Politik

Ermittlungen laufen Atom-Diebstahl in Bayern

Nach dem Plutonium-Skandal in Karlsruhe sind die Behörden jetzt auch in Bayern einem Atomschmuggler auf der Spur. Wie das Hamburger Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtete, ermittelt die Staatsanwaltschaft Nürnberg/Fürth gegen einen ehemaligen Siemens-Mitarbeiter wegen unerlaubten Umgangs mit radioaktiven Stoffen.

Der Labormechaniker soll dem Bericht zufolge aus dem Forschungszentrum von Siemens in Erlangen zwischen 1971 und 1981 in selbstgebauten Plexiglaskolben sechs Mal Uran und andere radioaktive Stoffe in kleinen Mengen entwendet haben. Der 74-Jährige soll das Material im Abstellraum seines Hauses aufbewahrt haben.

Der Diebstahl sei aufgeflogen, weil der an Bronchitis erkrankte Mann die Substanzen vom bayerischen Umweltministerium untersuchen lassen wollte, um eine Anerkennung auf eine Berufskrankheit zu erreichen. Unter den radioaktiven Stoffen seien auch 0,8 Gramm hochangereichertes Uran gewesen, das in größeren Mengen atomwaffenfähig ist, berichtet der "Spiegel".

Erst in der vergangenen Woche war in der stillgelegten Wiederaufbereitungsanlage Karlruhe ein Plutoniumdiebstahl bekannt geworden. Ein 47-jähriger Arbeiter einer Abrissfirma wurde festgenommen. Er gestand, radioaktiv verseuchte Wischtücher und ein Fläschchen mit radioaktiver Flüssigkeit aus der Anlage geschmuggelt zu haben. Er sagte aus, er habe mit dem Diebstahl auf Sicherheitslücken in der Anlage hinweisen wollen.

Quelle: ntv.de