Politik
Die Abschiebung rückgängig machen wird kompliziert: Die deutschen Behörden müssen den afghanischen Asylbewerber nun erst einmal im Großraum Kabul finden.
Die Abschiebung rückgängig machen wird kompliziert: Die deutschen Behörden müssen den afghanischen Asylbewerber nun erst einmal im Großraum Kabul finden.(Foto: picture alliance / Boris Roessle)
Donnerstag, 26. Oktober 2017

Vorschnelle Abschiebung: Anwalt zweifelt an Rückkehr von Afghanen

Ein Afghane wird von Deutschland nach Bulgarien abgeschoben, obwohl eine anhängende Klage das eigentlich verbietet. Laut Gericht muss er nun zurückgeholt werden. Doch auch die bulgarischen Behörden haben bereits gehandelt.

Die Rückkehr eines afghanischen Flüchtlings nach Deutschland gestaltet sich nach Angaben seines Anwalts schwierig. Der 23-Jährige halte sich ohne Papiere im Großraum Kabul auf, sagte der Tübinger Anwalt Markus Niedworok. "Seine Originaldokumente liegen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und die Kopien wurden von bulgarischen Behörden in den Müll geworfen", sagte der Jurist. Zudem habe er keinen direkten Kontakt mit seinem Mandanten. "Das läuft über Dritte, über Flüchtlingshelfer."

Der Mann war über Bulgarien nach Tübingen gekommen und hatte am 8. Juni Asyl beantragt. Aus Sicht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) ist aber Bulgarien und nicht Deutschland für ihn zuständig. Der Flüchtling wurde deshalb im September dorthin abgeschoben.

Das sei falsch gewesen und müsse rückgängig gemacht werden, entschied das Verwaltungsgericht Sigmaringen. Der Mann hätte nicht abgeschoben werden dürfen, da eine anhängige Klage gegen die Abschiebung aufschiebende Wirkung habe. Bulgarische Behörden flogen den Mann aber im Oktober nach Kabul. Das Bamf hatte am Mittwoch erklärt, es arbeite an einer Möglichkeit, ihn von dort nach Deutschland zurückzuholen.

Quelle: n-tv.de

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