Politik
Weltweit demonstrieren Menschen für die Freilassung und ein Ende der Bestrafung von Raif Badawi.
Weltweit demonstrieren Menschen für die Freilassung und ein Ende der Bestrafung von Raif Badawi.(Foto: imago/Christian Ditsch)
Donnerstag, 29. Januar 2015

1000 Peitschenhiebe für Blogger: Amnesty warnt vor Schäden bei Raif Badawi

Zwei von drei Terminen für die Auspeitschung von Raif Badawi sind abgesagt worden. Das heißt jedoch nicht, dass die Strafe nicht weitere Male vollzogen werden könnte. Amnesty International warnt vor schweren Schäden, die der Blogger erleiden könnte.

Dem saudischen Blogger Raif Badawi drohen nach Angaben von Amnesty International gesundheitliche Langzeitschäden, falls er seine Reststrafe von 950 Stockhieben verbüßen muss. Dies könne dauerhafte Lähmungen und psychische Schäden verursachen, gaben Mediziner in einem Bericht zu bedenken.

"Je mehr Schläge aufeinanderfolgen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich Wunden öffnen", sagte Juliet Cohen, Ärztin bei der britischen Medizinervereinigung "Freedom from Torture", in dem Amnesty-Bericht. Die offene Haut sorge nicht nur für erheblich höhere Schmerzen, sie vergrößere auch die Gefahr von Infektionen. Auch die Wundheilung verzögere sich dadurch zunehmend.

Badawi war im Mai vergangenen Jahres zu zehn Jahren Haft, einer Geldstrafe und insgesamt 1000 Stockschlägen verurteilt worden, weil er im Internet den Islam beleidigt haben soll. Die ersten 50 Schläge erhielt er vor zwei Wochen in Dschidda. Danach setzte die Vollzugsbehörde die Prügelstrafe zweimal aus "gesundheitlichen Gründen" aus. Am Freitag könnten neue Schläge folgen. Die Strafe war international kritisiert worden.

Quelle: n-tv.de