Politik

Mindestens ein Toter Abstimmungen in Ostukraine enden blutig

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Nach Angaben von russischen Medien waren ukrainische Soldaten an dem Handgemenge beteiligt, bei dem mindestens ein Mensch starb.

(Foto: REUTERS)

Allen Widerständen zum Trotz haben die prorussischen Separatisten ihre Unabhängigkeitsabstimmungen in der Ostukraine durchgezogen. Bei einem Handgemenge stirbt ein Mensch. Angeblich sind ukrainische Soldaten schuld.

Die umstrittenen Abstimmungen im Osten der Ukraine fordern mindestens einen Toten. Nach Angaben von russischen Medien erlag ein Bürger in der Stadt Krasnoarmejsk im Donezk-Gebiet einer Schussverletzung. Vor einem Wahllokal kam es demnach zu einem Handgemenge, als ukrainische Regierungstruppen die Abstimmung stoppen wollten. In früheren Berichten war von zwei Toten die Rede. Offizielle Bestätigungen dieser Meldungen gibt es allerdings noch nicht.

Die prorussischen Separatisten in den Regionen Donezk und Lugansk haben die Abstimmungen gegen großen nationalen und internationalen Widerstand durchgesetzt. Die Anführer der selbst ernannten "Volksrepubliken" sprachen am Abend von einer überwältigenden Beteiligung und von hoher Zustimmung für die Autonomie. Angeblich lag die Wahlbeteiligung im Gebiet Donezk bei 71 und in Lugansk bei 80 Prozent. Zudem ist von einer Zustimmung von rund 95 Prozent zur Unabhängigkeit die Rede. Noch in der Nacht zu Montag wollen die Separatisten erste offizielle Ergebnisse veröffentlichen.

Separatisten wollen "Neurussland" gründen

Führungsmitglied Denis Puschilin kündigte an, in einem nächsten Schritt staatliche und militärische Strukturen zu bilden. Der "Volksgouverneur" von Donezk, Pawel Gubarew, sprach vom Aufbau eines neuen Staatssubjekts mit dem Namen "Neurussland".

Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion. Kremlchef Wladimir Putin hatte die Separatisten aufgefordert, das Referendum zu verschieben. Die EU kündigte unterdessen an, das Ergebnis nicht anzuerkennen.

Bei den Abstimmungen in den beiden Regionen, in denen mehr als sechs Millionen Menschen leben, kam es zu etlichen Unregelmäßigkeiten, die eine Anerkennung durch internationale Organisationen praktisch ausschließen. So gab es keine aktuellen Wählerverzeichnisse, die Stimmzettel waren Papierausdrucke, die sich leicht kopieren lassen. Zudem waren keine unabhängigen Wahlbeobachter vor Ort. Die Regierung in Kiew sprach von einer "kriminellen Farce".

Quelle: ntv.de, ieh/dpa/rts/AFP