Politik

Terrorverdächtige festgenommen Attentat auf Wilders geplant?

2010-10-15T083159Z_01_PDJ109_RTRMDNP_3_DUTCH-WILDERS.JPG8690691455300427769.jpg

Geert Wilders hat sich in der islamischen Welt Feinde gemacht.

(Foto: Reuters)

Die Niederlande entgehen offenbar einem größeren Anschlag islamistischer Terroristen. Spezialkräfte nehmen in Rotterdam zwölf Somalier fest. Hassprediger hatten zuvor Gewaltakte als Antwort auf den Islamgegner Wilders gefordert. Vielleicht war dieser sogar das Ziel.

Nach konkreten Warnungen vor einem Terroranschlag haben niederländische Fahnder Heiligabend in Rotterdam zwölf Somalier festgenommen. Die Männer im Alter zwischen 19 und 48 Jahren seien nach Erkenntnissen des Geheimdienstes AIVD wahrscheinlich an der Vorbereitung eines Terroranschlags beteiligt, der in Kürze verübt werden sollte, erklärte die Staatsanwaltschaft. Islamische Fanatiker rufen seit Monaten zu Gewalttaten in Holland als Rache für anti-islamische Ausfälle des Rechtspopulisten Geert Wilders auf.

2v7t2516.jpg2856614603811700139.jpg

Unter anderem nahmen die Fahnder diesen Telefonshop ins Visier.

(Foto: dpa)

Bei der umfangreichen Anti-Terroraktion hätten Beamte einer Spezialtruppe auch vier Wohnungen sowie zwei Hotelzimmer und einen Telefonshop durchsucht. Dabei seien allerdings weder Waffen noch Sprengstoff gefunden worden, räumte ein Behördensprecher ein. Die offizielle Terrorwarnung für die Niederlande, die seit längerem auf "begrenzt" und damit auf der zweiten von vier Stufen steht, wurde nicht erhöht. Eine akute Bedrohung habe durch die Festnahmen abgewendet werden können, sagte ein Sprecher der Behörde für die Koordinierung der Terrorismusbekämpfung (NCTB). Daher müsse die Warnstufe nun nicht angehoben werden.

Wann und wo die Somalier angeblich zuschlagen wollten, teilten die Behörden nicht mit. Die Vernehmungen der zwölf Verdächtigen dauern noch an. Ihren Pflichtverteidigern wurde untersagt, Mitteilungen darüber an die Presse zu geben. Mehrere der Terrorverdächtigen haben die niederländische Staatsbürgerschaft, sagte ein Polizeisprecher. Sechs von ihnen hätten seit Jahren in Rotterdam gewohnt. Fünf hätten keinen festen Wohnsitz und einer der Somalier sei aus Dänemark angereist.

Das Land rätselt noch

Im September hatten niederländische Medien über Aufrufe eines prominenten Hassprediger an Muslime in Holland berichtet, den Islamgegner Geert Wilders zu enthaupten. Der Rechtspopulist habe Muslime und ihren Propheten beleidigt und müsse dafür sterben, erklärte der libanesisch-australische Islamfanatiker Feiz Muhammed laut der Zeitung "De Telegraaf" in islamistischen Internet-Chatrooms. Nun spekuliert das Land darüber, ob Wilders das Ziel der Terrorverdächtigen war.

Der umstrittene Politiker erklärte, die Festnahmen in Rotterdam zeigten "die enorme Verwundbarkeit der Niederlande und des gesamten freien Westens" durch den Terrorismus. "Wir dürfen das nicht bagatellisieren, sondern müssen mit allen verfügbaren Mitteln knallhart dagegen vorgehen."

In den Niederlanden wurden durch die Festnahmen Erinnerungen an die brutale Ermordung des islamkritischen Regisseurs Theo van Gogh geweckt. Er war am 2. November 2004 in Amsterdam von einem niederländischen Muslimfanatiker niedergeschossen worden. Wilders hat Muslime in aller Welt verärgert, indem er den Koran öffentlich mit Hitlers "Mein Kampf" verglich, den Islam als "faschistische Ideologie" beschimpfte und dessen Propheten einen "Barbaren, Massenmörder und Pädophilen" nannte.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.