Politik

Machtspielchen la Kohl Altkanzler will FDP-Präsidenten

Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) wirbt nach Informationen der "Passauer Neuen Presse" dafür, dass die Union einen FDP-Kandidaten zum Bundespräsidenten wählt. Die Liberalen seien der einzig denkbare Koalitionspartner der Union, zitiert die Zeitung Kohl unter Berufung auf Kreise der Unions-Bundestagsfraktion. Es sei daher im Interesse von CDU und CSU, die FDP zu stabilisieren. Die Wahl eines liberalen Bundespräsidenten könne dazu beitragen.

In der Union war bislang der frühere CDU-Chef Wolfgang Schäuble als Favorit für das höchste Amt im Staate gehandelt worden. Seit den Querelen um eine angebliche Barspende des Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber gelten Kohl und Schäuble als Intimfeinde.

Im September hatten sich die Vorsitzenden von CDU und FDP, Angela Merkel und Guido Westerwelle, getroffen, um erste Absprachen zur Wahl des Bundespräsidenten zu treffen. FDP und die Unionsparteien haben die Mehrheit in der Bundesversammlung, die im Mai 2004 den Nachfolger von Johannes Rau wählt.

In der FDP selbst wächst derzeit der Unmut über Westerwelles politischen Kurs. Prominente Liberale warfen ihm am Wochenende vor, der Partei mangele es unter seiner Führung an Profil und Angriffslust. Westerwelle forderte die Kritiker in der "Berliner Zeitung" auf, konkrete Verbesserungsvorschläge zu machen, "anstatt Personen zu attackieren oder unsere eigenen Beschlüsse".

Generalsekretärin Cornelia Pieper wehrt sich gegen den Vorwurf ihres Kieler Parteikollegen Wolfgang Kubicki, ihre Arbeit sei "ohne jegliche politische Substanz". "Kubickis Weg, über Personaldebatten Schlagzeilen zu machen, schadet der Partei", sagte Pieper dem "Hamburger Abendblatt". "Beim FDP-Parteitag im Juni ist gewählt und entschieden worden. Personalfragen stehen jetzt nicht auf der Tagesordnung", fügte sie in der "Mitteldeutschen Zeitung" hinzu.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema