent

Die volkswirtschaftliche Einkommensbelastungsquote betrug nach Rechnungen des Karl-Bräuer-Instituts im vergangenen Jahr 55,9 Prozent. 1999 hatte sie den historischen Rekordstand von 56,8 Prozent erreicht (zum Vergleich 1960: 41,5 %).

Das Institut des Bundes der Steuerzahler setzt dabei die Summe der Steuern und Abgaben zum Volkseinkommen ins Verhältnis, um die tatsächliche Belastung zu ermitteln. Nach Auffassung der Experten lassen die bereits verabschiedeten und von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Änderungen bei Steuern und Sozialabgaben nur eine geringfügige Begrenzung dieser Belastungsquote zu erwarten. Auf Grund der für dieses Jahr beschlossenen Entlastungen wird mit einer Quote von 54,4 Prozent gerechnet. Auch weiterhin wird also weit mehr als die Hälfte der in Deutschland erzielten Einkommen in staatliche Kassen fließen.

Würde sich der Staat mit dem gleichen prozentualen Anteil am Volkseinkommen begnügen wie 1960, dann wären Bürgern und Betrieben im Vorjahr 420 Mrd. DM mehr von ihren Einkommen geblieben, als dies tatsächlich der Fall war.

Der Belastungsvergleich der Haushalte zeige, so analysiert das Bräuer-Institut, dass sich die durchschnittliche Belastung mit direkten Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen seit 1970 deutlich verschärft hat. Einzige Ausnahme bilden relativ gering verdienende Haushalte mit Kindern. Die Belastungsverschärfung ist um so ausgeprägter, je höher die Einkommensniveaus der jeweiligen Haushalte sind. Bereits vor 20 Jahren schnitten die deutschen Haushalte ziemlich schlecht ab – inzwischen sind sie noch schlechter gestellt.

Quelle: ntv.de