Politik

Berliner Großflughafen Auslastung bis zu den Randzeiten

Die Betreiber des geplanten Berliner Großflughafens wollen sich für einen uneingeschränkten Flugbetrieb auch in den Randzeiten am späten Abend und frühen Morgen einsetzen.

"Diese Kernzeit von 00.00 bis 05.00 Uhr, damit könnten wir leben. Aber alles, was drum herum ist, da würden wir gerne freie Hand haben wollen", sagte der Sprecher der Geschäftsleitung der Berliner Flughäfen, Dieter Johannsen-Roth, am Freitag im Deutschlandfunk. Grundsätzlich nannte er die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, das den Flughafenbau am Donnerstag unter strengen Auflagen gestattet hatte, einen ausgewogenen Kompromiss.

Das Gericht hatte nach mehr als zehn Jahren Streit grünes Licht für den Bau des Großflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) gegeben, aber zugleich ein Nachtflugverbot zwischen Mitternacht und 05.00 Uhr morgens verhängt. Weitere Einschränkungen soll es in den Randzeiten geben, was die Fluggesellschaften als problematisch betrachten.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos mahnte nach dem Urteil für die Zukunft eine schnellere Genehmigung von Großprojekten an. "An diesem Beispiel wird auch deutlich, dass wir für Großprojekte in Deutschland von der Planung bis zur Realisierung zu viel Zeit brauchen", sagte der CSU-Politiker der "Berliner Zeitung".

Gang vor das Bundesverfassungsgericht?

Unterdessen halten sich die Gegner eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe offen. Im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts seien Grundrechte auf Gesundheit und Eigentum in den Hintergrund gerückt worden, sagte Anwalt Wolfgang Baumann am Freitag in Berlin. Vor weiteren Schritten seien aber die schriftlichen Urteilsgründe abzuwarten.

Die Juristen der 4.000 Kläger nannten es einen "großen Erfolg", dass die Richter ein weitgehendes Nachtflugverbot verhängten. Die Berliner Flughafengesellschaft setzt auf eine Ausgestaltung der Beschränkungen zu Gunsten der Airlines.

Aus dem ehemaligen DDR-Zentralflughafen Schönefeld im Südosten Berlins soll ab Ende 2011 der drittgrößte deutsche Flughafen mit einer Kapazität von jährlich 22 Millionen Fluggästen entstehen. Die Flughäfen Tegel und Tempelhof innerhalb Berlins sollen dann stillgelegt werden. In diesem Jahr wird auf allen drei Berliner Airports mit 18 Millionen Passagieren gerechnet, ein Drittel des Aufkommens in Frankfurt.

Quelle: ntv.de