Politik

Kampf der Volksgruppen im Irak Al-Sistani-Vertrauter getötet

Bei Anschlägen im Irak sind erneut mindestens neun Menschen ums Leben gekommen, darunter ein enger Vertrauter des obersten schiitischen Geistlichen Großajatollah Ali al-Sistani. Nach Angaben der Polizei erschossen ihn Unbekannte in seinem Haus in Bagdad.

Bei der Explosion einer ferngezündeten Autobombe vor einer schiitischen Moschee in Bakuba wurden zwei Gläubige verletzt. Im Irak haben in den vergangenen Wochen die Spannungen zwischen den Schiiten und der sunnitischen Minderheit stark zugenommen. Nach dem Tod eines sunnitischen Geistlichen in Untersuchungshaft hatte der sunnitische Rat der Religionsgelehrten am Mittwoch den Rücktritt von zwei Ministern verlangt.

Zu den Opfern von Anschlägen am Donnerstag gehörten auch ein leitender Mitarbeiter des Ölministeriums, irakische Polizisten und ein US-Soldat. Bei der Explosion einer Minenfalle etwa 50 Kilometer nördlich des zentralirakischen Hilla wurden zwei polnische Soldaten verletzt.

Der syrische Anwalt Ali Maschuh sagte, bei der US- Offensive in der irakischen Stadt Al-Kaim nahe der syrischen Grenze seien drei Syrer in ihrem Dorf nahe der syrischen Stadt Bukamal getötet worden. Fünf weitere Syrer hätten Verletzungen erlitten. Die Familien der Opfer wollten über das Außenministerium von den USA eine finanzielle Entschädigung fordern.

König Abdullah II. von Jordanien berichtete unterdessen, Ex-Präsident Saddam Hussein habe sich einst geweigert, den Top-Terroristen Abu Mussab al-Sarkawi an Jordanien auszuliefern. Der Monarch sagte in einem Interview mit der Tageszeitung "Al-Hayat": "Wir haben uns damals sehr bemüht, ihn nach Jordanien zu bekommen, weil wir ihn vor Gericht stellen wollten. Aber unsere Bitten um Auslieferung waren ohne Erfolg."

Der Jordanier Al-Sarkawi gilt als Anführer eine Terrornetzes im Irak, das zahlreiche blutige Anschläge und Geiselmorde verübt hat. Am Mittwoch war im Internet eine ihm zugeschriebene Tonbandbotschaft aufgetaucht. Darin bezeichnet er den Tod unbeteiligter irakischer Zivilisten, die bei bei Anschlägen ums Leben kommen, als "Kollateralschaden". Die Getöteten kämen als "Märtyrer" ins Paradies.

Quelle: ntv.de