Politik
Im Südjemen verteidigen präsidententreue Milizen verzweifelt die Stadt Aden.
Im Südjemen verteidigen präsidententreue Milizen verzweifelt die Stadt Aden.(Foto: dpa)
Donnerstag, 09. April 2015

Vielfrontenkrieg im Jemen: Al-Kaida lobt Kopfgeld für Huthi-Chef aus

Der Konflikt im Jemen wird noch unübersichtlicher: Die arabische Militärallianz bombt weiter auf die Huthi-Miliz und trifft dabei auch Zivilisten. Iran schickt Kriegsschiffe und ruft zur Mäßigung. Das alles nutzt nun auch Al-Kaida für sich und macht eine weitere Front auf.

Al-Kaida mischt im Jemenkrieg immer offener mit. Für die Tötung oder Ergreifung des Huthi-Anführers Abdulmalik al-Huthi und den früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh haben die Terroristen eine Belohnung ausgesetzt. Das berichtete die auf Islamisten spezialisierte Beobachtergruppe Site und berief sich auf ein Video des jemenitischen Al-Kaida-Ablegers (AQAP).

Saudi-Arabien bombardiert nahezu täglich Ziele in Sanaa.
Saudi-Arabien bombardiert nahezu täglich Ziele in Sanaa.(Foto: REUTERS)

Die beiden Männer seien "die Köpfe des Bösen im Jemen". Ihre Ermordung oder Ergreifung werde mit 20 Kilogramm Gold belohnt. AQAP kontrolliert im Jemen seit einigen Tagen unter anderem die im Südosten gelegene Stadt Mukalla.

Im Jemen kämpft die Huthi-Miliz gegen die Führung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz steht auf der Seite von Hadi, die Huthi-Rebellen werden vom ehemaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh und mutmaßlich vom Iran unterstützt.

Video

Saudi-Arabien und mehrere weitere arabische Staaten greifen seit zweieinhalb Wochen militärisch massiv in den Konflikt ein. Weit mehr als 500 Zivilisten sind bisher ums Leben gekommen. Bislang haben die Bombardements die Rebellen aber nicht aufhalten können. Bei einem Vorstoß in die Stadt Atak eroberten die Huthis zuletzt auch mehrere Ölfelder. Der Vorstoß erfolgte trotz saudischer Luftangriffe gegen die Huthis, berichteten Augenzeugen. Die Sicherheitskräfte in der Hauptstadt der Provinz Schabwa waren Ex-Präsident Salih treugeblieben. Salih-treue Armee-Verbände dürften landesweit für die militärischen Erfolge der Huthis ausschlaggebend sein.

Ruhani fordert politische Lösung - und schickt Schiffe

Der iranische Präsident Hassan Ruhani forderte in einer Fernsehrede ein Ende der Luftangriffe auf die schiitischen Huthi-Rebellen. Er sprach sich für eine politische Lösung aus. "Eine große Nation wie Jemen wird sich durch Bombardement nicht unterwerfen lassen", sagte Ruhani.

Ruhani warnte auch die USA direkt, im Jemen die gleichen Fehler wie in Syrien zu machen. "Ihr (USA) habt eure Fehler in Syrien eingesehen, das werdet Ihr demnächst auch im Jemen einsehen", sagte der iranische Präsident. Außerdem brauche die Region kein unehrliches Mitgefühl vom anderen Ende der Welt.

"Wir sollten über ein Ende des Krieges, über einen Waffenstillstand nachdenken." Die Jemeniten sollten sich an den Verhandlungstisch setzen und dort selbst über ihre Zukunft entscheiden. Diese liege in den Händen des jemenitischen Volkes und nicht in den Händen anderer.

Kerry droht Iran

Die USA unterstützen den Kampf gegen die Huthis mit logistischer und geheimdienstlicher Hilfe. Seit Mittwoch betankt das US-Militär saudische Kampfflugzeuge, die Ziele im Jemen angreifen, in der Luft. In Riad sind zudem zwölf US-Militärberater im Einsatz. US-Außenminister John Kerry warnte den Iran davor, weiter die Huthis zu unterstützen.

Der Iran hat inzwischen auch zwei Kriegsschiffe in den Golf von Aden vor die Küste Jemens entsandt. Sie wurden offiziell zur Abwehr von Piratenangriffen in die wichtige Schifffahrtstraße beordert.

Quelle: n-tv.de