Politik

Stabile Preise für zwei Jahre Arznei-Sparpaket verabschiedet

Die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente dürfen von April an für zwei Jahre nicht steigen. Der Bundestag verabschiedete am Freitag in Berlin mit den Stimmen der großen Koalition ein Sparpaket, mit dem die gesetzlichen Krankenkassen bei den Ausgaben für Arzneimittel um mindestens 1,3 Milliarden Euro pro Jahr entlastet werden sollen.

Zu den Maßnahmen gehört auch ein Verbot von Naturalrabatten der Pharmaindustrie an Apotheker in Form von Gratispackungen. Zudem werden Ärzte, die zu viele und zu teure Medikamente verschreiben, mit einem finanziellen Abschlag belangt. Eine Einigung zu dem Sparpaket war zwischen Union und SPD erst in der vergangenen Woche nach langwierigen Verhandlungen zu Stande gekommen.

Die Krankenkassen erhalten die Möglichkeit, bestimmte besonders preisgünstige Medikamente komplett von Zuzahlungen auszunehmen. Damit sollen Patienten dazu gedrängt werden, sich ein möglichst billiges Präparat verschreiben zu lassen. Bisher müssen die Versicherten mindestens fünf Euro aus eigener Tasche zahlen. Die Kassen müssen allerdings gemeinsam entscheiden, ob und für welche Arzneien die Zuzahlungsbefreiung gelten soll.

Durch eine Bonus-Malus-Regelung soll der einzelne Arzt künftig stärker für die Kosten und die Menge seiner Verordnungen in Verantwortung genommen werden. Überschreitet er die auf einen Wirkstoff bezogenen durchschnittlichen Tagestherapiekosten um zehn Prozent, muss er einen finanziellen Abschlag hinnehmen. Allerdings können die Gremien von Ärzten und Kassen auf regionaler Ebene jeweils im Herbst für das Folgejahr eigene Vereinbarungen schließen, wie sie die Ausgaben begrenzen wollen. Dabei müssen sie auch Sanktionsmöglichkeiten vorsehen, falls die Einsparziele nicht erreicht werden.

Quelle: ntv.de