Politik

Tarifkonflikt Ärztestreik wahrscheinlich

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat die Tarifverhandlungen mit den Ländern für die Ärzte an Unikliniken für gescheitert erklärt und eine neue Streikwelle angekündigt. Die im Oktober aufgenommenen Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) seien wegen "dogmatischer Unflexibilität" der Arbeitgeber in eine Sackgasse geraten, begründete der Marburger Bund am Donnerstag in Berlin das Scheitern. Bereits am Montag und Dienstag kommender Woche sollten die Ärzte in Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern in Urabstimmungen über neue Streikaktionen entscheiden.

"Die Arbeitgeber spielen mit dem Feuer, wenn sie glauben, die Forderung der Universitätsärzte nach einem arztspezifischen Tarifvertrag nicht ernst nehmen zu müssen", sagte Gewerkschaftschef Frank Ulrich Montgomery. Die TdL habe sich insbesondere bei der Ausarbeitung einer neuen Ärztevergütung unbeweglich gezeigt. Der Marburger Bund sei hingegen "an die Grenzen der Verhandlungsposition" gegangen, erklärte Montgomery.

Der Verbandschef unterstrich, die Streikbereitschaft der 22.000 Universitätsärzte sei extrem hoch. Bereits in der vergangenen Woche hatten 7.500 Mediziner an 27 Unikliniken und 14 Krankenhäusern bei Warnstreiks gegen die ihrer Ansicht nach schleppenden Tarifverhandlungen protestiert.

Mit einem speziellen Tarifvertrag für Ärzte will der Marburger Bund überlange Arbeitszeiten beenden und höhere Gehälter durchsetzen. Bisherige Position war eine Anhebung des Grundgehalts um 30 Prozent. Zudem fordert der Verband die vollständige Bezahlung sämtlicher Überstunden, arztgerechte Arbeitszeiten und die Abschaffung kurzzeitig befristeter Arbeitsverträge.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.