Politik

Gerechtigkeit für Junta-Opfer Argentiniens Amnestie nichtig

Der Oberste Gerichtshof in Argentinien hat zwei Amnestie-Gesetze aufgehoben, die Hunderte von Offizieren vor der Strafverfolgung für Verbrechen während der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 schützten. Den Militärs wird vorgeworfen, damals zahlreiche Gegner der Diktatur verschleppt, gefoltert und getötet zu haben.

Die Entscheidung des Gerichts ist ein Sieg der Menschenrechtsgruppen, die jahrelang dafür gekämpft haben, die Befehlshaber jener Zeit vor Gericht zu bringen, die als "Schmutziger Krieg" in die Geschichte des Landes eingegangen ist.

Wie aus Kreisen des Gerichts verlautete, stimmten sieben der neun Richter für eine Aufhebung der Gesetze, einer stimmte dagegen und einer enthielt sich der Stimme. Nach Ansicht von Menschenrechtlern könnte die Entscheidung den Weg für Prozesse gegen 300 bis 400 Offiziere freimachen, denen Straftaten während der Militärherrschaft vorgeworfen werden. Einem Regierungsbericht zufolge sind rund 11.000 Menschen in dieser Zeit ermordet worden oder spurlos verschwunden. Menschenrechtsgruppen gehen davon aus, dass diese Zahl eher bei rund 30.000 liegt.

Viele der damaligen Junta-Mitglieder wie Ex-General Jorge Videla und Ex-Admiral Emilio Massera stehen gegenwärtig unter Hausarrest. Gegen sie wird unter anderem wegen der Verschleppung von Babys ermittelt, die inhaftierten Müttern weggenommen worden waren.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.