Politik

Das Essen wird immer teurer Aigner verärgert über hohe Preise

Die Lebensmittel werden immer teurer - allein im März um 2,2 Prozent. Butter beispielsweise verteuert sich innerhalb eines Jahres um mehr als ein Viertel. Agrarministerin Aigner kritisiert in diesem Zusammenhang die Lebensmittelindustrie, die immer neue Ausreden für Preiserhöhungen finde.

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Aigner auf der Grünen Woche in Berlin.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bundesagrarministerin Ilse Aigner hat der Lebensmittelindustrie vorgeworfen, Preiserhöhungen immer mit den gestiegenen Rohstoffkosten zu begründen. Da mache es sich die Industrie zu einfach, sagte die CSU-Politikerin der "Frankfurter Rundschau". "Die Kostenfaktoren sind so unterschiedlich wie die einzelnen Produkte. Entscheidend ist zum Beispiel, wie hoch der Anteil der Futtermittelkosten an den gesamten Produktionskosten ist", sagte Aigner.

Sie trat auch Vorwürfen entgegen, der Biosprit E10 sei verantwortlich für Preissteigerungen bei Lebensmitteln. "Wer das behauptet, sollte sich die Zahlen ansehen: Die gesamte Ackerfläche in Deutschland beträgt zwölf Millionen Hektar. Nur auf rund 240 000 Hektar werden Getreide und Zuckerrüben für Bioethanol angebaut, das zur Herstellung von E10 dient", sagte die Ministerin. Die große Herausforderung sei, die Rohstoffe auch weltweit ökologisch verträglich anzubauen.

Aigner kündigte außerdem an, die derzeitige Förderpraxis von Biogasanlagen zu ändern. So soll im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) das Bonussystem umgestellt werden, spätestens ab 2012 sollen neue Fördergrundsätze für Biogasanlagen gelten. Hintergrund der Änderung ist, dass sich durch die Förderung der Anlagen die Pachtpreise zum Teil vervielfacht haben und für traditionell arbeitende Bauern nicht mehr bezahlbar sind.

Die Lebensmittelpreise stiegen im März um 2,2 Prozent. Deutlich teurer wurde unter anderem Butter, die mehr als ein Viertel (28,4 Prozent) mehr kostete als noch vor einem Jahr. Auch Obst (plus 9,8 Prozent) und Fisch (plus 4,3 Prozent) wurden teurer. Weniger kosteten Gemüse (minus 4,6 Prozent) und Süßwaren (minus 0,2 Prozent).

Quelle: n-tv.de, dpa

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