Politik
Donnerstag, 27. Mai 2010

Tauss wartet auf das Urteil: Anklage will Bewährungsstrafe

Der ehemalige SPD-Politiker Tauss soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft eine Bewährungsstrafe erhalten, weil er Kinderpornos besessen hat. Die Ankläger plädieren für eine Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung sowie auf eine Geldstrafe. Seine Anwälte fordern dagegen Freispruch. Das Urteil wird am Freitagvormittag gesprochen.

Tauss soll nach dem Willen der Ankläger eine Bewährungsstrafe erhalten.
Tauss soll nach dem Willen der Ankläger eine Bewährungsstrafe erhalten.(Foto: REUTERS)

Für den Besitz von Kinderpornos soll der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss nach dem Willen der Staatsanwaltschaft zu einer Bewährungsstrafe verurteilt werden. Im Prozess gegen den 56-Jährigen verlangte die Anklage vor dem Karlsruher Landgericht eine Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung sowie eine Geldstrafe. Einer der beiden Tauss-Anwälte forderte dagegen Freispruch für seinen Mandanten. Mit einem Urteil wird am Freitagvormittag gerechnet.

Der Ex-Politiker habe sich das einschlägige Material mit Bildern und Videos für rein private Zwecke beschafft und um sich sexuell zu erregen, warf ihm die Staatsanwältin vor. Tauss habe außerdem falsche Angaben zur Dauer seiner angeblichen Recherche gemacht. Sie habe auch kein Verständnis dafür, dass der Politiker niemanden in seine illegalen Pläne eingeweiht habe, sagte die Anklägerin. Auch die vermeintliche Brisanz möglicher Ergebnisse dieser Recherchen zweifelte sie an: "Was Tauss beweisen wollte, war kalter Kaffee. Das wusste jeder", sagte sie.

Tauss-Anwalt Jan Mönikes sagte dagegen, es gebe zwar keinen Zweifel am Besitz der Pornos. Dies habe Tauss auch sofort eingeräumt. Tauss habe das Material aber aus dienstlichem Interesse besessen und als Abgeordneter das Recht dazu gehabt. Er habe als Politiker des Bundestags versucht, die Machenschaften der Kinderporno-Szene aufzudecken, die sich mittlerweile eher über das Handy statt über das Internet austausche. "Tauss war zuständig dafür und er war nicht irgendein Abgeordneter", sagte Mönikes.

Quelle: n-tv.de