Politik

Ab Mai längere Streiks Ärzte wollen Protest verschärfen

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund will im Tarifstreit um mehr Geld für die rund 22.000 Universitätsärzte eine schärfere Gangart einlegen.

Ab Mitte Mai sollten die einzelnen Kliniken wochenweise und nicht wie bisher nur einige Tage bestreikt werden, kündigte Frank Ulrich Montgomery, Chef der Gewerkschaft, an. Er warnte, die neue Streikphase könne auch die am 9. Juni beginnende Fußball-Weltmeisterschaft betreffen. Allerdings kommt nach seinen Worten möglicherweise Bewegung in die festgefahrenen Tarifverhandlungen. Er habe mit dem Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft der Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring, vereinbart, am Montag oder Dienstag die Verhandlungen wieder aufzunehmen.

Zur Vorbereitung der Verschärfung des Streiks brauche der Marburger Bund zwei bis drei Wochen, sagte Montgomery. Unter anderem müssten die Notfallvereinbarungen mit den Kliniken gekündigt werden. "Versorgung wie auf Sonntagniveau, das ist das, was wir als Streikziel haben", erklärte der Gewerkschaftschef. Dadurch würden verschiebbare Operationen, etwa bestimmte orthopädische Eingriffe, nicht vorgenommen. Montgomery begründete die Maßnahmen damit, dass es nach sechs Wochen Streik kaum Bewegungen bei den Verhandlungen gegeben habe. Die Mediziner verlangen ein um 30 Prozent höheres Gehalt und einen arztspezifischen Tarifvertrag.

Den Abschluss für die 2.200 Ärzte der Berliner Charite am vergangenen Freitag begrüßte Montgomery, wenn auch mit "Bauchschmerzen". Er bekräftigte, für die Charite sollten erneut Verhandlungen aufgenommen werden, sobald es eine Einigung über den Tarifvertrag für die Klinikärzte gebe. Der Tarifvertrag für die Charite sieht unter anderem eine 95-prozentige Vergütung aller Bereitschaftsdienste, längere Vertragslaufzeiten, eine flächendeckende Erfassung der Arbeitszeit und die Einführung einer Arztzulage vor.

Quelle: ntv.de

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