Politik

Nach Anschlägen in Dresden Antifa: Bekennerschreiben ist gefälscht

Nach den Sprengstoffanschlägen auf eine Moschee und ein Kongresszentrum in Dresden taucht ein Bekennerschreiben auf, das auf linksextreme Täter schließen lässt. Doch die Antifa spricht von einer Fälschung - und macht die rechte Szene verantwortlich.

Nach den Sprengstoffanschlägen in Dresden ist ein mutmaßliches Bekennerschreiben aufgetaucht. "Die Echtheit wird gerade geprüft", sagte Sachsens Innenminister Markus Ulbig im ZDF-"Morgenmagazin". Das Schreiben sei am Dienstabend auf dem linken Internetportal linksunten.indymedia.org aufgetaucht. Als Verfasser wird die Antifa Dresden angegeben. Inzwischen ist es wieder von der Seite genommen worden.

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Via Twitter bestritt die Antifa bereits, das Schreiben veröffentlicht zu haben. Es handele sich um einen Fake. "Lächerliches Faschopack versucht von sich abzulenken. Billig zusammengeschustert ist nicht so unser Stil und ungegendert erst recht nicht", hieß es in dem Statement.

Mittlerweile hat unter anderem der MDR auch das Bekennerschreiben in Wortlaut veröffentlicht. Darin wird von einem "vorverlegten Feuerwerk" zum Tag der Deutschen Einheit gesprochen. Die Verfasser geben an, mit den Anschlägen auf das Kongressgebäude sowie die Moschee sowohl gegen eine "frauen- und israelfeindliche Ideologie" als auch gegen die verschärfte Flüchtlingspolitik der Regierung protestieren zu wollen.

Der Sprecher der Dresdner Generalstaatsanwalt Wolfgang Klein ist skeptisch. Bei Radio Dresden sagte er, schon oft hätten sich Bekennerschreiben als falsch herausgestellt: "Gerade bei aufsehenerregenden Straftaten kommt es leider immer wieder vor, dass Trittbrettfahrer versuchen, daran zu partizipieren. Das erfordert größte Sorgfalt bei der Auswertung und man muss vorsichtig sein bei der Bewertung, bevor nicht endgültige Ergebnisse vorliegen. Genau so gehen wir auch vor."

Innenminister Ulbig hatte zuvor gesagt, er wolle einen rechtsextremistischen Hintergrund nach wie vor nicht ausschließen. "Wir ermitteln auf Hochtouren und in alle Richtungen". Wenn jemand gegen eine Moschee vorgehe, könne man eine rechtsextremistische oder zumindest ausländerfeindliche Tat nicht ausschließen. Derzeit würden Zeugen befragt und Spuren ausgewertet. "Wir hoffen, dass wir sehr schnell den oder die Täter identifizieren werden."

Einheitsfeier mit Gauck und Merkel

Zwei Sprengsätze waren am Montagabend innerhalb kurzer Zeit vor der Tür einer Moschee und auf der Terrasse des Kongresszentrums in Dresden explodiert. Menschen wurden nicht verletzt. Die Polizei fand an den Tatorten Reste professionell gebauter Sprengsätze.

Zur zentralen Einheitsfeier am kommenden Wochenende und Montag in Dresden werden Hunderttausende Besucher sowie Politprominenz wie Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet. In dem Kongresszentrum ist ein Empfang des Bundespräsidenten geplant. Zudem sind rund um den 3. Oktober knapp ein Dutzend Versammlungen unter anderem von der antiislamischen Pegida-Bewegung und von linken Gruppen angemeldet.

Quelle: n-tv.de, hul/jug/dpa/AFP

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