Politik

Unsägliche Gauland-Äußerungen AfD fährt den rechten Arm aus

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Alexander Gauland, AfD-Parteivize und Fraktionschef in Brandenburg, schielt auf rechtes Wählerpotenzial.

(Foto: dpa)

Die einstige Anti-Euro-Partei AfD muss sich auf ihrem Parteitag am Wochenende entscheiden, wie fremdenfeindlich sie sich aufstellt. Alexander Gauland winkt vorab die Wähler vom rechten Rand herbei.

Wenn die Alternative für Deutschland eine seriöse Partei sein will, dann sollte sie langsam damit anfangen, ihre größten Brandstifter einzufangen. So gehört es eigentlich zum Konsens der politischen Kräfte in Deutschland, dass man angesichts der mehr als drei Millionen Flüchtlinge aus Syrien nicht tatenlos bleiben darf. Selbst die mindestens latent fremdenfeindliche Pegida-Bewegung betont, dass es eine "Menschenpflicht" sei, Kriegsflüchtlinge aufzunehmen.

Nicht so Alexander Gauland, Parteivize aus Brandenburg. "Wir sollten eine Einwanderung von Menschen, die unserer kulturellen Tradition völlig fremd sind, nicht weiter fördern, ja wir sollten sie verhindern", sagte er dem "Tagesspiegel".  Dass er damit Menschen meint, die vor den syrischen Regierungstruppen und dem Islamischen Staat fliehen, daran lässt Gauland keinen Zweifel: "Diese kulturelle Tradition ist im Nahen Osten zu Hause."

Die Äußerungen sind ein Affront gegen in Deutschland friedlich lebende Syrier, Iraker und Kurden. Gauland warnt außerdem vor "Parallelgesellschaften" – ein Hohn, wenn man die bis zum Horizont reichenden Flüchtlingslager in Jordanien betrachtet, in denen Menschen hungern und sich nur mit dünnen Zeltwänden gegen Schnee und Kälte schützen können, weil die reichen Länder der Erde ihnen zu wenig helfen. Dort entsteht die Parallelgesellschaft, vor denen der Westen Angst haben muss, nicht in deutschen Städten.

Etablierte Parteien wie die CDU haben lange darüber debattiert, ob man mit AfD-Politikern überhaupt reden sollte. Derzeit tut sie es vereinzelt, aber die Diskussion ist nicht abgeschlossen. Wenn sich Menschen wie Gauland in der AfD durchsetzen, wird es für die CDU hoffentlich bald nicht mehr viel zu reden geben. Doch genau danach sieht es aus: Der nationalkonservative Flügel hat derzeit Oberwasser; auch der prominenteste der drei Parteichefs, Bernd Lucke, setzt verstärkt auf das Thema Migration und auf Tabubrüche. Auf dem Parteitag am Wochenende wird sich der Zungenschlag zeigen, mit dem die AfD künftig über das Thema Migration sprechen will.

Über Pegida sagt Gauland übrigens, dass er dort keine fremdenfeindliche Motive sehe, sondern "ganz normale Menschen". Doch das wäre gar kein Widerspruch: Als "normal" empfindet man in der Regel eben Menschen, die einem selbst ähnlich sind.

Quelle: n-tv.de

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