Politik

Der Leger-Locker-Gipfel Aus 8 mach' mehr?

Der Gipfel der sieben führenden Industrieländer und Russlands (G8) auf Sea Island im US-Staat Georgia ist zu Ende. Abschließend machten sich die teilnehmenden Staats- und Regierungschefs auch Gedanken über die Zukunft der Runde. Großbritanniens Premierminister Tony Blair zufolge wurde offen über eine Erweiterung diskutiert. In Frage kämen Länder wie China oder Indien.

Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder schloss nicht aus, die G8-Runde zu vergrößern. Auch Schröder nannte namentlich China. Wenn es ein Land gebe, dass sich dramatisch gewandelt habe, dann sei es das Reich der Mitte.

Schröder zog ein zufriedenes Fazit des Gipfeltreffens. Trotz der "legeren lockeren Atmosphäre" sei hart gearbeitet worden, "und daher war das durchaus ein erfolgreicher Gipfel", sagte der Kanzler. Nicht zuletzt habe die Einigung auf eine Irak-Resolution im Weltsicherheitsrat positiv auf das Klima des Treffens gewirkt.

"Krieg hat nichts gebracht"

Gleichwohl offenbarten sich gerade bei den Themen Irak und Naher Osten nach wie vor Differenzen. US-Präsident George W. Bush musste deutliche Abstriche an seinen hier gesteckten Zielen machen. Frankreichs Präsident Jacques Chirac sperrte sich gegen eine von Bush geforderte größere Rolle der NATO im Irak. "Der Krieg war unnötig und hat nichts gebracht", brachte Chirac seine Position zum Irak auf den Punkt. Die G8-Runde fand zudem keine Formel, das heruntergewirtschaftete Land - wie von Bush gewünscht - großzügig zu entschulden.

"Wir und die Franzosen haben schon seit Wochen davor gewarnt, die NATO dort ins Spiel zu bringen, weil das keinen Sicherheitszuwachs bringt", sagte auch Kanzler Schröder. "Ich habe deutlich gemacht, dass wir keine Soldaten in den Irak schicken werden. Dabei bleibt es", betonte er. Deutschland werde aber Entscheidungen der NATO in diese Richtung nicht blockieren.

Partnerschaft statt Druck

Bush warb zum Abschluss des Gipfels auch eindringlich für politische und wirtschaftliche Reformen in der arabischen Welt. Die Menschen dort hätten ein Recht auf Wohlstand und Freiheit. Das sei auch die Grundlage für mehr Sicherheit in der Welt.

Auf Druck der Europäer rückten die USA jedoch davon ab, den Reformprozess aktiv voranzutreiben. Um für mehr Stabilität in der gesamten Region zu sorgen, bieten die G8 der arabischen Welt vielmehr eine gleichberechtigte Partnerschaft auf dem Reformweg an. Vor allem Chirac warnte davor, die Staaten der Region durch Missachtung ihrer Traditionen und Geschichte zu brüskieren. Schröder betonte, Reformen dürften nicht von außen aufgedrückt werden.

Quelle: ntv.de