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Störfall im AKW Fessenheim Arbeiter werden verletzt

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Das französische AKW Fessenheim mit den Vogesen im Hintergrund.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bei einem Störfall im französischen Atomkraftwerk Fessenheim an der deutschen Grenze werden mindestens zwei Menschen leicht verletzt. Dabei handelt es sich um Arbeiter, die bei Wartungsarbeiten von austretendem Wasserdampf verbrannt werden. Der neue französische Präsident Hollande will das AKW Fessenheim bis 2017 schließen.

Ein Zwischenfall im elsässischen Atomkraftwerk Fessenheim hat einen Großalarm bei Sicherheitskräften und Feuerwehr ausgelöst. Nach Angaben des französischen Betreibers EDF kam es gegen 15.00 Uhr bei Routinearbeiten mit nicht radioaktivem Wasserstoffperoxid zu einer Dampfentwicklung, die den Brandalarm auslöste. Entgegen erster Angaben sei jedoch niemand verletzt worden, sagte Kraftwerkschef Thierry Rosso am Abend in einer Telefonkonferenz. Es habe auch keinerlei Feuer oder Rauchentwicklung gegeben.

Zunächst hatte es geheißen, zwei Arbeiter seien an den Händen leicht verletzt worden. Am Abend sprach Rosso von Hautirritationen. Auswirkungen auf die Reaktorsicherheit oder die Umwelt hatte der Zwischenfall nach Angaben des Umweltministeriums in Paris nicht. Er ereignete sich nicht direkt im Reaktorgebäude. Zum Zeitpunkt waren neun Menschen in der Nähe. Die Atomaufsichtsbehörde ASN bestätigte am Abend, dass keiner von ihnen Verletzungen erlitt.

Umweltschützer fordern seit langem die Abschaltung des Kernkraftwerks Fessenheim, das das älteste des Landes ist. Die Anlage aus dem Jahr 1977 liegt in der Erdbebenzone des Rheingrabens und ist nach Meinung der Atomkraftgegner veraltet und pannenanfällig. Erst im vergangenen April war in einem Maschinenraum des Reaktors zwei ein Feuer ausgebrochen.

Frankreichs neuer Präsident François Hollande hat im Wahlkampf eine Stilllegung der Anlage bis 2017 versprochen, bislang aber kein konkretes Datum genannt. Fessenheim liegt rund 30 Kilometer südwestlich von Freiburg im Breisgau direkt am Rhein.

Quelle: ntv.de, rts/AFP/dpa