Politik

Ministerpräsidentin in Nöten Aborigines attackieren Gillard

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Personenschützer bringen Gillard in Sicherheit.

(Foto: AP)

Einst sprachen die Aborigines rund 250 Sprachen, jetzt sind es gerade noch sechs. Ihre zehntausend Jahre alte Kultur ging unter dem Einfluss der Weißen nahezu verloren. Am Nationalfeiertag, dem "Australia Day", demonstrieren sie gegen ihre Unterdrückung. Dabei kommt es zum Handgemenge ausgerechnet mit der Regierungschefin.

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Die Aborigines haben ihre Kultur verloren und Ministerpräsidentin Gillard einen Schuh.

(Foto: dpa)

In Australien haben am Nationalfeiertag wütende Ureinwohner Ministerpräsidentin Juli Gillard angegriffen. Die Polizei musste in der Hauptstadt Canberra die 50-Jährige sowie Oppositionsführer Tony Abbott vor etwa 200 Aborigines in Sicherheit bringen, die ein Restaurant stürmen wollten.

Gillard und Abbott wurden von Polizei und Personenschützern in einer dramatischen Aktion aus dem Restaurant eskortiert. Die Premierministerin, die sichtlich erschüttert war, stolperte dabei, fiel hin und verlor einen Schuh. Später spielte sie den Vorfall jedoch herunter und sagte, sie sei aus "ziemlich hartem Zeug" gemacht. Die Demonstranten beschimpften sie als "Rassistin" und riefen "Schande!". Verletzt wurde jedoch niemand.

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Die zehntausend Jahre alte Kultur der Aborigines wurde unter dem Einfluss der weißen Eroberer nahezu ausgelöscht.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Auslöser für die Proteste war Abbots Forderung, ein Protestzelt der Ureinwohner in Canberra abreißen zu lassen. Die "Aboriginal Tent Embassy" nahe dem Parlamentsgebäude ist seit 40 Jahren ein Symbol für die Aktivisten, die gegen die Ungleichbehandlung der Aborigines protestieren. Abbot habe mit seiner Forderung ausgerechnet am Nationalfeiertag Rassenunruhen heraufbeschworen, sagte Michael Anderson, der Gründer des "Botschaftszelts".

Am "Australia Day" feiert Australien die Ankunft der ersten weißen Siedler im Jahr 1788. Australiens Ureinwohner, deren Kultur Zehntausende Jahre zurückreicht, stellen etwa 500.000 der 23 Millionen Einwohner Australiens. Sie kämpfen gegen viele soziale Probleme. Die meisten von ihnen haben eine kürzere Lebenserwartung, sie haben höhere Haft- und Krankheitsraten als andere Bevölkerungsgruppen im Land, viele leben von Sozialhilfe und rund 60 Prozent können nicht einmal einen Mittelschulabschluss nachweisen.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP